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Gibt es hier noch eine Zwillingsmutter, die gestillt hat?

  • romy
  • 14. Januar 2009 um 20:56
  • Homa
    4-Zeller
    Beiträge
    71
    • 27. Januar 2009 um 23:48
    • #21

    Re: Gibt es hier noch eine Zwillingsmutter, die gestillt hat?

    Hallo

    ich habe mir drei Stillkissen gegönnt, um beide stillen zu können: 2 große und ein kleines von Theramed, schön rundum drapiert. Finden jetzt weiter Verwendung als Sitzunterstützung im Bett beim Lesen oder auch mal auf dem Sofa, also nicht nur kurzfristig einsetzbar. Wie sie sich noch nicht drehen konnten habe ich die großen Kissen außerdem dazu benutzt, die Kinder tagsüber mal draufzulegen oder um eine Liegefläche auf dem Futonsofa zu sichern, wo ich mich dazusetzen konnte.

    Ich gebe aber zu, dass ich nicht lange beide gleichzeitig gestillt habe, mir war dann auch das "Gezoppel" auf beiden Seiten gleichzeitig einfach zu viel, und nacheinander konnte ich mich besser auf ein Kind konzentrieren, was ich auch mal schön fand.

    Für den ersten Brei habe ich gute ERfahrungen mit Pastinake (und auch mit Kürbis) gemacht und nach einer Woche mit Kartoffel ergänzt.

    Am Anfang habe ich auch im Autositz gefüttert, aber sowie sie sitzen konnten Chicco Hochstühle benutzt (Polly 2-in-1). Der läßt sich auch recht weit zurücklegen, so daß man auf eine fast liegende Position kommt, könnte also vielleicht auch schon vorher eine Alternative sein. Der Hauptvorteil aber sind die Fünfpunktgurte und der Tisch - alle drei Kinder haben nämlich das Klettergen, und das ist der einzige Hochstuhl, der sie (bisher noch) hält. (Allerdings klettert meine Tochter, sofern sie etwas zum draufsteigen erwischt, jetzt über Tisch und Armlehnen hinein )(Der Laufstall beherbergt mittlerweile nicht die Kinder, sondern sichert zwischen den Mahlzeiten den TrippTrapp vom Großen, die Esstischstühle, Spielzeugkisten ... damit es unsere Kletterkünstler etwas schwerer haben).

    Grüße an alle anderen Zwillingsmütter, und Ihr noch Stillenden genießt mal noch schön das Sündigen,
    Homa

  • Wunschkind
    Morula
    Beiträge
    223
    • 28. Januar 2009 um 19:19
    • #22

    Re: Gibt es hier noch eine Zwillingsmutter, die gestillt hat?

    hihi, das mit dem triptrap habe ich auch erlebt. War so still im wohnzimmer, da stand der 1jährige oben auf dem Triptrap (vom großen) und freute sich wie ein könig. Ich weniger, er ist sofort im Keller gelandet und unser großer sitzt auf einem normalen Stuhl.

  • romy
    Blastozyste
    Beiträge
    995
    • 29. Januar 2009 um 10:54
    • #23

    Re: Gibt es hier noch eine Zwillingsmutter, die gestillt hat?

    Hallo, ihr,

    ich will mich doch auch mal wieder melden. Inzwischen habe ich ein Stillkissen von Storchennest gekauft, also eins von diesen großen, flachen mit Bauchausschnitt. Und damit geht es viel besser! Dieses Kissen ist mit Polypropylen gefüllt, das ist sehr viel formstabiler und griffiger. Ein großer Unterschied: Wenn man ein Kind drauflegt, dann liegt es erst mal sicher; auf meinen normalen Stillkissen hat es mehr balanciert. Und man kann es ja nicht festhalten, während man nach dem 2. Kind greift… Die Kinder trinken mit der stabilen Lage auch ruhiger.

    Meine beiden normalen Stillwürste sind a) mit Polystyrol und b) mit Dinkelspelz gefüllt. Polystyrol sinkt zusammen und die Kügelchen verdünnisieren sich; und die Dinkelwurst hat einfach zu wenig „Grip“. Sie schert in der Doppellage auseinander und verrutscht dauernd. Auch der Nutzen dieser Wurstform hat mir nie recht eingeleuchtet. Also, ich würde glaube ich auch einen Einling lieber auf so einem Zwillingsstillkissen stillen.

    Das von Corpomed ist noch etwas größer und vielleicht noch besser; aber deren shop war gerade ein paar Tage offline.

    Ansonsten geht das ganz gut mit dem Zwillinge-Stillen, also erst mal rein technisch gesehen. Ich mache es tagsüber im Bett sitzend, mit dem Rücken an der Wand, und dann in der Fußballhaltung.

    Seit sie 4kg erreicht haben, habe ich sie auf 4-Std-Rhythmus eingestellt (halb acht, halb vier, halb zwölf) Das geht überraschend gut. Es ist meine einzige Chance, nach Plan zu stillen, denn ich habe ja noch die Große und den Betrieb; (vom Haushalt schweigen wir lieber.) Da muss das Ganze kalkulierbar bleiben. Aber ich habe auch nicht den Eindruck, dass die Kleinen darunter leiden. Hätte ich vielleicht bei meiner Tochter auch machen sollen! Die habe ich nämlich mit Mumi und Bedarfsstillung pummelig gefüttert, in der irrigen (wenn auch viel kolportierten) Annahme, gestillte Kinder könnten trinken, soviel sie wollten, und würden trotzdem nicht dick. (Und sie ist ein bisschen pummelig geblieben.)

    Und ich habe gelesen, dass es beim Stillen auf die ersten 1o Minuten ankommt; da trinken die Kinder. Und das stimmt wirklich. Ich höre (mit 1 Zwischendurch-Bäuerchen-Pause) nach einer Viertelstunde, 2o Minuten wieder auf und die Kinder sind satt. Wenn ich sie nach dem Wickeln vorsichtshalber noch mal anlege, nuckeln sie nur noch– und das geht natürlich warzentechnisch bei Zwillis gar nicht. Da muss der Schnuller ran. Mit Wickeln ist die Basisversorgung in einer halben Stunde abgefrühstückt, ohne Beeilung. Da kann die Flasche kaum gegen anstinken.

