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  1. Dein Kinderwunschforum – Erfahrungsaustausch & Expertenantworten für Deinen Weg zum Wunschkind! 💬🩺
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Verwandtschaft 2. Teil: Mama ist ausgezogen

  • roland_j
  • 20. Februar 2009 um 21:56
  • roland_j
    2-Zeller
    Beiträge
    14
    • 20. Februar 2009 um 21:56
    • #1

    Hallo,

    unser Sohn ist mittlerweile 4 1/2 Jahre alt und (m)ein richtiges Wunsch- und Wunderkind. Ich muss allerdings mal ein Aspekt loswerden, der bei der Trennung von meiner Frau nicht ganz unwichtig gewesen sein dürfte. Hintergrund ist, dass ich seit Sommer letzten Jahres alleinerziehender Vater bin, wel die Mama ausgezogen ist. Es wäre gut, wenn sich die Paare mal vorab (!) genauer überlegten, was passiert
    a) wenn das Kind nun so gar keine Ähnlichkeit mit der Mutter (oder dem Vater) aufweist,
    b) wenn ein Elternteil (oder beide) doch schon über 40 Jahre alt sind und "plötzlich" die Energie für die Kindererziehung doch nicht aufbringen
    c) die Ehe vielleicht doch nicht so robust ist, als dass die neue Verantwortung (und die neuen Probleme) von beiden getragen werden können.

    Bei uns waren leider alle o.g. Faktoren dabei:
    a) Zunächst ist das gar kein Problem, aber wenn wirklich jede(r) der Mama mit dem Spruch kommt: "Der hat ja gar keine Ähnlichkeit mit Dir", dann ist das belastend. Und wenn das über einige Jahre so geht, ist eine Zermürbung vorprogrammiert.
    b) Die Mama ist nun 46 Jahre alt, selbständig (bin ich zwar auch, aber egal) und will offenbar den "Stress" nicht mehr (es ist doch mehr Arbeit als man/frau denkt),
    c) Verantwortung heisst, dass man/frau wirklich sich stets (!) kümmert und man/frau sich auf den anderen verlassen kann. Bei Kleinkindern genügt ein "offenes Fenster" oder eine Unachtsamkeit am Straßenrand oder oder oder. Ich konnte mich leider nicht darauf verlassen und habe das nun selbst weitestgehend übernommen.

    Ich würde das alles übrigens nochmal genauso machen (naja, vielleicht nicht exakt so ...). Was für mich zählt: Es ist absolut toll, den Sohnemann aufwachsen zu sehen - ein Wunschkind halt (sicherlich verwöhne ich ihn etwas, aber da muss er durch :)). Es gibt auch gar keinen Streit mit der Mama, weil wir beide wissen, dass es so das beste für unseren Sohn ist. Aber ein Geschwisterchen würde ich ihm schon gerne geben wollen :D

    Meine Vermutung ist, dass die Kinderwunschpaare solche Überlegungen gar nicht wirklich so anstellen können, als dass Konsequenzen daraus gezogen werden. Dazu ist man/frau viel zu sehr auf das Kinderkriegen konzentriert. Was meint Ihr dazu?

    Viele Grüße
    Roland

  • romy
    Blastozyste
    Beiträge
    995
    • 22. Februar 2009 um 18:02
    • #2

    Re: Verwandtschaft 2. Teil: Mama ist ausgezogen

    Hallo Roland,

    ja, Elternschaft kann auch missglücken. Unter normalen Bedingungen auch. Aber natürlich ist eine Eltern-Kind-Beziehung ohne genetische Verbindung heikler als eine mit. Dem gegenüber steht der besonders starke Kinderwunsch, den wohl die meisten hier verspüren und der uns solche krummen Wege gehen heißt.

    Drum prüfe sich, wer einen solchen Schritt tut. Im Prinzip sollte zur Gametenspende nur diejenigen greifen, die grundsätzlich auch mit einer Adoption klar kämen. Aber es ist natürlich immer was anderes, ob man sich vorher Gedanken drüber macht oder ob eine Situation wirklich da ist. Zumal bei uns Frauen halt auch starke "Hormone" da sind; bei vielen Frauen ist ja der Kinderwunsch der stärkste Trieb im Leben. Das kann den Blick auch trüben.

    Aber auch, wenn man sich vorher ernsthaft Gedanken gemacht hat, werden Situationen wie die deine nicht ganz zu vermeiden sein. Sie sind aber Gott sei Dank anscheinend sehr selten. Die meisten Frauen hier kommen sehr gut mit der Annahme des Kindes klar.

