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  1. Dein Kinderwunschforum – Erfahrungsaustausch & Expertenantworten für Deinen Weg zum Wunschkind! 💬🩺
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Wie ist das Leben mit dem Kind?

  • Ulla
  • 7. Mai 2004 um 01:34
  • Ulla
    Eizelle
    Beiträge
    1
    • 7. Mai 2004 um 01:34
    • #1

    Hallo allerseits,

    ich bin schon seit längerer Zeit immer mal wieder stille Leserin im Forum. Wir versuchen seit 3 Jahren ein Kind zu bekommen. Vor 2 Jahren wurde mir mir nichts dir nichts von meiner Frauenärztin eröffnet, ich sei schon in den Wechseljahren (damals war ich 33). Seither mache ich eine ganzheitliche TCM-Therapie.

    Ich glaube immer noch, dass mein Kind kommen wird. Nur, vielleicht wird es nicht meine Gene tragen, aber in mir und mit mir wachsen. Ich denke seit längerer Zeit über eine Eizellspende nach. Mein Mann ist ganz dafür und ich im Prinzip auch, nur habe ich Angst.

    Was ist, wenn ich das Kind, das in mir wächst, als fremd empfinde? Oder passiert das nicht? Und ich mache mir zu viele Gedanken um die Gene ...

    Wie sage ich meinem Kind, das ich geboren habe, dass ich nicht die genetische Mutter bin? Oder sagt Ihr Euren Kindern das gar nicht? Ich bin nur so ein furchtbar offener Mensch, und ich finde auch nichts schlimmes dabei. Vielmehr empfinde ich es als schlechtes Omen, meine Familie auf einem Familiengeheimnis zu gründen. Ich bin eben für totale Offenheit, aber kann mir durchaus vorstellen, dass ein Kind mit so einer Message ganz schön ins Schleudern kommt.

    Wie macht Ihr das? Wie geht Ihr mit Euren Kindern um? Wie empfindet Ihr sie? Denkt Ihr manchmal: Mensch, das Kind ist mir so fremd, von wem hat es das bloß? Denkt Ihr manchmal über die genetische Mutter nach? Fühlt Ihr Euch machmal als 2. Eltern? Oder sind das jetzt nur die übervorsichtigen Überlegungen einer, die keine Ahnung hat?

    Bitte schreibt mir Eure Erfahrungen!

    Ulla

  • Sternschnuppe
    4-Zeller
    Beiträge
    60
    • 7. Mai 2004 um 14:55
    • #2

    Wie ist das Leben mit dem Kind?

    Liebe Ulla,

    wir scheinen einige Übereinstimmungen zu haben (das gleiche Alter und vorzeitige Wechseljahre).

    Meine Erfahrungen beziehen sich bis jetzt nur auf die Schwangerschaft mit einem Kind (ich bin jetzt Ende der 16. SSW), das nicht meine Gene trägt. Hinzu kommt noch, dass es auch nicht die Gene meines Mannes sind, da wir einen Embry adoptiert haben.

    Wir haben auch lange und viel darüber nach gedacht, ob wir es dem Kind und dem näheren Umfeld sagen. Zuerst waren wir gegen das "sagen", je länger sich alles hinzog, haben mein Mann und ich uns aber für Offenheit gegenüber dem Kind und unseren nächsten Angehörigen entschieden. Auch wir wollten nicht, dass das Leben unseres Kindes mit einem Familiengeheimnis beginnt.

    Nun ja - die Familie haben wir schon eingeweiht. Die Reaktionen waren sehr positiv. Alle freuen sich in erster Linie riesig auf das Kind. Wie es zu uns gekommen ist, ist für sie relativ nebensächlich. Aber grundsätzlich halten es alle für einen guten Weg. Das Kind einzuweihen wird sicherlich schwieriger, aber ich bin mir sicher, dass wir einen Weg finden werden und es uns versteht.

