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Glücklich und doch ein wenig traurig

  • Dorothe
  • 6. Juli 2007 um 18:51
  • Dorothe
    8-Zeller
    Beiträge
    92
    • 6. Juli 2007 um 18:51
    • #1

    Unsere Zwillinge sind nun fast drei Jahre alt und natürlich sind wir überglücklich, dass wir sie bekommen haben. Und doch habe ich immer wieder Tage, an denen ich todtraurig bin, dass sie nicht meine genetisch eigenen Kinder sind, gerade weil ich sie so sehr liebe.

    Kennt jemand von Euch dieses Gefühl bzw. wie bekommt ihr das in den Griff?

    Dorothe

  • sasuna
    Morula
    Beiträge
    499
    • 6. Juli 2007 um 23:27
    • #2

    Re: Glücklich und doch ein wenig traurig

    Tut mir leid dass es Dir so geht.....

    Ich kann fürchte ich nicht so helfen ich kenne das Gefühl überhaupt nicht. Das einzige das mich mal traurig macht, ist dass die Zeit so schnell vergeht und die beiden so schnell groß werden.

    Sasuna

  • Dorothe
    8-Zeller
    Beiträge
    92
    • 7. Juli 2007 um 10:06
    • #3

    Re: Glücklich und doch ein wenig traurig

    Hallo Sasuna,

    ich freue mich für Dich, dass Du dieses Gefühl nicht hast.

    Meistens bin ich natürlich auch einfach nur glücklich, aber dann schleicht sich irgendwann der Gedanke an die Eizellenspenderin bei mir ein, und ich habe das Gefühl, dass ich irgendwie "außen vor" stehe und fühle mich wie eine Leihmutter. Dann frage ich mich immer, ob sonst niemand von Euch dieses Gefüh kennt.

    Ungeachtet dessen stelle ich meine Entscheidung für die erfolgte EZP nie in Frage und bin glücklich, dass wir die Beiden haben. Ich würde es auch immer wieder tun, da es letztlich doch ein unbeschreibliches Glück ist. Wenn ich nur von diesen blöden Gedanken los kommen könnte....

    Dorothe

  • Claudia33
    Morula
    Beiträge
    225
    • 9. Juli 2007 um 14:24
    • #4

    Re: Glücklich und doch ein wenig traurig

    Hallo Dorothe,

    ich kann Dein Gefühl nachvollziehen, habe ich auch manchmal. Ich glaube nicht, das das jemals in meinem Leben wirklich weg sein wird, es ist Bestandteil meines Lebens. Ich muß lernen, das einfach zu akzeptieren. Es gibt ja auch in anderen Lebensbereichen Sachen, die ich am liebsten vergessen möchte, und das geht nicht.

    Auch ich stehe aber zu meiner Entscheidung, wie Du an meinem Ticker siehst, bin ich wieder SS mit einer Eizellspende. Und wir wollen unsere Kinder später auch aufklären.

    LG Claudia

  • maria
    8-Zeller
    Beiträge
    108
    • 9. Juli 2007 um 22:10
    • #5

    Re: Glücklich und doch ein wenig traurig

    liebe dorothe,
    auch ich kenne dieses gefühl, das - wie du sagst - mit reue oder fremdheit nichts zu tun hat, nur mit momenten von melancholie und traurigkeit. das gefühl hatte ich seltsamerweise nie, als meine tochter noch in meinem bauch war. aber danach und dazu manchmal auch die angst, sie würde "es" spüren.
    ich glaube, ein ezskind ist doch etwas "besonderes". aber auch besonders geliebt.
    wahrscheinlich wird dieses gefühl nie weggehen.
    und es lohnt sich allemal, damit zu leben...
    liebe grüße
    maria

  • Narzisse2
    8-Zeller
    Beiträge
    151
    • 10. Juli 2007 um 07:11
    • #6

    Re: Glücklich und doch ein wenig traurig

    Hallo,

    ich kann diese Gefühle auch nicht ganz verdrängen... Aber genau wie Claudia stehe ich bzw. wir voll zu unserer Entscheidung. Auch wir hätten uns ja sonst nicht noch ein weiteres Kind durch Embryospende gewünscht.