    Bäuerchen, kleiner Trick dazu: Kinder erst 3o Sekunden flach auf den Rücken legen! Dann nach vorne hochnehmen (also nicht seitlich wie sonst normalerweise) Da kommt das Bäuerchen viel schneller, oft schon im Hochnehmen. (Man kann die Kinder zum Bäuerchen-machen auch auf die Stillwurst legen, bei Zwillis geht es halt nicht immer alles ideal.)

    Nachts habe ich keine Lust auf die Synchronstillerei. Das soll zwar auch im Liegen irgendwie gehen, aber ich habe das nicht rausgekriegt. Bei der Spätmahlzeit um 1o.45 gebe ich zusätzlich eine kleine Flasche. Das verschafft mir 1 Std. länger Schlaf. Dabei lege ich eins direkt neben mich und stille es liegend. Das andere liegt neben dem Stillkind und kriegt die Flasche. Dann wird getauscht. Die Flaschen nehmen sie gerne zusätzlich, die scheinen lecker zu sein. Da werden sie immer ganz aufgeregt. (Grummel!)

    Dann schlafen sie. Wenn sie nach Plan um 3.3o wach werden, stille ich sie nacheinander liegend. Wenn sie vorher wach werden, dann kriegen sie zusätzlich eine halbe Flasche, damit sie etwas länger schlafen und morgens wieder im Plan sind. Diese halbe Flasche stelle ich abends auf Verdacht bereit und füttere sie bei Zimmertemperatur. Das ist kein Problem. So muss ich in der Nacht zum Füttern nicht aufstehen. Bei der Nachtmahlzeit wickle ich die Kinder auch jetzt nicht mehr.

    Also dieses System klappt sehr gut für Kinder, Mutter und Brust. Kann ich nur empfehlen – falls es hier mal eine stillende Zwilli-Mutter gibt, die nebenher auch noch Zusatzbelastungen schultern muss.

    Emotional ist es für die Mutter viel schöner, einen Einling zu stillen, finde ich. Mein erstes Kind habe ich dabei mehr genossen als jetzt die Zwillis, es war inniger mit nur einem Gegenüber. Und auch viel einfacher zu bewerkstelligen. Aber so ist es nun mal, wenn man ein Doppelpack hat. Man ist einfach direkt eine kleine Gruppe – und kein Paar. Das ist was anderes, es fühlt sich auch sehr anders an für mich. Auch ich genieße es sehr, nur ein Kind bei mir zu haben, und versuche das einzurichten, so oft es geht. Ich finde es einfacher, zu EINEM Kind eine Beziehung aufzubauen.

    Viele Grüße
    Romy

  • Sonja76
    2-Zeller
    Beiträge
    22
    • 29. Januar 2009 um 20:08
    • #24

    Re: Gibt es hier noch eine Zwillingsmutter, die gestillt hat?

    Hallo an alle,

    @ Romy: Freut mich, dass es bei euch so gut klappt. Ich fand es nachher nachts auch angenehmer, einmal nur einen zu stillen. Einer meiner beiden hat nämlich früher durchgeschlafen als der andere. Der hat dann quasi eine Mahlzeit verschlafen. Das Stillen war dann sehr angenehm. Dann konnte man liegen bleiben. Wie das mit zweien gleichzeitig gehen soll, ist mir ebenfalls schleierhaft?!? Was die Beziehung zu beiden angeht, hatte ich anfangs auch etwas Schwierigkeiten. Mein Mann und ich hatten das in seinem Erziehungsurlaub etwas aufgeteilt, so dass er sich mehr um den einen und ich mich mehr um den anderen gekümmert habe. Zwischendurch fühlte ich mich daher als Rabenmutter, weil ich den einen so "vernachlässigt" habe. Als mein Mann dann wieder arbeiten ging, musste ich mich erst einmal darauf einstellen, rund um die Uhr BEIDE zu versorgen. Die erste Woche war echt hart, weil wir sie ja im Grunde verwöhnt hatten, sie mussten jetzt erst einmal lernen, nicht immer alles sofort zu bekommen. Dabei habe ich besonders darauf geachtet, niemanden zu bevorzugen. Mittlerweile haben meine kleinen Wunder sich glücklicherweise so unterschiedlich entwickelt, dass ich automatisch auch völlig unterschiedlich auf sie eingehen kann und auch muss!!! Trotzdem bleibt für mich am Ende eines jeden Tages immer die Frage: Bin ich beiden gerecht geworden? Habe ich heute einen vorgezogen? Wenn ich dann das Gefühl habe, einen bevorzugt zu haben, versuche ich, es am nächsten Tag wieder wettzumachen. Ich finde, das ist ein ständiger Balanceakt.
    Sag mal, habe ich das eigentlich richtig verstanden: Du hast eine kleine Tochter, 2 kleine Babies und du arbeitest schon wieder??? Wahnsinn, wo nimmst du diese ganze Kraft her? Ich war in den ersten Wochen mit meinen beiden Kleinen und unserem Haushalt oft schon ein wenig überfordert und dann ziemlich am Ende, wenn mein Mann nach Hause kam... Wie machst du das alles??? :eek:

    Sonja

    1. Versuch IVI Valencia: positiv, Zwillinge geb. 07/2008

  • Gloria 64
    2-Zeller
    Beiträge
    34
    • 30. Januar 2009 um 11:08
    • #25

    Re: Gibt es hier noch eine Zwillingsmutter, die gestillt hat?

    [quote author=romy link=topic=5309.msg65956#msg65956 date=1233222848]

    Seit sie 4kg erreicht haben, habe ich sie auf 4-Std-Rhythmus eingestellt (halb acht, halb vier, halb zwölf) Das geht überraschend gut. Es ist meine einzige Chance, nach Plan zu stillen, denn ich habe ja noch die Große und den Betrieb; (vom Haushalt schweigen wir lieber.) Da muss das Ganze kalkulierbar bleiben. Aber ich habe auch nicht den Eindruck, dass die Kleinen darunter leiden. Hätte ich vielleicht bei meiner Tochter auch machen sollen! Die habe ich nämlich mit Mumi und Bedarfsstillung pummelig gefüttert, in der irrigen (wenn auch viel kolportierten) Annahme, gestillte Kinder könnten trinken, soviel sie wollten, und würden trotzdem nicht dick. (Und sie ist ein bisschen pummelig geblieben.)
    [/quote]


    romy,

    ich habe zwei Kinder durch EZS ; beide habe ich nach Bedarf, also natürlich gestillt. Der eine ist ein kräftiger, stämmiger Typ, der andere ein zartgliedriges Elfchen, obwohl beide auf die genau gleiche Art gefüttert und großgezogen wurden.

