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  1. Dein Kinderwunschforum – Erfahrungsaustausch & Expertenantworten für Deinen Weg zum Wunschkind! 💬🩺
  2. Psychische Aspekte
  3. Aufklärung der Kinder - OFFENER BEREICH

Aufklärung EZS

  • frowlein
  • 7. Oktober 2009 um 12:05
  • Julia_24
    8-Zeller
    Beiträge
    75
    • 9. Oktober 2009 um 19:13
    • #21

    Re: Aufklärung EZS

    Hallo Frowlein und alle anderen,

    ich bin sehr froh und dankbar, dass dieses Thema hier (wieder) diskutiert wird.
    Ich bin kurz vorm ET, nach Embyspende. Meine Gedanken kreisen schon seit Wochen um dieses Thema und es wird, gepusht durch die nahende Geburt, immer präsenter.

    Und ich muß sagen, dass ich einfach zu keiner Meinung finde.

    Ich fasse einfach mal zusammen was mir grade so im Kopf rum geht. Vielleicht erkennt sich ja jemand wieder.
    Ehrlich gesagt, wüsste ich 100%, dass es später mal keine unfreiwillige/zufällige Aufklärung geben könnte und unser Baby nicht sooo fremd aussehen wird, dass man es gar nicht mehr erklären würde… ich würde es nicht sagen.
    Ich stelle mir selbst ständig die Frage, was mir lieber wäre: Zu wissen, ob ich adoptiert wäre/ durch Gametenspende entstanden sei oder nicht. Und ich muß sagen: Ich wollte es nicht wissen!
    In unserem Fall (wegen der EMS) können wir unserem Kind überhaupt keinen genetischen Hintergrund präsentieren, und da frage ich mich oft ob es daher nicht besser ist, gar nichts dazu zu sagen. Im Moment kommt es mir einfach nur unfair und egoistisch dem Kind gegenüber vor, ihm die Wahrheit vor den Latz zu knallen, nur damit ich meinen Seelenfrieden habe.
    Dies natürlich vor dem Hintergrund, es würde niemals rauskommen.
    Vor die Wahl gestellt, ob ich’s von Anfang an sage oder es in 25 Jahren zufällig rauskommt, würde ich wohl ersteres wählen. Aber so läuft das Spiel ja leider nicht.

    In dem Zusammenhang auch noch ein paar Gedanken, die ich mir z.Z sehr oft mache. Nämlich, was ich meinem Kind mit seiner Herkunft/Entstehung überhaupt antue. Man fährt jahrelang auf dem Kiwuzug mit, über Zykluskontrolle, IUI, IVF immer weiter, irgendwann fährt man bis EZS oder gar EMS und man ist so in diesem Wahn drin, dass man das Aussteigen vergessen hat. Natürlich haben wir uns das lange überlegt, sicher ist hier niemand, der mal so eben eine EZS macht. Aber rückblickend muß ich sagen, dass doch oft dieses „ich muss unbedingt schwanger werden um jeden Preis“ sehr sehr im Vordergrund steht und (zumindest bei mir) die Konsequenzen etwas in den Hintergrund geraten. Und jetzt steh ich hier, hochschwanger, und frage mich selbst, ob ich eigentlich noch überschaue was ich da getan habe. Oder ob ich nicht einfach eine „egoistische selbstherrliche unfruchtbare Kuh bin, die auf Biegen und Brechen ihren Willen durchsetzen musste“. (um es jetzt mal bewusst etwas harsch zu formulieren). Mein Baby tut mir im Moment (heute war es wieder besonders schlimm) unendlich leid, dass ich es in so ein kompliziertes Leben rein zwinge. Na, das hätte ich mir mal vorher überlegen sollen……

    So, ich hoffe, das war jetzt nicht zu wirr. Aber so sieht’s bei mir grad aus.
    Ich möchte hier wirklich niemanden verletzen und bin sehr froh, dass dieses Thema angesprochen und hoffentlich auch kontrovers diskutiert wird. Wie gesagt, ich habe im Moment große Probleme mit meiner Meinungsbildung .

    Julia (erschöpft von dem ganzen Sermon da oben)

  • frowlein
    Blastozyste
    Reaktionen
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    Beiträge
    714
    • 9. Oktober 2009 um 20:29
    • #22

    Re: Aufklärung EZS

    Liebe Julia,

    na, das nenn´ ich doch mal ´n endkolossalen Fall von Torschlusspanik :freude:
    Üüüüüüübler Hormonkoller. Das wird schon wieder.

    DU bist mitnichten eine von den Müttern, die ihrem Kind irgendetwas "vor den Latz knallen". Die schreiben hier nicht. Die denken nicht mal drüber nach, hier zu schreiben. Vermutlich ist es sogar mit dem Denken so ´ne Sache ... ;D

    Nein, nein, DU musst jetzt einfach nur mal langsam wieder runter kommen von Deinen "Drogen". Und wenn sich das kleine Leben da in Dir erst mal auf die Welt durchgekämpft hat (und nicht etwa von Dir dorthin gezwungen wird), dann zeigen Dir seine kleinen Füße schon recht bald, wo´s lang geht. Dessen sei gewiss.

    Pragmatisch, analytisch denkend einerseits, bin ich doch andererseits eine Vertreterin des "kosmischen Denkens": Meine Kinder waren mir bestimmt, so wie Dir das Deine.

