Hi zusammen,
ich glaub' jetzt wirklich, ich pack's einfach nicht mehr. Am liebsten würde ich jetzt einfach nur mehr hemmungslos losschimpfen über diese, knapp dem Analphabetismus entkommenen Ostblockgynäkologen in der Tschechei, denn unser letzter Transfer in Brno war eine einzige Katastrophe: ich weiß nichteinmal ob ich mir wünschen soll, daß es diesmal klappt oder nicht.
Aber alles der Reihe nach:
Nachdem Olmütz, wie nicht anders zu erwarten war, wieder einmal mehr als 4 Wochen nichts für uns hatte (das passierte uns dort bei 3 von 4 Vorbereitungen) und wir ergo gezwungen waren, ob des im Abbau befindlichen Endometriums den Zyklus abzubrechen, nahmen wir (auf Empfehlung eines prominenten wiener Repro-Mediziners) Kontakt mit der Uniklinik Brünn auf. Was uns dort erwartete war zunächst recht sympathisch: Ein bemühter und kompetent wirkender, sehr gut deutsch sprechender Prof. Ventruba, der uns darüber aufklärte, daß tiefgefrorene Embryonen genügend vorhanden wären und ein Transfer auf 500-1000 Euro käme. Es gäbe auch ein Spendenprogramm mit frischen Embies, welches in etwa 2000 Euro pro Zyklus kostet und etwa 2-3 Monate an Vorbereitungszeit.
Wir entschieden uns für den Kryozyklus und begannen mit der Vorbereitung. Der Professor, im Besitz sämtlicher unserer Untersuchungsergebnisse, einschließlich Blutgruppen (das hat er extra nochmals nachgefragt), verabschiedete sich von uns und wir fuhren guter Dinge, nach Bezahlung von 450 Euro wieder heim.
Am Tag des Transfers waren wir um 11 Uhr vor Ort, der Professor nicht da (zumindest für uns), dafür erzählte uns sein Assistenzarzt, daß der Transfer nun stattfinden könne, nachdem wir die zusätzlichen 1750 Euro für die Medikamente der Spenderin un deren Behandlung einbezahlt hätten. Ich war wie vor den Kopf gestoßen: warum jetzt plötzlich insgesamt 2200 Euro??? Frage: War das eine dedizierte Spenderin - Antwort: Ja - Frage: Warum sollen wir alles bezahlen und kriegen dann nur 3 gefrorene Embryonen? - Antwort: Eigentlich sind es sogar nur 2 Embryonen, unsere Preise sind eh so günstig und wenn wir nicht wollen, brauchen wir die Medikamente der Spenderin (rund 850 Euro) eben nicht zu bezahlen.
Im Nachhinein betrachtet glaube ich noch nichteinmal, daß es eine dedizierte Spenderin war, zumal der ganze Preis keine Entschädigung für die Spenderin enthalten hätte. Bemerkenswert sicherlich auch, wie plötzlich die von dem Preis herunter gekommen sind. Der große Knalleffekt jedoch kommt noch!
Nachdem wir also schlecht gelaunt negativ überrascht und irgendwie angefressen doch einwilligten und bezahlten, wurde uns schließlich vom Assistenzarzt Dr. Husar mitgeteilt, daß sie froh gewesen wären so gute Spenderembryonen für uns gefunden zu haben, sodaß die Wahrscheinlichkeit, daß das Kind unsere Blutgruppe (beide 0+) hätte 75% wäre.
Erstaunen!
Frage: Ja warum denn bitte das?
Antwort: Weil der Spendersamen son einem Mann gekommen ist, mit Blutgruppe A und Genotyp: A/0.
Frage: Ja, aber das sind doch nur 50% Wahrscheinlichkeit, weil das 0-Gen rezessiv ist?
Antwort (verärgert und schnippisch): Also wollen Sie jetzt oder nicht?
In diesem Moment stand meine Frau auf und verließ fluchtartig und weinend das Zimmer. Am liebsten wäre ich mitgerannt, aber verabschiedete mich zuvor noch......
Vor dem Spitalsgebäude diskutierten meine Frau und ich die ganze Angelegenheit nochmals, entschieden uns jedoch schließlich - aus rein ethischen Gründen nämlich, denn es wäre unserer Ansicht nach soetwas wie Mord, die nun aufgetauten Embies nicht transferieren sondern wieder einfrieren zu lassen - den Transfer doch durchzuführen. Es war ein schwieriger und unangenehmer Entschluß, bei dem die bereits bezahlten 1300 Euro die geringste Rolle spielten, aber wir könnten beide mit dem Umstand, das ganze wegen der falschen Blutgruppe mehreren Leuten erklären zu müssen leichter leben, als mit der Belastung, einem unschuldigen "Schneeflöckchen" die letzte Chance genommen zu haben, jemals das Licht der Welt zu erblicken. Ich hoffe, es war die richtige Entscheidung und der Himmel hat auch mit uns Erbarmen - wie immer das ganze jetzt auch ausgehen mag.
Der Transfer war rasch durchgeführt. Ob der vorgerückten Zeit (wegen der Streitereien zuvor) verließen die Schwestern und der Arzt den Pavillon nach ca. 10 Minuten und ließen uns alleine. Nach einer Stunde Liegezeit verließen auch wir diesen Ort der uns nur Enttäuschungen gebracht hatte und fuhren heim, der Tschechei und diesem ganzen Behandlungsschrott wohl für immer den Rücken kehrend.
Und die Moral von der Geschichte: Selbst die "Empfehlungen" heimischer Repro-Mediziner sind genau garnichts wert. Hinsichtlich EZ-Spende ist und bleibt diese ganze Ostblockscheiße ja doch ein einziges Glücksspiel, Betrug und Inkompetenz hat man dort als ständige Begleiter. Jede einfache Krankenschwester in Österreich hat mehr Ahnung, als einer dieser Pseudoärzte und es würde mich wundern, wenn die beim Transfer überhaupt die Gebärmutter meiner Frau "getroffen" hätten - ebensogut könnte man das Geld nehmen und im nächsten Casino verspielen, das hätte zumindest einen gewissen Unterhaltungswert.
Ich weiß jetzt nicht mehr weiter. Am liebsten würde ich die dort drüben alle erschießen und mich selbst am Ende gleich mit!
Es ist so entsetzlich traurig!
ein ganz geknickter
Bussibär