Letztendlich muss diese Entscheidung selber treffen.
Wir haben für uns die Entscheidung getroffen, dass wir offen mit der EZS umgehen möchten. Ich denke, das ein Geheimnis immer unterschwellig eine befangene Stimmung mit sich bringt. Kinder spüren so etwas oft sehr schnell. Zudem hätte ich Sorge, dass es doch rauskommt... und das passiert ja meistens.
Ich hab mich gefragt, wie ich mich dann fühlen würde. Das wäre ein solcher Vertrauensbruch für mich. Ich könnte damit nur schwer umgehen.
Auch ich bin in einer schwierigen Familiendynamik aufgewachsen: viele Geheimnisse und/oder Lügen. Das war sehr belastend und hat auch starke Spuren hinterlassen.
Ich denke, dass Kinder gut damit umgehen können, wenn man ehrlich mit ihnen spricht (natürlich altersgerecht) und die Kinder merken: die Eltern sind damit absolut ok. Ich werde mir sicher kein Schild um den Hals hängen oder jedem ungefragt davon erzählen. Aber den Bezugspersonen werden oder haben wir bereits davon erzählt. So haben die betr. Personen die Chance sich damit auseinander zu setzen und ggf. Fragen zu stellen. Wenn ich an mich denke, musste ich mich auch erst mit der Idee auseinandersetzen. Ich brauchte Zeit die Idee reifen zu lassen und 100%tig ja zu sagen. Das muss man anderen auch zugestehen. Menschen die sich nicht mit uns freuen und/oder damit ein Problem haben und sofort negativ urteilen, werden keine große Rolle in unserem Leben spielen. Denn die Leute, die uns kennen und schätzen, gönnen uns das Glück ein Kind zu haben - egal wie es entstanden ist. Das Kind wird dann von den wichtigen Personen eher keine negativen oder überraschten Reaktionen bekommen.
Bisher haben wir nur aber wirklich nur positive Reaktionen erhalten.
Ich kann nur die Bücher "Offen Gesprochen Band 1 und 5 empfehlen". Sie sind zwar bezogen auf Kinder aus Samenspende, können aber auch von Eltern von Kindern aus EZS benutzt werden. Mir haben sie sehr geholfen einen Weg für uns zu finden und die Entscheidung für die EZS zu treffen.
Die Bücher bekommt man bei Verlag FamART (http://www.famart.de).
Dort kann man sich auch kostenlos die Infobroschüre "Info-Brief heterosexuelle Eltern nach Eizellspende" herunterladen. Das ist Infomaterial in Form eines Briefes gerichtet an Erzieher*innen, Lehrer*innen usw.
Der Verlag bietet auch Kinderbücher zur Aufklärung und andere interessante Bücher an.
Hinter FamART steht Frau Petra Thorn. Sie ist Familientherapeutin und Sozialarbeiterin und ist schon sehr lange im Bereich der psychosoziale Kinderwunschberatung tätig.
Vielleicht ist das ja für den ein oder anderen eine gute Unterstützung. ![]()