    Deine Annahme, deine Tochter wäre durch das Bedarfsstillen pummelig geworden, kann ich so nicht nachvollziehen.

    Deine Tochter ist wohl eher ein kräftiges Kind, weil es in ihren Genen vom Typ und Körperbau her so festgelegt ist.
    Auch für eine Klinik ist das schwer nachzuvollziehen, weil ja auch eine schlanke, attraktive Spenderin " heruntergehungert" sein kann, trotzdem aber das Moppel-Gen in sich trägt und es weitergibt.

    Auch wissenschaftlich gesehen ist deine These nicht stichhaltig. Untersuchungen ergaben, daß der Fettgehalt der Muttermilch bei Frauen, die sehr häufig stillen, deutlich absinkt. Wird weniger gestillt, verändert sich die Muttermilch in ihrer Zusammensetzung und der Nährstoffgehalt steigt wieder an.
    Es gibt Naturvölker wie die Frauen des !Kung-Stammes, die bis zu zwanzigmal in einer Stunde stillen, wo also das Neugeborene die Zeit praktisch an Mutters Busen verbringt; übergewichtige Stillkinder gibt es dort nicht.

    Fütterung und Stillen nach Bedarf ist einfach das Beste für das Baby und das, was seinen Überlebensinstinkt optimal befriedigt.

    Es ist auch sehr schwierig, einem vor Hunger und Verzweiflung brüllenden Säugling mit Blick zur Uhr klarzumachen, daß die magenfüllende Mahlzeit eben erst in einer Stunde verabreicht wird, eben nach Plan,
    waren doch Körper und Seele noch kurz zuvor auf komplikationslose Rund-um-die-Uhr-Versorgung programmiert.

    Eigentlich hätte ich gedacht, die für einen Säugling so quälende Nach-der-Uhr-Fütterung wäre zusammen mit den sterilen Hinterglas-Neugeborenenstationen der 60er Jahre in der Versenkung verschwunden.

    Ich verstehe einerseits gut, daß du dir "Landmarken" setzen mußt, um den Tagesverlauf irgendwo zu strukturieren, bei deinen Anforderungen. Diese Verfahrensweisen sind sicher von dir für praktisch und gut befunden worden, aber ich würde sie nicht zur Nachahmung empfehlen. Neugeborenen- und Säuglingsfüttern nach Plan und der Stoppuhr sind allenfalls für eine kurze Zeit eine Überlebens-Notlösung und sollten es auch bleiben.

    Deine Schilderungen haben so etwas Atemloses, Gehetztes an sich, Zeit und Zeitersparnis spielen wohl momentan eine große Rolle im Familienleben. Ich wünsche dir, daß du trotzdem ab und zu eine ruhige Stunde zum Genießen und Entspannen findest.


    Viele Grüße, Gloria

  • romy
    Blastozyste
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    995
    • 30. Januar 2009 um 14:05
    • #26

    Re: Gibt es hier noch eine Zwillingsmutter, die gestillt hat?

    Nee, Gloria, das ist nicht so. Ich habe ja jetzt beides ausprobiert, Bedarfsstillen und Planstillen. Und ich stelle fest, dass das Planstillen eher besser funktioniert für beide Seiten. Die Mahlzeiten und der Tag sind damit klarer und strukturierter, und die Kinder werden wirklich erst 5-1o Minuten vorher unruhig. Unruhig - und nicht wie wild schreiend oder was du dir da vorstellst. Und Stoppuhr ist auch Quatsch. Zwischen Stoppuhr und Ewig-mit-dem-Kind-rumtüdeln gibt es ja wohl auch noch was dazwischen.

    Gruß Romy

  • Ines + Chris
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    1.339
    • 30. Januar 2009 um 21:29
    • #27

    Re: Gibt es hier noch eine Zwillingsmutter, die gestillt hat?

    Hallo,

    wir haben zum Thema "Stillen" folgendes gefunden:

    Zitat

    Im Zeitalter von Fertiggerichten und künstlicher Säuglingsnahrung stehen Mütter vor der Wahl, zu stillen oder per Flasche zu füttern. Nach Meinung der Nationalen Stillkommission geben deutsche Frauen ihren Kindern zu selten die Brust. Dabei bietet das natürliche Füttern nicht nur dem Baby, sondern auch der Mutter viele Vorteile.

    In den meisten industrialisierten Ländern brach die Zahl stillender Mütter Mitte des letzten Jahrhunderts dramatisch ein. Marktforschungsdaten aus Deutschland zeigen ein historisches Tief um 1975, als mehr als die Hälfte der Frauen ihre Kinder bereits im Krankenhaus nicht mehr stillten. Mit den Entbindungen war auch das Stillen zur medizinischen Angelegenheit geworden, und Ärzte vertraten die Meinung, die Milch müsse aus hygienischen Gründen abgekocht sein. Darüber hinaus passten sechs feste Mahlzeiten am Tag weitaus besser in die Krankenhausorganisation als Stillen nach Bedarf.

    Drei-Gänge-Menü fürs Kind

    Füttern nach Zeitplan und Stoppuhr funktioniert bei einem gestillten Kind nämlich nicht. Stillende Mütter sollten wissen, dass sie ihrem Baby ein Drei-Gänge-Menü servieren. Zu Beginn jeder Mahlzeit enthält die Muttermilch sehr viel Flüssigkeit und dient als Durstlöscher, weshalb selbst in einem heißen Klima kein zusätzliches Wasser oder Tee nötig sind. Im Laufe einer Mahlzeit nimmt die Fettmenge der Milch dann stetig zu und gegen Ende wird mit dem Dessert die Sahne serviert: Von 1,5 g/dl steigt der Fettgehalt auf mehr als 6 g/dl an.

    Das Baby sollte daher bestimmen, wann und wie viel es trinkt. Bei dem häufig propagierten Füttern im Vier-Stunden-Abstand kann es zum Beispiel sein, dass das Kind schon satt ist, bevor die energiereiche Nahrung geflossen ist. Das Baby kann somit seinen hohen Energiebedarf nicht decken und ist schließlich unterernährt. Dieser Umstand rechtfertigte in der Vergangenheit vielfach die Umstellung auf Säuglingsanfangsnahrung.