    Was das von dir angesprochene "Fremdheitsgefühl" gegenüber dem in mir wachsenden Kind angeht - nein, das habe ich von Anfang an niemals gehabt. Seit dem Tag des Transfers war es unser Kind. Und die Gefühle, die wir z. B. beim Ultraschall haben, wenn wir es strampeln oder Daumen lutschen sehen, sind unbeschreiblich (schön). Das könnte mit einem genetisch eigenen Kind nicht anders sein.

    Ich hoffe, ich konnte dir ein paar Denkanstöße geben.

    Liebe Grüße von

    Narzisse

  • Liane
    8-Zeller
    Reaktionen
    1
    Beiträge
    114
    • 11. Mai 2004 um 22:48
    • #3

    Wie ist das Leben mit dem Kind?

    Liebe Ulla,

    bei unserer Entscheidung ur EZS hat uns am meisten erschreckt, wie leicht uns die Entscheidung gefallen ist und wir als größtes Hindernis den Weg nach Spanien gesehen haben. Wir haben uns dazu entschlossen unserem Sohn einmal die Wahrheit zu sagen, den Zeitpunkt wählen wir, wenn wir es für richtig halten. Wir haben niemanden darüber informiert weil wir vermeiden wollen, daß Leute nach Merkmalen suchen, die ja nun so gar nicht von uns kommen. Wir haben auch nicht das Gefühl unser Familienglück auf ener Lüge aufgebaut zu haben und wir haben beide erst recht nicht das Gefühl unser Kind sei uns fremd. Denn selbst genetisch eigene Kinder entwickeln sich ja nicht immer so wie man es selber vielleicht gerne hätte, man muß es auch erst kennenlernen, jeder Mensch ist ein Individium. Liane

  • eilin
    4-Zeller
    Beiträge
    44
    • 29. August 2004 um 20:17
    • #4

    Jeder Mensch ist einzigartig

    egal, welche Gene er trägt, wir können das Leben unseres Sprössling von Anfang an begleiten - eine wunderschöne, spannende und verantwortungsvolle Aufgabe. Ohne meinen Leib und unsere Zuwendung wäre unser Sohn nicht lebensfähig. Ein Mensch besteht nicht nur aus Genen, sondern wächst mit seinem eigenen Charakter in sozialer Einbettung. Das sieht man besonders gut bei Geschwistern gleicher Eltern, wie veschiedenartig sie sich entwickeln.

    Zum Thema Genspende habe ich kürzlich eine interessante Dokumentation in der NZZ (Neue Zürcher Zeitung) über Eskimo-Traditionen gelesen:

    Da in Grönland wegen den riesiegen Distanzen und kleinen Sippen oder mangels Frauen /Männer wenig Blut durchmischt wurde, organisierte man früher das "Lichterlöschfest". Zu gegebenem Zeitpunkt besuchte eine Sippe die andere und man tauschte Frau / Männer um zu "frischen" Babys zu kommen. Die neuen Erdenbürger blieben bei der Familie, in der sie geboren wurden.

    es grüsst

    Eilin & Klein Carlo

  • AJ
    8-Zeller
    Beiträge
    90
    • 19. Juli 2005 um 22:53
    • #5

    Wie ist das Leben mit dem Kind?

    Hallo Zusammen,
    seit langer Zeit bin ich mal wieder hier. Unser Engelchen ist jetzt schon 19 Monate alt, kerngesund, mutig, offen, "wortgewand" = "Papa, Bei "=" Papa Brei " , einfach wunderbar.
    Gerade letzte Tage kam das Thema Ahnlichkeit wieder auf. Meine Mutter meinte, dass sie mir= Mutter gar nicht ähnlich sieht, ihre Freundin fand Gemeinsamkeiten?! Insgesamt sieht sie dem Papa sehr ähnlich, nur die blonden gelockten Haare sind etwas überrraschend ( aber das kann sich ja noch ändern ) . Für uns offensichtlich ist der 2. Zeh, welcher bei ihr jeweils kürzer ist als der 3. . Aber wer vergleicht schon Zehen?

