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Leibliches Kind und Kind durch Eizellspende – Werde ich das zweite genauso lieben wie das leibliche?

  • Ksaenger
  • 7. Februar 2020 um 20:42
  • Erledigt
  • NL06**
    Morula
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    • 14. Juli 2021 um 21:27
    • #21

    Ich finde das Thema schwierig und denke viel darüber nach. Ich glaube nicht, dass ich Probleme habe das Kind zu lieben und zu akzeptieren. Wir haben auch über Adoption nachgedacht und da wäre ja ein 100% fremder Mensch zu uns gekommen. Im Fall der EZS sind immerhin 50% von uns dabei. Aber ich habe Angst vor der Aussage "ich bin doch nur Plan B", weil in gewisser Weise stimmt das ja. Wenn es mit den eigenen Eizellen geklappt hätte, dann würde man ja den steinigen Weg der EZS nicht auf sich nehmen. Oder ich habe Angst davor, dass das Kind selbst sich bei anderen Kindern als Aussenseiter empfindet, weil ich ja eben nicht die biologische Mutter wäre. Ich finde es ungerecht, wie die Gesellschaft oft über das Thema urteilt und man sich gefühlt rechtfertigen muss, dass man EZS überhaupt in Betracht zieht. Ich finde es traurig, wie die Kirche zu dem Thema steht. Ich habe Angst, dass die EZS bei mir auch nicht klappt oder ich die Schwangerschaft nicht gut überstehe, weil ich zu alt bin.

    Aktuell habe ich viele Ängste, hatte ich früher nie. Ich frage mich ob das von den Hormonbehandlungen der letzten Jahre kommt. Sorry, ich hatte jetzt irgendwie Mitteilungsbedürfnis, obwohl ich eigentlich nur das Gedicht unten einstellen wollte. Ich finde es bringt vieles auf den Punkt. Hope you like it!

    Eure Kinder

    Eure Kinder sind nicht eure Kinder.

    Sie sind die Söhne und die Töchter der Sehnsucht

    des Lebens nach sich selber.

    Sie kommen durch euch, aber nicht von euch,

    Und obwohl sie mit euch sind, gehören sie euch doch nicht.

    Ihr dürft ihnen eure Liebe geben,

    aber nicht eure Gedanken,

    Denn sie haben ihre eigenen Gedanken.

    Ihr dürft ihren Körpern ein Haus geben,

    aber nicht ihren Seelen,

    Denn ihre Seelen wohnen im Haus von morgen,

    das ihr nicht besuchen könnt,

    nicht einmal in euren Träumen.

    Ihr dürft euch bemühen, wie sie zu sein,

    aber versucht nicht, sie euch ähnlich zu machen.

    Denn das Leben läuft nicht rückwärts

    noch verweilt es im Gestern.

    Ihr seid die Bogen, von denen eure Kinder

    als lebende Pfeile ausgeschickt werden.

    Der Schütze sieht das Ziel auf dem Pfad der Unendlichkeit,

    und er spannt euch mit seiner Macht,

    damit seine Pfeile schnell und weit fliegen.

    Laßt eure Bogen von er Hand des Schützen auf Freude gerichtet sein;

    Denn so wie er den Pfeil liebt, der fliegt, so liebt er auch den Bogen, der fest ist.

    Khalil Gibran

  • Tulpe80
    Blastozyste
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    • 14. Juli 2021 um 21:51
    • #22
    Zitat von Paw

    Es kann ja auch trotz aller Bemühungen sein, dass keine Verwandten gefunden werden. Meine Gedanken Kreisen nur noch um dieses Thema.

    Mir geht das zeitweise auch so. Nicht immer. Aber es gibt Wochen, da dreht sich alles nur um die Frage: "Wie wird es funktionieren?"

    Im Moment ist mein Angelpunkt aber eher die Frage: Wird es überhaupt je klappen? Somit erscheint mir die Frage "Könnte mir mein Kind das irgendwann vorwerfen?" unendlich weit entfernt, weil ich ggf gar nicht das Glück haben werde, überhaupt ein Kind zu haben.

    Man wird so demütig...