    Nu mach´ was draus! ;)


    Das ist Dir jetzt auch keine besonders große Hilfe? Tja, ich glaub, die brauchst Du auch nicht wirklich. Wenn´s soweit ist, weißt Du, was zu tun ist, den Rest holt sich der Krümel selber. Von Dir.
    Passt schon.


    Abendgruß von
    frowlein

    Bj.62, POF dx 1999,
    EZS IVI
    Ostern 2000: neg.
    Okt. 2000 --> Zwillinge 06/01 (Ende 36.SSW, 1x spontan, 1x Notsectio)

  • schopi
    Eizelle
    Beiträge
    1
    • 10. Oktober 2009 um 09:12
    • #23

    Re: Aufklärung EZS

    Hallo zusammen,

    ich habe in der letzten Zeit immer mal wieder still im Forum mitgelesen, auch mein Mann und ich überlegen nach mehreren gescheiterten IVF, ob eine Eizellspende für uns infrage kommt.
    Das Thema dieses Threads spricht mir aus der Seele, und ich bin total froh, etwas mehr Infos zu diesem Thema gefunden zu haben.

    Mich beschäftigt vor allem, dass unser Kind, das vielleicht aus der Behandlung entsteht, keinerlei Möglichkeit hat zu erfahren, wer seine genetische Mutter ist. Ich würde auf jeden Fall offen damit umgehen wollen, aber ich finde es hart für das Kind, wenn dann keinerlei Daten zur Eizellspenderin mehr existieren, also jede Suche sinnlos ist.

    Deshalb dachte ich, wenn wir das machen, kommt ja wohl nur die USA infrage, wo die Spenderdaten archiviert werden...?
    Jetzt habe ich aber gestern gelesen, dass in Spanien auch eine Archivierungspflicht besteht. Ist das tatsächlich so?

    Mir ist ein richtiger Stein vom Herzen gefallen, als ich das gesehen habe.
    USA ist mir irgendwie doch ein bisschen zu heftig, es geht mir ja auch nicht um irgendwelche äußeren Merkmale, sondern einfach darum, dass irgendwo Unterlagen existieren.

    Habe mich auch ein paar mal auf der Donorsiblings-Seite umgesehen und ich denke auch, Aufklärung ist wichtig, das Ganze verbunden mit der Möglichkeit der Identifikation der Spenderin.

    Vielen Dank für die ganzen tollen Infos, das hat mir so viel geholfen :)
    Schopi

  • frowlein
    Blastozyste
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    • 10. Oktober 2009 um 09:49
    • #24

    Re: Aufklärung EZS

    Hallo, Schopi,

    ja, in Spanien MUSS archiviert werden. (Ich glaube, in einigen anderen Ländern auch. Da wissen andere hier mehr als ich.)

    Dennoch gilt in Spanien nach derzeitiger dortiger Gesetzeslage: Eizellspende / Embryoadoption "strictly anonymous".

    Allerdings gibt es eine europäische Entscheidung aus dem Jahr 2004, wonach anonymisierte Spenden (in besagtem Fall geht´s um Donogene Insemination, ist aber auf EZS/EmbA ebenso anwendbar) gegen die gemeinsam verabschiedeten Menschenrechte verstoßen.

    Es ist also nur noch eine Frage der Zeit, wann die nationalen Gesetzgeber darauf reagieren, darauf reagieren müssen - zumindest innerhalb der EU.


    Wenn Du jetzt schon ganz sicher gehen willst, bleibt Dir nur der Weg nach Amerika.
    (Der dortige Machbarkeitswahn allerdings ist wiederum auch eine Sache für sich.)

    Für eine "offene" Spende aber die vorerst einzige Möglichkeit.

    frowlein

    Bj.62, POF dx 1999,
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  • frowlein
    Blastozyste
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    • 10. Oktober 2009 um 11:02
    • #25

    Re: Aufklärung EZS

    Du stößt ein interessantes Thema an, Helga: Die Beweggründe der Spender/innen.

    Auch hier gibt es schon sehr einhellige Einschätzungen jener Kinder, um die es geht, und sie fordern, dass, wer nicht zu seiner Spende steht, also auch nicht bereit ist, sich "erkennen" zu lassen, nicht spenden sollte dürfen.

    Ich weiß ja gar nicht, wie "meine" Spenderin dazu steht. Sie hatte ja auch keine Wahl, darüber zu entscheiden. Der spanische Gesetzgeber schreibt es so vor.

    Wäre ihr allerdings ihre Anonymität von solcher Bedeutung gewesen, dass sie auf keinen Fall ihre Identität hätte preisgeben wollen, hätte sie nicht gespendet - so viel Geistesklarheit unterstelle ich einfach mal.

    JEDEM Spender sollte klar sein, dass "Altruismus" als genannter Beweggrund zu einer bloßen Worthülse verkommt, wenn er nicht zu seiner Handlungsweise steht. Auch Spender müssen sich klar und bewusst über alle Konsequenzen ihrer Spende sein - das fordern mittlerweile Spendenkinder weltweit.
    Und diese Forderung kann ich nur unterschreiben.

    Hätte ich damals konsequenter reflektiert, hätte ich nach Amerika gehen müssen oder mich von meinem Kinderwunsch verabschieden sollen, ganz klar.

