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  1. Dein Kinderwunschforum – Erfahrungsaustausch & Expertenantworten für Deinen Weg zum Wunschkind! 💬🩺
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Frage an alle mit "nur" einem Kind

  • Liane
  • 17. Dezember 2004 um 13:43
  • Liane
    8-Zeller
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    114
    • 17. Dezember 2004 um 13:43
    • #1

    Unser Traum vom zweiten Kind hat sich gerade zerschlagen und weitere Behandlungen werden wir auch nicht machen, da es am Geld und auch so langsam an der psychischen Belastbarkeit scheitert. Wer von Euch ist auch älter und hat ein Kind. Wie ist es so? Bekommt Ihr oft zu hören "typisch Einzelkind" und dann noch alte Eltern?Zur Zeit ist es bei uns zwar nicht so und wir sind auch bemüht nicht in diese Richtung zu erziehen, aber ich finde es irgendwie so traurig für unseren Sohn, daß er ohne Geschwister groß werden wird. All diese Erfahrungen die man mit Geschwistern macht bleiben ihm vorenthalten und er steht immer alleine gegen uns Eltern da ohne einen Verbündeten zu haben. Natürlich war mir von Anfang an klar, daß es fraglich ist, wie so eine Behandlung ausgehen wird, aber innerlich habe ich immer gehofft, noch ein genetische Geschwisterkind für unseren Sohn bekommen, was jetzt völlig unmöglich ist. Ich würde mich freuen, ein paar Erfahrungsberichte zu bekommen.

  • Claudia33
    Morula
    Beiträge
    225
    • 17. Dezember 2004 um 15:39
    • #2

    Frage an alle mit "nur" einem Kind

    Hallo Liane,

    wir haben noch gar kein Kind, starten jetzt aber mit einem Versuch im Januar.

    Da ich aber selbst Einzelkind bin, würde ich gerne was dazu sagen. Ich fand es immer total furchtbar, insbesondere wenn meine Eltern keine Zeit für mich hatten, auch an Feiertagen etc. fehlt halt immer der Spielpartner bzw. wie Du so schön sagst,. der Verbündete. Ich denke, Ihr solltet Euch wirklich überlegen, ob Ihr nicht noch auf einen Versuch hin spart. Auch wenn das Kind dann genetisch anders ist. Was ist denn so schlimm daran? Ich fände das nicht so tragisch. Was das Alter der Eltern angeht, zum einen gibt es doch inzwischen viele ältere Eltern, aufgrund der geänderten Lebensformen, zum anderen ist doch entscheidend, wie man sich verhält. Ich kenne Eltern mit Anfang 20 die ich gut in die Schublade "alte Oma" packen würde, andererseits kenne ich mehrere Paare, die überraschend mit über 40 doch noch Eltern wurden, und damit gar nicht mehr gerechnet hatten. Und die aber wirklich aktiv sind, und mit dem Kind alles unternehmen und auch geistig mithalten können mit den heutigen Trends bei Kindern.


    Gruß

    Claudia

  • Liane
    8-Zeller
    Reaktionen
    1
    Beiträge
    114
    • 18. Dezember 2004 um 20:47
    • #3

