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Eizellspende und Psyche

  • Tessa
  • 3. Mai 2002 um 15:59
  • Tessa
    8-Zeller
    Beiträge
    157
    • 3. Mai 2002 um 15:59
    • #1

    Hallo,
    ich bin neu hier und erhoffe mir von euch ein paar Infos:

    Wie verkraftet ihr das psychisch, dass zwar das Spermium vom Mann, die Ez aber von einer anderen Frau kommt? Ich habe früher immer kategorisch das Thema EZ-Spende abgelehnt. Nach 4 erfolglosen Versuchen, bei denen die Befruchtungsrate ( wohl auch wegen meines Alters) immer schlechter wurde, setze ich mich nun mit dem Thema Ez-Spende auseinander. Ich habe Angst davor, dass ich, falls es klappen sollte, das Kind nicht genug lieben könnte oder dass es uns so wenig ähnelt, dass dumme Sprüche von Dritten kommen...

    Wie geht ihr damit um? Bei anderen stoße ich immer gleich nur auf Ablehnung. Daher wäre es mir wichtig zu wissen, wie wirklich Betroffene darüber denken. Kommt frau über solche Gedanken hinweg? Oder war das für euch nie ein Thema?

    Bin leider etwas durch den Wind, da ich momentan nicht weiß, wie es weitergehen soll.

    Danke schon mal im voraus.

    LG Tessa

  • Sophie
    8-Zeller
    Beiträge
    114
    • 3. Mai 2002 um 21:23
    • #2

    Eizellspende und Psyche

    Liebe Tessa,
    ich/wir werden im Herbst den ersten Versuch mit Eizellspende wagen, daher kann ich Dir nur theoretisch sagen was ich denke. Zuersteinmal ist es so, das der Wunsch ein Kind zu bekommen und zu haben am allergrößten ist! Das das Kind nicht meine Gene haben wird, werden im Fall das es klappt nur unsere wahren Freunde( beste Freundin / bester Freund) erfahren und die engen Familienangehörigen und ist zweitrangig. Die werden keine dummen Sprüche machen, da sie wissen, das es für einen selbst am schwierigsten ist. Und Fremde, die sollte man ignorieren finde ich. Für mich zählt, das ich erfahren kann wie es ist schwanger zu sein und Einfluss in der Schwangerschft nehmen kann. Und im Endeffekt sind es doch nur die Gene die nicht von Dir sind, aber es ist ein Kind von Dir und Deinem Mann, und Du hast ihm das Leben geschenkt, weil es in Deinem Bauch wachsen durfte.
    Alles Liebe und viel Kraft

    Hallo Ihr Lieben
    ich hbae mal eine Frage, wieviele von denen sie Ihr kennt( Persönlich oder aus dem Netz) waren in Valencia und sind schwanger geworden? Und vorallem beim wievielten Mal?
    Ich weiß von Paula beim 3. Versuch, Dagmar beim ersten Versu

  • Claudia33
    Morula
    Beiträge
    225
    • 8. Mai 2002 um 17:31
    • #3

    Eizellspende und Psyche

    -

  • Tessa
    8-Zeller
    Beiträge
    157
    • 8. Mai 2002 um 22:53
    • #4

    Eizellspende und Psyche

    Liebe Sophie,liebe Claudia,

    danke für eure aufrichtigen und ehrlichen Antworten! Ich "knabbere" noch an dem Problem herum- aber spätestens nach dem Urlaub im Juni soll die Entscheidung fallen. Ich habe noch gar keine Ahnung, was ein Versuch so kostet. Habt ihr da Anhaltspunkte? Ich bin auch noch am Grübeln, ob Valencia oder Meran günstiger wären. Für jede Hilfestellung bin ich dankbar!

    Euch auch alles Gute!
    LG Tessa

  • Jens
    4-Zeller
    Beiträge
    58
    • 8. Mai 2002 um 22:59
    • #5

    Eizellspende und Psyche

  • Jens
    4-Zeller
    Beiträge
    58
    • 8. Mai 2002 um 23:26
    • #6

    Eizellspende und Psyche

    Hallo Tessa,
    ich habe mich heute erst in die Liste eingetragen, interessiere mich aber schon seit Monaten für die Eizellspende und habe auch deine Überlegungen gehabt. Ich muß dazu sagen, daß ich trotz jahrelanger Menopause das Wunder erleben durfte, in 1999 ohne ärztliches zutun schwanger zu werden. Mein Sohn ist jetzt etwas über 2 Jahre und braucht dringend ein Geschwister, was auch wir durch Eizellspende in Valencia gerne realisieren möchten.

