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Wer sind die Eizellspenderinnen?

  • brandenburg
  • 14. Februar 2007 um 20:47
  • brandenburg
    2-Zeller
    Beiträge
    41
    • 14. Februar 2007 um 20:47
    • #1

    Hallo!

    Das Thema Eizellspende beschäftigt mich schon seit ein paar Monaten. Es ist für meinen Mann und mich (nach 5 ICSIs) die einzige Möglichkeit, noch Kinder zu bekommen. Nun versuche ich mir die Frage zu beantworten wie ich mit der Eizellspende umgehen soll und ob sie der richtige Weg für mich ist.

    Mein Knackpunkt: Wenn ich selber eine Tochter hätte und die würde sich als Eizellspenderin bewerben, ich wäre nicht unbedingt begeistert. Eizellen zu spenden ist eben einfach risikoreicher als Samen zu spenden.

    Ich kann mir nicht vorstellen, wer dazu bereit ist, seine Eizellen zu spenden? Ich möchte nicht, dass Frauen ausgenutzt werden, damit ich ein Kind bekomme. Mir geht es darum, dass es Frauen sind, die idealerweise schon Kinder haben und nicht irgendwelche gesellschaftlich schlechtgestellten Frauen, die es aus Geldnot tun.

    Kann mir jemand sagen, in welchen Kliniken mein Thema ein Thema ist? Wo bekomme ich die besten Infos über die Frauen?

  • Ines + Chris
    Blastozyste
    Reaktionen
    1
    Beiträge
    1.339
    • 14. Februar 2007 um 22:23
    • #2

    Re: Wer sind die Eizellspenderinnen?

    Hallo,

    es gibt Frauen, die wirklich aus Überzeugung spenden, um damit anderen Paaren aus der Kinderlosigkeit zu helfen. Sicherlich gibt es auch Frauen, die es wegen des Geldes machen. In den meisten Kliniken wird jedoch nur eine "Aufwandsentschädigung" für die Spenderin bezahlt.
    Wenn Du wirklich die Hintergründe über Deine Spenderin erfahren möchtest und vor allem, warum sie das macht, dann musst Du Dich an eine Klinik wenden, in der Du Dir die Spenderin per Katalog aussuchen kann. Unserem Wissen nach ist dies allerdings nur in den USA möglich. Dort gibt es Agenturen, die Spenderinnen vermitteln, diese Spenderinnen kannst Du meistens kennenlernen, dann erfährst Du natürlich etwas über die Hintergründe.

    Ines & Chris

  • romy
    Blastozyste
    Beiträge
    995
    • 15. Februar 2007 um 16:09
    • #3

    Re: Wer sind die Eizellspenderinnen?

    Hallo Brandenburg,

    "egg-sharing" ist sicher die spenderinnen-freundlichere Variante der EZS - das sind dann Frauen, die es "sowieso" machen, wegen sich selbst. Bei Novum in Warschau wird diese Variante praktiziert.

    Für mich war das auch ein Thema.

    Viele Grüße
    Romy

  • brandenburg
    2-Zeller
    Beiträge
    41
    • 15. Februar 2007 um 18:45
    • #4

    Re: Wer sind die Eizellspenderinnen?

    Danke für eure Reaktionen!

    Eine Aufwandsentschädigung für z.B. 600€ kann aber für die eine Frau viel für die andere wenig Geld bedeuten. Ich hoffe, in meinem Gespräch mit meinem Kiwu-Arzt bzw. der Klinik, die ich dann auswähle, mehr Infos darüber zu bekommen? Irgendwie bohrt das Thema sehr in mir. USA - da graut mir eher davor - per Katalog und so. So viele Hintergründe will ich dann auch wieder nicht wissen.

    Obwohl: die Anonymität ist für mich schon problematisch. Ich habe selbst erlebt, wie es ist, einen Vater zu haben, den man nicht kennt. Ich habe ihn dann noch kennengelernt und das hat mir schon sehr geholfen, meinen eigenen Weg zu finden. Vielleicht liegt der Fall bei EZS aber auch anders. Die Diskussionen dazu (Sagen oder nicht sagen) habe ich heute vormittag gelesen. Ich habe mir jedenfalls vorgenommen, obwohl ich sonst wie ein offenes Buch durch die Welt laufe - niemandem in meinem Umfeld über mein Vorhaben zu erzählen, um das Kind zu schützen (Wenn es nur schon da wäre - wieder typisch für mich, tausend theorien über ungelegte Eier ;-)). Aber dem Kind werde ich es wohl erzählen. Außer es ruht so in sich, dass es nichts zu erzählen gibt - nur die Pupertät ist - glaube ich - eine ganz schlechte Zeit dafür.

    Eizellen von Frauen zu bekommen, die eine IVF oder ISCI planen, das hört sich zunächst gut an. Aber das sind dann wahrscheinlich auch eher Eizellen von älteren Frauen bzw. die haben eine schlechtere Qualität. Die guten werden doch in der Regel selber verwendet? Ich habe auch vor, eine Polkörper-Diagnostik machen zu lassen, das ist zwar keine Garantie für gesunde Kinder, aber ich spare mir dann evtl. Transfer, Hoffnung und Misserfolg. Das ist es mir wert! Ich glaube, viele Versuche und Fehlschläge kann meine Psyche nicht mehr verkraften. Wie seht ihr das?

    Was mich in diesem Zusammenhang sehr interessiert, sind die medizinischen bzw. genetischen Fakten. Ist es wirklich so, dass durch die Schwangerschaft auch ein Teil von mir an das Kind weitervererbt wird? Das es ein anderes Kind würde, als im Bauch der Eizellspenderin? Das wirkt auf mich irgendwie beruhigend.

    Schönen Feierabend!

  • Tapabo06
    8-Zeller
    Beiträge
    121
    • 15. Februar 2007 um 23:56
    • #5

    Re: Wer sind die Eizellspenderinnen?

    Hallo Brandenburg,

    zunächst mal zu deiner letzten Überlegung, ob ein Kind, das du austrägst, nicht anders ist, als hätte es die genetische Mutter ausgetragen. Ich denke, das ist auf jeden Fall so, denn das Kind erlebt ja deine Bewegungen, deine Emotionen, dein Umfeld mit und es soll wohl auch so sein, dass es zu einem gewissen Grad einen genetischen Austausch gibt. Leider finde ich das alte Posting nicht mehr und weiß auch nicht mehr, wer dies geschrieben hatte. Vielleicht stellst du noch mal gesondert die Frage nach diesem Gen-Austausch, irgendjemand von den alten Hasen erinnert sich bestimmt. Ich hatte bei meiner Tochter nach der Geburt schon stark das Gefühl, dass sie ein Teil von mir ist - sie wog fast 4 Kilo ;-).