    Schlaue Rezeptur

    Dabei ist vielen Frauen einfach nicht bewusst, was sie ihren Kleinen vorenthalten. Denn Muttermilch ist ein Nahrungsmittel, das speziell auf das jeweilige Kind zugeschnitten ist. So erhält der Säugling mit der Kolostrum genannten Anfangsmilch reichlich sekretorisches Immunglobulin A, voll funktionsfähige Leukozyten sowie Lysozym, Lactoferrin und Neuraminsäure zur Infektabwehr. Die natürliche Nahrung liefert zudem stets Antikörper gegen genau die Infekte, die gerade in der Familie grassieren, und auch um die richtige Temperatur der Milch braucht sich die Mutter nicht zu sorgen. Darüber hinaus passt sich die Nahrungszusammensetzung automatisch dem jeweiligen Entwicklungsstand des Säuglings an. So enthält Frauenmilch einen hohen Anteil an essenziellen Aminosäuren in dem Muster, wie es der wachsende Organismus braucht. Zudem ist die natürliche Milch besonders leicht verdaulich, sodass die Eiweißmenge in reifer Frauenmilch völlig für ein gesundes Wachstum ausreicht, auch wenn sie geringer ist als in der Fertignahrung.Im Vergleich zu anderer Milch findet sich besonders im Kolostrum ein hoher Anteil an sehr langkettigen, hoch ungesättigten Fettsäuren wie Arachidonsäure und Docohexaensäure (DHA). Diese dienen nicht allein als Energiereserve, sondern beeinflussen auch die Struktur und Funktion von Organen. So wird DHA in den ersten Lebenswochen in hohem Maße in das Gehirn und andere membranreiche Organe eingebaut. Experimente mit Mäusen konnten zeigen, dass die Fettsäure für den Stofftransport, für die Membranfluidität, aber auch für die Genexpression eine wichtige Funktion hat. DHA gehört daher zu den Stoffen, die möglicherweise für den um drei IQ-Punkte höheren Intelligenzquotienten von Stillkindern gegenüber nicht-gestillten Kindern mitverantwortlich sind. Außerdem gibt es Hinweise darauf, dass die Entwicklung der Sehschärfe und der Psychomotorik durch die Fettsäure positiv beeinflusst wird.

    Was Mütter bieten sollten

    Die natürliche Nahrung wird vor allem durch ihren hohen Gehalt an den essenziellen Fettsäuren Linolsäure und Linolensäure geprägt. Nur etwa 30 Prozent davon stammen unmittelbar aus der Kost der Mutter, 70 Prozent aus einem Depot, das sie in der Schwangerschaft angelegt hat. Im Verlauf der Stillperiode nimmt der Gehalt an gesättigten Fettsäuren zu, wobei der Prozentsatz an Gesamtfettsäuren jedoch gleich bleibt.

    Auch für viele andere Nährstoffe legen Schwangere ein Depot an, das die Ernährung des Babys weitgehend unabhängig von der der Mutter macht. Ausnahmen sind jedoch DHA, Jod, Selen, Fluorid, Mangan und die Vitamine A, B2, B6, B12 und Pantothensäure. Sie müssen mit der täglichen Nahrung aufgenommen werden. Professor Dr. Berthold Koletzko vom Hanauerschen Kinderhospital der Universität München empfiehlt stillenden Frauen daher zum Beispiel, regelmäßig langkettige Omega-3-Fette mit der Nahrung zu sich zu nehmen, etwa durch Fisch oder Lebertran.

    Verzichten Frauen auf alle Lebensmittel tierischer Herkunft, können sie ihren gestillten Kindern weder ausreichend DHA noch Vitamin B12 geben, wobei der Vitaminmangel zu schweren, bleibenden neurologischen Schäden führen kann. Während Stillberaterinnen häufig fermentiertes Sauerkraut empfehlen (das einzige Gemüse, dass Vitamin B12 enthält), raten Mediziner zur kurzfristigen Abkehr von der veganen Ernährung. Bei normal ernährten Frauen sind in der Regel nur die Vitamine D und K nicht in ausreichender Menge in der Muttermilch enthalten.

    Kein Grund für die Flasche

    Die viel diskutierten Schadstoffe in der Muttermilch stellen heute keinen Grund mehr dar, auf das natürliche Nahrungsmittel zu verzichten. Ebenso sind ein Diabetes mellitus der Mutter, Morbus Crohn, Multiple Sklerose, cystische Fibrose, wunde Brustwarzen, Flach- und Hohlwarzen sowie eine Brustoperation keine Kontraindikationen für das Stillen, sagte Professor Dr. Michael Lentze von der Universitätskinderklinik in Bonn auf einem internationalen Symposium der Nationalen Stillkommission in Berlin. Auch ein Neugeborenenikterus (Gelbsucht) sollte die Mutter nicht davon abhalten zu stillen.

    Normalgeborene Babys brauchen auch eine Zytomegalie mit ihrem sepsisähnlichen Krankheitsbild nicht zu fürchten. Zwar kann der Erreger aus der Familie der Herpesviren mit der Muttermilch weitergegeben werden, ebenfalls enthaltene antivirale Stoffe schützen die Kleinen jedoch vor einer Infektion. Nur bei Kindern, die vor der 33 Schwangerschaftswoche zur Welt kommen und weniger als 1500 g wiegen, rät Dr. Walter Haas vom Berliner Robert Koch Institut dazu, die Milch infizierter Mütter zu pasteurisieren. Dies sollte über das heute übliche Maß hinaus geschehen, da das Virus sehr widerstandsfähig ist. Selbst das Einfrieren unter minus 20°C übersteht der Erreger.

    Auch sehr unreif geborene Frühchen profitieren von der Muttermilch. Die Gabe abgepumpter Milch kann insbesondere die Gefahr intestinaler Infektionen mindern. Allerdings wird in Kliniken wie der Charité diese natürliche Sonden-Nahrung mit Eiweiß, Calcium und Phosphat angereichert, um den hohen Bedarf des schnell wachsenden Frühgeborenen zu decken.

