Für diejenigen unter Euch, die das Thema interessiert und/oder in der Entscheidungsfindung stecken:
"Psychologen empfehlen heutzutage den Eltern, den Kindern die Wahrheit über ihre Entstehungsweise so früh wie möglich mitzuteilen. Das Hauptargument ist, dass gute und stabile Beziehungen zwischen Menschen langfristig am besten funktionieren, wenn sie auf Offenheit, Ehrlichkeit und Vertrauen aufbauen. Geheimnisse und Täuschungen vertragen sich hiermit nicht gut und können Stress und Beklemmung verursachen. Dies wirkt sich auch auf die Kommunikation innerhalb der Familie aus, da das Geheimnis nur unter der Voraussetzung bewahrt werden kann, dass es bei den Geheimniswahrern immer präsent ist. So bleibt bei den Eltern immer die offene Wunde, ob das Kind sie auch akzeptieren würde, wenn es von seiner Zeugungsart wüsste. Nicht zuletzt können die wenigsten Geheimnisse für immer bewahrt werden. Gerade die Enthüllung durch Dritte kann die Familienverhältnisse irreparabel beschädigen. Gegen Geheimhaltung spricht weiterhin, dass medizinische Fehldiagnosen möglich sind, wenn die Gesundheitsinformationen des nicht-genetischen Elternteils für eine Behandlung des Kindes angegeben werden.
Die Empfehlung lautet dabei, es den Kindern so früh wie möglich mitzuteilen. Bei einer Enthüllung ab dem Alter von 10 bis 12 Jahren wird ein negativer Einfluss dieser Information vermutet. Zwar können Kinder durchschnittlich erst ab dem Alter von sieben die Bedeutung von biologischer Vererbung verstehen, aber die Informationen, die dem Kind früh mitgeteilt wurden, werden später einfacher verstanden und akzeptiert. Dr. Petra Thorn sagt dazu: "Wenn Eltern souverän und selbstsicher mit der Zeugungsart umgehen und mit ihrem Kind offen darüber sprechen, wird sich diese Selbstsicherheit auch auf das Kind übertragen. Für das Kind wird es gewissermaßen zu seiner Normalität, die es anderen gegenüber gut vertreten kann. Sollten tatsächlich einmal verunsichernde Reaktionen von Außenstehenden kommen, so können Kinder, die eine gewisse Selbstsicherheit haben, damit umgehen. Selbst wenn sie mit deutlich negativen Reaktionen konfrontiert sind, wissen sie, dass sie mit ihren Eltern darüber sprechen können und von ihnen aufgefangen werden."
Die Eltern, die ihren Kindern die Wahrheit sagen, machen dies aus verschiedenen Gründen. Teilweise haben sie mitbekommen, wie aufgebracht adoptierte Kinder waren, wenn sie diese Tatsache von Außenstehenden erfahren haben. Die Erfahrung von den Eltern, die ihren Kindern die Wahrheit gesagt haben, ist, dass es manche Fragen löst, aber andere aufwirft, die besonders bei anonymen Spendern nicht gelöst werden können. Im Nachhinein beurteilen jedoch alle Eltern es als richtig, es den Kindern gesagt zu haben. Damit umzugehen und darüber zu reden, bliebe jedoch eine lebenslange Aufgabe.
Grund für die Geheimhaltung der Abstammung ihrer Kinder aus einer (Samen)spende ist vor allem die Angst, dass das Kind den nicht-genetischen Elternteil ablehnen oder nicht gleich akzeptieren würde. Weiterhin soll das Erscheinungsbild einer normalen Familie gewahrt bleiben und dem nicht-genetischen Elternteil das Bekanntwerden der Unfruchtbarkeit erspart werden. Dem Kind sollen negative Gefühle wegen seiner Erzeugungsweise und der Nichtkenntnis der genetischen Abstammung erspart bleiben.
Gerade heterosexuelle Familien tendieren dazu, völlige Normalität vorzutäuschen und möchten den Kindern deswegen die Umstände ihrer Zeugung nicht enthüllen. ........ Ein anderer Grund für die Geheimhaltung ist Scham über Unfruchtbarkeit.
Eine Studie aus dem Jahr 2000 von Turner und Coyle, an der 16 DI (Donogone Insemination, Anm. frowlein) -Kinder im Alter zwischen 20 und 55 aus Großbritannien, Kanada, den USA und Australien teilnahmen, fand heraus, dass die zurückgehaltenen Informationen über ihre Entstehungsweise entscheidenden Einfluss auf diese Erwachsene hatte. ..... Die Autoren der Studie zogen aus ihren Ergebnissen den Schluss, dass Geheimhaltung in Familien den Kindern schadet und dass Kinder verborgene Hinweise aufnehmen und erkennen. Die Autoren der Studie weisen allerdings selbst auf die Selektivität ihrer Studie hin, da die Teilnehmer aus Selbsthilfegruppen in verschiedenen Ländern rekrutiert wurden. Die Reaktionen und Erfahrungen entsprechen jedoch den Reaktionen und Kommentaren von Adoptivkindern, denen aus welchen Gründen auch immer der Zugang zu genauen Informationen über ihre Abstammung ebenfalls verweigert wird. "
Quelle: http://www.spenderkinder.de
Diese Artikelauszüge beziehen sich zwar in der Hauptsache auf Samenspendekinder, die Thematik ist allerdings vergleichbar derer von EZS- und/oder EmbA- Kindern.
Bei uns läuft´s bis dato sehr unspektakulär. Beginn der Aufklärung mit ca. 4 Jahren. Mit jetzt 8 Jahren verstehen sie schon, dass Haar- und Augenfarbe nicht von mir sein KÖNNEN (auch, wenn´s danach aussieht..;) ), aber "das, was in uns innen drin ist, haben wir nur von Dir, Mama".
Überhaupt finden es diese kleinen Philosophen "ganz schön cool, dass Dir ´ne andere Frau ´n paar von ihren vielen Eizellen abgegeben hat."
Ergänzung des Einen mit frechem Grinsen: "UND, dass das zum Glück ja auch so gut funktioniert hat, stimmt´s?!!" ![]()
Ja, das finde ich auch!
frowlein