    Diagnose: vorzeitige Wechseljahre, AMH nicht messbar, Bj 80

    1 x IUI - negativ | 2 x IVF - negativ | 2 x IVF - abgebrochen, keine Eizellen | 3 x EZS - negativ

    03/2021 - Hysteroskopie, geringgradige Zervitits

    4. EZS - negativ

    Klinikwechsel nach CZ

    11/2021 - ERA-Test Teil 1, EMMA, ALICE unauffällig

    12/2021 - MRT

    01/2022 - ERA-Test Teil 2 (--> 156h Progesteron)

    02/2022 - 5. EZS (hCG - TF+11 = 77,7 - TF+15 = 379 )

    03/2022 - <3 schlägt

    04/2022 - es wird ein ... :male_sign:

    10/2022 - Baby ist da! <3

  • Paw
    Morula
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    • 14. Juli 2021 um 22:11
    • #23

    Ich empfinde es genauso wie du. Wir haben uns bereits intensiv mit dem Thema Pflegekind beschäftigt. Ich zweifle nicht daran, dass ich ein fremdes Kind annehmen und lieben könnte. Allerdings weiß ich nicht ob ich einem sehr anspruchsvollen und vielleicht fsme geschädigten Kind gewachsen wäre. Uns wurde auch empfohlen noch etwas zu warten, damit unser Sohn dem auch gewachsen ist. Naja und bei der EZS hat man 50% Gene von uns und die Schwangerschaft. Und ja, es ist definitiv ein Plan B gleichzeitig der Strohhalm und Funke Hoffnung und ein Herzenswunsch. Die ganzen Hürden die körperliche, mental und finanziell in Kauf genommen werden. Es war für uns alle ein langer Weg bis zu dem Gedanken an eine EZS, daher glaube ich dass es für Außenstehende sehr schwer nachzuvollziehen ist. Ich habe es auch vorher abgelehnt, da es unnatürlich ist. Es ist aber machbar und der Wunsch so groß. Die Kirche wird es glaube ich nie erlauben, das macht mich auch traurig. Zum Schluss bleibt auch bei mir die riesige Angst, dass auch das nicht klappt. Ich fand jetzt schon die IVFs sehr zehrend. Vor einer Stigmatisierung des Kindes habe ich auch Sorge, denn wie soll das Kond es als okay empfinden wenn nicht jeder es auf die Nase gebunden bekommen soll. In einem Dorf spricht sich sowas auch sensationell schnell hinter dem Rücken rum. Du siehst, auch ich muss es loswerden :)

  • Paw
    Morula
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    • 14. Juli 2021 um 22:19
    • #24

    Liebe Tulpe80,

    ich verstehe dich sehr gut. Ich habe anfangs überhaupt darüber nachgedacht ob ich eine KiWu Behandlungen möchte. Dann wurde ich in den Sog gezogen, es kann doch nicht sein, dass es einfach nicht klappt....beim nächsten mal bestimmt. So macht man dann weiter. Eine Leise Stimme sagt aber auch, was wenn alles nicht klappt. Dann erscheint es mir auch ein Luxusproblem zu sein die eine oder andere Entscheidung (z.B. 1 oder 2 Eizellen einzusetzen) zu treffen. Denn letzendlich hat bisher nichts geklappt.

  • Milla
    Morula
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    • 16. Juli 2021 um 22:49
    • #25

    Ich kann die Bedenken und Zweifel nachvollziehen, aber teile vieles davon nicht. Dass die Kirche EZS nicht akzeptiert, ist mir vollkommen egal. Die katholische Kirchen akzeptiert noch nicht einmal Frauen als Pastorinnen geschweige denn Priesterinnen!

    Meine Familie und viele meine Freunde wissen über meine EZS Bescheid. Ich habe sehr viel Unterstützung diesbezüglich von Freunden & Familie erhalten. Dies war gerade in schwierigen Phasen wichtig und half mir dran zu bleiben. Ich kenne auch einige lesbische Frauen, die auf Samenspende angewiesen sind. Mit Freunden habe ich schon häufiger kopfschüttelnd diskutiert, wie es sein kann, dass Samenspende erlaubt ist, ESP aber noch nicht.

