Ich finde das Thema schwierig und denke viel darüber nach. Ich glaube nicht, dass ich Probleme habe das Kind zu lieben und zu akzeptieren. Wir haben auch über Adoption nachgedacht und da wäre ja ein 100% fremder Mensch zu uns gekommen. Im Fall der EZS sind immerhin 50% von uns dabei. Aber ich habe Angst vor der Aussage "ich bin doch nur Plan B", weil in gewisser Weise stimmt das ja. Wenn es mit den eigenen Eizellen geklappt hätte, dann würde man ja den steinigen Weg der EZS nicht auf sich nehmen. Oder ich habe Angst davor, dass das Kind selbst sich bei anderen Kindern als Aussenseiter empfindet, weil ich ja eben nicht die biologische Mutter wäre. Ich finde es ungerecht, wie die Gesellschaft oft über das Thema urteilt und man sich gefühlt rechtfertigen muss, dass man EZS überhaupt in Betracht zieht. Ich finde es traurig, wie die Kirche zu dem Thema steht. Ich habe Angst, dass die EZS bei mir auch nicht klappt oder ich die Schwangerschaft nicht gut überstehe, weil ich zu alt bin.
Aktuell habe ich viele Ängste, hatte ich früher nie. Ich frage mich ob das von den Hormonbehandlungen der letzten Jahre kommt. Sorry, ich hatte jetzt irgendwie Mitteilungsbedürfnis, obwohl ich eigentlich nur das Gedicht unten einstellen wollte. Ich finde es bringt vieles auf den Punkt. Hope you like it!
Eure Kinder
Eure Kinder sind nicht eure Kinder.
Sie sind die Söhne und die Töchter der Sehnsucht
des Lebens nach sich selber.
Sie kommen durch euch, aber nicht von euch,
Und obwohl sie mit euch sind, gehören sie euch doch nicht.
Ihr dürft ihnen eure Liebe geben,
aber nicht eure Gedanken,
Denn sie haben ihre eigenen Gedanken.
Ihr dürft ihren Körpern ein Haus geben,
aber nicht ihren Seelen,
Denn ihre Seelen wohnen im Haus von morgen,
das ihr nicht besuchen könnt,
nicht einmal in euren Träumen.
Ihr dürft euch bemühen, wie sie zu sein,
aber versucht nicht, sie euch ähnlich zu machen.
Denn das Leben läuft nicht rückwärts
noch verweilt es im Gestern.
Ihr seid die Bogen, von denen eure Kinder
als lebende Pfeile ausgeschickt werden.
Der Schütze sieht das Ziel auf dem Pfad der Unendlichkeit,
und er spannt euch mit seiner Macht,
damit seine Pfeile schnell und weit fliegen.
Laßt eure Bogen von er Hand des Schützen auf Freude gerichtet sein;
Denn so wie er den Pfeil liebt, der fliegt, so liebt er auch den Bogen, der fest ist.
Khalil Gibran