    Für mich stellt sich also gar nicht die Frage nach der Abwägung der einzelnen Rechte wie nämlich hier des Rechtes der Spender auf Anonymitätswahrung und des Rechtes des Kindes auf Offenbahrung seiner Abstammung.

    Wer nicht "offen" spenden will, soll´s ganz lassen.

    frowlein

    Bj.62, POF dx 1999,
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  • frowlein
    Blastozyste
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    • 10. Oktober 2009 um 12:17
    • #26

    Re: Aufklärung EZS

    Auf dieses Argument hätte ich wetten können:

    Die drastische Abnahme der Spenderbereitschaft.
    Und wessen Bedürfnisse stehen damit mal wieder eindeutig im Vordergrund? (Die Interessen der Kliniken mal außen vor gelassen.)

    Die der Spender? Nö. Der Kinder? Nö.
    Naaaaaaaa??

    Dass es übrigens gar nicht so kommen muss, beweisen die Zahlen bspw in den USA.
    Und dass jemand "offen" spendet, heißt ja noch lange nicht, dass er es nicht nur wegen des Geldes macht, deswegen nicht machen darf.

    Um die Frage geht es hier doch gar nicht.

    Es geht darum, dass sich die Spender identifizieren lassen.
    Die Beweggründe für ihre Spende stehen auf einem ganz anderen Blatt.

    frowlein

    Bj.62, POF dx 1999,
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  • Cathrin66
    Blastozyste
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    2.001
    • 10. Oktober 2009 um 20:45
    • #27

    Re: Aufklärung EZS

    Helga ich danke dir von Herzen.

    Ich wollte mich hier gar nicht mehr beteiligen. Fühlte mich schon schlecht, weil wir noch auf dem Entscheidungsweg sind.
    Fühlte mich doppelt schlecht, weil wir weiterhin derzeit mehr zur Anonymität neigen.
    Fühlte mich noch mal schlechter - jetzt zu den selbstbefriedigten Eltern zu gehören und wir alles falsch zu machen.

    Ich fühlte mich abgestempelt, weil ich EZSP in Anspruch nahm und nehme und das eigentlich immer unter der Prämisse der Anonymität.

    Vielleicht denken wir in ein paar Jahren anders über unsere Situation und geraten ins Wanken. Das Leben ist ein Prozeß, nicht alles muss man im Vorfeld wissen und was man meint zu wissen, muss nicht unbedingt richtig sein.

    Welche Interessen hier im Vordergrund stehen? Die der Familie - und die besteht bekanntlich aus mehreren Personen. :top:

    [Blockierte Grafik: http://www.cosgan.de/images/smilie/tiere/g035.gif]Liebe Grüße von der Löwenmama mit ihrem Löwenrudel [Blockierte Grafik: http://www.cosgan.de/images/smilie/tiere/g035.gif] [Blockierte Grafik: http://www.cosgan.de/images/smilie/tiere/g035.gif]

  • Honey
    Morula
    Beiträge
    311
    • 11. Oktober 2009 um 16:30
    • #28

    Re: Aufklärung EZS

    Hallo !

    Tja, wenn nur noch die "offene" EZSP vertretbar wäre und somit nur noch die USA in Frage käme, könnten wir dieses Forum schließen. Denn den meisten wird schlichtweg das Geld für Versuche in den USA fehlen. Oft klappt es ja auch nicht bei dem ersten Versuch ...

    Also bleibt zur Zeit für die meisten die anonyme Spende ...

    Falls ich schwanger werden sollte durch EZSP, werde ich dies während der Schwangerschaft niemandem erzählen. Ich möchte einfach zu dieser Zeit stressige Diskussionen vermeiden, meine Schwangerschaft genießen und auch das erste Jahr mit dem Kind. Dann werden wir so langsam unsere Verwandten aufklären ... Leider sind unsere Verwandten nicht so "weltoffen" ...

    Unser Kind möchte ich jedoch nicht anlügen, und so werden dies auch meine Verwandten "schlucken" müssen...

    Ein schwerer Weg ist besser, als kein Weg ...

    Liebe Grüße, Honey

    1. EZSP 2008: Fehlgeburt 9. SSW
    2. EZSP 2009: Versuch abgebrochen
    3. EZSP 2010: schwanger ... und Geburt eines süßen Töchterns :)

  • frowlein
    Blastozyste
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    3
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    714
    • 11. Oktober 2009 um 17:25
    • #29

    Re: Aufklärung EZS

    Hallo, Helga,

    Zitat

    Die sichere Abnahme der Spendenbereitschaft ist kein Argument,
    sondern schlicht und einfach eine Tatsache.

    1.) Das widerspricht sich nicht.
    2.) Auf welchen genauen Fakten basiert Deine Aussage?

    Zitat

    Kiwu-Realisierung auf diesem Wege nur für Wohlhabende?
    Das wollen wir doch wohl alle nicht.

    Stimmt. Deswegen ja auch die Forderungen von "Kinderwunsch e.V.", die ich ausdrücklich unterstütze, WEIL ich u.a. der Meinung bin, dass die Realisierung des Kinderwunsches NICHT von den wirtschaftlichen Verhältnissen abhängig sein sollte.