    Stillen verboten

    Eine absolute Kontraindikation für das Stillen ist eine aktive, unbehandelte Tuberkulose der Mutter. Nach 14 Tagen medikamentöser Behandlung ist jedoch die Infektionsgefahr zumeist vorüber und einer Brustfütterung steht nichts mehr im Wege. Dagegen sollten HIV-infizierte Frauen ganz auf das Stillen verzichten, wenn sie in einem entwickelten Land mit guter medizinischer Versorgung leben. In Ländern der dritten Welt dagegen schützt oft nur die Muttermilch vor weiteren Infektionen und Krankheiten. Ohne Muttermilch sterben die Babys dann, lange bevor eine mögliche HIV-Infektion ausbrechen kann.

    Nicht stillen sollten zudem Mütter mit Mammakarzinom sowie Frauen, die eine Chemotherapie erhalten. Dies gilt vor allem bei einer Radio-Jod-Therapie. Des Weiteren kann ein Milchstau, ein Verschluss des Milchganges, eine Milchzyste in der Brustdrüse (Galaktozele) oder eine Entzündung der Brust (Mastitis) sowohl ein Risiko für die Mutter als auch für das Kind darstellen. Hier sollte das Stillen von Fall zu Fall abgewogen werden.

    Aus Sicht des Kindes gibt es daneben nur einige Stoffwechselerkrankungen, die das Stillen nicht erlauben. Dazu gehören die Galaktosämie, die Glucose-Galaktose-Malabsorption und die Tyrosinose, eine Anomalie im Tyrosinabbau.

    Alles anzeigen

    Stillen schützt wohl die Kinder vor Übergewicht, zumindest findet man dies in vielen Studien, Webseiten zum Thema Stillen. Wir haben nirgends gefunden, dass Stillen an sich zu Übergewicht führen kann.

    Ines & Chris

  • glueck07
    Morula
    Beiträge
    570
    • 30. Januar 2009 um 23:02
    • #28

    Re: Gibt es hier noch eine Zwillingsmutter, die gestillt hat?

    Liebe Romy, liebe Gloria und liebe Ines und lieber chris,
    Ich kann Euch alle verstehen. Ich stille meine Tochter, die 11 Monate alt ist, bis jetzt. Der Beginn unserer Stillkarriere war bis zur 7. Woche steinig und schmerzhaft, jetzt ist es Luxus für uns Beide. Für meine Tochter ist es wohl wie das Schlecken von Sahne, für mich Ausruhen. Mein Baby isst schon richtige Mahlzeiten, aber auf die Brust freut sie sich sehr. Sie jauchzt vor Freude, wenn die Brust sichtbar wird. Ende diesen Monats wird die schöne Zeit zu Ende gehen. Die schwersten Zeiten waren der 4. und 6. Monat, da habe ich so viel Milch produziert, dass mir die Milch schon raus getropft ist. Ich war glücklich, dass alles so schön lief, aber war auch ständig unter Druck, dass ich nach 16 Uhr keinen Kaffee/Kakao mehr trinke, kein VK-Brot , keine Zitrusfrüchte und niemals Kohl esse. Die Gelenke schmerzten und nur die Zugabe von Ca und Ma machten mir das " In -die Gänge-kommen" machbar. Will sagen, ich verstehe Frauen, die nicht stillen wollen, denn es ist eine ganz schöne Plackerei, bei Zwillis noch mehr !
    Ich habe nach Bedarf gestillt, das waren alle 3-4 h, auch nachts. Fakt ist, dass die Flaschennahrung länger anhält und Frau zu einer Anzahl Stunden Schlaf kommt, die bei Stillkindern nicht drin ist. Sei es wie es sein, Hut ab vor Romy, die sich Gedanken macht, wie man einen goldenen Mittelweg findet. Ich finde das Zufüttern mit der Flasche gut, sind schöne Tips, die Romy weiter gibt.
    Fakt ist: Stillkinder sehen irgendwie fit aus, sind wohl proportioniert und haben einen sehr guten Allergieschutz. Wenn Frau aber nicht stillen will oder kann, dann akzeptiere ich das auch, denn wie gesagt, es ist nicht ohne Schmerzen und nur mit viel Mühe und Ausdauer zu bewerkstelligen (m.M). Wenn ich noch einmal das Glück habe ein Kind zu bekommen, dann würde ich bis zum 4. Monat voll stillen. Ich hatte bis zum 7. Monat voll gestillt, das hat mir körperlich schwer zu schaffen gemacht.
    HG Eure Bourgon

    Mut steht am Anfang des Handelns, Glück am Ende.
    Demokrit, griech. Philosoph

  • coral
    Morula
    Beiträge
    207
    • 31. Januar 2009 um 11:14
    • #29

    Re: Gibt es hier noch eine Zwillingsmutter, die gestillt hat?

    Hallo,

    also ich kann nicht bestätigen, dass Flaschennahrung länger sättigt, zumindest nicht, wenn man die empfohlene PRE-Nahrung gibt. Ich musste zufüttern, weil die Milch nicht reichte - und ich war die ersten Monate nachts alle 2 bis 3 Stunden auf den Beinen, eben bei Bedarf. Zubereitete Fläschchen mit Fertigmilch sind darüber hinaus nur max. 2 Stunden verwendbar. Danach muss die Milch ggf. weggeschüttet werden. Dass ich mein Baby bereits im Alter von wenigen Wochen nachts in seiner nassen Windel gelassen hätte, wäre für mich ebenso undenkbar gewesen, wie abgestandene kalte Milch zu geben.
    Nebenbei - mein Kleiner hat kein Gramm zuviel, obwohl ich ihm zu trinken gab, wann immer er wollte.

    Gruß
    Coral

    5 neg. ICSI u. 2 neg. Kryo
    EZS im Institut Marques (IM): positiv:
    ein supersüßes kerngesundes Baby :)

  • Gloria 64
    2-Zeller
    Beiträge
    34
    • 31. Januar 2009 um 11:59
    • #30

    Re: Gibt es hier noch eine Zwillingsmutter, die gestillt hat?

    Liebe Glück,

    da freue ich mich aber, noch eine Langzeitstillmama zu treffen :) . Ich habe meine beiden jeden bis zum ca. zweiten Geburtstag gestillt, nicht im Voraus geplant, es ergab sich so , es waren bis zum Ende Momente voller Innigkeit, wie du es so schön beschrieben hast.