    Ich bin übrigens auch selbstständig; ich fand das einen Vorteil bei der Umstellung auf das Leben mit Kindern. Ich war gewöhnt, viel und effizient arbeiten zu müssen, mir blieb daher der Stress-Schock erspart, der vielen freizeitgewöhnten Menschen erst mal heftig zu schaffen macht, wenn ein Kind da ist.

    Und ich glaube, ich schaffe die Belastung auch heute besser als früher, weil ich inzwischen leidensfähiger geworden bin; ich habe einfach gelernt, mehr auszuhalten. Vor 15 Jahren wäre ich bei meiner heutigen Belastung noch verrückt geworden.

    uss aufhören
    Romy

  • glueck07
    Morula
    Beiträge
    570
    • 22. Februar 2009 um 23:55
    • #3

    Re: Verwandtschaft 2. Teil: Mama ist ausgezogen

    Hallo Roland, ich verstehe fast alles, aber, dass eine Mutter vom Kind weg geht, verstehe ich nicht. Ähnlichkeit hin oder her, die Beziehung zwischen Mutter und Kind vermittelt sich auch über Gesten, Kopfhaltungen und den geliebten " Kleinen Macken", d.h. will fragen: Wie und wie oft sieht Deine ehem. Frau Ihren Sohn, damit Sie mitbekommt, wie wichtig sie für das Kind ist ( Es gibt nur eine Mama) ? Wie kommst Du als allein erziehender Vater klar und wie fair wird die Verantwortung der Erziehung verteilt? Ich arbeite als Freiberuflerin, in manchen Stillnächten habe ich max 4 h geschlafen, aber das sind Phasen, die man übersteht. Wir setzten doch ein Kind in die Welt um Verantwortung zu übernehmen. Gruß Bourgon

    Mut steht am Anfang des Handelns, Glück am Ende.
    Demokrit, griech. Philosoph

  • Cathrin66
    Blastozyste
    Beiträge
    2.001
    • 23. Februar 2009 um 11:03
    • #4

    Re: Verwandtschaft 2. Teil: Mama ist ausgezogen

    Hallo Roland,

    es tut mir leid, dass eure Beziehung gescheitert ist. Unser Sohn sieht mir auch überhaupt nicht ähnlich - wen wunderts - aber das Wesen, so sage ich immer, das wird er von mir haben, zumindest 50 % davon.
    Jedoch würde mich das nicht kränken oder verzweifeln lassen wenn so rein niemand eine Ähnlichkeit mit mir entdeckt. Mein großer Sohn - einer mit meinen Genen - sieht mir überhaupt nicht ähnlich. Ist ein Abziehbild seines Vaters .... aber das Wesen .... natürlich von mir :D Ich begründe das immer mit einer wenig dominanten Vererbung meinerseits.

    Dass wir uns für eine EZSP entschieden haben, hatte mit einem gesundheitlichen Problem meinerseits zu tun (Krebs 2001). Der Wunsch nach einem gemeinsamen Kind - und so sehe ich es wirklich, dass es ein gemeinsames Kind ist - hat mich durch meine Krankheit mit allen Höhen und tiefen getragen. Es war der reinst Kraftturbo für mich und eine schöne Aussicht.
    Vielen erklärte sich so die Wartezeit und das man nun schon über 40 war.

    c) die Ehe vielleicht doch nicht so robust ist, als dass die neue Verantwortung (und die neuen Probleme) von beiden getragen werden können.

    Das weiß man vorher leider nie, egal welches Alter und welche Kinderwunschsituation. Kinder zu bekommen ist schön, erfordert aber viel Kraft und viel Geduld und schenken ganz viel Glück. Es ist ein Balanceakt Arbeit und Mühe zu teilen und gelingt meist nie ganz gerecht. Man muss sich schon ein wenig arrangieren. Den einen gelingt es, den anderen nicht. Jeder hat eine andere Belastbarkeit und gerade mit Kindern kann man gelegentlich an seine Grenzen stoßen. Es ist dann traurig, wenn man nicht darüber spricht, weil man vielleicht den inneren Ehrgeiz besitzt es schaffen zu wollen.

    Ich glaube nicht, dass man ausschließlich während der KIWU Zeit nur mit dem Kinderkriegen beschäftigt ist. Gerade in dieser Zeit zeigt sich eigentlich meisten wie belastbar ein Paar ist. So jedenfalls ist meine Erfahrung im Freundeskreis und auch persönlich.