    Polkörperchendiagnostik sagt mir eigentlich nur in Zusammenhang mit der Uniklinik Bonn etwas und ich dachte immer, dies sei eine deutsche Spezialität, da hier ja die "richtige" Präimplantationsdiagnostik verboten ist. Ist es denn bei Polkörperchendiagnostik so, dass man einfach mal nach allen möglichen Defekten schauen kann, oder so wie bei der PID, dass es eigentlich nur möglich ist, bei begründetem Verdacht auf einen bestimmten Gendefekt gezielt nach diesem zu suchen? Von PID in Zusammenhang mit EZS habe ich noch nicht gelesen, es gab auch gerade noch ein Posting dazu, dass ich leider ebenfalls nicht mehr finde, aber die Klinik hatte da auf die Frage der Frau, ob dies möglich sei geantwortet, dass es bei dem Alter und guten Gesundheitszustand der Spenderinnen, nicht nötig sei, dies zu machen. Außerdem muss man, wie gesagt, ganz gezielt nach bestimmten Defekten suchen, ein allgemeines Screening ist es nicht.

    Bei der Anonymitätsfrage habe ich auch mitgepostet und ich für mich ist die Anonymität auch ein Problem. Ich bin selbst adoptiert und habe dies erst mit Mitte 30 selbst rausbekommen. Eine Spenderin aus dem Katalog hätte ich wie du aber ebenso gruselig gefunden. Das mit den Eizellen der Frauen, die selbst in Kinderwunschbehandlung sind, habe ich auch so gesehen, aber die Erfolge der Kliniken, die dies praktizieren, sprechen eine andere Sprache.

    Ich bin zur EZS nach Spanien gegangen, weil ich glaube, bzw. glauben möchte, dass hier das Risiko geringer ist, dass existenzielle Nöte einer Spenderin ausgenutzt werden. Auch denke ich, dass die Kliniken es sich nicht leisten können, sich ihren Ruf dadurch zu ruinieren, dass sie die Spenderinnen hyperstimulieren und ihnen gesundheitlichen Schaden zufügen - auch dort gibt es schließlich eine Mediendemokratie.
    Ich möchte glauben, dass es junge Frauen sind, die hilfsbereit sind, Mut zum Risiko haben - wie wir Empfängerinnen auch - und vielleicht gerade keine Zeit haben, einen Job zu machen, der zeitaufwendiger ist. Mein Mann z.B. hat sich in seiner Examenszeit auch mal als Medikamententester verdingt. Du hattest noch gefragt, wo du die besten Infos über die Spenderinnen bekommst - in Spanien sicher nicht, dort sind alle Infos verboten, die über die Angabe von Alter und Blutgruppe hinausgehen.
    Eins noch: Ich hätte vielleicht keine Spende angenommen, wenn ich nicht selbst einige IVFs hinter mir gehabt und diese als körperlich nicht besonders belastend empfunden hätte.

    Liebe Grüße,
    Tapabo

    ------------------------------------------------------------
    2 Kinder durch EZS - Tochter 01/05, Sohn 05/07

  • romy
    Blastozyste
    Beiträge
    995
    • 16. Februar 2007 um 12:59
    • #6

    Re: Wer sind die Eizellspenderinnen?

    Hallo Brandenburg,

    mir ging es in vielem ähnlich wie Tabapo. Auch ich hätte keine Spende angenommen, wenn ich die IVF selbst als "Tortur" erlebt hätte. Was du nicht willst, das man dir tu...

    Die Überlegungen zur genetischen Vermischung stammen von Josi. Sie hatte da mal etwas gelesen. Nachdem ich jetzt eine Tochter mit EZS bekommen habe, glaube ich, dass da was dran sein könnte. Ich finde durchaus etwas von mir in ihr. Mag sein, das ist Zufall oder Wunschdenken - oder gute Auswahl der Klinik. Was mir jedenfalls in letzter Zeit noch mal so richtig klar wurde: Auch genetische Eltern kriegen keinen Klon, und auch genetische Eltern stellen fest, dass ihr Kind nicht in allen Details so ist, wie sie sich es vielleicht erträumt haben. Jedes Elternpaar, egal wie es Eltern wurde, muss also das eigene Kind annehmen. So, wie es ist.

    Mit EZS Mutter zu werden, ist nachher nicht so schwer, selbst für eine EZS-Skeptikerin wie mich. Du denkst relativ schnell nicht mehr dran, stelle ich fest. Schwangerschaft und Stillen sowie das Miteinander-Leben, das verbindet stärker als der Austausch von Chromosomen. Aber vorher muss man diese Dinge halt wälzen, so wie du es grade tust. Zum Schweigen würde ich dir auch unbedingt raten, also dem Umfeld gegenüber.

    Polkörperdiagnostik halte ich auch für übertrieben. Die Erfolgsraten mit EZS sind sehr hoch.

    Ich wäre nicht in die Ukraine gegangen, weil ich dort Angst gehabt hätte, ob Spenderinnen irgendwie ausgenützt würden (z.B. auch von zuhause aus, noch nicht mal von der Klinik). In den einschlägigen Reportagen (leider auch letztens in meiner heißgeliebten "ZEIT") werden immer dieselben überstimulierten Rumäninnen vorgeführt. Ich kann es nicht mehr lesen. Also, England (als Handelspartner dieser EZ)wäre auch nicht in Frage gekommen.

    Beim egg-sharing kriegst du keine 2. Wahl. Aber alles hat seine Vor- und Nachteile. Leicht ist es nicht, dieses Thema. EZS ist schon nur was für "Besessene", sag ich mal platt. Also für diejenigen unter uns KIWulerinnen, die unbedingt ein Kind haben wollen. Es gibt ja auch Frauen, die sich mit dem Verzicht relativ leicht tun.

    So, jetzt muss ich besagten Nachwuchs mal aus dem Bett holen!

    Viele Grüße
    Romy

  • Kitty
    2-Zeller
    Beiträge
    44
    • 16. Februar 2007 um 13:05
    • #7

    Re: Wer sind die Eizellspenderinnen?

    Hallo,

    ich habe vor einiger Zeit hier auch schon mal von dem angeblichen Genaustausch gelesen. Leider habe ich im Internet nichts dazu gefunden.
    Ich gebe hier ganz ehrlich meine Skepsis preis, denn ich kann mir beim besten Willen nicht erklären, wie ein Genaustausch funktionieren soll. Mit der Befruchtung sind alle Erbanlagen festgelegt, der Bauplan steht.
    Ich rede jetzt nicht von Bewegungen, Gefühlen etc., die ein Kind im Mutterleib erfährt und sicher auch davon geprägt wird, sondern speziell die Gene.
    Natürlich lasse ich mich gern eines Besseren belehren und frage, kennt hier jemand wiss. Quellen, wo man darüber lesen kann?