    Als Plackerei hab ich das Stillen eigentlich nie empfunden, eher als sehr einfach und sorglos. Nie ein Problem mit der Verfügbarkeit von heißem Wasser, der richtigen Temperatur; das Fläschchengeben erschien mir da weitaus komplizierter........

    Übrigens lese ich immer mit viel Vergnügen deine Beiträge, ich finde, das "Glück" blinzelt ständig zwischen deinen Zeilen hervor :-).


    Ines und Chris, danke für euren interessanten Beitrag :top:


    Liebe Coral,

    ich dachte beim Darüberlesen zuerst, es handele sich um abgepumpte Muttermilch, die ja durch die in ihr enthaltenen Abwehrstoffe eine längere Haltbarkeit hat, bei Zimmertemperatur ca. 4 - 6 Stunden.

    Auf die Idee, abgestandene Flaschennahrung zu verfüttern, wäre ich erst gar nicht gekommen. Da sind durch die, auch ohne erneutes Aufwärmen, schnell entstehenden Keime Darmstörungen ja vorprogrammiert - sagen übrigens auch alle Hersteller von Flaschennahrung.

    Nestle, Beba, etc :
    Kann ich Säuglingsnahrung im Voraus zubereiten oder wieder aufwärmen?

    Ganz klar: Nein! Egal ob Milch oder Brei - zwischen Zubereitung und Füttern der Säuglingsnahrung sollte höchstens eine Stunde liegen. Reste dürfen keinesfalls wieder aufgewärmt werden. Studien haben erwiesen, dass sich enthaltene Keime, auch durch Aufwärmen stark vermehren und zu Magen- und Darmerkrankungen führen können. Übrigens: Auch im Kühlschrank hält sich einmal zubereitete Säuglingsnahrung nicht länger. Deshalb sollte das, was übrig bleibt, weggeschüttet werden. Ein Tipp für nachts und unterwegs: das Pulver fürs Fläschchen bereits vorher abmessen und abgekochtes Wasser in einer Thermosflasche bereitstellen (Wasser mindestens alle 8 Stunden erneuern!). Bereiten Sie die Flasche erst dann zu, wenn Ihr Baby auch Hunger hat

    Vielleicht also doch nicht alle "Tips" vorbehaltlos übernehmen.


    Liebe Grüße, Gloria

  • Duplicate3
    Morula
    Beiträge
    316
    • 31. Januar 2009 um 17:14
    • #31

    Re: Gibt es hier noch eine Zwillingsmutter, die gestillt hat?

    Als erstes: Danke an Ines und Chris für den Beitrag. Der sollte so manche Irrtümer aus dem Weg schaffen.

    @ Glroia ein Hallo von einer auch nicht so geplanten Langzeitstillmima. Meine Twins haben sich mit 22/23 Monaten selbst abgestillt und mir damit eines der größten Geschenke gemacht, denn ich wollte eine wunderschöne Stillbeziehung einfach nicht so beenden.

    Ich empfand Stillen auch nicht als Packerei auch nicht die Zeit der Wachstumsschübe (wo ich manchmal wirklich nachts im ein Stundentakt gestillt habe.) Ich habe anfangs sogar nach dem Stillen gepumpt und mittels fingerfeeding dann MuMi zugefüttert damit ich genug Milch habe. Unser "Stillrythmus" war alle 4 Stunden ab Beginn der letzten Mahlzeit zumindest die ersten Tage im KH und zuhause. (wobei ein Durchgang immer 1,5 bis 2 Stunden gedauert hat denn ich mußte dazwiaschen wickeln damit sie wieder aufwachen) mit dem 1. Wachstumsschub mit ca. 5,5 Wochen wars mit Rythmus vorbei ich habe es nie geschafft einen weinenden Säugling noch warten zu lassen.

    Davon abgesehen ist Stillen MEHR als nur Nahrungsaufnahme. Durchs Tantdemstillen fand ich bekommen die kids nicht so "großflächigen" Körperkontakt wie wenn man einzeln stillt.

    Dieser Kontakt ist aber für kids so wichtig.

    Meine konnten bis sie ca. 10 Moante waren gar nicht aus der Flasche trinken wir haben es 2-3 mal versucht (ich wollte abpumpen und Mumi mal per Flasche geben können um einmal zum Arzt zu gehen und die kids nicht mitnehmen zu müssen) und meine 2 durften wann sie wollten soviel sie wollten und sind nicht pummelig.

    @ Romy ich kann nur sagen, dass nicht mal 2 Monate alte twins einfach noch nicht in der Lage sind einen "strukturierten" Alltag zu verarbeiten. Sie können ja nicht mal Tag und nacht unterscheiden. Man hat aus der "alten Schule" der 60iger gelernt dass das nicht allzu gut für Kinder ist. Frühestens mit 6 Monaten sollte man einen solchen Versuch starten.

    Stillen ist neben Nahrungsaufnahme Wärme, Geborgenheit, Körperkontakt usw..........und das in eine "Struktur" zu bringen ist meiner Meinung nach etwas hart für Säugline.

    Nochwas zu Zwillingen: Ja es ist sehr viel anstrengender als mit einem Kind ich habe mir manchmal auch gedacht mei mit einem Kind dann baden, stillen und gemeinsam einschlafen das wäre schön. Und ich kann das von Romy erwähnte "Versorgenmüssengefühl" aus eigener Erfahrung nachfühlen, machmal glaubt man dass man es nicht schaffen kann. Nur finde ich es nicht o.k., dass Zwillinge dadurch benachteiligt sein sollten...........Auch ich genieße es heute oft wenn einer morgens noch schläft der 2 schon auf ist und wir kuscheln oder heute als ich nur mit meiner Tochter Schuhe für sie schoppen war und die "Männer" zuahuse werkten aber das istr was anderes.

    Last but not least möchte ich sagen dass in Ö der absolute Beschäftigungsschutz bei Mehrlingen 12 Wochen beträgt, das wird sicher seinen Grund haben, eben weil man mit mehr Säuglingem eben mehr Aufwand hat.

    Elißabeth

  • Ellis
    Morula
    Beiträge
    345
    • 1. Februar 2009 um 01:44
    • #32

    Re: Gibt es hier noch eine Zwillingsmutter, die gestillt hat?

    Liebe Elisabeth!