    Eine gewisse Traurigkeit kommt manchmal hoch, wenn wir z. B. an die existierenden genetischen Geschwister unserer Tochter denken (die es definitiv gibt). Ganz schlimm fand ich es, als wir für einen Geschwisterversuch in Valencia waren und einige Kinder unserer Tochter wie aus dem Gesicht geschnitten waren. Da habe ich erst einmal geheult und gedacht: Ist das vielleicht ihre "richtige" Schwester? Wäre sie hier - im sonnigen Spanien - vielleicht glücklicher als im kalten Deutschland?

    Ich wäre froh, wenn es die Möglichkeit gäbe, irgendwann die "Spender-Eltern" (wobei ich der festen Überzeugung bin, dass mein Mann und ich die "richtigen" Eltern sind) und evtl. genetischen Geschwister zu treffen und mehr über sie zu erfahren. Dies ist aber nicht möglich und eigentlich macht mich dies besonders traurig - insbesondere für unsere Kinder.

    Ich bin jedenfalls sehr froh, dass ich noch einmal schwanger werden durfte und meine Tochter nicht als Einzelkind aufwachsen wird und ihr "Schicksal" mit ihren beiden Geschwistern teilen kann, wenn es soweit ist und wir "es" ihnen sagen.

    Wenn ich das Lachen meiner Tochter höre und sehe wie gut es ihr geht, bin ich aber nur noch glücklich und sehe allem was noch kommt, sehr positiv entgegen :)

    Gefühle sind manchmal eben einfach da und dafür braucht man sich nicht zu schämen. Ich denke auch, dass viele Eltern - aus anderen Gründen - manchmal traurig sind was ihre Kinder angeht. Es hat alles nicht nur rosarote Seiten...

    Liebe Grüße

    Narzisse

    3 Kinder durch Embryospende (1 Tochter, geb. 10/04 und Zwillingspärchen, geb. 9/07)

  • Josi
    Morula
    Beiträge
    596
    • 12. Juli 2007 um 14:32
    • #7

    Re: Glücklich und doch ein wenig traurig

    Liebe Dorothe,

    es ist schön, daß man sich hier im Forum auch über solch ganz private, tiefgehende Gefühle austauschen kann.

    Das Gefühl, das du beschreibst, kann ich zwar verstehen, aber selber habe ich nie so empfunden. Vielleicht weil ich der "Genetik", diesem winzigen Baustein Eizelle, nicht viel Bedeutung beimesse. Diese "fremde" Eizelle ist für mich höchstens noch der Initiator, die Zündung des allerersten Lebensimpulses , durch den unsere Kinder entstehen konnten.

    Aber für mein reales Leben haben sie keine Bedeutung und ich grüble auch nicht über die Spenderin nach. Alles was ich für diese wunderbaren Frauen empfinde, ist ein diffuses Gefühl der Dankbarkeit, und manchmal der leise Wunsch, sie könnten es erahnen, wieviel Glück sie uns geschenkt haben.

    Woran es liegt, daß wir Mütter hier so unterschiedlich empfinden - ich weiß es nicht. Aber was wir ganz sicher gemeinsam haben, ist die tiefe Liebe zu unseren so sehr gewünschten Kindern....

  • minibaby
    2-Zeller
    Beiträge
    38
    • 28. August 2007 um 05:42
    • #8

    Re: Glücklich und doch ein wenig traurig

    Liebe Dorothe,

    ich bin Conny (minibaby) und bin froh das ich dieses Forum gefunden habe. Ich habe einen "thread" unter "EZS und die Emotionen" im "Eure Geschichte" Folder, und habe seit langem vor gehabt mal nach dieser diskussion zu suchen. Nun habe ich sie gefunden.

    Mein kurzer Hintergrund: Ich bin 44, lebe in San Diego, Kalifornien, bin Deutsche und habe im dez. 2005 die EZS in San Diego gemacht. Unsere Tochter wurde letztes Jahr im Sept. geboren, und sie ist das Beste was mir je passiert ist. die liebe ist einfach sagenhaft.

