Hallo liebe Leser*innen,
ich habe mich bereits Ende November 2019 angemeldet, bisher aber immer nur mitgelesen. Um 20 Uhr habe ich mit der Behandlung für die EZS begonnen, in dem ich mir an ZT 22 die Gonapeptyl Depot-Spritze gesetzt habe. Jetzt hoffe ich, dass es um Ostern herum zum Frisch-Transfer kommen wird und dass es vor allem nicht am Corona-Virus scheitern wird! Bis hierhin war es ein langer, anstrengender und oft leidvoller Weg:
Ich (41) habe bereits mit 17 gesagt, dass ich spät oder gar keine Kinder haben möchte. Das lag wohl auch mit an meiner nicht immer einfachen Kindheit/Jugend/Familie. Mein Mann (45), mit dem ich bereits 24 Jahre zusammen bin -davon fast 4 Jahre verheiratet- wäre gerne schon früh Vater geworden, hat mir zuliebe aber darauf verzichtet. Stattdessen hat er mit Mitte 30 noch ein Studium angefangen und mit 41 abgeschlossen. Es folgte eine einjährige Zusatz-Ausbildung. Anfang 2017 sind wir nach einiger Suche in unser Traumhaus mit Garten eingezogen. Kurz zuvor hat sich leider einer unserer besten Freunde umgebracht. Er fehlt uns bis heute sehr!
Erst Mitte 2017 stellten wir fest: Wir führen ein gutes Leben, uns geht es insgesamt ziemlich gut, wir haben soweit alles erreicht, was wir uns vorgenommen haben, aber etwas fehlt uns noch zum absoluten Glück: ein Kind. Nachdem ich meinen Impfstatus optimiert hatte und die Frauenärztin keine gesundheitlichen Probleme erkennen konnte, habe ich dann Ende 2017 nach über 23 Jahren Pille die Verhütung beendet. Wir waren beide entspannt, familiär gab es keine Anhaltspunkte für Infertilität, wir sind gesund, es konnte also los gehen. Und es passierte trotz regelmäßigem ovulatorischen Zyklus: nichts.
Nach einem halben Jahr hat zuerst mein Mann ein Spermiogramm machen lassen: trotz Rauchen alles im Normalbereich, wenn auch nicht super-top. Danach haben wir uns eine Kinderwunschklinik ausgesucht und dort Ende Oktober 2018 ein Erstgespräch geführt. Es folgten bei beiden diverse Untersuchungen. Bei meinem Mann alles okay, bei mir ein AMH von nur noch 0,79 und eine leichte Gelbkörperschwäche. Sonst alles soweit normal. Mein Schilddrüsenwert wir mit geringen L-Thyroxin-Gaben (25er) unter 2,5 gehalten, war aber nie über dem normalen Grenzwert. Ich war relativ schockiert, dass bereits im Erstgespräch zur IVF geraten wurde. Das ging mir alles viel zu schnell. Wir entschieden uns erst mal zur Stimulation mit Clomifen und VZO (aus heutiger Sicht vielleicht nicht die sinnvollste Entscheidung?!). Das Ganze vier Mal erfolglos, obwohl alle Hormonwerte immer top waren und sich immer 2-3 Follikel ausreichend groß entwickelt haben (Mehrlings-/Behinderungs-/Fehlgeburten-Risiko: ausgeblendet). Nach dem ersten Versuch erfolgte Anfang 01/2019 noch eine Bauchspiegelung bei mir: auch da alles i.O. Insgesamt bei beiden kein Fertilitätshindernis feststellbar. Vermutlich schlechte Eizellqualität bei mir. Also doch die IVF als Selbstzahler. Mit meiner Privatversicherung bin ich bis heute im Rechtsstreit, die Beihilfe war eh raus, weil ich schon über 40 war. Zum Glück ist das Finanzielle (noch) kein Hindernis, auch, wenn die Reserven langsam aufgebraucht sind.
Die drei erfolglosen IVF-Versuche waren insgesamt niederschmetternd:
05/2019: Abbruch vor der Punktion, da mensstarke Blutung, Follikel zu klein
08/2019: Abbruch nach der Punktion, von 5 entnommenen Eizellen war nur eine reif und hat sich irregulär befruchtet
11/2019: Abbruch nach der Punktion, von zwei ohne Narkose entnommenen Eizellen war nur eine reif, keine Befruchtung (ohne Narkose war gut auszuhalten); extreme Hautausschläge fast am ganzen Körper (vermutlich wegen der Hormone), ich war psychisch am Ende, meinem Mann ging es auch nicht sehr gut.