    Frage an alle mit "nur" einem Kind

    Hallo Claudia, vielen Dank für Deine Information. Ein weiterer Versuch ist leider völlig außer Frage. Erstmal haben wir fast auf den Tag genau 10 Jahre "Kinderwunschkarriere" hinter uns und unsere gesetzten Schlußstriche schon mehrfach überschritten. Würde es eine Erfolgsgarantie geben, wäre es keine Frage, aber wir haben beide keine Energie mehr für diese Ungewißheit, den hohen finanziellen Einsatz (was leider ein Pokerspiel ist) und die psychische Belastung wenn es nicht klappen sollte (womit man ja leider immer rechnen muß) . Wir waren einfach zu lange in dieser Spirale zwischen Hoffen und tief fallen, wieder aufrappeln, neue Untersuchungen, Urschenforschung nach dem "Warum" wieder hoffen, wieder fallen etc. Mein Mann ist diesbezüglich überhaupt nicht mehr umzustimmen. Seiner Meinung nach ist er überglücklich über unseren Sohn, mit dem wir ja schon gar nicht mehr gerechnet haben. Für mich persönlich wird wahrscheinlich immer die Sehnsucht nach einem weiteren Kind bleiben. Ich hätte niemals erwartet, daß die genauso groß sein kann wie nach dem ersten Kind (gerade bei unserer Vorgeschichte). Wir haben unsere Pläne jetzt etwas geändert und versuchen etwas dichter an Nichten und Neffen heranzuziehen, damit so vielleicht eine geschwister ähnliche Bindung entstehen kann. Ob es uns gelingen wir ist fraglich, aber es ist wohl das realistischere Ziel als weitere Versuche. Vielleicht schaffen wir es ja sogar zu einer Pflegschaft zu kommen (im Moment habe ich da zwar eher Zweifel, aber vielleicht haben wir ja Glück). Dieses sind so im Moment unsere Ideen wie ihm eine glückliche Kindheit bereiten kann. Insbesondere auch, weil wir vorhaben, ihm zu gegebenen Anlaß (nicht im Kindesalter, da dieses Thema Eizellspende ja nur schwer kindgerecht zu verpacken ist) die Wahrheit zu sagen, da wir meinen, daß er ein Recht darauf hat. Da wäre es natürlich das Schlmmste zu hören, was habt ihr mir da nur angetan. Auf alle Fälle nochmals vielen Dank für Deine Meinung. Kannst Du mir auch noch sagen, wei Dein Verhältnis heute zu Deinen Eltern ist? Hast Du Dich als sehr verwöhnt empfunden? Hattest Du das Gefühl, von anderen immer irgendwie dieses "typisch Einzelkind" aufgedrückt bekommen zu haben? Ichhoffe ich bin Dir mit meinen Fragen nicht zu naahe getreten, Du kannst mir ja auch per PN antworten. Da würde ich mich echt drüber freuen. Insbesondere vielleicht, was Du meinst, was Deine Eltern anders hätten machen können, was Dir geholfen hätte es nicht so furchtbar zu finden. Liebe Grüße und viel Glück im Januar - Liane

  • Anke
    Morula
    Beiträge
    397
    • 18. Dezember 2004 um 23:17
    • #4

    Frage an alle mit "nur" einem Kind

    Hier meldet sich mal ein zufriedenes Einzelkind. Ich habe Geschwister eigentlich nie gross vermisst. Eher jetzt als Erwachsener, wenn die Eltern langsam älter werden und alle Entscheidungen nur von mir getroffen werden müssen, da hätte ich gerne einen Bruder oder Schwester. ALs Kind nicht. Ich bin viel in Sportvereinen gewesen, meine Eltern haben einen grossen Bekanntenkreis mit vielen Kindern, meine Freundin konnte oft bei mir oder ich bei ihr übernachte, ich war auf Jugenfreizeiten..... also ganz ehrlich, ich hab es damals nicht vermisst. Meine Eltern haben auch immer versucht mir Freunde zu sein und nicht den Obererzieher rausgehängt. (und bin doch recht gut gelungen :lach: ) Auch im Urlaub oder an Feiertagen durfte jeder mal entscheiden was gemacht wird. :ja:

    Dass Einzelkinder verwöhnter sind, glaub ich nicht so ganz. Oftmals können die besser teilen, als wenn man immer teilen muss und dann der Futterneid kommt.

    Seht zu dass Euer Junior viel unter Kindern ist, ich denke dann ist das Ganze kein Problem. Mein Mann hat einen Bruder und der ist 7 Jahre älter, die beiden können und konnten sich noch nie leiden, auch als Kinder gabs wenn dann nur Zoff. :roll:

    Grämt Euch nicht, sondern freut Euch an Eurem Sohnemann.

    Liebe Grüße und alles Gute
    Anke

  • Homa
    4-Zeller
    Beiträge
    71
    • 19. Dezember 2004 um 03:19
    • #5

    Frage an alle mit "nur" einem Kind

    Hallo Liane,

    sowohl mein Mann als auch ich sind Einzelkinder. Ich habe mir immer Geschwister gewünscht - v.a. ein älterer Bruder war mein Traum - war aber irgendwie schwierig durchzusetzen :wink: . Mein Mann war nie unzufrieden als Einzelkind. Freunde hatten wir beide immer viele und fühlten uns deshalb selten allein. Für mich war es nur schwer, wenn wir mal wieder umziehen mussten. Teilen können wir beide gut, da habe ich auch schon immer gemerkt, dass Geschwisterkinder oft die größeren Probleme haben. Ich war und bin immer froh, wenn jemand da ist, dem ich abgeben kann. Unterm Strich muss ich sagen, auch wenn ich als Kind manchmal traurig war, alleine zu sein, habe ich auch nicht entsetzlich gelitten und irgendwann habe ich natürlich auch die Vorteile gesehen.

