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Nach Monosomie X und Trisomie 22: Eizellspende eine Chance?

  • Sommerwind1
  • 13. Juli 2009 um 20:49
  • Erledigt
  • Sommerwind1
    Eizelle
    Beiträge
    12
    • 13. Juli 2009 um 20:49
    • #1

    Hallo und guten Tag,
    bei mir wurde 2005 Endometriose Stadium IV festgestellt.

    Seit 2006 haben wir drei IVF/ICSI's, drei Kryoversuche, zwei spontane Schwangerschaften "hinter" uns - und leider auch sechs Fehlgeburten (zwei biochemische, ein Windei, und dreimal klinische SS in der 8. SSW!)

    In Kürze werde ich eine Laparoskopie machen lassen, um die Endometriose evtl. wieder zu sanieren bzw. Verwachsungen zu entfernen. Ich lese desöftern den Zusammenhang zwischen Fehlgeburten und Endometriose - ist dies eine Möglichkeit der Fehlgeburten?

    Bei zwei der klinischen Schwangerschaften haben wir das Abortmaterial untersuchen lassen:
    einmal war es eine Monosomie X mit numerisch auffälligem Karyotyp, bei der letzten Fehlgeburt (im Juni 2009) war es eine Trisomie 22, ebenfalls numerischem auffälligen Karyotyp.

    Wie hoch ist die Wahrscheinlichkeit bei einer erneuten Schwangerschaft, wieder eine Fehlgeburt zu erleiden? Kann man diese Problematik mit einer Eizellspende umgehen?

    Ist es überhaupt ratsam, es mit eigenen Eizellen noch einmal zu versuchen?

    Ich bin sehr dankbar für Eure/Ihre Antwort, herzlichen Dank!

    Sommerwind1

    3 IVF/ICSI's, 6 Fehlgeburten, Diagnostik ist durch.... liegt es an der Endometriose oder an meinen Eizellen? Wer weiß das schon...

  • Dr. Wegmann
    8-Zeller
    Beiträge
    139
    • 14. Juli 2009 um 11:13
    • #2

    Re: Nach Monosomie X und Trisomie 22: Eizellspende eine Chance?

    Hallo

    Darf ich fragen, wie alt Sie sind? Denn das ist mit der wichtigste Parameter für die Qualität der eigenen Eizellen.
    Wurde bei Ihnen und Ihrem Partner bereits einmal ein Karyotyp (Chromosomenuntersuchung in Ihrem Blut) durchgeführt?
    Haben Sie die Anatomie der Gebärmutter untersuchen lassen, d.h. liegen keine Probleme wie Myome in der Gebärmutterhöhle oder Septen vor?
    Falls Sie ein fortgeschrittenes Alter haben, würde ich eher zu einer Eizellspende raten, da die Rate an aneuploiden Eizellen (die mit einem gestörten Chromosomensatz) grundsätzlich stark zunimmt mit dem mütterlichen Alter.
    Eine andere Frage ist, ob bei Ihnen oder Ihrem Partner bereits eine genetische Variante vorliegt, welche beim Embryo zu einer erhöhten Chromosomenaberration kommen kann. Daher war meine Frage auch, ob bei Ihnen im Blut der Chromosomensatz untersucht wurde.

    Sind Sie jung (<35), käme unter Umständen auch eine Präimplantationsdiagnostik bei eigenen Eizellen in Frage, wo man aus den befruchteten Eizellen im 8-Zell-Stadium Zellen nimmt für eine molekulargenetische Untersuchung und so die Wahrscheinlichkeit erhöht, kein krankes Embryo einzusetzen.

    So pauschal ist es schwierig, einen Rat abzugeben.

    Zur Endometriose hatte ich mich im Rahmen einer anderen Frage bereits kurz zuvor geäussert.

    Viele Grüsse, NW

  • Sommerwind1
    Eizelle
    Beiträge
    12
    • 14. Juli 2009 um 11:37
    • #3

    Re: Nach Monosomie X und Trisomie 22: Eizellspende eine Chance?

    Hallo lieber Forums-Doc,
    vielen Dank für Ihre superschnelle Antwort - die mir jetzt schon hilft.

    Ich bin 37 - mein Partner (35) und ich haben bereits eine genetische Blutuntersuchung hinter uns. Bei uns wurden keine genetischen Auffälligkeiten gefunden, bei mir eine Blutgerinnungsstörung (Faktor II). Eine Gebärmutterspiegelung wurde noch nicht durchgeführt, allerdings wird bei der baldigen Laparoskopie dies mit untersucht, dazu noch ein MRT der Gebärmutter. Ein Septum wurde bisher ausgeschlossen (nach den Curretagen). Die PID bringt also bei mir wohl kein eindeutiges Ergebnis.