    Liebe Grüße
    Kitty

  • Kitty
    2-Zeller
    Beiträge
    44
    • 16. Februar 2007 um 13:18
    • #8

    Re: Wer sind die Eizellspenderinnen?

    Hallo romy,

    nein, auch genetische Eltern bekommen keinen Klon, denn es gibt unzählige Kombinationsmöglichkeiten der Gene! Ich denke, eine Ähnlichkeit zwischen dir und deiner Tochter ist einfach damit zu erklären, dass die Kinder die Mimik abgucken und natürlich wird dein Töchterchen in all deinen Verhaltensweisen durch dich geprägt.

    Ein lustiges Beispiel: Ich habe eine Freundin, die, lange ist es her, ein Mädchen adoptiert hat. Dieses Mädchen ist heute eine erwachsene Frau und hat wiederum ein Mädchen geboren. Wenn meine Freundin mit ihrer Enkelin unterwegs ist, wird ihr ganz oft gesagt, dass die Kleine ganz nach der Oma kommt. Sie sieht ihr wirklich wie aus dem Gesicht geschnitten aus und niemand käme auf die Idee, dass sie nicht das leibliche Enkel ist.

    Liebe Grüße
    Kitty

  • brandenburg
    2-Zeller
    Beiträge
    41
    • 16. Februar 2007 um 15:57
    • #9

    Re: Wer sind die Eizellspenderinnen?

    [quote author=Tapabo06 link=topic=3506.msg28712#msg28712 date=1171580164]
    Polkörperchendiagnostik sagt mir eigentlich nur in Zusammenhang mit der Uniklinik Bonn etwas und ich dachte immer, dies sei eine deutsche Spezialität, da hier ja die "richtige" Präimplantationsdiagnostik verboten ist. Ist es denn bei Polkörperchendiagnostik so, dass man einfach mal nach allen möglichen Defekten schauen kann, oder so wie bei der PID, dass es eigentlich nur möglich ist, bei begründetem Verdacht auf einen bestimmten Gendefekt gezielt nach diesem zu suchen? .
    [/quote]

    Bei der Polkörper-Diagnose wie sie hier in Deutschland erlaubt ist, hat man nur ganz wenig Zeit für die Untersuchung - bevor die Zellkerne von Ei- und Samenzelle verschmelzen. Im Ausland darf man damit - glaube ich - länger warten. Nach dem Einbringen des Spermiums werden die Polkörper der Eizelle entnommen und auf die fünf wichtigsten Chromosomen (13, 16, 18, 21, 22) untersucht. Das sind die häufigsten Störungen im Chromosomensatz. Natürlich ist das keine Garantie, auf ein gesundes Kind. Außerdem wird auch nur der mütterliche Beitrag zum Erbgut des Embryos beurteilt.

    Da auch bei jungen Frauen Eizellen mit Chromosomen-Störungen vorkommen, habe ich eigentlich vor, diese Analyse machen zu lassen.
    Ein Grund dafür ist meine eigene Geschichte. Ich habe 4 ISCIs über mich ergehen lassen, bis ich dann bei der 5. endlich über die Polkörper-Diagnose das niederschmetternde Ergebnis bekommen habe: in allen Eiern, die untersucht werden konnten (manchmal funktioniert das Untersuchen aus technischen Gründen nicht) gab es Chromosomen-Störungen, in manchen waren 3 von 5 Chromosomen fehlverteilt. Das einzige Ei, was übrig blieb konnte nicht untersucht werden und ich habe es mir einsetzen lassen. Wahrscheinlich war es aber auch nicht in Ordnung.

    Mein Fazit: Hätte ich schon bei früheren ISCIs meine Eier untersuchen lassen, wäre man vielleicht schon früher darauf gekommen, dass man mit meinen Eiern keinen Blumentopf gewinnen kann. Dann hätte ich viel Lebenszeit, Energie, Geld und Nerven, aufwendige andere Ursachenforschungen, etc. eingespart - aber das ist eine andere Geschichte. Mir kommt es so sinnlos vor, mehrere Embryonen einsetzen zu lassen, die gar nicht lebensfähig sind, damit ein paar Wochen herumzulaufen und dann die große Enttäuschung. Natürlich ist die Gefahr der Chromosomenfehlverteilung bei jungen, gesunden Frauen viel geringer und natürlich mache ich mir etwas vor, wenn ich glaube, genetisch korrekte Polkörper sind der 100%ige Garant für ein gesundes Baby. Wahrscheinlich muss ich auch akzeptieren, dass eine ISCI eine Art Lotterie ist wie das wirkliche Leben halt, aber so kann ich wenigstens ein bischen kontrollieren. Falls ich aus mehreren Eiern auswählen kann, kann ich sicherer sein, die richtigen bekommen zu haben und wenn es kein einziges Ei gibt, dass den Test besteht kann ich mir ggfs. einen Transfer und alles was danach kommt ersparen.

    Obwohl das schon ein Hammer wäre, wenn bei einer Eizellspenderin kein einziges Ei den Test besteht.... und da fällt mir gerade ein, dass die Eier einer Eizellspenderin eigentlich bei ihrer ersten Spende generell untersucht werden müssten. Dann hätte man doch einen Anhaltspunkt! Mein Doc meinte, wenn mehr als ein Chromosomen fehlverteilt ist, weist das darauf hin, dass grundsätzlich etwas nicht stimmt. Außerdem vertritt er auch die Ansicht, dass - wenn es nicht klappt, es meistens an dem Genmaterial liegt und man deshalb zuerst darauf schauen muss. Diese Meinung habe ich 1-zu-1 übernommen. In meinem Fall hat er damit leider recht behalten.

  • brandenburg
    2-Zeller
    Beiträge
    41
    • 16. Februar 2007 um 16:10
    • #10

    Re: Wer sind die Eizellspenderinnen?

    [quote author=Tapabo06 link=topic=3506.msg28712#msg28712 date=1171580164]
    Du hattest noch gefragt, wo du die besten Infos über die Spenderinnen bekommst - in Spanien sicher nicht, dort sind alle Infos verboten, die über die Angabe von Alter und Blutgruppe hinausgehen.
    [/quote]
    Als ich das gelesen habe, wurde mir ganz unwohl ums Herz. Ich bin offensichtlich ein Mensch, der am liebsten immer alles unter Kontrolle haben möchte. Kinder kriegen ist aber eines der letzten Abenteuer auf dieser Welt und schon für sich genommen für mich ein echtes Angehen. Deshalb hat die Tatsache, dass ich nicht einfach ein Kind bekommen habe, sondern das Kinderkriegen schon im Vorfeld geplant werden muss und jeder Schritt so transparent ist (oftmals merken Frauen unter normalen Umständen ja gar nicht, dass sie schwanger sind oder eine frühe FG haben) mich fast in den Wahnsinn (bischen übertrieben, aber wahrer Kern ;-)) getrieben.