    Da mein Partner und ich auf EZS & Samenspende angewiesen waren, haben wir uns für eine offene Spende entschieden. Die phänotypische Übereinstimmung war uns dabei weniger wichtig. Wichtig war uns, dass das Kind in der Phase der Jugend, wenn es zur Identitätsentwicklung kommt, eine Möglichkeit hat, Kontakt zu den “Spendern” aufzunehmen. Für eine gesunde Identitätsentwicklung ist allgemein bekannt, dass die Grundlagen in den ersten 3.Lebensjahren gelegt werden, nämlich durch das sichere & feste Urvertrauen. Dazu gehört die vollkommene Akzeptanz & Liebe des Kindes. All die Mütter hier im Forum beschreiben, wie schon im Bauch, die Bindung zu dem Kind hergestellt wird. Es sind Kinder, die total gewollt sind.
    Ein weitere Aspekt, der auch immer wieder mal angesprochen wurde, ist die Bedeutung der Epigenetik. Die Umwelt (beginnend mit der Plazenta der Mutter) hat maßgeblich Einfluss auf die Entwicklung der Gene. Die Umwelt entscheidet, welche Gene aktiviert und ausgeprägt werden. Epigenetikforschung steht noch am Anfang und es ist damit zu rechnen, dass es einen weiteren Boom in der Erkenntnis der Bedeutsamkeit gibt.
    Auch ich gehöre zu den älteren Müttern. Evolutionsbiologisch hat sich unsere Fruchtbarkeit leider nicht mit der Emanzipation mit entwickelt. Ansonsten wäre es sicher unproblematisch mit über 40 noch Kinder zu bekommen.

    Ich bin dankbar und froh, dass ich die Möglichkeit habe, über eine Spende schwanger zu sein.

    2019: KWZ: Köln- Eizellen zu klein

    Frühjahr 2020: IVI Mallorca: Eizellen ließen sich nicht befruchten

    Okt.2020: IVI Mallorca: EZS-negativ (übrigen Blastos entwickelten sich nicht weiter)

    März 2021: Storkklinik Kopenhagen: EZS-Blastos entwickelten sich nicht weiter

    21.5.: 2. EZS (Kopenhagen)

    1.6.: SST negativ

    21.6.:3. EZS (Kopenhagen)

    1.7.: SST positiv (404 hCG) ❤️

  • Tulpe80
    Blastozyste
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    • 17. Juli 2021 um 10:36
    • #26
    Zitat von NL06**

    Ich glaube nicht, dass ich Probleme habe das Kind zu lieben und zu akzeptieren. Wir haben auch über Adoption nachgedacht und da wäre ja ein 100% fremder Mensch zu uns gekommen. Im Fall der EZS sind immerhin 50% von uns dabei. Aber ich habe Angst vor der Aussage "ich bin doch nur Plan B", weil in gewisser Weise stimmt das ja. Wenn es mit den eigenen Eizellen geklappt hätte, dann würde man ja den steinigen Weg der EZS nicht auf sich nehmen. Oder ich habe Angst davor, dass das Kind selbst sich bei anderen Kindern als Aussenseiter empfindet, weil ich ja eben nicht die biologische Mutter wäre. Ich finde es ungerecht, wie die Gesellschaft oft über das Thema urteilt und man sich gefühlt rechtfertigen muss, dass man EZS überhaupt in Betracht zieht. Ich finde es traurig, wie die Kirche zu dem Thema steht. Ich habe Angst, dass die EZS bei mir auch nicht klappt oder ich die Schwangerschaft nicht gut überstehe, weil ich zu alt bin.

    liebe NL06**

    vergleichbare Gedanken habe ich auch. Adoption klingt auf den ersten Blick gut. Man nimmt ein Kind auf, was es sonst im Leben nicht gut hätte. Aber es beginnt schon damit, eine seriöse Vermittlungsstelle zu finden, denn in meinem Alter kommt ja nur noch Auslandsadoption in Frage.