    Ich weiß nicht ob es mir zusteht mich zu diesem Thema zu äußeren; schließlich habe ich weder Zwillinge noch meinen Sohn gestillt. Ich verstehe deine Postings sehr gut- gerade deine Aussage dass das Stillen soviel mehr als Nahraungsaufnahme an sich ist. Auch ich habe meinen Sohn nicht in einen (Flaschen-)Rythmus gedrängt; aber nur weil ich es mir leisten konnte. Schließlich hatte ich nur dieses eine Kind nach welchem ich mich richten musste. Mir saß kein Zwilling und auch kein Geschwisterkind im Nacken, ebsowenig ein Job, der erledigt werden musste. Bei Romy sieht die Sache ganz anders aus. Sie hat die beiden Krümel und die "Große", die gerade in der ersten Zeit besonders viel Aufmerksamkeit braucht um Eifersuchtsattacken gegen die beiden Zwerge (welche sehr heftig ausfallen können) schon im Keim zu ersticken. Und der Job erledigt sich (leider) auch nicht von alleine, Beschäftigungsschutz hin oder her.
    Du betonst immer "die alte Schule der 60er Jahre". Das kann ich so nicht unterschreiben. Mein Sohn ist 2000 geboren und wurde im Kinderkrankenhaus alle 4 Stunden aus dem Schlaf gerissen um seine Flasche zu bekommen. Geschadet hat es ihm nicht. Im Gegenteil, auch wenn ich ihn nach der Entlassung nicht in einen festen Rythmus gedrängt habe so hat er sich doch ziemlich regelmäßig alle 4 Stunden seine Flasche verlangt. Und auch das Neugeborene nicht in der Lage sind die Strukturen von Tag und Nacht zu unterschieden zweilfle ich an. Ich habe es so gehandhabt dass ich das füttern tagsüber lebhaft gestaltet habe; durch reden mit dem Kleinen, Hintergrundgeräusche zulassen und- ganz wichtig- bei Licht. Nachts habe ich im halbdunkel gefüttert, Hintergrundgeräusche vermieden und auch nicht mit dem Kleinen gesprochen. Mit 7 Wochen hat er dann durchgeschlafen; war ihm wohl zu langweilig nachts zu essen.
    Natürlich sind deine Ausführungen wohl die idealen- aber in der Praxis nicht in jedem Leben zu integrieren.

    Ellis

    [Blockierte Grafik: http://by.lilypie.com/NhOHp1/.png]

  • Wunschkind
    Morula
    Beiträge
    223
    • 1. Februar 2009 um 21:37
    • #33

    Re: Gibt es hier noch eine Zwillingsmutter, die gestillt hat?

    Hallo,
    ich muß Ellis zustimmen. und noch ergänzend: Romy hat geschrieben sie ist selbstständig. Da gibt es keinen Mutterschutz, Erziehungszeit oder sonst irgendeine Hilfe. Die Kosten laufen weiter und wenn nichts reinkommt...ganz schlecht. Keiner bezahlt Sozialversicherung (noch nicht mal die Krankenversicherung, auch nciht zu 50 %), die krankentagegeldversicherung zahlt nicht bei Schwangerschaft und daraus folgender ERkrankung!!!
    Es ist also ein gewisser Luxus nur für ein Kind da sein zu können, nämlich wenn man es sich leisten kann; zumindest eine gewisse Grundsicherung hat.
    ich schreibe das aus eigener leidvoller Erfahrung als mutter von Zwillingen und einem 2jahre älteren kind, selbstständig und zwar verheiratet (aber nicht reich - finanziell betrachtet), nicht reich geboren und trotzdem liebende Mutter. Auch ich habe die Zwillis (Frühgeburt, wochenlang Intensivstation mit 4stundenrhythmus), selbst wochenlang nach Geburt krank und nicht in der Lage meine Kinder zu versorgen, im 4 Stunden Rhythmus gestillt und auch mit Industriemilch gefüttert. Und noch gearbeitet und noch ein älteres - in der Situation besonders bedürftiges Kind versorgt- , Anders wäre es nicht gegangen.
    Das heißt ja nicht dass: die Babies nichts zu essen bekamen weil keine 4 Stunden rum waren und sie vor Hunger geschrieen haben, das sie nicht liebevoll gestillt oder mit der Flasche gefüttert wurden, dass sie in entwicklungsphasen nicht nach bedarf gestillt wurden etc.
    ich habe es erlebt dass sie dadurch auch sicherheit bekamen und regelmäßigkeit und ich behaupte es hat ihnen gut getan. sie sind gut gebunden, sie sind fröhlich, liebevoll, lieben kuscheln, spielen auch gerne alleine oder ohne eltern oder großes geschwister. sie wirken absolut nicht wie vernachlässigte, zwanghaft nach der Uhr gefütterte Kinder.

    Bevor hier forumsteilnehmer - wie ich finde verletzende - Beiträge schreiben sollten sie mal überleben ob sie sich wirklich anmaßen können über andere zu urteilen die sie weder persönlich kennen noch deren situation - so vermute ich mal - einschätzen können.

    der Beitrag von Elisabeth ging zwar nicht an mich, trotzdem hat es mich betroffen gemacht und auch geärgert was sie über romy schreibt. dies ist sicher auch eine sehr persönliche meinung aber mir scheint, soweit ich diesen thread gelesen habe, meine situation ähnlich der romys zu sein.

    mein appell an alle forumsteilnehmer/innen: geht doch vorsichtig miteinander um. hier sind doch alle "betroffen" und alle versuchen ihre situation zu meistern so gut sie können. Kritisiert/verurteilt doch nicht jemanden wenn ihr nicht wirklich die situation vor ort kennt und viele gespräche mit den betroffenen geführt habt. und selbst dann könntet ihr doch andere lebenssituationen respektieren.