    Trotzdem verstehe ich Dich gut, ich hoffe auch auf ein genetisches Geschwisterkind für meinen Sohn, da ich immer mehr als ein Kind wollte. Sollte es aber mit den Kryos nicht klappen, werde ich das trotz aller Trauer akzeptieren. Viele Paare können/dürfen kein zweites Kind bekommen.
    Wir alle verstehen Deinen Kinderwunsch sicher sehr gut, aber wenn es eben bei einem bleiben muss, versuche Dich nicht zu lange zu sehr zu grämen. Freue Dich an Deinem Einzelkind. Es hat sicher mehr davon und kommt damit auch besser zurecht, wenn Du nicht um ein nicht machbares Kind trauerst. Das könnte dem Kind die Situation als Einzelkind sicher erschweren. Und glaube uns Einzelkinder: Wir sind ganz normale Menschen, nicht egoistischer als andere und sozial genauso verträglich. Wird mittlerweile übrigens auch wissenschaftlich bestätigt.

    Kopf hoch,
    Homa

  • Claudia33
    Morula
    Beiträge
    225
    • 20. Dezember 2004 um 08:07
    • #6

    Frage an alle mit "nur" einem Kind

    Hallo Liane,

    gerne nehme ich nochmal Stellung:

    Ich bin von meinen Eltern nicht verwöhnt worden, eher im Gegenteil, weil sie immer bewußt das Verwöhnen vermeiden wollten. Allerdings hat meine Oma und ein "Single"- Onkel haben das ausgeglichen und mich total verwöhnt (sowohl zeitlich als auch materiell).

    Mein größtes Problem ist und war die Tatsache, das ich nicht wirklich weiß, warum ich keine Geschwister habe. Ich war ein "Unfall" ungeplant, meine Eltern damals nicht verheiratet, mehrere hundert km vorneinander wohnend, zudem wollte ich mit 7 Monaten schon auf die Welt, lag lange im Brutkasten, vielleicht hat das alles meine Eltern geschockt, aber wie gesagt, ich bekomme keine Antwort wenn ich nachfrage. Obwohl in allen anderen Bereichen des Lebens meine Eltern offen sind. Dachte immer, gerade nachdem wir ja unsere langjährliche KIWU- Problematik haben, meine Mutter würde jetzt mal offenen reden, aber Fehlanzeige.

    Fazit: Ich fände es super wichtig, Eurem Sohn zu erklären, warum er keine Geschwister hat, und auch viel viel Kontakt zu anderen Kindern aufzubauen. Was sicher schwierig ist, ist das Thema Rücksichtnahme, teilen, etc. das wäre der Kontakt zu den Neffen etc. sicher super förderlich, weil das kann man als Einzelkind nicht "theoretisch " lernen, das geht nur "praktisch". Und das habe ich ld. meines Mannes wohl erhebliche Defizite...

    Lieber Gruß

    Claudia

  • Anke
    Morula
    Beiträge
    397
    • 20. Dezember 2004 um 09:22
    • #7

    Frage an alle mit "nur" einem Kind

    Hallo Claudia,

    interessante Frage. Ich weiss eigentlich auch nicht warum ich keine Geschwister habe. Muss ichmeine Mutter mal bei Gelegenheit fragen. Mir ist der Gedanke nie gekommen, dass es dafür einen Grund geben könnte. Ich dachte eigentlich immer die wollten nur eins, aber gefargt hab ich nie. Muss ich mal in einer lauschigen Stunde machen. Danke für den Gedankenanstoss.

    Liebe Grüße Anke

  • Dorothe
    8-Zeller
    Beiträge
    92
    • 20. Dezember 2004 um 15:45
    • #8

    Frage an alle mit "nur" einem Kind

    Hallo Liane,

    auch ich bin ein Einzelkind und fand das nie schlimm. Klar, wenn ich "Hanni und Nanni" gelesen habe, wünschte ich mir auch immer Geschwister, aber ansonsten habe ich mich als Einzelkind sehr wohl gefühlt.

    Lediglich Sonntags und in den Ferien war es mir manchmal langweilig, aber das haben meine Eltern dadurch ausgeglichen, dass sie eigentlich fast immer die eine oder andere Freundin von mir mit in Urlaub genommen haben.. ganz nebenbei war das auch für meine Eltern erholsamer, da sie nicht ständig mit mir spielen mussten.