    Ebenso spielt bei den Kindern oft Alkoholismus während der Schwangerschaft eine Rolle und dem muss man als Wunscheltern gewachsen sein, sonst tut man damit niemanden einen Gefallen. Und ich weiß nicht, ob ich das wäre.

    Wenn mein Kind eines Tages sagt, dass es ja nur der Plan "B" sei, dann werde ich authentischer Weise Graf von Molkte zitieren und vielleicht sagen: Jeder Plan stirbt bei Feindberührung. Will sagen: Die Realität ist immer anders als man geplant hat. Es kommt also erstens immer anders und zweitens als man denkt.

    Aber Plan B ist nichts Schlechtes!

    Sondern es ist die Limonade, die man eben draus gemacht hat, wenn das Leben einem Zitronen gegeben hat. :)

    Wenn wir jemals ein Kind haben werden, wird es das größte Glück sein, was wir uns vorstellen können.

    Mir persönlich hat es geholfen, zu überlegen, was mein vielleicht-irgendwann-mal-Kind mir in der Pubertät alles an den Kopf knallen könnte. Zusammen mit meinem Mann haben wir uns dann überlegt, wie wir drauf reagieren. Die Kernidee ist, immer eine positive Einstellung zu Planänderungen des Lebens zu vermitteln.

    Ob dieser Plan funktioniert, wird sich zeigen. Den es kommt ja immer anders und zweitens als man denkt :)

    LG

    Diagnose: vorzeitige Wechseljahre, AMH nicht messbar, Bj 80

    1 x IUI - negativ | 2 x IVF - negativ | 2 x IVF - abgebrochen, keine Eizellen | 3 x EZS - negativ

    03/2021 - Hysteroskopie, geringgradige Zervitits

    4. EZS - negativ

    Klinikwechsel nach CZ

    11/2021 - ERA-Test Teil 1, EMMA, ALICE unauffällig

    12/2021 - MRT

    01/2022 - ERA-Test Teil 2 (--> 156h Progesteron)

    02/2022 - 5. EZS (hCG - TF+11 = 77,7 - TF+15 = 379 )

    03/2022 - <3 schlägt

    04/2022 - es wird ein ... :male_sign:

    10/2022 - Baby ist da! <3

  • Annie 82
    Morula
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    257
    • 17. Juli 2021 um 10:44
    • #27
    Zitat von Tulpe80

    Wenn mein Kind eines Tages sagt, dass es ja nur der Plan "B" sei, dann werde ich authentischer Weise Graf von Molkte zitieren und vielleicht sagen: Jeder Plan stirbt bei Feindberührung. Will sagen: Die Realität ist immer anders als man geplant hat. Es kommt also erstens immer anders und zweitens als man denkt.

    Aber Plan B ist nichts Schlechtes!

    Sondern es ist die Limonade, die man eben draus gemacht hat, wenn das Leben einem Zitronen gegeben hat. :)

    Wenn wir jemals ein Kind haben werden, wird es das größte Glück sein, was wir uns vorstellen können.

    Tulpe80 deine Texte! Bin mal wieder beeindruckt, wie du das in Worte gefasst hast.

  • Vicky123
    Morula
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    81
    • 18. Juli 2021 um 16:34
    • #28

    Ich habe vor einiger Zeit einen Beitrag einer Frau gelesen (ich meine, es war sogar hier im Forum), die auch Zweifel hatte, ob sie ihr Kind lieben kann. Diese hat dann von ihrer Mutter gesagt bekommen:

    "Das Kind hat nur eine einzige Zelle einer fremden Frau, alle anderen Zellen stammen von dir."

    Natürlich kann man darüber streiten, ob diese Aussage 100-% richtig ist. Aber das, was hinter dieser Aussage steckt, trifft es, finde ich, ganz gut.

    • Kinderwunsch ab 2021

    • da der AMH-Wert schon 2016 unter 0,1 lag: direkte Empfehlung zur EZS

    • Oktober 2021: Erstgespräch Prag

    • Januar 2022: Transfer von 2 Embryonen

    • Februar 2022: das <3 schlägt :love:

    • Mai 2022: es wird ein Junge :blue_heart:

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