    Ich jedenfalls wünsche mir glückliche Kinder, selbst Freude mit ihnen und meiner familie, und allen ein gesundes und erfülltes Leben. und ich gehe davon aus die allerallermeisten in diesem forum tun dies auch.
    so, genug davon.
    jetzt bin ich das losgeworden, vermutlich werde ich es die nächsten tage wieder löschen aber ich mußte das einfach mal schreiben.
    gute nach
    WK

  • svenny1978
    Blastozyste
    Beiträge
    1.958
    • 2. Februar 2009 um 10:20
    • #34

    Re: Gibt es hier noch eine Zwillingsmutter, die gestillt hat?

    hallo,

    ich würde gerne eine Frage an alle stillenden Mamis stellen. Mein Schatz ist 3 Wochen alt. Kam knapp 5 Wochen zu früh. Ich stille voll, dann wenn gewollt wird. Schatzi kommt so alle 3-4 Std nachts, tagsüber so alle 4-5 Std. Nun hat der kle3ine Wurm seit 2 Tagen nach und beim trinken Bauchschmerzen, bekomme das mit der Bauchmassage nicht immer weg. Kann schlecht Pupis machen und das Bäucherchen will auch nicht immer so richtig.
    Ich esse wirklich nur Sachen , die bei keine Blähungen verursachen. Habe gelesen, das es sein kann, das das Kind auf Kuhmilch reagiert, die die Mutter getrunken hat.
    Was könnte ich geben gegen die Schmerzen, denn ich kann das nicht mehr mit ansehen, wie der kleine kacker sich vor Schmerzen windet.
    Wäre für jeden Rat dankbar.

    LG wintertraum

    positiv RF 2008
    Mama eines wundervollen Kindes
    April 2012 RF TF

  • Gloria 64
    2-Zeller
    Beiträge
    34
    • 2. Februar 2009 um 11:20
    • #35

    Re: Gibt es hier noch eine Zwillingsmutter, die gestillt hat?

    [quote author=Ellis link=topic=5309.msg66095#msg66095 date=1233449096]
    Du betonst immer "die alte Schule der 60er Jahre". Das kann ich so nicht unterschreiben. Mein Sohn ist 2000 geboren und wurde im Kinderkrankenhaus alle 4 Stunden aus dem Schlaf gerissen um seine Flasche zu bekommen. Geschadet hat es ihm nicht. [/quote]

    Liebe Ellis,

    bei deiner Beschreibung habe ich mich ganz stark an die Erzählungen meiner Mutter erinnert, die das wirklich in den 60er Jahren so erlebt hat. Das es so ein Krankenhaus heute noch gibt, hätte ich nicht für möglich gehalten.
    Sogar hier in unserem Provinz-EntbindungsKH gab es ganz selbstverständlich "sanfte" Geburt, Rooming-In, kompetente Stillberatung und das Wissen um die Bedürfnisse eines Babys nach Körperkontakt, Nähe und Wärme.
    Ich hatte gottseidank beide Male eine normale Geburt - mußte die Kleinen nicht abgeben - und habe mich unmittelbar nachher immer selber um die Babys kümmern können und sie nicht mehr von meiner Seite gelassen.
    Aber du schreibst " Kinderkrankenhaus" , gab es bei euch Schwierigkeiten ?


    Übrigens bezog sich das mit dem 4-Stunden Rhythmus nicht auf Flaschennahrung, bei der immer gleichen Zusammensetzung spielt das wohl keine Rolle.

    Stillen nach festem Zeitplan ist, wie das ja auch in Ines und Chris zitiertem Artikel sehr gut beschrieben wird, absolut kontraproduktiv, sowohl was die Zusammensetzung der Muttermilch, die aufgenommene Menge und den Sättigungsgrad beim Baby betrifft. Wer gerne stillt und das auch längere Zeit tun möchte, dem ist davon wirklich abzuraten.


    Grüße, Gloria

  • Gloria 64
    2-Zeller
    Beiträge
    34
    • 2. Februar 2009 um 11:28
    • #36

    Re: Gibt es hier noch eine Zwillingsmutter, die gestillt hat?

    Liebe Wintertraum,

    das ist wirklich nicht leicht für euch zwei. Da möchte man natürlich alles tun, um dem kleinen Spatz zu helfen..

    Bei mir persönlich hat geholfen, einmal daß ich selber Tee mit Anis und Kümmel getrunken habe, gibt´s auch fertig als Stilltee,

    dann habe ich viel mit der "Windsalbe" massiert und sehr viel im Tragetuch getragen,

    auch der "Fliegergriff" ( wurde mir gleich von meiner Hebamme empfohlen ) bringt den Kindern Erleichterung.


    Chemische Mittel und Medikamente habe ich nicht angewendet, da können dir andere Mamis bestimmt mehr dazu sagen.


    Alles Gute für euch zwei ! Der Spuk ist übrigens fast immer nach drei Monaten ausgestanden.

  • Ellis
    Morula
    Beiträge
    345
    • 2. Februar 2009 um 22:32
    • #37

    Re: Gibt es hier noch eine Zwillingsmutter, die gestillt hat?

    Gloria, hab dir ne PN geschrieben.

    Ellis

    [Blockierte Grafik: http://by.lilypie.com/NhOHp1/.png]

  • Gloria 64
    2-Zeller
    Beiträge
    34
    • 2. Februar 2009 um 23:39
    • #38

    Re: Gibt es hier noch eine Zwillingsmutter, die gestillt hat?


    Danke :)

  • svenny1978
    Blastozyste
    Beiträge
    1.958
    • 3. Februar 2009 um 08:46
    • #39

    Re: Gibt es hier noch eine Zwillingsmutter, die gestillt hat?

    Hallo Gloria,

    vielen Dank für deine Antwort, diese Nacht war schon was ruhiger, habe den Fliegergriff gemacht und habe ihm die ganze Zeit den Bauch massiert, sowie beim Windeln wechseln die Beine gestreckt und wieder an den Bauch gedrückt, hat sehr gut geholfen, da kamen ein paar Pupis :D Habe auch gestern den ganzen Abend dann den Fencheltee getrunken, vielleicht hat das auch was geholfen.

    LG Wintertraum

    positiv RF 2008
    Mama eines wundervollen Kindes
    April 2012 RF TF

  • Duplicate3
    Morula
    Beiträge
    316
    • 3. Februar 2009 um 09:15
    • #40

    Re: Gibt es hier noch eine Zwillingsmutter, die gestillt hat?

    @ Wintertraum Ich habe meine 2 außerdem nach ca. 5 Minuten trinken ein Bäuerchen machen lassen, weil manchmal waren sie so gierig dass ich das Gefühl hatte sie schlucken recht viel Luft.

    glg
    Elißabeth (ansonsten schließe ich mich den Tips von Gloria an)

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