    Für uns ist sie unsere Tochter, sie sagt Mama und Papa, weiß, zu wem sie "gehört". Daher auch unser Entschluß, ihr später nichts von ihrer genetischen Herkunft zu erzählen. Allzuoft gibt es adoptierte Menschen, welche früher oder später nach ihrer Herkunftsfamilie suchen. Warum soll unser Kind in solche Konflikte kommen. Problematisch wird es vielleicht, wenn sie eine Krankheit bekommt, wo ich ihr dann nicht helfen kann. Aber allzuoft können auch die leiblichen Eltern nicht helfen.
    In etlichen Jahren werden wir vielleicht wissen, ob unsere heutige Entscheidung richtig ist, aber momentan ist sie für uns richtig.

    Übrigens, eine Forumteilnehmerin hat beim Glückwunsch zur Geburt geschrieben, dass sie zuerst Mama, dann Papa und dann neiiiin sagt. Unsere Maus konnte mit 8 Monaten Papa, mit 11 Monaten Mama und mit einem Jahr Puppe sagen. Dann folgte ja, was aber auch nein bedeuten konnte. Mittlerweile gibt es noch etliche Wörter mehr, auch schon 2-Wort-Sätze.

    Insgesamt ist es wunderbar, die Entwicklung eines kleinen Wesens so intensiv mitzuerleben. Ich wünsche Euch allen auch dieses Glück, wie wir es erfahren dürfen. es hat sich gelohnt, dafür zu kämpfen.
    :)
    AJ

  • Homa
    4-Zeller
    Beiträge
    71
    • 22. Juli 2005 um 04:44
    • #6

    Wie ist das Leben mit dem Kind?

    Liebe Ulla,

    ich glaube auch, dass Du Deine Bedenken getrost vergessen kannst. Ein Kind, das in Dir wächst ist Dein Kind. Wer wirklich Wert auf die Weitergabe seiner Genetik legt, wird sich wahrscheinlich nicht für EZS oder Adoption entscheiden. Ich habe eine Freundin, die schon immer gesagt hat wie wichtig es für sie wäre. ihre Gene weiter zu geben, der einzige Grund ein Kind überhaupt zu bekommen (sie ist kinderlos). War für mich schon immer und lange bevor ich mir darüber Gedanken machen musste eine bekloppte Einstellung. Sie weiß nichts von der EZS und hat vor kurzem im Zusammenhang mit Adoption wieder gesagt,dass sie sich nicht vorstellen kann, fremde Gene großzuziehen. Eigentlich wüßte ich gerne, ob nicht selbst sie in unserer Situation ihre Meinung ändern würde. Auf jeden Fall konnte ich guten Gewissens und still in mich hineingrinsend sagen, dass das für mich kein Argument gegen Ado. wäre.

    Ich kann mir nicht vorstellen, was in meinem Verhältnis zu meinem Sohn anders sein sollte, nur weil er meine Gene hätte. Meine Eltern wissen als Einzige hier, dass er nicht "von uns" abstammt und sehen es erstens genauso und berichten zweitens häufig leicht amüsiert, wer jetzt wieder Ähnlichkeiten zu uns festgestellt hat. Er sieht eindeutig eher aus wie mein Mann (wenn überhaupt einem von uns), aber eindeutig ist auch, dass er langsam anfängt Mimik und Gestik von mir zu übernehmen und so wird es irgendwann tatsächlich zu gewissen Ähnlichkeiten kommen.

    Also, wenn Du nicht immer schon lauthals die gleiche Meinung wie meine Freundin vertreten hast, wird es Dir mit Sicherheit so gehen, wie uns anderen auch: Du wirst Dein Kind genauso lieben wie andere und eher noch mehr schätzen, weil es eben eine besondere Geschichte hat und schwierig zu bekommen war.

    Viel Glück
    Homa

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