    Nach solchen Monosomien/Trisomien im Abortmaterial: sind meine Eizellen also vorab geschädigt oder entstehen diese bei der Zellteilung bzw. Entwicklung? Können dafür auch Spermien verantwortlich sein? Ist bei einer Eizellspende dieses Problem "umgangen", da es sich ja nicht um meine EZ handelt und haben wir dadurch noch reelle Chancen auf ein Kind? Es bleibt eben die Frage, ob wir noch einen Versuch mit eigenen EZ wagen sollen....

    Es würde mich sehr freuen, bald noch einmal von Ihnen zu lesen - ich bin Ihnen wirklich sehr dankbar und bedanke mich ganz herzlich!

    Freundliche Grüße,
    Sommerwind1

    3 IVF/ICSI's, 6 Fehlgeburten, Diagnostik ist durch.... liegt es an der Endometriose oder an meinen Eizellen? Wer weiß das schon...

  • Columbia
    Blastozyste
    Beiträge
    1.118
    • 14. Juli 2009 um 16:56
    • #4

    Re: Nach Monosomie X und Trisomie 22: Eizellspende eine Chance?

    [quote author=Sommerwind1 link=topic=5733.msg73199#msg73199 date=1247564224]

    Nach solchen Monosomien/Trisomien im Abortmaterial: sind meine Eizellen also vorab geschädigt oder entstehen diese bei der Zellteilung bzw. Entwicklung? Können dafür auch Spermien verantwortlich sein?

    [/quote]

    Liebe Sommerwind!
    Leider sind alle 3 Möglichkeiten denkbar... Da aber bei Dir und Deinem Mann bereits genetische Auffälligkeiten gefunden wurden, ist es eher unwahrscheinlich, dass es durch Euch vererbt wird. Es könnte sich um Spontanmutationen gehandelt haben. Natürlich kann es trotzdem sein, dass evtl. Deine EZ oder die Spermien Deines mannes zu einem hohen Prozentsatz defekt sind- warum auch immer- obwohl der Chromosomensatz im Blut bei Euch beiden in Ordnung ist. Eine PID deckt aber in jedem Fall eine Chromosomenstörung auf, bevor man den TF macht. Würde Euch also in jedem Fall helfen. An Eurer Stelle würde ich es schon noch einmal wagen mit den eigenen EZ und PID. was sagt denn Deine KIWU- Klinik dazu?
    lg, Columbia

  • Sommerwind1
    Eizelle
    Beiträge
    12
    • 14. Juli 2009 um 19:38
    • #5

    Re: Nach Monosomie X und Trisomie 22: Eizellspende eine Chance?

    Liebe Columbia,
    danke für Deine Antwort! Du meintest sicher "bei uns KEINE genetischen Auffälligkeiten", das passt dann glaub ich zum Text *grins*. Ich denke auch, daß es sich um Spontanmutationen gehandelt hat - heute habe ich mit dem Genetiker telefoniert (der die letzte Chrom-analyse des Abortmaterials gemacht hat): ".... in meinem Alter ist die FG-Rate bei 45-50% (uff), er sieht trotz der 6 Fehlgeburten keine erhöhte Anfälligkeit weil zweimal Monosomie/Trisomie = zufällig entstanden. Aus seiner Erfahrung und statistisch gute Chancen, da die meisten Frauen einfach zu früh aufgeben".....

    Hm..... es klingt mir aber sehr logisch, was Dr. Wegmann hier geschrieben hat. Und das widerspricht sich mit diesen Aussagen. Im Prinzip würde ich es schon gern nochmal mit eigenen EZ wagen, aber sollte es wieder eine FG werden, steigt das Risiko ja noch mehr! Man kann es natürlich nie ausschließen, aber: die Warscheinlichkeit daß eine z.B. eine Trisomie erst recht spät festgestellt wird - das Risiko ist in meinem Fall sicher auch höher.

    Meine KiWu-Praxis sagte bisher gar nix dazu. Sie hat zwar den Befund, seitdem aber nicht gesprochen. Und dann eben noch das Thema Endometriose, der wird ja auch zugesprochen daß Endo-Frauen meist schlechte Eizellen haben. Ach.... es ist alles so kompliziert! Ich denke, wir werden uns auf jeden Fall zur EZSP anmelden - bei Reprofit sind die Wartezeiten derzeit 10-12 Monate.

    Eine PID scheint in meinem Alter auch nicht unbedingt alles aufzudecken.
    Danke daß Du Dir die Mühe machst mir so ausführlich zu schreiben!

    3 IVF/ICSI's, 6 Fehlgeburten, Diagnostik ist durch.... liegt es an der Endometriose oder an meinen Eizellen? Wer weiß das schon...

  • Columbia
    Blastozyste
    Beiträge
    1.118
    • 14. Juli 2009 um 20:25
    • #6

    Re: Nach Monosomie X und Trisomie 22: Eizellspende eine Chance?