    ABER, genau wie Du und auch ein paar andere hier um Forum, beschleicht mich manchmal die Traurigkeit das sie eben nicht von "meinen Eiern" abstammt. Wir haben es noch niemanden erzaehlt, weil wir noch nicht genau wussten ob wir es "dem Kinde jemals sagen" werden (obwohl wir so ehrlich mit allem sind und auch kein familiengeheimnis haben wollen, speziell da ich einen Hellinger Kurs mitgemacht habe). Es bedrueckt mich schon wenn z.B. meine Eltern (die in Deutschland wohnen) sagen das sie Aehnlichkeit mit z.B. den Grosseltern oder mir oder meinem Bruder sehen. Ich fuehle mich dann immer schrecklich da sie so verliebt in die kleine Maus sind. Oder wenn meine Kollegen manchmal sagen das sie mir immer aehnlicher sieht. (wenn wir es sagen, sagen wir es aber nur der Familie und unserer Tochter. Sie ist wirklich ein hubsches Kind (ja ja, ich weiss sagt ja jeder von seinem baby.... ha ha) und da denke ich oft: "Ja wer weiss wie sie aussehen wuerde wenn es meine Eizellen gewesen waeren....".

    Manchmal fuehle ich eine kleine "entfremdung (im englischen - disconnect) und wundere mich nur ob sie das mal irgendwann spuert.Ehrlich gesagt habe ich auch Angst davor, wie sie wohl reagieren wird wenn wir ihr es sagen. Ich habe Angst davor das sie mich nicht mehr liebt und ihre "richtige" Mami haben will. Ich weiss das das sicher quatsch ist, und ich ihre "richtige" Mami bin, aber so fuehle ich nun manchmal.

    Ich wuerde gerne von Eltern hoeren die es ihren Kindern gesagt haben und wie die Reaktionen waren.

    Zu Maria:
    Auch ich hatte nie das Gefuehl als sie im bauch war. Erst als sie geboren war und es eben mit dem "Aehnlichkeit suchen" losging. Ich kann aber schon erahnen wie sie sich Benehmen und Verhalten von mir annimmt. Ich sehe das sie spirituell und karmisch gesehen MEINE TOCHTER ist.

    Ich sehe es auch so das sich das Gefuehl lohnt damit zu leben. Was fuer ein Geschenk!!! :love:

    Claudia,

    herzlichen Glueckwunsch!!! Wie schoen das es nochmal geklappt hat. Ich hoffe wir hoeren von Dir nach der Aurfklaerung..... Ich hoffe Du hast eine gute Schwangerschaft

    Narzisse,

    das kann ich mir gut vorstellen wie Du Dich gefuehlt haben musst, als Du die Kinder sahst. Es ist schon ganz schoen was man da durch macht. Aber bedenke (wenn Du an das spirituelle/esoterische glaubst), Deine tochter hat sich EUCH als ELTERN AUSGESUCHT und 'wusste" sehr genau ueber das schlechte Wetter in Deutschland bescheid....... :bindafür: :gut:

    Dorothe, danke fuer Deine Offenheit und das Du diese Diskussion gestartet hast.

    Alles Liebe

    minibaby :kleeblatt:

  • paula
    4-Zeller
    Beiträge
    41
    • 1. September 2007 um 21:25
    • #9

    Re: Glücklich und doch ein wenig traurig

    Hallo,

    also ich habe dieses Problem nicht. Mein Sohn ist so hinreißend und fröhlich, dass ich manchmal sogar denke, vielleicht ist er so viel glücklicher als wenn er z.B. meine (manchmal) etwas melancholische Ader hätte...

    Allerdings bin ich immer noch ganz aufgewühlt, wenn ich irgendwas von seiner "Heimat" im TV oder so sehe. Und manchmal denke ich, dass ich doch sehr gern wüßte wer sein anderer Großvater ist und andere Verwandte und aus welchem Land sie vielleicht eingewandert sind, was so die "Wurzeln" sind und die Familiengeschichte, dass er darum etwas "betrogen" ist. Ich denke dann so, was hat dieses hinreißende Kerlchen wohl noch für Verwandte und wie lebten oder leben die.

    Aber von unserem Teil der Familie und allen Freunden wird er schon jetzt so geliebt, dass es ihm wohl nicht fehlen wird - falls er es mal erfahren wird.

    Vielleicht wäre es ja auch anders, wenn ich eine Tochter hätte, mit diesem Wunsch nach Ähnlichkeit. Oder hat es mit der Einstellung zu sich selbst zu tun?

    LG
    paula

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