    Wenn ich jetzt höre, dass ich nur das Alter und die Blutgruppe erfahre, weiß ich nicht, ob ich das aushalte, ob ich soviel Mut habe. Sofort muss ich daran denken, was wäre wenn .... das Kind dick und hässlich und dumm ist, weil seine Mutter es auch war. Hört sich schlimm an, oder? Ich glaube, man kann das nur schaffen, wenn man das Leben als solches annimmt und Vertrauen hat. Ich habe das Gefühl, mich kopfüber in etwas zu stürzen, was ich nicht mehr kontrollieren kann. Und so ist es doch auch. Wenn mein Kind spargeldürre Beine und eine große Nase hat, dann weiß ich zumindest, o.k. das hat sie von mir (leider sind meine Beine jetzt inzwischen dicker geworden ;-))

    Wie habt ihr diesen Mut aufgebracht?????

  • Seerose
    4-Zeller
    Beiträge
    86
    • 16. Februar 2007 um 16:31
    • #11

    Re: Wer sind die Eizellspenderinnen?

    Hallo brandenburg,

    wir haben in Pilsen EZS gemacht (bei Dr. Netzbandt aus Meran, Zech-Kliniken).

    Ich hatte dort keinerlei ethische Bedenken, wobei die recht respektable "Aufwandsentschädigung" eine gute Motivation und Compliance gewährleistet.

    Immerhin müssen die jungen Frauen sehr diszipliniert den Stimu-Plan einhalten (es wird 1:1 synchron mit der Empfängerin stimuliert)
    und sich auch ansonsten gesundheitsbewußt verhalten.

    Es sind Studentinnen, meist aus Österreich oder Deutschld., die die EZS statt eines anderen Jobs machen.
    Sie werden gut aufgeklärt und betreut, und u.a. auf genet. Störungen hin untersucht (Blut).
    Alles in allem ein großer Aufwand.
    Unsere Spenderin hatte 16 Follikel - man arbeitet gewissenhaft und würde keine Übestimulation riskieren.

    Nach meiner ICSI-Erfahrung (mit PID) kann ich mir gut vorstellen, daß ich selbst in jungen Jahren,
    hätte es die Option zur EZS damals konkret gegeben, auch gespendet hätte. Allerdings nicht für 600,-...

    Die Erwartung, die Spenderinnen sollten altruistisch motiviert sein und aus Idealismus spenden halte ich für naiv.
    Es ist ein Geschäft und eine Dienstleistung, und warum auch sollte es was anderes sein?
    Genauso ernüchternd ist doch die Einsicht, daß sich letztlich nur Privilegierte (also wir hier alle) die EZS leisten können.
    Auch dazu sollte man stehen. Die Realität ist nicht rosiger.

    Die Skandalgeschichten aus Rumänien sind in der Tat abschreckend - von seriös arbeitenden Kliniken ist Derartiges nicht zu erwarten,
    aber es hat dann eben auch seinen Preis.

    Die PID bestätigte bei uns übrigens genau den statistischen Durchschnitt für mein Alter (40 Jahre = 70% der EZ genet. defekt).
    Der Weg bis zur EZS hat uns also auch erstmal viel von allem gekostet.

    Alles Liebe und eine gute Entscheidung,
    Seerose

  • brandenburg
    2-Zeller
    Beiträge
    41
    • 16. Februar 2007 um 16:33
    • #12

    Re: Wer sind die Eizellspenderinnen?

    [quote author=romy link=topic=3506.msg28724#msg28724 date=1171627144]
    EZS ist schon nur was für "Besessene", sag ich mal platt. Also für diejenigen unter uns KIWulerinnen, die unbedingt ein Kind haben wollen. Es gibt ja auch Frauen, die sich mit dem Verzicht relativ leicht tun.
    [/quote]
    Da hast du was ausgesprochen, was ich mir lange nicht eingestanden habe. Ich habe bis vor kurzem geglaubt, ein Kind wäre für mich die "schönste Nebensache der Welt". Blöder Spruch, aber ich weiß nicht, wie ich es anders ausdrücken soll. Ich liebe meinen Mann, ich habe ein von außen betrachtet erfülltes Leben. Ich bin nicht der Kinderliebhaber ohne wenn und aber - d.h. es gibt durchaus Kinder, die ich nicht mag und es zieht mich nicht unbedingt immer zu den Kindern, sondern ich liebe erwachsene Gespräche. Ich arbeite gerne, ich bin gerne alleine. Ich mag keine Spielplätze, wie sie in den Städten existieren. Ich habe mich gefragt: werde ich glücklich sein ohne Kind und habe mir geantwortet: ja, aber es wird ein stilleres Glück. Es wird ein Mosaik-Baustein in meinem Glück fehlen, aber wem fehlt nicht das ein oder andere Mosaiksteinchen zum Glück?

    Warum um Gottes willen, bin ich jetzt hier gelandet? Warum kann ich nicht aufhören? Was erwarte ich mir von diesem Familienglück, nach dem ich mich so sehne? Ihr könnt mir diese Fragen nicht beantworten, aber es wäre interessant für mich, ob ihr euch auch schonmal solche Fragen gestellt habt? Wenn man nicht in einer richtigen Familie aufgewachsen ist wie ich, wünscht man sich eine eigene. Mir ist schon bewußt, dass ich in meiner eigenen Familie die Mutter-Rolle und nicht die Kind-Rolle einnehmen muss. Ich werde viel geben müssen und vielleicht bekomme ich etwas zurück. Ich denke, das möchte ich auch, aber etwas unsicher bin ich schon, ob ich vielleicht nicht doch in eine Falle laufe. Z.B. wäre mir eine Normalität wichtig, in der das Kind eben nicht immer die Hauptrolle spielt, in der Kinder-Erziehen etwas erfüllendes aber normales ist. Wo ich herkomme, wird ein Riesen-Aufstand um Kinder gemacht. Sie haben einen Terminkalender, schlimmer als die Erwachsenen. Sie laufen in Designer-Klamotten durchs Leben und, und und. Wißt ihr, was ich meine? Ich möchte in erster Linie einen kleinen, neuen Menschen entdecken und individuell fördern können. Ich will keine vorgefertigten Erwartungen an ihn haben, aber wenn man - wie ich - solche Anstrengungen unternommen hat bzw. noch unternimmt, um diesen kleinen Menschen zu Tage zu fördern, wird man dann wirklich gelassen sein können?