    [quote author=Sommerwind1 link=topic=5733.msg73216#msg73216 date=1247593105]
    Du meintest sicher "bei uns KEINE genetischen Auffälligkeiten", das passt dann glaub ich zum Text *grins*.
    [/quote]

    Ja genau, das meinte ich- sorry!
    Sprich doch einfach nochmal mit Deiner KIWU- Praxis! Wie auch immer Du Dich entscheidest, wünsche ich Dir viel Glück auf Deinem/ Euren weiteren Weg! Nur nicht aufgeben! Muß mich auch gerade selber wieder ein wenig motivieren...
    ganz liebe Grüße, Columbia

  • Baby_mit41
    4-Zeller
    Beiträge
    41
    • 14. Juli 2009 um 23:11
    • #7

    Re: Nach Monosomie X und Trisomie 22: Eizellspende eine Chance?

    Liebe Sommerwind,

    es tut mir sehr leid, dass du schon so viele Fehlgeburten hattest - all die Freude, Hoffnung, Enttäucshung und Trauer...
    Wirst du zu der Blutgerinnungsstörung behandelt (ASS, Heparin)? Auch schon während der Vorbereitung? Das scheint wichtig zu sein, um Fehlgeburten zu vermeiden (auch wenn die deinigen chromosomal verursacht waren, kann es ja sein, dass es einen "Doppelfehler" gibt).
    EZS ist eine gute Möglichkeit, das Risiko chromosomaler Schäden des Embryos drastisch zu verringern. Garantien gibt es leider nirgendwo...

  • Sommerwind1
    Eizelle
    Beiträge
    12
    • 15. Juli 2009 um 09:59
    • #8

    Re: Nach Monosomie X und Trisomie 22: Eizellspende eine Chance?

    Hallo Columbia,
    ich glaube in Bezug auf Genetik und der Frage ob ich es mit eigenen Zellen nochmal versuchen soll - bin ich in der KiWuPraxis an der falschen Stelle. Gestern habe ich mit dem Genetiker telefoniert: er sieht reele Chanchen auf eine "gesunde" Schwangerschaft mit eigenen EZ, rein aus seiner Erfahrung und auch aus den Statistiken. Trotz meiner vielen FG', von denen ja zwei aus bekannten Gründen von der Natur beendet wurden. Ich würde gern daran glauben, aber die Worte von Dr. Wegmann sind ja auch einleuchtend. Dir alles alles Gute für die anstehende Kryo, ich drücke alle Daumen!!!

    Liebe Baby_mit41,
    danke auch für Deine Antwort. Ja, wegen der Blutg.störung werde ich entweder ab Stimulation oder eben (bei spontaner SS) ab positivem Test mit Fragmin forte behandelt. ASS hatte ich auch schon versucht.... und richtig, es müssen sooo viele Faktoren stimmen, zuerst überhaupt eine Einnistung, usw und so fort. Ich bin einfach unsicher ob wir es nochmal versuchen sollen.... am Freitag hab ich nochmal einen Termin bei Reichel-Fentz, bin mal gespannt was sie so sagt. Danke Dir und auch alles Gute!!

    3 IVF/ICSI's, 6 Fehlgeburten, Diagnostik ist durch.... liegt es an der Endometriose oder an meinen Eizellen? Wer weiß das schon...

  • Columbia
    Blastozyste
    Beiträge
    1.118
    • 15. Juli 2009 um 19:12
    • #9

    Re: Nach Monosomie X und Trisomie 22: Eizellspende eine Chance?

    Liebe Sommerwind!

    Frau Dr. Wegmann hat aber auch nicht klar gesagt, dass Du EZS machen sollst. Sie nannte nur die statistische Altersgrenze von 35 Jahren. Du bist 37, also kaum drüber. was heißt das schon?! Nur Statistik... So richtig weiß ich auch keinen plausiblen Grund, warum es mit Deinen eigenen EZ nicht klappen sollte. Garantien gibt es leider nirgendwo, auch nicht mit EZS. Da gibt es auch viele Fehlgeburten. Ich will Dir wirklich keine unnützen Hoffnungen machen. Aber ich bin immer eher der optimistische Typ. Vielleicht kannst Du ja zweigleisig fahren: mit den eigenen EZ "spielen" und parallel schonmal in einer EZS- Klinik anmelden. Unter Umständen gibt es da ja auch Wartezeiten. Ich weiß, dass geht alles wahnsinnig an die Substanz und kostet Nerven. Geht mir ja auch so. Verliere auch allmählich den Mut. Aber wenn man so einige Werdegänge hier im Forum liest, lohnt sich die Warterei und das Hoffen und Bangen irgendwann doch.
    Alles alles Gute, Columbia

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