    Bei vielen Paaren kann es in dieser jahrelangen Sehnsucht zur Krise kommen weil das Timing zwischen dem noch Wollen und Aufgeben auseinander geht.

    [Blockierte Grafik: http://www.cosgan.de/images/smilie/tiere/g035.gif]Liebe Grüße von der Löwenmama mit ihrem Löwenrudel [Blockierte Grafik: http://www.cosgan.de/images/smilie/tiere/g035.gif] [Blockierte Grafik: http://www.cosgan.de/images/smilie/tiere/g035.gif]

  • hayden
    Morula
    Beiträge
    329
    • 23. Februar 2009 um 20:48
    • #5

    Re: Verwandtschaft 2. Teil: Mama ist ausgezogen

    Hallo Roland,
    als ich Deine Zeilen gelesen habe, habe ich gleich an die ex-Frau meines Nachbars gedacht: sie hat vor 18 Jahren ihn und ihre damals 6-Monate alte Tochter verlassen, weil sie die Liebe ihres Lebens gefunden hatte. Er stand da mit der Kleinen und mußte schaun, wie er durchkommt. D.h. es gibt auch 'genetische' Mütter, denen das Mutter-Dasein nicht gefällt. Das ist sicher auch für die Frau eine krasse Situation - sie weiss ja auch, daß ihr Handeln ungewöhnlich ist. Hauptsache, Du liebst Deinen Sohn und bist glücklich, denn das Leben ist sehr kurz und will genossen werden...
    Hayden

  • Nati@Ralf
    2-Zeller
    Beiträge
    33
    • 25. Februar 2009 um 23:43
    • #6

    Re: Verwandtschaft 2. Teil: Mama ist ausgezogen


    Hallo Roland,

    möchte mich auch mal kurz zu Wort melden ! Ich bin seit 6 Monaten alleinerziehende Mama einer
    kleinen,süßen,wunderschönen Tochter nach erfolgreicher EZSP.
    Ich habe mich bereits im5.Monat schwanger aus schwerwiegenden Gründen von meinem Partner
    nach 4 Jahren Beziehung getrennt.

    Die Entscheidung für eine Trennung ist mir nicht leicht gefallen,denn es war ja alles anders geplant.
    und ich habe meinen Partner sehr geliebt,doch es gab schwerwiegende Gründe für diese Trennung.

    Doch ich habe es nie bereut mich für dieses Kind entschieden zu haben,denn ich habe genau gewußt,
    welche Konsequenzen diese Entscheidung für mich hat und ich habe mich selber nicht nur einmal
    gefragt : " Will ich das?","Könnte ich es nicht leichter haben,mein Sohn ist 20 J.? ","Will ich das
    wirklich ?","...nochmal von vorne anfangen mit Kind,muß ich das wirklich haben ?","Was ist,wenn ich
    plötzlich alleine da stehe,packe ich das ?","Würde ich dieses Kind trotzdem lieben ?"

    Es gab nur eine Antwort für mich...."Ja"...ich möchte dieses Kind und ich möchte es mit meinemPartner
    haben,bzw.von meinem Partner. Unsere kleine Maus ist in Liebe entstanden,egal welche Dinge auch
    geschehen sind. Wie gesagt,die Trennung von meinem Partner war nicht geplant,ich habe trotzdem
    auch diese Eventualität in meine Gedanken mit einbezogen,denn mit 45 Jahren hat man nicht
    unbedingt mehr die rosarote Brille auf,das es passiert....damit habe ich nicht gerechnet.

    Zur Ähnlichkeit,ja meine kleine Motte ist dem Papa wie aus dem Gesicht geschnitten,eine kleine
    Kopie ihres Papas. Jeder sagt sofort:"Sie ist ganz der Papa!".Selbst die Oma sagte,als sie sie
    zum ersten mal sah,sie fühlt sich 41Jahre zurückversetzt,es wäre,als ob ihr Sohn nochmal Baby
    wäre. Sicher ,okay,es wäre schon schön,wenn die kleine Maus optisch auch was von mir hätte,
    was ja aber leider nicht möglich ist. Und es fühlt sich auch nicht so toll an,wenn meine Mutter
    mir sagt,die Kleine hat optisch überhaupt nichts von unserer Familie,aber ich bin deshalb nicht
    unglücklich oder traurig,vielleicht ein bissl wehmütig....? Ich habe doch genau gewußt auf was
    ich mich mit dieser EZSP einlasse,mit welchen Konsequenzen ich leben muß und ob ich das will!
    Man entscheidet sich doch nicht einfach nur mal so aus einer Laune herraus zu diesem Schritt .

