Hallo Nuniza und alle Südafrika-Fans, ![]()
...von wegen in Vorbereitung!
Wir sind bereits wieder zurück und nun beginnt die Zeit des Wartens. Leider ist die Zeit in Südafrika sehr schnell vergangen. Es wird Dir bestimmt dort auch gut gefallen. Durch die tolle Umgebung ist man einfach entspannter. Wir hatten jedenfalls echte Urlaubsstimmung, sind viel rumgefahren und haben abends das bunte Treiben an der Waterfront genossen.
Als uns Dr. Wiswedel auf unserem Handy anrief, um uns zu sagen, wie die Punktion ausgefallen war, waren wir z.B. gerade in Kirstenbosch (der riesige botanische Garten). Es ist dort wirklich traumhaft schön und idyllisch. So hat sich dann meine Aufregung wieder etwas gelegt und ich habe die grauen Eichhörnchen weiter beobachtet und die imposanten Wolken über dem Tafelberg.
Bei meiner Spenderin konnten 19 Eizellen entnommen werden, 15 wurden befruchtet (mit ICSI) und von den 8 „Superguten“ ließ ich mir 2 Embryonen transferieren. Der Rest ist jetzt eingefroren.
Die Cape Fertility Klinik ist modern, allerdings nicht so ein marmorner „Luxuskasten“ wie z.B. in VLC. Dafür ist es viel persönlicher und ich hatte nicht mehr das Gefühl „eine große OP“ vor mir zu haben. Hier wurde ich nicht von Kopf bis Fuß in OP-Sachen gesteckt und musste auch nicht mit voller Blase den Transfer „durchleiden“ (was nämlich richtig weh tut, wenn da der Schallkopf draufgedrückt wird).
Der Doc hat uns alles noch mal genau erklärt (jetzt weiß ich endlich, dass die Kleinen im Uterus nicht wild herumschwimmen, sondern eher da „kleben“, wo sie hinkommen). Aber man kann sich auch gut mit dem Doc über Ausflugsziele unterhalten und ihn zur Not sogar anrufen, wenn man sich in irgendwelchen Townships verfährt.
Dr. Wiswedel und seine Leute sind also wirklich alle sehr nett. Ich könnte ja jetzt hier auch mit seitenlangen Lobpreisungen fortfahren, wie kompetent und langjährig erfahren er auf diesem Gebiet ist und trotzdem so bescheiden (was alles wirklich stimmt) und und .., aber ich gehöre nicht zu der Art Schreiberin, wie man sie hier im Forum (in Bezug auf einen bestimmten anderen Doc) öfters findet. (Mensch, Mädels, bleibt doch mal ein bisschen sachlich, wir sind doch keine Teenies mehr, die für einen Filmstar schwärmen!)
Dafür gehöre ich auch nicht zur Gegenfraktion, die über die Gewinnspannen der Docs debattieren. Ich glaube auch nicht, dass wir dafür genug Einblick haben. Jedenfalls sind die Preise in Kapstadt im Vergleich relativ günstig. Dort sind ja viele qualtiätsverwöhnte Amerikanerinnen und was für mich besonders wichtig war, dass es hier auch genug Erfahrung mit älteren Patientinnen gibt.
Übrigens, was so die Gefühle von Dankbarkeit betrifft, für die Chance und Hoffnung die ich jetzt habe: Mir ergeht es viel mehr so, dass ich hierbei vor allem an meine Spenderin denke. Mir ist schon klar, dass diese Embies ohne die gute Arbeit vom Doc und seinen Leuten ( wie z.B. auch der Biologin, einer schönen mandeläugigen indischen Spezialistin) nicht entstanden wären. Aber den „Hauch von Leben“ habe ich doch von meiner Spenderin bekommen – und dafür bin ich ihr sehr dankbar.
Allmählich wird aber alles von dort Vergangenheit und jetzt hoffe ich so sehr, dass sich die beiden Kleinen bei mir wohl fühlen. Immerhin ist der Gedanke beruhigend, dass noch Eisbären im (gar nicht so heißen) Afrika auf mich warten...
Liebe Grüße
Paula