ich bin zwar noch in der Kirche. Primär meiner Mutter zuliebe. Ich denke aber, dass ich früher oder später austrete.
Ich hatte neulich auch mal die Standpunkte beider Kirchen zu dem Thema recherchiert und muss sagen, dass es überhaupt nicht mehr in die heutige Zeit passt.
Ich kann nachvollziehen, dass insbesondere die anonyme Eizellspende einige negative ethische Aspekte mit sich bringt und ich bin daher auch traurig, dass bei mir die offene Spende ja leider nicht geklappt hat. Andererseits hat eben das Schicksal entschieden, dass es nun eben so ist, wie es ist und damit habe ich auch meinen Frieden geschlossen.
Aber die katholische Kirche lehnt ja nicht nur EZS ab, sondern auch komplett die medizinische Unterstützung durch die Reproduktionsmedizin.
Und das geht aus meiner Sicht meilenweit an der Realität der meisten Menschen vorbei.
Ich weiß die Zahl nicht, aber dadurch dass die Ausbildung heutzutage teilweise länger dauert (weil Frauen eben nicht mehr nur am heimischen Herd stehen) verschiebt sich der Kinderwunsch zwangsläufig in ein höheres Alter, was dann eben biologisch wiederum ungünstig ist und dann eben dazu führt, dass Kinderwunsch-Kliniken vermehrt aufgesucht werden.
In diesem Punkt sind die Kirchen leider absurd weit weg von jeglicher Lebensrealität ihrer "Schäfchen".
Es wird bei den Kirchen somit nicht ausbleiben, dass sich immer mehr Leute davon abwenden.
Die Kirche begründet es damit, dass man dieses "gottgewollte" Schicksal eben akzeptieren müssen. Mit dieser Begründung darf man sich nicht impfen lassen, Babys mit Fehlbildung nicht operieren und auch Krebskranke müsste man einfach ihrem Schicksal überlassen.
Natürlich ist der Vergleich ethisch ein bisschen wild, da Unfruchtbarkeit keine in dem Sinne "tödliche Krankheit" ist und es gibt auch kein "Recht auf Elternschaft".
Dennoch gibt es eben gesellschaftliche Faktoren, denen man sich teilweise nur schwerlich entziehen kann, die aber dennoch wirken und einen sehr hohen Leidensdruck bei Wunscheltern auslösen. Des Weiteren ist der Wunsch nach Nachwuchs ein biologisch tief verwurzelter Aspekt, den man nicht einfach mittels "Vernunft" oder ein bisschen "Weihwasser" mal eben abstellen kann.
Auch hier beschreitet die Kirche einen Weg der Banalisierung dieses Leidensdrucks.
Und das kann kein Weg sein, für seine Schäfchen da zu sein. Die Kirche hat mir kein Angebot gemacht, wie ich mit dem unerfüllten Kinderwunsch umgehen kann. Die Kirche ist somit eine Kirche der Ablehnung.
In der Bibel heißt es "Seid fruchtbar und mehret Euch".
Da steht nicht "Geht auf keinen Fall in eine Kinderwunschklinik". ![]()
LG