    Ich liebe die Maus so sehr,ich würd sie nie wieder hergeben,nur weil sie mir optisch nicht ähnlich
    ist.Oh Gott,ich darf garnicht dran denken,da kommen mir die Tränen...

    Schließlich hatte ich doch dieses Kind 9 Monate in meinem Bauch,habe sie beschützt,Nahrung,
    Wärme und Emotionen gegeben.Sie hat mich getreten und geboxt in meinem Bauch,gezwungen
    ständig aufs Klo zu rennen,höllisches Sodbrennen verpasst etc..Was haben wir 10 lange Stunden
    zusammen gekämpft und gelitten,bis sie endlich völlig erschöpft auf meinem Bauch gelegen hat .

    Oh Mann,die Kilometer,welche ich die ersten Monate mit ihr im Arm stundenlang durch die Wohnung
    gelaufen bin.Sie hat viel geweint,ich mußte sie anfangs stündlich stillen,weil sie garnicht die Kraft
    hatte sich satt zu trinken.Wie oft habe ich das Bäuchlein eingerieben,wieviele Kirschkernkissen warm
    gemacht. Oft war mir schwindlig und schlecht,vor lauter keine Zeit zumEssen und nur 3bis4Std.Schlaf
    in 24Stunden.Ins Bad bin ich meistens erst Mittags gekommen....ich glaub,das kennen viele Mami`s

    Und meiner Meinung nach,sind es auch diese "Widrigkeiten",wenn man die überstanden hat,die
    Bindung schaffen. Okay mittendrin,sind mir auch die Tränen gerollt und ich habe gedacht,ich kann
    bald nicht mehr.Man kommt sehr wohl an seine Grenzen,schließlich bin ich auch keine 20 mehr...
    Doch auch darüber habe ich mir vorher Gedanken gemacht. Für mich persönlich,war es schon ein
    Grenzerlebnis,da ich ja mutterseelenallein vor dieser Aufgabe stand,aber wir haben uns gut durch-
    gekämpft. Nicht nur ich,sondern auch die kleine Maus musste ja erstmal klarkommen mit der Mama.

    So und nun noch etwas aus eigener Erfahrung.

    Meine kleine Maus wird mir spätestens mit 3 Jahren sowas von ähnlich sein in Mimik und Gestik,das
    garniemand irgendwelche Zweifel hätte,es könnte nicht mein (genetisches)Kind sein !
    Bestes Beispiel ist mein heute fast 21jähriger Adoptivsohn,welcher mit 8 Wochen zu mir kam.
    Niemand hat vermutet,er könnte nicht mein leiblicher Sohn sein,so sehr ähnelte er mir in seinem
    Auftreten,selbst meine Kolleginnen in der Klinik,wo er manchmal mit war sagten oft."Wenn man es
    nicht wüßte,man würde nicht vermuten,das er nicht mein leiblicher Sohn ist."Sie sagten,selbst sein
    Gang wäre wie meiner,die ganze Mimik und Gestik...Sicher hat mich das gefreut !

    Also,meine letzten Gedanken zur EZSP sind,man sollte diesen Schritt sehr gut überlegen und auch
    nicht nur an den damit verbundenen KIWU denken,sondern auch an die Zukunft,ob man mit den
    damit verbundenen Konsequenzen leben kann,denn jedes Kind ist etwas Besonderes,doch unsere
    EZSP Kinder sind noch ein wenig mehr und wir Eltern von EZSP Kindern haben uns doppelt bewußt
    für ein Kind entschieden und sollten sich doppelt verantwortlich fühlen.

    Das ist meine Sichtweise zum Thema,damit muß nicht jeder einverstanden sein .

    LG Nati


    PS: ein Wehmutstropfen......Ariella ihr Papa lässt sich alle 6 - 8 Wochen bei uns sehen, er scheint
    gar keine Sehnsucht nach seiner Tochter zu haben,wenn wir uns nicht ab und an mal melden,
    würde er sicher garnicht nach ihr sehen....soviel zumThema wie wichtig die Gene sind für eine
    Beziehung zum Kind....

    <a href="http://lilypie.com"><img src="http://b1.lilypie.com/GitKp1.png" alt="Lilypie Erster Geburtstag Ticker" border="0" /></a>

  • Malo
    Morula
    Beiträge
    215
    • 26. Februar 2009 um 15:37
    • #7

    Re: Verwandtschaft 2. Teil: Mama ist ausgezogen

    Hallo allerseits,
    ich schleich mich hier mal so rein, wenn ich darf, mit einer Frage an Nati.

