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Immunologie

  • Homa
  • 16. März 2003 um 13:45
  • Homa
    4-Zeller
    Beiträge
    71
    • 16. März 2003 um 13:45
    • #1

    Nach drei fehlgeschlagenen IVF/ICSI wollen wir jetzt Eizellspende machen. Wir haben Kontakt aufgenommen zu einer Klinik in den USA und der Arzt hat (sinnvollerweise) noch ein paar ergänzende Untersuchungen im Vorfeld vorgeschlagen, u.a. immunologische. Da ich mich bisher damit wenig befasst habe kann mir vielleicht jemand helfen:
    Es soll untersucht werden: APA = antiphospholipid Antikörper; ATA = antithyroid Antikörper; NKa = natürliche Killerzellenaktivität und RIPh = reproduktover Immunophänotypus.
    Diese Untersuchungen werden in Chicago durchgeführt. Sind das die gleichen Dinge die hier auch untersucht werden ? (In Kiel?) Und weiss jemand, was diese Untersuchungen in DEutschland kosten? (Chicago: 764 USD)
    Zusätzlich soll noch ein Sperma DNA Integritätstest gemacht werden, ist der jemandem bekannt?

    Danke für jede Info
    Homa

  • Kathy
    8-Zeller
    Beiträge
    160
    • 16. März 2003 um 15:00
    • #2

    Immunologie

    Hallo Homa ,
    ja , das sind die gleichen Untersuchungen , die auch in Kiel vorgenommen werden .
    Nach 13 Icsi hatte ich mich im vergangenen Jahr an eine Laborärztin gewandt , die ebenfalls diese und einige andere Untersuchungen durchführt.Ich hatte das Glück , dass die Blutuntersuchungen von meiner Kasse bezahlt wurden , die Immunsierung wird allerdings nur bezahlt , wenn man diese auch In Kiel macht .
    Viele Grüße
    Kathy

  • Chrissi
    2-Zeller
    Beiträge
    24
    • 13. April 2003 um 17:36
    • #3

    Immunologie

    Hallo,
    habe gerade gelesen, das ihr einige Untersuchungen in Kiel gemacht habt. Ich wohne in der Nähe in Kiel und wir befassen uns seit kurzem auch mit der Eizellspende. Könnt ihr uns paar Tipps geben,welche Voruntersuchungen man hier in Kiel machen lassen kann, bevor man einen Termin in einer ausl. Klinik hat ?
    Liebe Grüße
    Chrissi

  • Kathy
    8-Zeller
    Beiträge
    160
    • 13. April 2003 um 18:02
    • #4

    Immunologie

    Hallo Chrissi ,
    wir haben die Voruntersungungen bei einer Laborärztin in Stuttgart machen lassen ,insofern weiß ich nicht , ob in Kiel auch alle Blutwerte kontrolliert werden .
    Viele Grüße
    Kathy

  • Chrissi
    2-Zeller
    Beiträge
    24
    • 13. April 2003 um 18:29
    • #5

    Immunologie

    Hallo Kathy,
    weißt Du welche Voruntersuchungen man genau machen muß ? Sorry, meine Unwissenheit, aber wir befassen uns erst seit 1 Woche mit dem Thema. Ich habe nettes über die Klinik in Genk gelesen. Kannst Du von Erfahrungen berichten ?
    Liebe Grüße Chrissi

  • Kathy
    8-Zeller
    Beiträge
    160
    • 13. April 2003 um 19:03
    • #6

    Immunologie

    Hallo Chrissi ,
    ich weiß nun nicht , ob Du wissen willst ,was Genk für Voruntersunchungen haben möchte oder was es generell für Möglichkeiten gibt . Denn im Normalfall wollen die Kliniken vor einer Eizellspende meist nur einen HIV Test und Hepatitis .
    In Kiel wurde lediglich unser Blut untersucht und festgestellt , dass ich immunisiert werden muß . Da wir aber in Süddeutschland wohnen , war mir der Weg nach Kiel zu weit und wir sind zu der Lborärztin in Stuttgart . Allerdings macht sie Immunisierungen nur dann , wenn sie im Vorfeld noch andere Ursachen ausschliessen kann . Und da wurde dann alles mögliche kontrolliert (Killerzellen , Schildrüse , Zellvitalität , Ana Screening ...).
    Viele Grüße
    Kathy

  • zoe
    8-Zeller
    Beiträge
    108
    • 14. April 2003 um 12:39
    • #7

    Immunologie

    hallo Kathy,
    ich bin derzeit in der Vorbereitung für eine Eizellspende in Meran und lese gerade zum ertsen Mal von immunologischen Untersuchungen. Warum macht man solche Untersuchungen und wann sind sie sinnvoll?
    gruß zoe

