Liebe Experten,
ich hätte gern Ihre Meinung als Zweitmeinung zu meinem Fall.
Ich hatte 2020 eine erfolgreiche Schwangerschaft nach dem ersten Kryotransfer mit Eizellspende (4BB Blasto) und danach 2023-2025 vier Kryotransfers mit 3BB, 4BB, 4BB, 4BB Blastos nach Eizellspende in Dänemark, die alle ohne Einnistung geblieben sind. Jetzt wollen wir noch einen letzten Versuch wagen, haben die Klinik gewechselt und ein Garantieprogramm mit zwei Blastos gewählt. Wenn diese Versuche nicht klappen, ist für uns Schluss. Meine Frage ist jetzt, was Sinn macht noch zu untersuchen.
Es wurde 2025 eine Endometriumbiopsie auf Plasma- und Killerzellen durchgeführt: Killerzellen oberer Normalbereich (298), Plasmazellen leicht erhöht (6 Zellen/mm^2). 14 Tage Doxycyclin, erneute Biopsie mit Bakterienkultur, Plasmazellen immernoch leicht erhöht (10 Zellen/mm^2). Angepasstes Antibiotikum Cefpodoxim für 7 Tage, erneute Biopsie mit Bakterienkultur, Plasmazellen immernoch leicht erhöht (6 Zellen/mm^2), aber keine Bakterien außer Laktobazillen mehr nachweisbar. Trotzdem auf Empfehlung des Arztes nochmal Antibiotikum (Amoxicillin/Clavulan 7 Tage und Metronidazol 5 Tage). Eine weitere Kontrollbiopsie steht noch aus, aber ich möchte eigentlich nicht noch einmal Antibiotika nehmen. Nach jeder Antibiotikatherapie habe ich Probiotika oral und vaginal genommen, um die Darm- und Vaginalflora wieder aufzubauen.
Geplant ist eine Hysteroskopie, evtl. zusammen mit erneuter Endometriumbiopsie auf Plasmazellen, um Gewissheit zu haben was die Plasmazellen angeht. Halten Sie die Hysteroskopie für sinnvoll? Würden Sie auch eine weitere Plasmazellenbiopsie empfehlen? Würden Sie eine vierte Antibiotikatherapie empfehlen? Oder hätte das Plasmazellenergebnis nur noch informativen Wert und keine therapeutische Konsequenz mehr?
Außerdem wurde mir eine Gerinnungsdiagnostik empfohlen (Antithrombin-III Aktivität, APC-Resistenz ggf. Faktor V-Leiden Mutation, Faktor II-Gen-Mutation, Protein C Aktivität, Protein S-Aktivität, Lupus Antikoagulans, b-2-Glykoprotein-AK, MTHFR Mutation, PAI 1-Polymorphismus, Anti cardiolipin-AK). Davon habe ich bereits die Parameter Protein C Aktivität, Protein S-Aktivität, Lupus Antikoagulans, b-2-Glykoprotein-AK und Anti cardiolipin-AK bestimmen lassen, alle Werte waren im Normalbereich. Bei den weiteren Parametern handelt es sich um genetische Analysen, die weder mein Hausarzt noch mein Frauenarzt auf Krankenkassenkosten untersuchen lassen will, ich müsste sie also selbst bezahlen, was vsl. mind. 500 Euro kosten würde. Daher meine Frage: ist es wirklich sinnvoll, diese Parameter zu untersuchen, wenn alle "Basisparameter" normal waren, ich schon eine erfolgreiche Schwangerschaft hatte und es auch in meiner Familie keine bekannten Fälle von Gerinnungsstörungen gibt?
Ich hatte in der Frühschwangerschaft in Woche 5-6 Blutungen, die aber zum Glück wieder aufgehört haben und ohne Folgen geblieben sind. Wäre dann eine prophylaktische Gabe von Heparin oder ASS beim Transfer und in der Frühschwangerschaft kontraindiziert?
Weiterhin geplant sind eine DNA-Fragmentierungsanalyse der Spermien und eine erweiterte Spermienselektion, da mein Mann zuletzt aufgrund von Medikamenteneinnahme (SSRI) ein schlechteres Spermiogramm hatte. Das Medikament hat mein Mann aber vor 4 Monaten abgesetzt und nimmt seitdem "Pimp my sperm"-Nahrungsergänzungsmittel.
Meine letzte Frage bezieht sich auf die PGT-A: Ich weiß, dass Sie in Spanien häufig sehr früh zur PGT-A raten, und sicherlich wäre es sinnvoll gewesen, bereits vor zwei Jahren eine PGT-A durchzuführen, um die Anzahl der Versuche bis zum Erfolg zu verringern. Nun ist dies aber definitiv unser letzter Versuch, aus finanziellen und persönlichen Gründen. Da würde eine PGT-A vermutlich nicht mehr helfen, oder? Wenn eine der zwei letzten Blastos gesund ist, wird es vielleicht klappen, wenn sie nicht gesund sind, haben wir viel Geld ausgegeben und trotzdem kein Baby. Was meinen Sie dazu?
Vielen Dank für Ihre fundierte Meinung.