    Da mir diese Sachzwänge durchaus bewusst sind, habe ich auch keineswegs zum Rechtsbruch aufgerufen, wie von Dir formuliert ("..die Anonymität der Spenderinnen anzugreifen bzw. womöglich aushebeln zu wollen..."), sondern eine Möglichkeit angedacht, wie mann/frau glaubwürdig trotzdem dokumentieren kann, dass er/sie sich der Rechte des Kindes bereits zum Zeitpunkt vor der Zeugung bewusst ist und sie darüber hinaus nicht den eigenen Elternwünschen unterzuordnen gedenkt.
    Hierbei geht es nur um das "Innenverhältnis" zwischen Eltern, die sich aus persönlichen sachlichen Gründen (s.o.) für die anonyme Spende entschieden, und den aufgeklärten Kindern, die womöglich die Nicht-Konsequenz des Denkens und Handelns ihrer Eltern hinterfragen und mit Hilfe möglicher "Notizen" und persönlichen Zeilen ihrer Eltern nachvollziehen können, in welchem Dilemma ("offene" Spende nicht möglich vs. Kinderwunsch) ihre Eltern steckten, bzw. es überhaupt eines für sie war! --> s. Notizen, Briefe, Tagebuch etc.

    Zitat

    Glaubst Du wirklich Eltern die ihr EZS-Kind nicht aufklären
    sind die schlechteren Eltern?

    Ist doch überhaupt nicht das Thema.
    Ich werde aber auch eine "Diskussion" über "schlecht" oder "nicht schlecht" gar nicht führen.

    Zitat

    Welche Interessen hier im Vordergrund stehen?
    Die der Familie - und die besteht bekanntlich aus mehreren Personen.

    Richtig. Und alle haben die selben Rechte. KEINER ist gleicher, kein Menschenrecht gilt nur für einen ausgewählten Kreis von Menschen!

    Noch einmal: Ich habe entschieden, mir das Recht genommen, zu entscheiden, dass meine Kinder geboren werden. Das gibt mir aber noch lange nicht das Recht, ihnen ihre Rechte abzuerkennen!

    Deswegen ist diese ganze "Wertigkeitsfrage", wessen Recht wohl welches übertrumpft, völlige Grütze - mit Verlaub.

    Es geht schlicht um die uneingeschränkte Anerkennung eines selbstverständlichen Grundrechtes, nämlich des Rechtes auf das Wissen um die eigene Abstammung.

    Da müssen wir erstmal hin - der Rest ist Praxis.

    frowlein

    P.S.: Ich habe den erkannten Un-Sinn unwürdiger Auseinandersetzungen schon vor längerer Zeit zur Grundlage genommen, um mich nicht mehr darauf einzulassen.
    Ich weiß, dass einige Menschen das nicht respektieren.

    Ich möchte gern über meine Erfahrungen mit meinen aufgeklärten EZS-Kindern berichten, um zum Einen damit an Hand des "Lebendbeispiels" zu dokumentieren, dass das vorherrschende "Horrorszenarien"- Ausmalen den Blick auf die Realität verstellt, und zum Anderen die Machbarkeit von Aufklärung als ganz selbstverständlichen Teil unseres Weges des EZS/EmbA-ElternDaseins vorzustellen.

    Dazu möchte ich Euch noch etwas erzählen:

    Zum Ende einer großen Familienfeier meiner Sippe am gestrigen Samstag hielt eine mir noch wenige Stunden zuvor gänzlich unbekannte Frau, Freundin meiner Mutter, minutenlang meine Hand, herzte und drückte mich, wollte mich kaum los lassen und sagte immer wieder: "Ich bin so froh, dass wir uns kennen gelernt haben!"
    Dazu gehört eine Geschichte. Die Geschichte einer "einfachen Frau vom Dörpe", auch einer Mutter, deren einzige Tochter seit Jahren einen unerfüllten Kinderwunsch hat.
    Sie ist hin und weg von meinen Jungs, möchte sie "am liebsten klauen". Ob ich nicht ganz besonders stolz bin und dass sie ihre musikalischen Begabungen wohl von mir haben. Und ich sage "Nein, könnte zwar sein, ist aber nicht, weil ...." (Meine Mutter erzählt häufiger Anderen von ihren tollen Enkeln und wie´s dazu gekommen ist. So dachte ich, dass eine ihrer Freundinnen vermutlich auch... Nun, diese nicht.) Also kurze Erklärung, dass die kids genetisch nicht von mir sind, weil... bla... keine Kinder kriegen können, Eizellspende, so was wie Samenspende. "Aha", meint sie, "und dann? Künstliche Befruchtung?" :eek: Sie läse immer mal wieder darüber, "naja, in meinen Frauenzeitschriften, wissen Sie" und dann bricht es auch ihr heraus: Leise erzählt sie mir, inmitten der ausgelassenen Geburtstagsgästeschar meiner Mutter, vom Leid und der Traurigkeit ihrer Tochter, den fehlgeschlagenen ICSI-Versuchen, den entdeckten und vernichteten Krebszellen in der Gebärmutter, der neuen Hoffnung mit nun annähernd 40 Jahren doch noch Mutter zu werden. Sie weint. Ihre Tochter und der Schwiegersohn wären doch so tolle Eltern - und sie so gern endlich Omi "so wie Ihre Frau Mutter". Und sie liest so viel, "wissen Sie, in der Bunte und so, sagte ich ja schon", von Frauen, die noch mit 45 Jahren Kinder bekommen. Sogar zum ersten Mal. Und nun das mit meinen Kindern. Was für eine Freude. "Ich bin so froh, dass wir uns kennen gelernt haben!"