  • 8-Zeller
    Beiträge
    88
    • 14. April 2003 um 15:19
    • #8

    Immunologie

    Hi Zoe,
    Deine Frage ist nicht wirklich leicht zu beantworten, denn die Sache mit der Immunologie ist 1. noch sehr jung und 2. noch nicht so etabliert, da noch ganz wesentliche Studien fehlen. Grundsätzlich hat man früher bei IVF-Behandlungen standardmäßig nach der Auslösung des Eisprungs (hCG-Spritze) begonnen auch Corticosteroide zu verabreichen (zumeist ein Kortisonpräparat wie Prednisolon 5mg, 1 1/2 Tabletten pro Tag), was die Aktivität des Immunsystems generell etwas dämpfen sollte. Daß das Immunsystem schon viel früher wirkt ist klar, wenn man sich ansieht, daß viele Frauen das Problem von Spermienantikörper haben (im Blut oder auch im Scheidensekret) und diese AK eine unüberwindliche Blockade für die kleinen Kämpfer darstellen, wenn es darum geht zur Eizelle vorzudringen. All das war bekannt, jedoch haben sich viele Ärzte auch die Frage gestellt, ob das Immunsystem nicht nochmals, nämlich etwas später bei - oder kurz nach der Nidation (Einnistung) sich ungünstig auf selbige auswirken kann. Insbesondere im Falle sehr früher "habitueller" Aborte. Das betrifft v.a. jene Fälle, bei denen der SS-Test (12-14 Tage nach Transfer) nur kurzfristig oder nur sehr "leicht" positiv ausfällt, jedoch letztlich die Schwangerschaft nicht gehalten werden kann. D.h. der Emryo "dockt" kurzfristig an, wird jedoch danach sehr rasch wieder abgestoßen, sobald er direkten Kontakt mit dem Immunsystem der Mutter hatte. In vielen dieser Fälle hat man einen direkten Zusammenhang mit einer erhöhten Aktivität der "natürlichen Killerzellen" festgestellt (die den Embryo möglicherweise als eine Art invasiven Tumor betrachten) in anderen Fällen wieder bestimmte Autoimmunerkrankungen, wie z.B. Lupus, Morbus Hashimoto, ..., bei denen sich das Immunsystem gegen körpereigene Strukturen wendet.
    Am besten wäre in diesem Zusammenhang noch in dem Zyklus, in dem eine derartige "Fast-Schwangerschaft" vorgefallen ist, bei einer Endometriumsbiopsie eine Gewebeprobe zu entnehemen und selbige "immunpathologisch" untersuchen zu lassen. Das Problem dabei ist jedoch, daß kaum ein Gynäkologe unter derartigen Umständen in heimischen Landen sein OK dazu geben würde (zumindest ich kenne keinen derartigen), zumal die Gefahr, eine evt. doch bestehende Schwangerschaft damit zu gefährden, besteht. Ich wüßte auch niemanden, der eine derartige "immunpathologische" Untersuchung einer Endometriums-Gewebeprobe im deutschsprachigen Raum überhaupt anbieten würde. In den USA macht das z.B. Dr. Beer in Chicago und noch ein weiteres Repro-Zentrum ebendort. Natürlich stellt sich auch noch die Frage, wie man eine derartige Gewebeprobe zeitgerecht nach Chicago bringt, soferne man doch einen Gyn findet, der's macht.
    An Behandlungsmöglichkeiten wird v.a. die sogenannte Immunisierung (aktiv und passiv) angeboten (auch in Deutschland - Kiel, in Österreich fürchte ich, muß man sich die Immunglobulininfusionen von dort schicken lassen), welche jedoch sehr sehr teuer ist und praktisch nur in Ausnahmefällen von den Krankenkassen übernommen wird (z.B. tatsächlich erhöhte Killerzellen Aktivität gepaart mit mehreren Frühaborten - wie geschildert) und auch derartige Kostenübernahmen sind mir nur in Deutschland bekannt. Österreich ist diesbezüglich ziemlich rückschrittlich.
    Leider gibt es natürlich keine Garantie dafür, daß die Behandlung auch tatsächlich hilft (85%-90%) und selbst wenn, muß das nicht die einzige Ursache für Frühaborte oder Nidationsprobleme sein. Jedoch gehören immunologische Ursachen dem Stand der Forschung nach zu den erst jüngst erkannten Ursachen von Unfruchtbarkeit, die auch (in den meisten Fällen) behandelt werden können und somit besitzt das Thema eine gewisse Präsenz und hohe Gewichtung in der Fachwelt, denn wieder einmal konnte eine Hürde mehr in der Reproduktionsmedizin erkannt und -zumindest statistisch betrachtet- auch beseitigt werden.
    Bis das allerdings akzeptiertes Allgemeinwissen der heimischen Gyns wird und sich auch die Kassen auf derartiges finanziell einlassen, fürchte ich, wird noch einige Zeit vergehen. Immerhin: positive Ansätze gibt's ja schon.