Was nun? Mit eigenen Eizellen weiter machen war keine Option mehr, ich konnte/wollte das nicht mehr, die Klinik hat auch davon abgeraten. Den Kinderwunsch, der im Lauf der Zeit immer stärker geworden ist, aufgeben? Das fühlte sich nicht richtig an. Bereits nach der zweiten gescheiterten IVF hat unsere Kinderwunschklinik die EZS als Option erwähnt. Mit IVI Mallorca hätten sie gute Erfahrungen gemacht. Die notwendigen Vor-Untersuchungen kann ich in der hiesigen Kinderwunsch-Klinik machen lassen, was ja nicht überall selbstverständlich ist - weil in Deutschland ja leider verboten. Kommen wir mit einer (anonymen) EZS klar und erzählen wir es später dem Kind? Nach einigen Überlegungen und auch Beratung durch pro familia konnten wir alle Fragen mit ja beantworten.
Seit Ende 06/2019 lasse ich mich zusätzlich durch eine Heilpraktikerin unterstützen, bekomme Akupunktur und Osteopathie-Behandlungen. Ernährungsumstellung nach TCM usw.. Wiege heute 18 kg weniger als Ende 2017 und habe aktuell Normalgewicht. Eine immunologische Untersuchung aufgrund meiner Allergie-Neigung hatte zum Ergebnis, dass ich die EZS mindestens mit Cortison unterstützen sollte. Außerdem nehme ich Vitamin D3, Omega 3-Kapseln u.a. ein. Mein aktueller Vitamin-Status ist top.
Im Oktober 2019 waren wir auf der Kinderwunschmesse in Köln und haben dort vor Ort u.a. mit IVI Mallorca gesprochen und uns dann auch dafür entschieden, falls es auch bei der dritten IVF zu keinem Transfer kommen sollte. Und so schizophren es ist: EZS in Deutschland ist zwar verboten, aber die ganze Messe war voll solcher Anbieter und wir haben dadurch sogar einen Messepreis (10% Nachlass auf die EZS, Erstgespräch kostenlos) bekommen! Am Stand dieses Forums waren wir auch, deswegen schreibe ich heute hier. Und wir haben das tolle Team von Storchgeflüster kennen gelernt. Das ganzheitliche Online-Coaching kann ich nur wärmstens empfehlen!!!
Das Erstgespräch auf Mallorca bei strömendem Regen war am 20.01.2020 (dort ein Feiertag). Die nötigen Medikamente für mich haben wir direkt auf Mallorca gekauft (unproblematisch beim Rückflug). Wir haben uns für einen zusätzlichen Gentest bei meinem Mann entschieden, damit eine Spenderin gesucht wird, die seinen einen festgestellten Gendefekt nicht hat (jeder von uns hat solche Gendefekte). Dafür haben wir uns vor allem deshalb entschieden, weil letztes Jahr ein befreundetes Pärchen eine stille Geburt im 6. Monat bei ihrem zweiten schwerstbehinderten Baby erleben musste (das erste Kind ist gesund). Durch diesen Gentest wird ein Behinderungs-Risiko deutlich reduziert. Weiterhin festgestellt wurde bei meinem Mann, dass seine Sperma-Qualität nach Einfrieren und Auftauen deutlich schlechter war, so dass mein Mann am Tag der Punktion (vor. 05.-10.04.) frisches Sperma abgeben wird. Zudem werden wir das MACS-Verfahren anwenden, damit nur die besten Spermien rausgefiltert werden. Vor fünf Wochen hat mein Mann außerdem mit dem Rauchen aufgehört - nach 30 Jahren! Rückblickend frage ich mich durchaus, ob es wirklich nur an meinen schlechten Eizellen gescheitert ist... Seit dem 31.01. standen wir auf der Warteliste für die EZS. Vorgestern kam dann die Info, dass eine Spenderin gefunden wurde, die vor. am 25.03. mit der Stimulation beginnen wird. Gestern habe ich mit dem Arzt telefoniert und den Medikamenten-Plan und natürlich auch die fünfstellige Zahlungsaufforderung bekommen. Da Geld allein ja auch nicht glücklich macht: weg damit ;-).
Insgesamt liefen die Kommunikation und der gesamte Ablauf mit IVI Mallorca bisher reibungslos. Behandlungen finden bei Bedarf auch an Wochenenden/Feiertagen statt. Auf meine Mails / Anrufe bekomme ich immer am selben Tag eine Antwort.
Was mir gerade vor allem zu schaffen macht, ist mal wieder die Ungewissheit, ob alles wie geplant stattfinden kann (in der Vergangenheit gingen alle Pläne in Richtung Schwangerschaft ja leider nicht auf). Eine EZS im Ausland ist extrem emotional und organisatorisch aufwändig und dank Corona kann evtl. noch mehr schief gehen...Leider kann ich als Kopf-Mensch solche Gedanken nur schwer ausblenden, trotz Yoga und Meditation. Dabei stehen die Chancen auf eine Schwangerschaft durch EZS doch insgesamt sehr gut. Ich versuche ruhig und optimistisch zu bleiben. Mehr als schief gehen kann es ja nicht...
Ich danke allen, die bis hierhin durchgehalten haben ;-). Ich habe manchmal das Gefühl, zu dem Thema bereits ein Buch schreiben zu können...
Herzliche Grüße
Chance 20