    Als alle Gäste gegangen sind, kleben meine Söhne an einem meiner Brüder und erklären ihn zu ihrem "absoluten Lieblingsonkel", dann stecken alle drei die Köpfe zusammen, mein Bruder hält beide fest im Arm. "Ich bin auch ganz schön stolz auf Euch beide!"

    Ich dreh mich weg.... und kann nicht aufhören zu heulen.

    Bj.62, POF dx 1999,
    EZS IVI
    Ostern 2000: neg.
    Okt. 2000 --> Zwillinge 06/01 (Ende 36.SSW, 1x spontan, 1x Notsectio)

  • Narzisse2
    8-Zeller
    Beiträge
    151
    • 11. Oktober 2009 um 19:00
    • #30

    Re: Aufklärung EZS

    Hallo frowlein,

    ich bin froh, dass du hier wieder schreibst und deine Kinder so gut mit der Aufklärung klar kommen.

    Ich gehöre auch zu den Müttern, die z. Z. von ihrer "Brut" so in Anspruch genommen werden, dass ich kaum Zeit für den PC habe.

    Wir werden unsere Kinder definitiv aufklären. Aber ganz "undramatisch" und sobald sie danach fragen. Z. Z. interessiert sich unsere Älteste aber überhaupt noch nicht für das Thema "wo die Babies herkommen".

    Mein Mann und ich werden auch immer optimistischer, dass sie gut mit der Wahrheit klar kommen werden. Auch wenn der Wermutstropfen der Anonymität der Spender wohl immer bleiben wird.

    Ich freue mich, wenn ich immer mal wieder hier kurz reinlesen und zu diesem wichtigen Thema lesen kann.

    Liebe Grüße von

    Narzisse

    3 Kinder durch Embryospende (1 Tochter, geb. 10/04 und Zwillingspärchen, geb. 9/07)

  • Ann
    Eizelle
    Beiträge
    8
    • 11. Oktober 2009 um 20:53
    • #31

    Re: Aufklärung EZS

    liebe helga!
    ich kann dir keine pn mehr schicken. ist evt. dein postfach voll?

    lieb
    ann

  • Claudia33
    Morula
    Beiträge
    225
    • 12. Oktober 2009 um 22:12
    • #32

    Re: Aufklärung EZS

    Hallo Frowlein,

    schön, von Dir zu lesen. Wollte ja längst mal anrufen, aber meine beiden halten mich extrem auf Trab, wir bauen auch gerade etc. Deshalb habe ich da immer wieder verschoben.

    Wir wollen ja unsere beiden auch aufklären, noch fragt unser Ältester nicht danach (er ist 3 1/4). Meine Freundinnen, die Bescheid wissen, finden die EZSP in unseren Fall ok, nachdem es mit allen anderen Möglichkeiten der Medizin nicht geklappt hat.
    Allerdings habe ich schon Angst, wie die bisher nicht aufgeklärte Verwandtschaft (die wissen nur, das es ICSIs in Prag waren, nichts von EZSP), reagiert, falls meine Kinder mal darüber reden würden. Meine Schwiegermutter hat ja schon ein Problem damit, das es KB war (wir sollen aus Ihrer Sicht jedem verschweigen, das es normal nicht ging).

    Und klar, auch vor den Reaktionen Fremder habe ich schon Angst. Noch immer geht mir das ganze Thema Unfruchtbarkeit etc. ziemlich nahe. Und es gibt immer wieder Situationen, wo ich fast am weinen bin (nach über 11 Jahren KIWU...), und wenn ich mir vorstelle, das mich ein Fremder dann anspricht und mir an den Kopf wirft, das ich egoistisch sei, so einen Schritt zu gehen, bzw. das es moralisch unvertretbar sei etc. Keine Ahnung, wie ich dann damit umgehen würde/könnte.

    Mein Mann schweigt das ganze Thema aus, er redet überhaupt nicht darüber, auch nicht mit mir.

    LG Claudia

  • frowlein
    Blastozyste
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    • 13. Oktober 2009 um 16:23
    • #33

    Re: Aufklärung EZS

    Liebe Claudia,

    mich hat es sehr gefreut, hier (und via PN) von Dir und einigen anderen "Altgedienten" über Euren ganz normalen mütterlichen Alltagswahnsinn zu lesen! :)

    Auch ich erkläre jeden Morgen das Bad zu einer nur von einer minderjährigen Person zu betretenden Sperrzone, da meine Ableger nicht nur zu wortgewaltigen Auseinandersetzungen neigen - ganz die Mama :rolleyes: -, sondern, im Gegensatz zu jener, auch zu schlagkräftigen Argumenten... Dann wird´s laut. Verdammt laut. Entschieden ZU laut... für eine alte Frau wie mich.
    Aber siehe da, ist mal einer krank, und sie mal einige Stunden getrennt. "Mein Brüderli! Ich hab Dich ja soooooo vermisst." :o Und anschließend: Drachenritterschlacht mit Heldentod. "Ich sterbe jetzt." "Okay. Dann hör aber auch mal auf zu atmen!" "Nee, warte, ich hab noch was vergessen.." Tief einatmen, Hand an die Stirn, Seufzer. "Ich kann schon das Licht sehen." "Jaaaaa, DAS IST GUT!"
    :flehan:

    Das is nix Genetisches. Das KANN nix Genetisches sein!