    Bussibär

  • zoe
    8-Zeller
    Beiträge
    108
    • 15. April 2003 um 18:45
    • #9

    Immunologie

    Hallo Bussibär,

    vielen Dank für Deine sehr ausführliche und fundierte Antwort. Tja, was soll der interessierte Laie dazu jetzt sagen? Brauch ich solche Untersuchungen oder erhöht ein mehr an Maßnahmen auch eine Potenzierung des „Gedanken machen“ und dabei scheint doch vor allem der lockere und optimistische Umgang mit der Methode am meisten Erfolg zu versprechen.

    Hält’s Du es für sinnvoll als Prophylaxe Corticosteroide zu verabreichen um die Aktivität des Immunsystems etwas herunter zu fahren? Bei meiner ersten Schwangerschaft durch IVF, die leider in einer Fehlgeburt endete hatte ich um dem Transfer eine relativ starke Blasenentzündung, was ja wohl ein Zeichen für ein nicht sehr fittest Immunsystem ist.

    Grüße zoe

  • Chrissi
    2-Zeller
    Beiträge
    24
    • 15. April 2003 um 19:10
    • #10

    Immunologie

    Hallo Bussibär,
    dein Eintrag über Immunsupressiva war sehr interessant. Du hast dich wohl sehr ausführlich damit beschäftigt. Aufgrund einer Immunerkrankung, die dem Lupus sehr ähnlich und nach einer erfolgreichen Nieren-TX bin ich immunsupressiert. Ich habe gehört, das die Möglichkeit einer Fehlgeburtsrate deshalb erhöht sind. Weißt Du näheres darüber?
    Liebe Grüße
    Chrissi

  • 8-Zeller
    Beiträge
    88
    • 16. April 2003 um 09:16
    • #11

    Immunologie

    Hallo Ihr beiden,

    ad Zoe: Bingo! Der möglichst stressfreie Umgang mit der ganzen Angelegenheit ist sicher ein Schlüsselfaktor, zumal ja auch starke Zusammenhänge zwischen seelischem Wohlbefinden und Immunsystem existieren (Streß senkt den Interleukin-2-Spiegel). Eine Blasenentzündung mit starker Immunantwort pusht eher das Immunsystem, aber gerade das ist eher ungut für den Embryo. Ich kann mich erinnern, daß (ich war 10 Monate Zivi an einer urulogischen Abteilung) man, um das Immunsystem bei Blasenkrebs "aufzuwecken", tote Tuberkel in die Blase hineingebracht hat, um eine Immunantwort zu erhalten. Cortison prophylaktisch zu geben war früher Standard und ich nehme an, man macht es noch immer. Ob Du's nehmen sollst oder nicht, sollte natürlich ein Gyn entscheiden, aber an Deiner Stelle würde ich es Ihm mit Nachdruck vorschlagen, damit er darüber zumindest intensiv nachdenkt.

    ad Chrissi: Wenn Du immunsupressiert bist, dann geht diese Behandlung ohnehin in die richtige Richtung (es ist ein zu aktives oder fehlgeleitetes Immunsystem, das die Probleme verursacht - auch beim Schwangerwerden). Der Punkt ist, daß mit Lupus insbesondere für die Einnistung wichtige immunologische Parameter gestört sind (z.B. Anti-Phospholipid-Antikörper - APA, aber auch andere). Du solltest evt. durch eine adäquate Laboruntersuchung (a la Kiel), die sich speziell dieser Parameter annimmt feststellen lassen, wie sich Deine Krankheit auswirkt resp., ob die Behandlung auch gut wirkt - insbesondere im Hinblick auf eine beabsichtigte Schwangerschaft.
    Wie sich Lupus sowie gestörte APA, ANA, etc. auswirken können, kann man am Internet nachlesen: http://repro-med.net/research.htm

    Viel Glück Euch beiden!
    Bussibär


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    <font size=-1>[ Diese Nachricht wurde ge&auml;ndert von: Bussibär am 2003-04-16 09:18 ]</font>

  • stephie
    2-Zeller
    Beiträge
    36
    • 27. April 2003 um 13:01
    • #12

    Immunologie

    Hallo!
    Bezahlt die hiesige Krankenkasse im Zusammenhang mit einem Kinderwunsch den HIV-Test, Hepatitis und Bestimmung der Blutgruppe? Oder sollte man soetwas besser vor Ort in Spanien (?) machen lassen, weil es vielleicht billiger ist? Weiß jemand was dazu? Ich wäre sehr dankbar.
    Danke und viele Grüße von Stephie.

  • Chrissi
    2-Zeller
    Beiträge
    24
    • 27. April 2003 um 19:07
    • #13

    Immunologie

    Hallo Stephie,
    eigentlich macht meine Ärztin beim jährlichen Check-up, diese Untersuchungen automatisch mit. (ohne Bezahlung) Du müßtest deinen Hausarzt mal fragen, ob er diese Untersuchungen beim jährlichen Check up mit untersucht und ob das unentgeltlich ist.
    Liebe Grüße
    Chrissi

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