An alle, die schon dort waren, und die, die planen hinzufliegen!
Gegen das Schweigen, das sich in den letzten Monaten hier in der Südafrika-Sektion breit gemacht hat - wo bleiben Eure Erfahrungen, die freudvollen, die leidvollen? Es war im ersten Halbjahr einiges von Paula und Nuniza zu lesen, aber bei rund 3 Transfers, die Dr. Wiswedel am Tag macht, müsste hier doch viel mehr Austausch stattfinden!!! Gut, die rund 70 Frauen, die laut W. monatlich zum Transfer anreisen, sind nicht nur deutsche, dennoch... Was ist hier bloß los?
Fasse mich zuerst natürlich an meine eigene (verheulte) Nase und gebe zu, nach enttäuschenden SS-Tests ist es zunächst fast unmöglich, überhaupt an die Reise zum Kap der "Guten Hoffnung" zurückzudenken. So viele Wünsche und Emotionen waren mit dabei. Eine von Euch vor mir, ich selbst, eine nach mir - wir sind doch die Ersten, die einen Transfer in den neuen Praxisräumen an der Wilderness Road erlebt haben, und darüber berichten sollten. Wir drei zumindest haben nichts Positives mitgebracht!
Wir sind mit grenzenlosem Optimismus wegen der vielen Infos, die aus den Zeilen des Docs in seiner Frage-Antwort-Rubrik sprechen, dorthin gegangen, wissen aber rein gar nichts über die Erfolge. Gut, da ist die Geschichte von Paula und Nuniza nachzulesen, aber darüber hinaus? Bin ganz neidisch auf die vielen Statements in den anderen Ordnern aus dem Osten oder Spanien. Wie viel Unterstützung, wie viel Freude, wie viele auch immer wieder Schwangere!
Gibt es schweigende und glückliche Mitleser, die nach ihrem Trip zum Kap schwanger sind? Wer hat Erfahrung mit Kryo-Transfers bei Wiswedel, wenn es um die gern eingefrorenen dreitägigen 8-Zeller geht? Lässt er die bis zur Blastozyste gedeihen oder wird nach dem Auftauen schnell - nach wieviel Stunden, Tagen - transferiert? WER IST JE NACH SOWAS SCHWANGER GEWORDEN?
Es tut mir bis ins Mark weh, 8 Tage nach meinem zweiten Negativ, allmählich diese Reise zu verarbeiten, aber es muss sein! Wie soll man sonst aus dem gigantischen Loch rauskommen, wenn die Reise ins Paradies - und die Kapregion ist nichts anderes - mit einem Abstecher in der Hölle endete?
Ein paar Fakten:
Nach der Anreise gingen wir ausgeschlafen einen Tag später zum Kennenlerntermin. GMS-Messung per US, toll, der dreilagige Aufbau der Schleimhaut, hurra, 8 mm auch gut, 4 Progynova weiternehmen. Hören, EZ bei der von uns gewählten Spenderin entwickelten sich laut US auch fabelhaft, 2 Tage später wäre die Punktion. Ob ich blutarm sei, na, ja, ein Bluttest ergab einen normalen HB. Vielleicht zu dünn für erfolgreichen SS-Verlauf? Bitte mehr essen. Liebevolle persönliche Atmosphäre im persönlichen Gespräch mit Wiswedel, inklusive geldwerter Tipps zu Leihwagen und Restaurantmöglichkeiten. Appartement hatten wir Gott sei Dank in Eigenregie gebucht, das lief während deren Klinikumzug völlig aus dem Ruder mit den immer so gern genannten 250-Rand-flats. Aus einerm Bericht weiß ich, sie sind nicht mal das wert. Lauft, so schnell Ihr könnt, wenn es um die flats an der Waterfront geht!
Empfang an der Rezeption rein englischsprachig, sehr sachlich und geschäftig, keine Visitenkarte verglichen mit IVI oder Novum.
Transfertag mit holpriger Planung, wir hätten doch wissen müssen, dass es drei Tage später sei. Mails, SMS, Anrufe vom Tag davor, wann es am anderen Tag sein sollte, blieben unbeantwortet. W´s Privat-Nummer - zwecklos, wird nicht angesehen. Klar richteten wir uns auf einen kurzfristigen Anruf ein, der kam auch. Um 11:30 hieß es, ab zum Transfer um 13:00, halbe Stunde später, ach, ne, um 15:00 erst. Also, nichts wie Zeit rumkriegen, in der Nähe bleiben, und dann, der große Moment zu Mozart-Musik - wer es denn mag -, der Doc arbeitete dazu aber höchst professionell, auch wenn das Labor vermeldete, ein Embryo hinge noch im Katheter, schön, dass wenigstens kontrolliert wird. Schnell noch den Verweigerer hineinbugsiert, aufmunternde Worte vom Arzt, liebevolle Unterstützung durch die anwesende Sister, fast so hilfreich wie der eigene Mann. Der war natürlich, wie ich auch, ohne den in Spanien üblichen Firlefanz mit Verkleiden in Straßenkluft im OP anwesend, was das Ganze sehr familiär machte.
Ach, ja, in der Aufregung vergaßen wir zu fragen, wie viele EZ überhaupt gewonnen wurden, wir hörten nur, sechs Embies seien schön entwickelt, die 4 nicht transferierten würden sofort eingefroren. Viel Glück, entweder es wird was oder nicht - sehr salopp wie alles dort, aber angenehm - und tschüss, Gruß an die Heimat! Bis heute kein Wort des Bedauerns über Fehlschlag, auf Mails mit Fragen keine Stellungnahmen, lediglich der Hinweis einen Telefontermin nächste Woche auszumachen. Wer kann schon zu unserer Zeit Di bis Fr von 9 bis 12 mal eben von der Arbeit so ein wichtiges Gespräch führen??? Hä??? Docs aus Spanien riefen selbsttätig unser Handy an, Doc in Polen auch abends und am WE zu sprechen. Herrjeh - und hier - kleines Gschmäckle kommt im nachhinein auf. Es geht doch um wichtige Planungen, was soll mit den Kryos werden? Wie, wann, und ob überhaupt? Meine Progesteron-Geschichte mit leidvollen Nebenwirkungen - gänzlich missachtet. Dank Eurer Postings im Ordner Allgemeines halbwegs von mir verarbeitet - danke!
Hoffe von Herzen, dass es bald Licht am Kap gibt, mehr Aufklärung, mehr Selbsthilfeaustausch hier unter uns, von uns, für uns!!!
Liebe Grüße an alle, die guter Hoffnung sind oder den Traum davon weiterträumen, und erst recht an die restlos Frustierten, die ihren Traum begraben!!!
Eure Lissy