    ----------------------------

    Apropos, zurück zum Thema:

    Wie hat denn Deine Verwandtschaft überhaupt auf ICSI/Prag reagiert?
    Hast Du das Gefühl, dass Deine Schwiegermutter Deine Kinder irgendwie ablehnt?

    Natürlich ist es wenig hilfreich, wenn ich Dir jetzt schreibe "Du brauchst keine Angst vor Fremden zu haben, weil ICH es anders erlebt habe."

    Ich schreibe stattdessen: "Du SOLLTEST keine Angst vor der Meinung Fremder haben, denn deren Meinung ist irrelevant!".
    ICH kann das fremden Menschen vermitteln, wenn ich ihnen gegenüber stehe und mal was über EZS erzähle, andere - vielleicht wie Du - können das eben nicht so gut.
    Wie ich schon meinte: Die Bereitschaft zur Offenheit gegenüber dem Kind umfasst NICHT, es jedem unter die Nase zu reiben. Und, wie ich es hier auch irgendwo gelesen habe im Zusammenhang mit einem Lesbenpaar, es interessiert auch bei Weitem längst nicht so viele Menschen, wie es einige hier annehmen und als Begründung für ihre Entscheidung zum Nichtsagen anführen.

    Es geht um die Kinder. Ihnen ist Aufrichtigkeit geschuldet. Und es ist eine Bringschuld.
    Das siehst Du ja auch so. Damit ist die Richtung schon mal vorgegeben.

    Meine Erfahrung mit meinen aufgeklärten Kindern lehrt(e) mich, dass die Tatsache der EZS bis dato für sie (und damit auch für andere in ihrem Umfeld!) kein "öffentliches" Gesprächsthema ist. Diese Beobachtung bringt mich übrigens auch dazu, selber eher nur noch selten darüber zu reden, zumindest in direktem Bezug auf meine Kinder. Die, die es meiner Meinung nach wissen sollten, wissen es und gut ist.
    Ich habe das Gefühl, dass es nun langsam an der Zeit ist, es den Kindern selbst zu überlassen, wem sie es sagen möchten und wem nicht, ob sie es überhaupt anderen mitteilen möchten.

    Vielleicht ist es auch einfach so, dass sie erst mit anderen darüber reden, wenn ihr Abstraktionsvermögen weiter ausgebildet ist, sprich: sie älter sind. Bis dahin werden sie weiter in dem Bewusstsein aufwachsen, dass ihnen von ihrer Mutter nichts vorenthalten wurde, und ich sie als eigenständige Individuen mit uneingeschränkten Grundrechten wahrnehme, respektiere und fördere.

    Ich meine, mehr geht nicht, um ihnen auch "Standvermögen" gegen mögliche (bis dato noch nicht vorgekommene) Dummschwätzerattacken vorzuleben.

    Ich bin in der Situation, dass ich eine geistig sehr bewegliche Familie und Freundeskreis habe.
    Die Geisteshaltung, die ich hier vertrete, habe ich schon mit der Muttermilch aufgesogen und bin in ein Umfeld hinein aufgewachsen, das sehr von der Zeitlosigkeit des ethischen Grundprinzips geprägt ist, wonach die Würde des Menschen unantastbar ist.
    Trotzdem (oder gerade deshalb?) hat´s mich emotional so aus den Pantinen gekloppt, als ich den liebevollen Umgang meines wissenden Bruders mit meinen Söhnen sah. Die Erleichterung darüber, dass ich mich in diesem Moment NICHT fragen musste, ob er sich auch so verhalten würde, wenn er wüsste, dass es nicht seine Blutsverwandten sind, hat mich einfach überrollt.

    Ach, liebe Claudia, wie sehr bedrückt mich Deine Traurigkeit. Du solltest keinen Grund dafür haben; jedenfalls keinen, der in der Tatsache des "Zustandekommens" und/oder "Seins" Deiner quietschfidelen Motz- und Terrorkrümel liegt!

    Bestürzend finde ich auch das Schweigen Deines Mannes.

    Meinst Du, eine therapeutische Beratung wäre für ihn ein annehmbarer Weg, zu reden?

    Wir müssen das ja nicht ausgerechnet hier erörtern, ruf mich gern an, auch, wenn´s Dir zu spät erscheint.
    Ich bin schon groß, ich kann entscheiden, ob ich dann noch ans Telefon gehe.. ;)

    Herzlichst gegrüßt,
    frowlein

    Bj.62, POF dx 1999,
    EZS IVI
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    Okt. 2000 --> Zwillinge 06/01 (Ende 36.SSW, 1x spontan, 1x Notsectio)

  • frowlein
    Blastozyste
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    • 15. Oktober 2009 um 11:03
    • #34

    Re: Aufklärung EZS

    Ich freue mich sehr! :)


    Quintessenz aus zahlreichen emails und Anrufen, die ich sowohl von Forumsmitgliedern als auch anderen EZS- und EmbA-Eltern zu diesem Thema in den letzten Tagen erhalten habe:

    Einstmals unentschlosse, aber auch mindestens ebenso viele (und mir noch in bleibender Erinnerung aus diesem Forum :argue:) entschlossene, Verschweiger möchten ihre Kinder aufklären!
    (Darunter war auch eine Familie, die ein älteres genetisches Kind hat und nun noch ein EZS-Kind erwartet. Sehr spannend. Doch dazu an vielleicht anderer Stelle mehr.)

