Hallo,
wir hatten in einem anderen Thread eine kleine Diskussion und wollten dieses Thema jetzt nochmals für Euch alle aufmachen. Wäre interessant, Eure Standpunkt mal zu erfahren.
Coogy, unserer Meinung nach ist es ein kleiner Unterschied zwischen "normaler IVF" und Eizellspende. Du schriebst: "Das auf den Patienten eingehen können, ist für die Erfolgsquote gerade einerlei. Die "emotionale Komponente", wie ihr es nennt, spielt doch eben gar keine Rolle!"
Wir denken aber trotzdem, dass das Vertrauen in den Arzt eine sehr große Rolle spielt. Der Arzt ist derjenige, der die Spenderin aussucht und in diesem Punkt bin ich ihm als Patient vollends ausgeliefert. Gerade dabei kann aber auch sehr viel "geschoben" werden. Man bekommt in den Kliniken immer gesagt, die Spenderinnen sind untersucht, meist mit großem familiärem Background. Da muss ich dem Arzt einfach Vertrauen, dass das wirklich so ist, wie er mir das sagt. Selbst wenn im schlimmsten Falle die Spenderin nie untersucht wurde, kann ich dass dem Arzt/der Klinik nicht nachweisen. Und dabei spielt es absolut keine Rolle, wie supermodern und hochtechnisch die Ausstattung der Klinik ist.
Spenderinnen in der Tschechischen Republik dürfen für Ihre Spende nich bezahlt werden, es darf nur eine Aufwandsentschädigung gezahlt werden und diese fällt dann aber mit ein paar tausend Euro doch sehr hoch aus. Wie definiert man eine "bessere" Spenderin? Ist diese möglichst jung, hat sie schon erfolgreich gespendet, wie oft hat sie schon gespendet, liegt es an der familiären Herkunft?
Was erfährt man den über die Spenderin, wo sie gebürtig herkommt, wo sie jetzt wohnt, wie sie aussieht, wie groß,die Blutgruppe, usw?
Sicherlich hast Du Recht, dass nicht nur der subjektive Eindruck entscheidend für die Empfehlung einer Klinik ist. Aber mal ehrlich, wer von den Patienten kann etwas damit anfangen, wenn man erfährt, dass die Klinik ein Mikroskop der Marke XY hat, mit einer 60.000fachen Vergrößerung, oder ein Nährmedium der Fa. XZ verwendet? Wir unterstellen mal, dass das nicht mehr als 10% sind. Es ist unheimlich schwer eine Klinik objektiv weiterzuempfehlen, weil die Patienten einfach unterschiedliche Ansprüche stellen, bzw. Anforderungen haben.
Wenn Du das Verhalten der deutschen Kliniken/Ärzte anspielst, können wir Deine Erfahrung zum Teil bestätigen. Wir wurden meist nach dem 2. Stimu-Versuch abgeschoben, da wir wahrscheinlich die Statistik verschlechtert haben ohen Aussicht auf Erfolg. Aber wieso gibt es Paare, die 10 oder mehr IVF´s hier in D gemacht haben, weil Sie den Ärzten zum Teil vertraut haben, aber auch weil sie zum Teil nichts von der Möglichkeit einer Auslandsbehandlung gewusst haben. Diese werden ja erst zunehmen nach der Gesundheitsreform aktuell.
Ein Wort noch zu den Statistiken, auch hier im Forum wurden schon viele erwähnt und bestimmt auch von uns. Nur hat sich unser Bild in der Zwischenzeit dazu stark gewandelt. Mir bringt eine Klinikstatistik absolut nichts, die eine Erfolgsquote von 60 oder 70 Prozent ausgibt. Rein statistisch müsste ich nach zumindest 3 oder 4 Versuchen in dieser Klinik schwanger geworden sein, und was ist wenn ich es aber nicht geworden bin? Lügt dann die Statisitk oder habe ich jedes Mal Pech gehabt, was ja statistisch wieder nur schwer möglich ist. Für uns z.B. gibt es keine Erfolgsquoten von 30% oder 70%, es gibt nur Eine die liegt bei 50%, entweder es klappt oder es klappt nicht.
Gibt es vielleicht die Möglichkeit, dass man eine Aufstellung erarbeitet, die man als Grundlage für die Klinikauswahl nutzen könnte? Es wäre bestimmt für viele Paare sehr hilfreich, wenn es eine solche Entscheidungshilfe gäbe.
Wäre schön, wenn sich mehr zu diesem Thema äußern würden und wir dadurch vielleicht gemeinsam etwas erreichen könnten.
Ines & Chris