    Hallo Nati,
    ich möchte dich gerne etwas fragen: Du schreibst, dass Du einen Adoptivsohn hast. So, wie ich das hier lese, weiss er und weiss der Rest der Welt, dass er von Dir adoptiert wurde. Wann hast du es ihm gesagt? Und wie hat er reagiert?
    Hier ist ja auch schon viel über die Frage diskutiert worden, ob man es einem EZS-Kind sagen will oder nicht. Wie siehst du das für Deine kleine Maus?
    Ich würde mich freuen, wenn du mir/uns dazu etwas erzählen könntest. Danke schön :)

    Viele Grüsse, Maria.

    Zech-Institut Pilsen,EZS 10/2008 negativ,
    KET 02/2009 negativ.
    Unica, Brünn:EZS 09/09 negativ,KET 26.11.09 positiv, 15.SSW missed abortion, Ausschabung

  • roland_j
    2-Zeller
    Beiträge
    14
    • 26. Februar 2009 um 17:32
    • #8

    Re: Verwandtschaft 2. Teil: Mama ist ausgezogen

    Hallo,

    erst mal vielen Dank für die vielen teilweise sehr ausführlichen Mails. Ich kann nur bestätigen, dass auch nach der Trennung klar ist, dass ich mich jederzeit wieder für diesen Weg entscheiden würde.
    Es ist ja nun bei uns auch nicht so, dass kein Kontakt mehr bestünde. Die Mutter-Kind-Bindung ist schon noch da, aber er bekommt es halt so langsam mit, dass er bei hauptsächlich mit Papa zusammen ist und die Mama eigentlich nicht immer da ist. Wann sollte man ihm eigentlich erklären, dass sich die Eltern getrennt haben? Oder sollte ich warten, bis er selbst fragt?
    Auch stellt sich die Frage, wann man mit ihm das Thema "genetische" Abstammung anspricht. Wie sind Eure Erfahrungen?

    Viele Grüße
    Roland

  • hayden
    Morula
    Beiträge
    329
    • 27. Februar 2009 um 19:56
    • #9

    Re: Verwandtschaft 2. Teil: Mama ist ausgezogen

    Lieber Roland,
    das sind wirklich keine leichten Entscheidungen. Erst mal ist es ja toll, daß Mama sich um das Kind kümmert und für den Kleinen erreichbar ist. Besteht denn gar keine Aussicht auf Versöhnung? Dieses von Dir erwähnte Alter ist in der Regel für Frauen eine schwierige Zeit (Perimenopause) und das bringt Turbulenzen emotionaler Art mit sich. Vielleicht würde ich noch einige Zeit abwarten und ich persönlich (das ist aber auf jeden Fall nur MEINE ART an die Dinge heranzugehen) würde ich die Trennung garnicht diskutieren sondern in meinem Verhalten ganz matter-of-fact damit umgehen. So ungefähr, als ob das bei uns normal ist, daß der eine nicht beim anderen wohnt und wir uns als Familie lieb haben und gegeseitig schätzen. D.h. ich würde stärker die Elternrolle beleuchten (und die ist ja intakt bei Euch) und in den Vordergrund stellen, als das Elternverhältnis zu einander. Bis entweder die Mama wieder einzieht, oder der Kleine älter als 4 ist. Ich habe zwei Kinder und für beide ist es sooo wichtig ' wie alle anderen zu sein'. Bereits die Tatsache, daß ich beruflich stärker eingespannt bin als andere Mamas, ist für meine beiden oft 'sozial unangenehm'. Deshalb versuche ich immer, nur soviel aufzudecken, wie die Kinder in dieser psychischen Phase aufnehmen und positiv verarbeiten können. Aber nochmal: das ist um Himmels willen nur meine (!) Art damit umzugehen und jeder andere hat seine eigene Problem-Bewältigungs-Stategie.
    Zu Deiner zweiten Frage ist hier schon so viel gutes Geschrieben worden (schau mal unter Psychische Aspekte). Liebe Grüße und ein schönes Wochenende wünscht Euch beiden :),
    Hayden

  • roland_j
    2-Zeller
    Beiträge
    14
    • 28. Februar 2009 um 00:52
    • #10

    Re: Verwandtschaft 2. Teil: Mama ist ausgezogen

    Hallo,

    ja, danke für Deine Antwort. Auch wenn ich nicht annehme, dass es einen erneuten Anlauf für unsere Ehe geben wird, bestärkt es mich in meiner Vorgehensweise, meinem Sohn schrittweise beizubringen, dass er bei mir aufwächst, aber die Mama dennoch ab und zu da ist. Ich stimme Dir zu, dass es in diesem Alter sehr wichtig ist, "Normalität" zu erzeugen.