    Entschuldigung, für diesen Roman, aber ich bin ja noch neu hier und muss mir vielleicht erstmal die Seele aus dem Leib schreiben.

    Das Thema "Sind wir besessen" wäre jedenfalls mal interessant unter der Psycho-Rubrik.

  • brandenburg
    2-Zeller
    Beiträge
    41
    • 16. Februar 2007 um 17:00
    • #13

    Re: Wer sind die Eizellspenderinnen?

    [quote author=Seerose link=topic=3506.msg28734#msg28734 date=1171639861]
    Die Erwartung, die Spenderinnen sollten altruistisch motiviert sein und aus Idealismus spenden halte ich für naiv.
    Es ist ein Geschäft und eine Dienstleistung, und warum auch sollte es was anderes sein?
    Genauso ernüchternd ist doch die Einsicht, daß sich letztlich nur Privilegierte (also wir hier alle) die EZS leisten können.
    Auch dazu sollte man stehen. Die Realität ist nicht rosiger.
    [/quote]

    Liebe Seerose,

    vielen Dank für deine Infos.
    Ich theoretisiere jetzt mal: Jemand spendet für mich seine EZ, weil er Geld dafür haben möchte und nicht aus Idealismus. Eine Studentin, die ihr Urlaubsgeld aufbessern will, wäre mir da in jedem Fall lieber, als eine Frau, die aus der Not heraus diese Prozedur über sich ergehen lässt.
    Obwohl die das Geld sicher besser gebrauchen könnte! Hmmm? Vielleicht glaube ich ja auch, dass eine Studentin besser beurteilen kann, auf was sie sich da einlässt? Und: sie hat keine Not. Die Institute legen sehr viel Wert darauf, dass die EZS nicht als Geschäft/Dienstleistung angesehen wird, zumindest thematisieren sie dies in ihren Internetauftritten. Man ist vielleicht naiv, wenn man das glaubt. Mir widerstrebt jedenfalls der Gedanke, dass es sich um eine reine Dienstleistung handelt. Deshalb ist mir auch die Idee sympatisch, EZ von ISCI-Frauen zu erhalten.

    Ich bin mir nicht sicher, ob EZS nur etwas für Priviligierte ist. Ich denke, es hat auch etwas mit der Psyche und der seelischen Not zu tun, die einen bis zu diesem Schritt treibt.
    Dieses Jahr ist für mich z.B. der denkbar schlechteste Zeitpunkt - geldlich gesehen - eine EZS-ISCI durchführen zu lassen. Aber wenn ich mich dazu entschieden habe, werde ich alles menschenmögliche dafür tun, um das Geld dafür zusammenzuraffen.

    Übrigens habe ich gerade eine Geschäftsidee: wie wäre es, ein Institut zu gründen, in dem man armen, schönen, gesunden Frauen dazu verhilft unter medizinisch und psychologisch professionellsten Bedingungen ihre EZ zu spenden und dafür mehr Kohle zu kassieren als es bisher üblich ist. Oder gibt es sowas schon? ;)

  • roulezrouge
    4-Zeller
    Beiträge
    66
    • 16. Februar 2007 um 17:05
    • #14

    Re:EZS ist nur was für "Besessene"?

    Liebe Romy, (liebe ForumsteilnehmerInnen,)

    ich freue mich, dass die EZS geklappt hat und Du glückliche Mutter bist, obwohl Du Skeptikerin warst. Das erhöht die Chancen für uns alle, denn die Info ist im "morphogenetischen Feld" und verstärkt sich mit jeder neu dazugekommenen (kleiner Ausflug zu Rupert Sheldrake).
    Aber irgendwie ist Deine Aussage hart, dass EZS nur was für "Besessene" ist. Natürlich bist Du eine Insiderin und ich respektiere Deine Meinung und Deine Gefühle dazu, aber ich rede gegenüber Eltern immer dagegen an, dass KIWU-Frauen total besessen sind von ihrem Wunsch. Sowas wird uns ja dauernd unterstellt. Das zieht mir jetzt argumentativ den Boden weg.

    Dass Frauen, die sich wirklich Kinder wünschen, leicht Abschied nehmen von dem Wunsch habe ich noch nie festgestellt. Wohl aber einige Frauen kennengelernt (vor allem in meinem feministischen Studiengang), die sich ganz bewusst gegen ein Leben mit Kind entschieden haben und ihr Leben in Fülle genießen.

    Bin ich besessen weil ich einfach die bestmögliche medizinische Behandlung möchte - und EZS oder Embryonenspende diese darstellt?

    Mir gehen ganz andere Gedanken durch den Kopf. Vor allem die Ethikdebatte ist auch für mich ein Thema. Ein Argument, das noch nie gefallen ist, das mir aber immer wieder im Kopf kreist ist, dass es eigentlich unverantwortlich ist kleine, lebensfähige Embryos in eine Gebärmutter bzw. in einen Körper zu entlassen, der nicht optimal vorbereitet ist und sie ev. abstoßen bzw. töten wird.
    Da wird debattiert darüber, dass diese Embryos Lebewesen sind, dass die eingefrorenen Embryos getötet werden sollen (nach 1 Jahr, nach 10 Jahren) oder zur Forschung hergenommen werden, oder zur Embryonenspende zugelassen, und ob man das überhaupt alles darf. Aber die fahrlässige Tötung wegen Einsetzens in einen Körper, der nicht optimal durchgecheckt ist, ist kein Thema. Von der Belastung für die Frauen ganz zu schweigen. Aber Untersuchungen kosten halt, und da will sich auch die Kasse möglichst was sparen.

