Sehr geehrter Herr Dr. Netzbandt!
Da es nun glücklicherweise gelungen ist, Sie für dieses Forum zu gewinnen hätte auch ich eine Frage an Sie, bezüglich unseres Falls. Da ich glaube, daß die dahinterliegende Problematik eigentlich eine sehr allgemeine ist (eh schon alles gemacht und trotzdem will's einfach nicht klappen) poste ich für alle lesbar in diesem Forum:
Nach einer chirurgischen uterus-bicollis-Korrektur und mehreren fehlgeschlagenen IVFs (als Ursache gaben die Ärzte eine in allen Fällen absolut schlechte EZ + Embryonenqualität an - nie erreichte ein Embryo das Blastozystenstadium) landeten wir bei der Eizellenspende (meine Frau hat einen regelmäßigen, wenngleich etwas verlängerten Zyklus). Die Ursache für die schlechte EZ-Qualität wurde leider nie gefunden - auch eine Chromosomenanalyse blieb ohne Ergebnis.
Nachdem ein erster EZS-Versuch negativ war, ließen wir weitere Untersuchungen vornehmen: Bei einer Uterushysteroskopie wurden noch 2-3 kleinere Adhäsionen beseitigt und bei einer späteren Kontrollhysteroskopie mit Gewebeentnahme des Endometriums (Mitte 2. Zyklushälfte) wurde festgestellt, daß 1.) keinerlei Vernarbungen mehr existierten und alles völlig normal aussieht (1 homogen mit Endometrium ausgekleidete Höhle) und 2.) das Endometrium auch in einnistungsfähigem Zustand war.
Ein Doppler-US und 3D-US ergab weiters, daß auch die Durchblutung normal war ebenso wie das generelle Aussehen.
Immunologischer Befund, Untersuchung auf Faktor 5 - Blutgerinnung blieb ebenfalls ohne Ergebnis. Einzig eine grenzwertige Schilddrüsenunterfunktion konnte gefunden werden (seither eingestellt auf 1 Euthyrox 75ug pro Tag mit gutem Ergebnis). Bei einem Zuckerbelastungstest zeigten sich ebenfalls normale Ergebnisse, außer einem etwas erhöhten Insulinausstoß nach Einnahme der Zuckerlösung, welcher aber nicht so hoch war, als daß man uns eine diesbezügliche Therapie empfohlen hätte.
Alles in allem also - scheint es - nicht so schlimm, jedoch (wie ich eingangs bereits bemerkt habe) laufen wir dem Erfolg bei der EZS immer noch hinterher: 3 weitere Versuche (1 mal frisch, 2 mal gefroren) blieben ohne positives Ergebnis. Das einzige, was für mich bei den Behandlungen auffällig war, war daß etwa ab der 3. Woche Östrogeneinnahme das bereits aufgebaute Endometrium wieder "abgebaut" wurde (jedoch ohne erkennbare Blutung) und in der Höhe um 3-5 mm zurückging. Dies geschah bei einer EZS-Behandlung, bei der allerdings trotzdem transferiert wurde und im zuge einer weiteren Vorbereitung für eine EZS, die dann abgebrochen wurde.
Wohl nicht ganz unbegründet - so denke ich - sind wir der Auffassung, daß es da noch eine unsichtbare, "nicht-diagnostizierbare" jedoch entscheidende Schranke gibt, die uns aufhält und haben deswegen weitere Versuche erst einmal auf Eis gelegt.
Meine Frage lautet nun: Gibt es noch irgendwelche Untersuchungen oder Behandlungen, die relevante Ergebnisse bringen könnten und vor allem (da ich denke, daß wir nicht die einzigen in dieser Situation sind): Wie häufig ist das, daß es ohne erkennbare Ursache trotzdem einfach nicht klappen will resp. welche nicht diagnostizierten oder nicht diagnostizierbaren Ursachen könnten in derartigen Fällen dermaßen entscheidend sein.
Die Frage liegt mir auch deshalb am Herzen, da in ähnlich gelagerten Fällen eigentlich kein Arzt dazu rät es einfach bleiben zu lassen, sondern - möglicherweise tatsächlich chancenlos - immer wieder versucht wird irgendwie weiterzumachen und immer mit irgendwelchen Erklärungen versucht wird deutlich zu machen, daß der nächste Versuch ein sinnvoller ist. In dem Zusammenhang müßte man doch eigentlich auch die Frage zulassen, selbst angesichts der unzähligen Behandlungsmöglichkeiten, die die Reproduktionsmedizin bietet: Wann müßte man dem Patienten raten, angesichts fehlender oder zu geringer Erwartungen mit derartigen Behandlungen aufzuhören?
In hoffnungsvoller Erwartung Ihrer geschätzten Antwort
Bussibär
<font size=-1>[ Diese Nachricht wurde geändert von: Bussibär am 2003-06-28 17:30 ]</font>
<font size=-1>[ Diese Nachricht wurde geändert von: Bussibär am 2003-06-28 17:30 ]</font>