    Übereinstimmend erklären sie alle, dass sie ihre Eltern-Kind-Beziehungen tagtäglich als so gefestigt und bindend empfinden und leben, dass sie das Erzählen nicht mehr als mögliche Belastung sehen, sondern dass sie "die anderen Bausteine" als selbstverständlichen Teil ihrer höchstpersönlichen Familiengeschichte den Kindern vermitteln möchten. Keine Ängste mehr.

    Und wir reden und lachen über das "Wie", nicht mehr über das "Ob".

    Das hat mir gezeigt, dass in diesem Forum wirklich dringend ein eigenes Plätzchen für diesen Aspekt / diese Eltern eingerichtet werden muss, es gibt ja schließlich auch immer mehr von uns. Das Thema betrifft zunehmend mehr Forumsmitglieder, aber auch interessierte Gastleser (die nicht in den bisherigen Eltern-Ordner reinkommen) und Paare vor der KiWu-Behandlung.

    (s. meinen Vorschlag hierzu in "Neuen, fixierten Ordner zum Thema Aufklärung? Bitte um Eure Meinung")


    frowlein

    Bj.62, POF dx 1999,
    EZS IVI
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  • frowlein
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    • 15. Oktober 2009 um 11:28
    • #35

    Re: Aufklärung EZS

    Passenderweise hier auch noch mal die Literatur-links, die in den nächsten Tagen im Allgemeine-Fragen-Ordner wieder "nach hinten" rutschen:

    http://www.laekh.de/upload/Hess._A…/2006_03_07.pdf

    http://www.bkid.de/gs_leitlinien.pdf

    Journal für Reproduktionsmedizin und Endokrinologie / 3/2008:

    http://www.kup.at/kup/pdf/7263.pdf


    "Die Jagd nach den Eizellen":

    http://www.reprokult.de/EizellenKirste…aceMag_3_06.pdf

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  • frowlein
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    • 16. Oktober 2009 um 11:25
    • #36

    Re: Aufklärung EZS

    Warum es Sinn macht, als EZS-/EmbA- Eltern alle Unterlagen und Informationen zur anonymen Spende zu sammeln und zu archivieren

    Ein Forumsmitglied des britischen Donor Conception Networks ( http://www.donor-conception-network.org ) hat mir heute sinngemäß Folgendes gemailt:

    Da davon auszugehen wäre, dass die Gesetzgeber der meisten Behandlungsländer zunehmend dem Beispiel der USA, Schwedens und Englands zur Zulassung der "offenen" Spende (und dem Verbot der anonymen) folgen werden (s. hierzu auch Forderungen des deutschen "Kinderwunsch e.V."), wird es dem entsprechend auch Spenderdatenbanken und Suchforen geben (vergl. etwa http://www.donorsiblingregistry.com , weitere links s. http://www.spenderkinder.de).

    Auch in England gäbe es inzwischen einige Spender, die einstmals anonym gespendet haben (wie es in anderen Ländern auf Grund der dortigen Gesetzeslage, s. bspw. Spanien und Russland, ja auch bis heute nicht anders möglich ist) und nun nach Wegfall der Anonymisierungspflicht ihre Identität öffentlich machen - zum Einen, weil es schon immer ihre Überzeugung war, sie aber nicht durften; zum Anderen, weil sie von der Not der Spender-Kinder erfahren haben.

    Eine Zuordnung der Spender zu den jeweiligen Kindern (und umgekehrt) könnte / kann aber zunächst nur über die jeweiligen Fallnummern erfolgen. Dabei soll es selbstverständlich nur den Kindern vorbehalten sein, Kontakt aufnehmen zu können - keinesfalls umgekehrt.


    Das bedeutet, dass es von großem Nutzen sein kann, wie von einigen von uns hier ja auch schon so gehandhabt oder geplant, alles an Informationen zu sammeln, was zu bekommen ist -- damit bei geänderter Gesetzeslage u.U. doch noch - und nur auf Wunsch unserer Kinder - eine Identifizierung und Zuordnung der heute zwingend anonymen Spender möglich wäre.

    Bj.62, POF dx 1999,
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  • Marana
    Morula
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    • 29. Oktober 2009 um 12:38
    • #37

    Re: Aufklärung EZS

    Liebe Frowlein,

    das ist ja super interessant, dass sich da was tut. Ich hatte so eine ganz leise Hoffnung, dass so unser geplantes und hoffentlich bald wirklich sein werdendes Kind, einmal die Möglichkeit hat die Mutter kennenzulernen.
    Bislang waren dies die einzigen Bedenken, die ich gegen eine Eizellspende aus Russland hatte und weswegen ich zwischenzeitlich erwogen hatte in die USA zu gehen.

    Vielen Dank für deine Infos.