    Wenn ich mir meinen Weg bzw. den Weg anderer Frauen hier anschaue, dann lese ich immer wieder, dass "jetzt erst" (nach dem 8., 10. oder 13. Versuch) endlich mal RICHTIG nachgeforscht wurde, warum es mit dem KIWU nicht klappt. Mal ist es die Schilddrüse, mal das Immunsystem, mal dies, mal jenes, aber im Grunde gleichen sich die Stories. Es gibt also viel gesammeltes Wissen darüber - sollte man meinen - aber jedes Institut scheint nur ein paar kleine Puzzleteile davon zu haben. Glücklich, für wen diese Teile genau stimmen. Aber für viele Paare ist das eben zu wenig.
    Nicht nur die Frauen u. Paare leiden dann sehr, auch die kleinen Embryos werden eigentlich fahrlässig und "auf gut Glück" eingesetzt.
    Ein Beispiel:
    Im 3Sat war eine Dokumentation über 3 Paare, die an der Berliner Charité behandelt wurden.
    Bei einem Paar war wirklich schon viel gecheckt und gemacht worden (Details wurden leider nicht erwähnt) und nach dem 13. Versuch sprach die Frauenärztin fast schon hilfesuchend in die Kamera hinein, dass man die Paare nicht nur in die Behandlung hineinbegleiten müsse, sondern auch wieder heraus. Nur Frau X. wolle davon nichts wissen. Als Zuseherin war man sofort auf Seite der Frauenärztin und hätte Frau X. am liebsten persönlich aus ihrem "Wahn" unbedingt ein Kind haben zu wollen hinausbegleitet.
    Leider hat dann niemand erklärt, welchen Test Fr. X. schließlich gemacht hat, aber nach dem 14. Versuch kam man drauf, dass sie eine Allergie gegen Gluten hatte (wahrscheinlich unter der Wahrnehmungs-
    schwelle. Und wahrscheinlich hat sie den Test selber recherchiert und auch alles selber bezahlt). Sie hielt eine strikt glutenfreie Diät ein - und der 15. Versuch mit ihren Kryoembryos funktionierte!!!!!

    Manchmal zahlt sich "Besessenheit" aus. Ich würde es aber eher Konsequenz nennen. Wahrscheinlich müssen viele Paare viel zu früh aufgeben oder haben viele nutzlose Versuche hinter sich, aus o.a. Gründen.

    Ich bin jedenfalls froh und dankbar, dass ich in verschiedensten Foren publiziertes Wissen "benützen" darf um auch für mich die optimale Vorbereitung auf einen Versuch zu finden.
    Ich Besessene.

    Alles Liebe

    roulezrouge

  • Baerin61
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    798
    • 16. Februar 2007 um 17:06
    • #15

    Re: Wer sind die Eizellspenderinnen?

    [quote author=brandenburg link=topic=3506.msg28732#msg28732 date=1171638636]

    Wenn ich jetzt höre, dass ich nur das Alter und die Blutgruppe erfahre, weiß ich nicht, ob ich das aushalte, ob ich soviel Mut habe. Sofort muss ich daran denken, was wäre wenn .... das Kind dick und hässlich und dumm ist, weil seine Mutter es auch war. Hört sich schlimm an, oder? Ich glaube, man kann das nur schaffen, wenn man das Leben als solches annimmt und Vertrauen hat. Ich habe das Gefühl, mich kopfüber in etwas zu stürzen, was ich nicht mehr kontrollieren kann. Und so ist es doch auch. Wenn mein Kind spargeldürre Beine und eine große Nase hat, dann weiß ich zumindest, o.k. das hat sie von mir (leider sind meine Beine jetzt inzwischen dicker geworden ;-))

    Wie habt ihr diesen Mut aufgebracht?????
    [/quote]

    Hallo Brandenburg,

    ich schätze diese Frage stellt sich wohl früher oder später jede hier. Ich habe viel auf verschiedenen Internetseiten von Kliniken gelesen, auch in Ländern die für uns nicht in Frage kommen. Ich habe auch mit Ärzten telefoniert und versucht etwas über die Spenderinnen herauszubekommen. Eigentlich überall habe ich erfahren dass z.B. übergewichtige Frauen gar nicht als Spenderin angenommen werden. Auch sonst sollen sie äusserlich "normal" "unauffällig" sein, eine gute Ausbildung bzw. Beruf haben. Manche Kliniken stellen angeblich sogar Nachforschungen über die Vorfahren an. Alle Frauen werden genetisch untersucht. In vielen Kliniken werden nur Frauen genommen, die bereits selbst gesunde Kinder geboren haben. Bei der Klinik für die wir uns entschieden haben, wollten sie meine Blutgruppe, Haarfarbe, Augenfarbe, Grösse und Gewicht wissen um die Spenderin entsprechend aussuchen zu können. Ausserdem sollte ich angeben was für Hobbies und Interessen sie haben sollte.

    Klar, überprüfen kann man das im Ernstfall nicht und Papier - oder Internetseiten- sind geduldig. Andererseits glaube ich dass im heutigen Informations-Zeitalter ein "Skandal" - wie auch immer geartet - sehr sehr schnell die Runde machen und den Ruf der entsprechenden Klinik ruinieren würde. Also auch wenn z.B. aufgrund EZS einer bestimmten Klinik lauter übergewichtige, potthässliche Kinder zur Welt kommen würden. Und was die Intelligenz angeht: ich glaube da werden die Gene gerne überschätzt. Neue Verbindungen im Gehirn werden sehr aktiv bis zum Ende des ersten Lebensjahres gebildet und was in diesem ersten Jahr passiert hat wohl sehr viel mehr Einfluss als die Gene. Es gibt ja in USA Frauen die gezielte HI mit Sperma von Männern mit hohem IQ machen und die Frauen sind auch entsprechend "vorbelastet". Trotzdem werden daraus beileibe nicht alles kleine Einsteins.

    Ich wünsche Dir dass Du für Dich die richtige Entscheidung treffen wirst.

    LG
    Baerin

  • brandenburg
    2-Zeller
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    41
    • 16. Februar 2007 um 17:33
    • #16

    Re:EZS ist nur was für "Besessene"?

    [quote author=roulezrouge link=topic=3506.msg28740#msg28740 date=1171641909]
    Mir gehen ganz andere Gedanken durch den Kopf. Vor allem die Ethikdebatte ist auch für mich ein Thema. Ein Argument, das noch nie gefallen ist, das mir aber immer wieder im Kopf kreist ist, dass es eigentlich unverantwortlich ist kleine, lebensfähige Embryos in eine Gebärmutter bzw. in einen Körper zu entlassen, der nicht optimal vorbereitet ist und sie ev. abstoßen bzw. töten wird.
    ...
    Manchmal zahlt sich "Besessenheit" aus. Ich würde es aber eher Konsequenz nennen. Wahrscheinlich müssen viele Paare viel zu früh aufgeben oder haben viele nutzlose Versuche hinter sich, aus o.a. Gründen.