    Ich fühle mich bis heute in keiner Form als Einzelkind benachteiligt und bin auch nicht verwöhnter als mein Mann, der als jüngster von vier Geschwistern aufwuchs.

    Liebe Grüße

    von dem quietschvergnügten Einzelkind

    Dorothe

  • Liane
    8-Zeller
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    114
    • 20. Dezember 2004 um 23:17
    • #9

    Frage an alle mit "nur" einem Kind

    Vielen Dank für Eure Antworten. wir werden in jedem Fall einige Tipps beherzigen. Ich habe auch noch Artikel über Einzelkinder gelesen und die waren eher positiv. An erster Stelle steht jetzt erst einmal, daß ich gegen meine innere Trauer ankämpfe, denn irgendwie habe ich doch damit gerechnet daß es nochmal klappen würde. Vor allem darf ich jetzt nicht die Fehler machen, die ich bei anderen sonst so bemängelt habe. Z.B. hat eine Kollegin von mir 4 Kinder auf natürlichem Wege bekommen (hat auch immer ganz schnell geklappt) Die jüngsten wurden immer künstlich klein gehalten und wenn es dann gar nicht mehr ging kam halt das nächste. (Zum Teil waren das echt total verwöhnte, verzogenen Kröten fällt mir dabei so nebenbei ein). Ich habe die Babyphase unseres Sohnes auch total genossen und hätte dies gerne nochmal erlebt. Eine unserer Nichten ist auch alleine und sie hat mir halt immer so leid getan, wenn sie bei Festen von lauter Erwachsenen umringt war, die sich um sie gerissen haben. Ich hoffe, daß wir es schaffen, geimeinsame Unternehmungen an Feirtagen hinzubekommen (was in der Vergangenheit eher wenig war), auch wenn 7 Jahre Altersunterschied zwischen den Kindern liegen. Ich würde es uns nach wie vor zutruaen, ein Pfelgekind aufzunehmen, ich hoffe, daß die Behörden mit uns einer Meinung sein werden. Aber erstmal muß ich tatsächlich noch den Schock überwinden. Vielleicht liegt es auch noch an den Hormonen und daß meine Blutung heute begonnen hat, daß ich es noch so schwer finde. Irgendwie ist es wie ein Schlußstrich, die letzten 8 Jahre habe ich (muß ich mir leider doch ehrlich eingestehen) von Behanldung zu Behandlung gelebt . Und außerdem muß ic mir auch vor Augen halten, daß es ja vielleicht gar nicht zu unserem Besten gewesen wäre, wenn es nochmal geklappt hätte. Wie heißt es so schön, wer weiß wozu es gut war. Vom Verstand her weiß ich genau, wie gut es uns geht und was für ein Glück wir hatten. Bevor wir den Kryozyklus begonnen hatten, haben wir uns auch ernsthaft gefragt, ob wir das Schicksal wirklich nochmal herausfordern wollen, da wir mit einem gesunden Kind ja schon mehr als jemals erwartet, erreicht haben. GEnauso wie wir vor 2 Jahren enschieden haben, daß EZS richtig für uns ist.Das haben wir damals aus Sicht "des Kindes" betrachtet und gemeint, es verantworten zu können. An 2 hatten wir da gar nicht gedacht, sondern über "ein" mögliches Kind nachgedacht. Jetzt sollten wir uns daran halten und unsere innere Stimme sagt, daß es Zeit zum Aufhören mit weiteren Behandlungen ist. Ich hoffe halt sehr, daß unser Sohn das eines Tages mal so verstehen wird und später wie ihr meinen wird, daß es ihm nichts ausgemacht hat alleine mit uns großgeworden zu sein. Das ist derzeit eigentlich mein größter Wunsch. Aber jetzt werden wir erstmal die Weihnachtstage mit ihm genießen. Dieses jahr haben wir uns kein kompliziertes Essen oder so vorgenommen, sondern einfach die Zeit mit ihm zu genießen und zu spielen. Das hat unserer Ansicht nach nichts mit Verwöhnen zu tun, auch wenn in meiner Familie da manchmal andere Meinungen drüber herrschen. Und außerdem, jedes erstgeborene Kind ist erstmal Einzelkind.....Vielen, vielen Dank für Eure Antworten.

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