    Gruß
    Marana

    [Blockierte Grafik: http://lb1m.lilypie.com/Po9Kp2.png]
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    4 x EZS AVA-Peter 2009 - 2010: 3x neg. u. 1x pos. (Kryos) - FG 4. Wo.
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  • DI-Kind
    Eizelle
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    • 30. Oktober 2009 um 21:24
    • #38

    Re: Aufklärung EZS

    Hallo,

    ich bin ein Kind, das durch eine heterologe Insemination, also eine Fremdsamenspende entstanden ist. Der Begriff "Kind" soll in diesem Zusammenhang natürlich nur die Relation zu meinen Eltern ausdrücken - ich bin 25 Jahre alt und längst erwachsen geworden. Es hat mich sehr gefreut den vorigen Beitrag von Frowlein zu lesen, zeigt er doch, dass Ihr Euch Gedanken um das Wohlergehen Eurer Kinder macht und darüber, ob es ihnen aufgeklärt oder unaufgeklärt besser geht.
    Die Eizellkinder sind in den meisten Fällen wohl noch zu klein um ihre Meinung dazu zu äußern, deshalb finde ich es sehr naheliegend und vergleichbar, sich mit Studien und Erfahrungen zur Aufklärung von Spenderkindern zu beschäftigen.
    Ich möchte Euch als Spenderkind Mut dazu machen, den Kindern ihre Herkunft nicht vorzuenthalten. Oft wirkt es auf mich so, als wenn dabei die Furcht der Eltern vor Ablehnung oder Zerstörung eines vermeintlichen Familienidylls ein ehrliches Abwägen beeinträchtigt.
    Ich rechne es meinen Eltern sehr hoch an, dass sie den Mut aufgebracht haben, mich aufzuklären (ich war damals 10 Jahre alt) und schätze es als großen Vertrauensbeweis, dass sie mir zutrauten, verantwortungsbewusst mit dem Wissen umzugehen, sowie ein Zeichen des Respekts vor mir, als Mensch. Alle "Kinder" werden ja schließlich irgendwann erwachsen und dann ist Nicht-Aufgeklärtsein ganz schlicht eine Bevormundung durch die Eltern, die sich das Recht herausnehmen, einfach zu entscheiden, was ihr "Kind" über sich selbst wissen darf und was nicht.
    Wenn es dann zufällig herauskommt (und dafür gibt es mindestens genauso viele Beispiele wie für freiwillige Aufklärung), dann ist die Wahrscheinlichkeit, dass die Eltern-Kind-Beziehung nachhaltig beeinträchtigt ist, wesentlich höher, weil das erwachsene Kind gleich doppelt erschüttert wird: Zum einen ist es schwer, den Eltern weiter zu vertrauen, die einem etwas so elementares verschwiegen haben. Zum Anderen muss das Kind seine Identität neu hinterfragen, die, je älter der Mensch ist, umso gefestigter ist. Zu erfahren, dass ein weiterer Mensch an der eigenen Entstehung beteiligt war, ist etwas grundlegendes. Deshalb bedeutet es eine Erschütterung der Grundfesten der Identität, wenn man es erfährt. Es bedeutet, dass das zugrundegelegte Fundament so nicht tragfähig ist und dann muss die Basis der Identität erstmal neu gefunden werden.

    Das wollte ich aus meiner Perspektive noch ergänzt haben - hoffentlich bin ich nicht zu vehement geworden, es ist mir nur so ein dringendes Bedürfnis, die Situation und Gefühle vieler Spenderkinder, die die Erfahrung gemacht haben einen biologischen Elternteil nicht zu kennen, deutlich zu machen und Euch damit darin zu bestärken, Eure Kinder aufzuklären, um sie nicht zu bevormunden und möglichst früh damit anzufangen, um Eurer Familie ein nachhaltig gutes Verhältnis zu ermöglichen und Euren Kindern eine Identitätsbildung ohne Komplikationen.

    Anne

  • Columbia
    Blastozyste
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    • 30. Oktober 2009 um 21:54
    • #39

    Re: Aufklärung EZS

    Liebe Anne!
    Danke für Deinen Beitrag! Das ist sehr informativ!
    Alles Gute für Dich,
    lg, Columbia

  • fiskan
    Morula
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    1
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    463
    • 30. Oktober 2009 um 22:04
    • #40

    Re: Aufklärung EZS

    liebe anne
    herzlichen dank für deinen beitrag. er bestärkt mich noch mehr in meinem/unserem entschluss und meiner einstellung zu diesem thema!
    genau das was du beschrieben hast, waren/sind meine/unsere beweggründe, dass unsere kleinen so früh wie möglich davon erfahren sollen. ich finde nichts ist schlimmer als irgendwann mal zu erfahren, dass da "noch was ist"... das muss ja eine identitätskrise auslösen, gar nicht zu denken an den vertrauensbruch oder empfinden von fehlendem vertrauen der eltern in die kinder...

    liebe grüsse
    fiskan

    vorzeitige WJ nach Chemo
    EZS 7.09 IVI Madrid - POSITIV!!!

    [Blockierte Grafik: http://www.ticker.7910.org/as1cHji0g410012MjQyZHw1NTY4OGR8dW5zZXJlIHp3ZWkgU29ubmVuc2NoZWluZSBzaW5kIA.gif]

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