Hallo Forumsfrauen.
Ich weiß nicht genau wie ich anfangen soll, aber ich möchte euch über meine sehr traurige Geschichte informieren.
Letzte Woche Montag war meine Welt noch in Ordnung, nun ist alles kaputt.
Am Montag waren wir beim Organscreening, alles in bester Ordnung mit unseren beiden Kleinen (22+2), ein Junge und ein Mädchen.
Am Dienstag hatte ich ganz leichten bräunlich-schleimigen Ausfluss und gegen Abend ein Ziehen im Bauch, wenn ich stand. Dann hatte ich auch nachts das Ziehen.
Morgens bin ich dann gleich in die Frauenklinik gefahren: Muttermund 2cm offen, Fruchtblase rausgewölbt. Wurde dann stationär aufgenommen und habe Magnesium und Wehenhemmer über den Tropf bekommen, absolute Bettruhe. Außerdem 3x täglich Antibiotika (aufgrund einer Infektion war der Muttermund weich geworden). Den Kleinen ging es nach wie vor gut und turnten quietschfiedel in meinem Bauch. 2x wurde mein Antibiotika gewechselt, bis es das richtige war. Meine Entzündungswerte stiegen weiter. Donnerstags hatte ich nachts trotz Wehenhemmer, Buscopan und Zäpfchen Wehen. Das wurde dann freitags wieder besser und ich fühlte mich auch schon viel besser.
Freitags mussten wir dann auch die sehr schwere Entscheidung treffen, ab wann wir mit der Lungenreifung für die Kleinen beginnen sollten. Meine Klinik ist eine von 3 Kliniken in Deutschland, die bereits vor der 24.SSW reift, andere Kliniken hätten zu meinem Zeitpunkt wohl noch nicht einmal Wehenhemmer verabreicht. Da die Überlebenschancen für eine Geburt in der jetzigen Woche sehr gering ist (vor allem ohne Folgen), entschieden wir uns dafür, mit der Lungenreifung erst "morgen" (Mi)zu beginnen. Soweit ist es nun leider nicht gekommen.
Den ganzen Sonntag über hatte ich Wehen und als der Arzt am späten Nachmittag mich untersuchte, war der Muttermund ganz offen. Der Wehenhemmer wurde abgesetzt für die Geburt. Ich musste die Kinder normal gebären (kein Kaiserschnitt), wegen den starken Wehen bekam ich allerdings eine PDA, di mich auch sonst ziemlich benebelt hat, wofür ich dankbar war. Wir hatten vorher noch entschieden, dass keinen lebenserhaltenden Maßnahmen durchgeführt werden sollten, wir wollten unsere Kinder in Frieden lassen (und die Chancen wären sowieso sehr schlecht gewesen, 23+1). Unser Erstgeborener, der Junge, zeigte auch keine Lebenszeichen, das Mädchen wohl eher noch ganz leichte "Reflexe", meine Mutter und die Mutter meines Partners haben die beiden begleitet.
Wir haben unsere beiden Kleinen nach der Geburt noch einmal angeschaut und auch gestern noch einmal, sie sahen sehr friedlich aus und wirklich noch viel zu winzig, um sich vorstellen zu können, Kabel etc. überall reinzustecken... es war auf jeden Fall gut, die beiden verabschieden zu können und wir werden für die zwei auch eine Beisetzung in einem Kindergrab machen.
Ich verstehe nicht, warum die Welt so ungerecht ist und unsere beiden gesunden Kinder nicht hat leben lassen nur wegen einer Sch...infektion...
Ich möchte nicht aufgeben, weil ich mir einfach nicht vorstellen kann, dass einem sowas Schreckliches noch einmal passieren kann...
Leider muss man bei einem so späten Abort ziemlich lange warten mit einer erneuten SS, aber wir möchten auf jeden Fall unsere Geschwisterkinder, die Eisbärchen abholen.
Eigentlich wollten wir am Freitag heiraten und nun ist alles ganz anders und schrecklich.
Ein trauriges und geschocktes Paulinchen, das aus diesem Albtraum gerne wieder aufwachen würde