    Danke und Gruß
    Roland

  • hayden
    Morula
    Beiträge
    329
    • 28. Februar 2009 um 22:37
    • #11

    Re: Verwandtschaft 2. Teil: Mama ist ausgezogen

    Nati, ich wollte nur mal sagen, daß Ariella ganz süß aussieht und ich mir vorstellen kann, wie viel Spaß ihr miteinander habt. :D

    Hayden

  • Ellis
    Morula
    Beiträge
    345
    • 1. März 2009 um 00:54
    • #12

    Re: Verwandtschaft 2. Teil: Mama ist ausgezogen

    Lieber Roland!

    Du hast nach unserer Meinung gefragt und ich hoffe sehr, dass du auch mit einer (meiner) umgehen kannst, die vielleicht nicht das beinhaltet was du dir erhofft hast. Zum einen ist es immer sehr schwierig sich eine Meinung über ein (Ex) Paar zu bilden dass man persönlich nicht kennt. Zum Anderen haben es Foren an sich, dass sich nur einer der Beteiligten zu Wort meldet; was leider nicht immer objektiv ist. Du schreibst "(m)ein persönliches Wunsch- und Wunderkind". Und das deiner Frau? Liegt hier vielleicht der Hund begraben?
    Dass das Kind keine Ähnlichkeit mit der Mutter (oder dem Vater) hat kommt auch bei natürlich entstandenen Kindern häufig vor. Mein Sohn ist das Ebenbild seines Vaters- allerdings mit feuerroten Haaren (wir sind beide dunkelblond). Die Genetik ist ein Sumpfgebiet...In der Gesellschaft ist es jedoch gemeinhin so, dass Ähnlichkeiten gesehen werden wollen! Es ist für mich schwer nachvollziehbar dass deine Frau offen auf die "Unähnllichkeit" zum Kleinen angesprochen wurde.
    Dass mit über 40 die Energie ein Kind zu erziehen fehlt halte ich genauso für Schubladendenken als dass sehr junge Mütter mit dem Kind überfordert sind und sich vor Verantwortung (Schule, Ausbildung etc.) hinter dem Kind verstecken. Ich habe meinen Sohn mit 16 bekommen und hatte mit diesen Vorurteilen zu kämpfen; ich kann mir vorstellen dass es "älteren" Müttern ähnlich geht- also dass der Gedanke überlastet zu sein den Ursprung in der Gesellschaft und nicht in der Mutter hat.
    Wenn eine Ehe im Vorraus schon so zerüttet ist dass sie mit einem Kind überfordert wäre, daran zerbrechen würde- sorry, aber wie entsteht in einer solchen Ehe ein gemeinsamer Kiwu? Dass eine bei Kiwu intakte Ehe später an der neuen Verantwortung und den damit verbundenen Problemen zerbricht- dafür gibt es auch bei einem spontan entstandenen Kind keine Garantie. Und da deine Frau erst im letzten Sommer ausgezogen ist (der Kleine war demach 4?) kann von "neu aufgetretener Verantwortung und Problemen" wohl keine Rede sein.
    Deine Frau ist selbständig- und soll sich stets (!) kümmern? Wie ist das möglich? Ich erlaube mir zwischen den Zeilen zu lesen- hast du sie für blaue Flecken, Schürfwunden und Beulen verantwortlich gemacht? Ich kann mior vorstellen dass das in Stress ausartet, sich für jede Blessur und jedes offene Fenster rechtfertigen zu müssen.
    Hast du konkrete Pläne, wwie du ihn zum "großen Bruder" machen könntest?
    Ich hoffe du verstehst mein Posting jetzt nicht als Schlechtmach-Posting auf deine Kosten. Im Gegenteil, es tut mir sehr leid dass deine kleine Familie zerbrochen ist. Aber Männer machen es sich oft sehr einfach mit der Benennung des Trennungsgrundes- und ich wollte dir diesbezüglich einen kleinen Denkanstoß geben.

    Alles in allem aber gute Denkanstöße, die sich nicht nur zukünftige EZS-Eltern zu Herzen nehmen sollten!

    Herzlichst,

    Ellis

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