    Ich bin jedenfalls froh und dankbar, dass ich in verschiedensten Foren publiziertes Wissen "benützen" darf um auch für mich die optimale Vorbereitung auf einen Versuch zu finden.
    Ich Besessene.
    [/quote]

    Liebe roulezrouge,

    da ist viel Wahres dran, aber auch viel Gefährliches, wenn man in die falschen Arzt-Hände gerät.
    Ich habe auch einige Odysseen hinter mir und viele Dinge, von denen ich geglaubt habe, dass Sie eine SS verhindern, haben sich mehr oder weniger in Luft aufgelöst. Z.B. dachte ich immer, ich hätte viel zu viele Natürliche Killerzellen bis mir dann mein letzter Kiwu-Arzt gesagt hat, dass die Killerzellen-Problematik wahrscheinlich bei mir gar nicht die Ursache ist und es eher an meiner schlechten Eizell-Qualität liegt, dass ich nicht schwanger werde.
    Nach vielen Irrungen und Wirrungen bin ich jetzt an einem Punkt angekommen, wo ich versuche, viel gelassener zu sein und mich nicht mit allem verrückt zu machen. Ich werde auf keinen Fall diese Immunitätsgeschichte angehen, wenn ich eine nächste ICSI mit EZS mache. Ich will mich nicht verrückt machen damit. Dieses Urteil konnte ich aber nur fällen, nachdem ich nochmal den Arzt gewechselt hatte und der mir bestätigt hatte, dass eine Immunologische Behandlung nicht notwendig ist. Vielleicht hat er Unrecht und meine alte Ärztin recht? Mir ist es jetzt erstmal egal!

    O.k., ich habe mein Leben umgekrempelt und vielleicht auch dadurch meine Schilddrüse wieder in den Griff bekommen. Ich lasse die Schilddrüse auch regelmäßig untersuchen. Aber das habe ich in erster Linie für mich getan. Es gibt so viele ungeklärte Dinge die bei der SS eine Rolle spielen. Davor habe ich auch Angst, dass das alles wieder hochkommt, wenn die erste EZS nicht funktioniert. Das ich dann wieder anfange, alles abzuchecken: Was macht mein Immunsystem, meine Killerzellen, muss ich meine chinesische Ärztin konsultieren, esse ich das richtige und und und.
    Horror!!!!!!!!!!!!!!!!!!

  • romy
    Blastozyste
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    995
    • 16. Februar 2007 um 19:03
    • #17

    Re: Wer sind die Eizellspenderinnen?

    Hallo, Roulezrouge, Brandenburg und alle anderen,

    beißt euch an dem Wort "Besessene" bitte nicht fest. Es ist nun mal schwer zu beschreiben, was uns EZS-lerinnen verbindet. "Konsequenz" finde ich zu schwach. Es ist schon mehr als das. Es hat was mit der unbedingten Ernsthaftigkeit des Kinderwunsches zu tun. Mit einer Kraft, die uns quer durch Europs reisen lässt, alles andere zurückstellen lässt - und von der die ein oder andere, mich eingeschlossen, vielleicht auch schon gemerkt hat, dass man daran auch verzweifeln oder verrückt werden könnte. Und ich würde jeder Frau raten, aus dem KIWu-Karussell auszusteigen, sobald ihre eigene Psyche ihr das erlaubt. Ich musste EZS machen. Ich hätte mir nie verziehen, eine solche Möglichkeit nicht probiert zu haben. Das hätte bis zu meinem Lebensende in mir rumort.


    Ja, Schönheit, Klugheit, klar, wer wünscht seinem Nachwuchs nicht das Beste...aber bei diesem Anspruch an die Spenderinnen wird mir doch ein bisschen blümerant. Wir sind doch auch normale Menschen, nicht nur Beauties mit Nobelpreis. Ich erwarte von der Spenderin auch nicht mehr, als ich selber bin.

    Ich bin auch sehr froh, nichts über die Spenderin zu wissen. Keinesfalls würde ich ein Foto sehen wollen. Das setzt doch nur das Kopfkino in Gang. Da projiziere ich doch lieber. Eigentlich bin ich kein Fan von esoterischen Trostgedanken, aber vielleicht ist was dran, dass sich Kinder ihre Eltern aussuchen.

    Ich denke auch, dass man sich so gut wie möglich vorbereiten sollte auf eine IVF etc. Aber eine 1oo%ige Vorbereitung kann es nicht geben. Es ist immer noch mehr Natur dabei als uns vielleicht lieb ist. Man darf auch nicht dem Machbarkeitswahn verfallen. Ohne Hinnehmen-Können geht es auch nicht. ..Und die ungenügende Vorbereitung finde ich in erster Linie ein Vergehen gegen die Psyche der Frau, muss ich sagen.

    Wie waren denn deine NK'S, Brandenburg?

    Es grüßt
    Romy

  • roulezrouge
    4-Zeller
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    66
    • 16. Februar 2007 um 21:36
    • #18

    Re: Wer sind die Eizellspenderinnen?

    liebe brandenburg,

    deine gedanken kann ich gut nachvollziehen. man muss sicher aufpassen nicht in eine spirale von untersuchungen reinzugeraten, die kein ende nimmt und einen völlig verrückt macht. nachdem ich die 5 seiten randvoll mit vorzunehmenden untersuchungen von fr. dr. reichel bekommen habe, ist mir mal ganz anders geworden. ich lass mir sowieso nur ungern wo reinstechen, und bei dem gedanken an die ganzen blutphiolen kriegte ich schwache knie. die preise hatte ich da noch gar nicht zusammengerechnet.
    ich hatte vorher nicht gewusst, welche ausmaße diese untersuchung hat, und dann beschlossen, ich lasse das. bestätigt darin haben mich auch hier wiederum die forumsbeiträge.

    liebe romy,

    die natürlichen körpervorgänge sind natürlich immer noch hauptursächlich für den erfolg einer ss.
    ich habe gerade mal mit einer (von reproduktionsmedizin völlig unbeleckten) freundin gesprochen und sie wusste z.B. nicht, dass am ende einer ivf die embryos in die gebärmutter nur transferiert werden. sie dachte die werden richtig eingepflanzt in die gebärmutterschleimhaut, so wie pflanzen in die erde. als ich ihr den transferablauf erklärte war sie ein bisschen enttäuscht. ich entschuldigte mich fast für die medizin, dass genau dieser wichtigste teil, nämlich die einnistung, noch natürlich passieren muss.
    und in der tat wirkt der ganze vorgang bei genauem nachdenken so unabgeschlossen. als ob man einen pullover strickt und dann die letzte masche nicht verknotet. was in diesen paar tagen genau passiert, warum sich ein embryo einnistet oder auch nicht, und was sich endokrinologisch genau in der gebärmutter abspielt, ist immer noch nicht restlos geklärt, was mir auch alle meine gyns bestätigten.

    dass ich bei ungenügender vorbereitung 100%ig als frau mit allen frauen fühle (habe ich auch geschrieben!) ist klar, denn ich habe schließlich selber genügend an "ungenügenden" prozeduren miterlebt. dass ich aber auch über die lebenschancen eines kleinen embryos nachdenke (und mir damit quasi ethisch-moralische gedanken mache) ist sicher ungewohnt in dem forum. aber es kommt genau aus der beschäftigung mit den vielen beiträgen. ich seh' es halt mal von "der anderen seite". mich stören religiöse hardliner und ethische moralapostel, die mir schuldgefühle einreden wollen. sorry, wenns fast ein tabubruch hier ist, aber ich werte nicht.
    ich bezweifle die seriosität der ganzen ethikdiskussion, denn wenn es wirklich um die lebenschancen für einen embryo geht, und damit um die erfolgreiche schwangerschaft für eine frau bzw. ein paar, dann müsste eben geld in die hand genommen und wissen standardisiert und gebündelt werden.
    aber so lässt man die paare privat bezahlen (ich kann die beträge bei manchen instituten oft gar nicht fassen) und viele frauen müssen sich mühsam wissen aus vielen quellen generieren (unter anderem auch ich).
    und dass die gesetzeslage nicht die erfolgreiche ss für eine frau im auge hat, sondern die kirche im nacken sieht man ja. in österreich genauso rückständig wie in deutschland. die paare fahren ins liberale ausland. und der standard der kliniken ist durchaus unterschiedlich.
    auch hier im forum gibt es immer wieder die frage, welche klinik denn nun die beste ist. welche klinik bietet also die besten überlebenschance für einen embryo? (=welche klinik macht die meisten frauen schwanger???)

    aber - schwamm drüber. das sind ausführungen ins uferlose. ich gebe zu, ich bin ernüchtert. die richtige klinik habe ich noch nicht gefunden. und die optimale vorbereitung (behandlung) auch nicht.

    apropos:
    da fällt mir ein, hat schon mal irgendjemand den "gesunden saft" cellagon von der heilpraktikerpraxis aus berlin probiert? soll wahre wunder wirken, in jeder hinsicht.
    es gibt auch ein paar buchtipps (z.B. babygeflüster - für paare, bei denen der kiwu ausbleibt, damit sie wieder ins lot kommen) und eine detaillierte liste von homöopathischen mitteln für kurz nach dem transfer. sepia ist offenbar DAS frauenmittel und sollte sowieso regelmäßig einmal im monat genommen werden (sepia C 1000).
    und kennt jemand die fruchtbarkeitsmassage?

    grüße
    roulezrouge

  • Tapabo06
    8-Zeller
    Beiträge
    121
    • 16. Februar 2007 um 22:41
    • #19

    Re: Wer sind die Eizellspenderinnen?

    Liebe Brandenburg,

    danke für deine Informationen zur Polkörperdiagnostik, jetzt weiss ich mehr und denke, ich hätte das damals bei meiner repromedizinischen Behandlung in Deutschland auch mal besser machen lassen, dann hätte ich vielleicht ein Jahr gespart.

    Was fett und hässlich angeht, so relativieren sich die Normen im Lauf der Jahre. Als ich noch geraucht habe wie verrückt, hatte ich nie ernsthafte Probleme mit der Figur und ganz objektiv habe ich mit Mitte 20 noch wesentlich besser ausgesehen als heute. Ich finde es einfach nicht so superwahrscheinlich, dass die Spenderinnen nicht zumindest ein Durchschnittsaussehen haben - so wie ich eben auch (mein Mann sieht natürlich super aus, das hätte uns in jedem Fall rausgerissen).

    Und wenn die Intelligenz zu je einem Viertel von mütterlichen und väterlichen Genen und zur Hälfte von der Erziehung abhängt, so ist man auch hier nicht dem Schicksal wehrlos ausgeliefert. Herrje, ein IQ von 130 ist keine Garantie für ein glückliches und erfolgreiches Leben und zudem kann sich der IQ auch später wieder verringern (z.B. durch Stillen ;-), wie ich aus eigener Erfahrung bestätigen kann).

    Komischerweise hatte ich wirklich nicht das Gefühl, ein Risiko einzugehen, wenn ich mich auf fremde Gene einlasse - hängt aber vielleicht auch mit meiner Geschichte als Adoptivkind zusammen (wenn sich Leute mit einem solchen Kontrollzwang wie meine Eltern ihn hatten, auf mich einlassen konnten, warum sollte ich das nicht können?).

    Liebe Grüße,
    Tapabo

    ------------------------------------------------------------
    2 Kinder durch EZS - Tochter 01/05, Sohn 05/07

  • brandenburg
    2-Zeller
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    41
    • 17. Februar 2007 um 10:41
    • #20

    Frau Dr. Reichel und die natürlichen Killerzellen

    [quote author=roulezrouge link=topic=3506.msg28751#msg28751 date=1171658164]
    nachdem ich die 5 seiten randvoll mit vorzunehmenden untersuchungen von fr. dr. reichel bekommen habe, ist mir mal ganz anders geworden.
    [/quote]
    Zu Frau Dr. Reichel möchte ich jetzt keinen verrückt machen, aber ich will auf alle Fälle mein Wissen darüber hier preisgeben. Vielleicht wurde das hier ja auch schon diskutiert?

    Ihre Untersuchungsmethoden sind in einigen Mediziner-Kreisen sehr umstritten. Bei meiner Untersuchung (natürliche Killerzellen) hat mein letzter ISCI-Doc (den ich für sehr kompetent halte) folgendes bemängelt:
    - Blut wurde per Post geschickt
    - Natürliche Killerzellen im Blut sagen gar nichts darüber aus, wie es in der Gebärmutter aussieht. Und nur dort wäre eine Untersuchung sinnvoll, um Einflüsse auf eine SS abzuleiten
    - mein Anteil NK-Zellen waren im Jan 2006 22% (davor 30% April 05)
    - Die Grenzwerte, die Frau Dr. Reichel annimmt sind andere, als die in den USA. Hier gelten meine Werte anscheinend als normal
    - Außerdem gibt es gerade Anfang des Jahres oftmals erhöhte Werte, wegen Virusinfektionen.

    Ich war damals sehr bestürzt und die Diagnose von Frau Dr. Reichel "Autoimmunthyreoditis" hat mir anfangs Angst gemacht und mich sehr beschäftigt. Ich hatte eine Hyperthyreose vom Basedow-Typ. Inzwischen scheint sich alles beruhigt zu haben. Ich mache seit über einem Jahr QiGong und TaiChi und gerade für Schilddrüsen-Überfunktions-Kandidaten scheint mir das ein gutes Mittel zu sein, zur Ruhe zu kommen. Aber vielleicht wäre die Überfunktion sowieso nach 2 Jahren abgeklungen, das scheint ja meistens der Fall zu sein.

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