    Ich habe festgestellt, das mein Sohn bei der Geburt völlig anders aussah, als ich es mir vorher vorstellte und das auch dieses erwartete Muttergefühl bei mir zunächst ausblieb.Im Grunde ist zunächst ein neuer "Mitbewohner" vorhanden, mit dem das Zusammenleben erst erlernt werden muß. Auch die Gefühle stellen sich -auch bei anderen habe ich das gehört- erst mit der Zeit ein. Das klingt komisch, ist aber bei vielen so. Ich bin deswegen fest davon überzeugt, das man mit der Zeit auch vergessen wird, das das Kind durch eine Eizellspende geboren wurde. Die im Laufe der Zeit entstehende Bindung ist durch den Umstand der Spende nicht trennbar. Hinzu kommt, das biologisch eigene Kinder durchaus nicht 1:1 Vater oder Mutter ähneln, sondern ihren eigenen Charakter ausbilden. Deine Überlegungen hatte ich allerdings auch im wesentlichen deswegen, weil ich die Befürchtung hatte, meinen Sohn später zu bevorzugen.

    Insgesamt glaube ich aber, das die Eizellspende nach 1 Jahr vergessen sein wird. Wir werden auch niemanden (außer meiner Mutter) von unserem Vorhaben erzählen, sodas wir auch nicht von außen immer wieder erinnert werden.

    Alles Gute für Euch von Tina

  • Sigi
    8-Zeller
    Beiträge
    121
    • 15. Mai 2002 um 23:43
    • #7

    Eizellspende und Psyche

    Hallo Tina,

    ich habe schon 2x versucht, Dir ein privates E-mail zu schicken, aber es kommt immer zurück. Ich nehme an, die Adresse stimmt nicht. Wie kann ich Dich erreichen???

    Ich interessiere mich besonders für die Umstände, unter denen Du trotz Menopause schwanger geworden bist. Ist es unter Hormonsubstitution passiert? So war es nämlich bei mir (leider aber Fehlgeburt).
    Vielleicht kann man doch einen "roten Faden"
    finden und Dir und mir und evtl.auch anderen Frauen weiterhelfen. Zur Frage Eizellspende und psycholog.Probleme habe ich auch viel nachgedacht.

    Melde Dich doch.

    Herzliche Grüße von Sigi

    <font size=-1>[ Diese Nachricht wurde ge&auml;ndert von: Sigi am 2002-05-15 23:45 ]</font>

  • Jens
    4-Zeller
    Beiträge
    58
    • 17. Mai 2002 um 22:39
    • #8

    Eizellspende und Psyche

    Hallo Sigi,

    ich habe jetzt meine E-Mail Adresse korrigiert und bin jetzt wieder erreichbar.

    Ich erzähl mal kurz was über meine Geschichte. 1990 hatte ich eine schwere Darmoperation, damals war ich 27. Kurz danach setzte bei mir die Menopause ein, was ich zuerst nicht mal erkannte. Als mein jetziger Mann und ich uns erstmals mit dem Kinderwunsch befassten, war eigentlich schon alles zu spät. Durch welche ätzende Zeit man geht, wenn einem die Diagnose gestellt wird, wißt Ihr alle. Ich rannte von einem Arzt zum anderen. Bereits damals erhielten wir den Hinweis auf die Eizellspendemöglichkeit in Brüssel. Die Umstände ließen eine nähres Angehen der EZsp nicht zu, so daß ich für mich beschloß, unsere Kinderlosigkeit zu akzeptieren. Meine Gyn hat mir zur Linderung der Beschwerden in der Menopause und zur Erhaltung der Gebärmuttertätigkeit Östronara verschrieben, was ich auch gut vertragen habe. Weitere Hormonbehandlungen habe ich damals nicht mehr vorgenommen, weil sie auch davor absolut erfolglos waren. Östronara habe ich vielleicht 3 oder 4 Jahre genommen, als ich schwanger wurde und natürlich davon zunächst nichts bemerkte. Ich habe bei meinen Ärzten nachgefragt, wodurch die Schwangerschaft dann doch noch kam, habe aber nur sehr ausweichende Antworten wie &quot;Wunder gibts&quot; und so gehört. Allerdings bin ich kein Einzelfall, wie mein Gyn inzwischen bestätigte. Das hatte auch meine Hoffnung auf Wiederholung geschürt. Aber dies scheint bei mir doch nicht mehr möglich zu sein. Insofern werden wir im Juni zum Gespräch nach Valencia fahren.

    Viele Grüße von Tina

  • Anonymous
    Gast
    • 18. Mai 2002 um 13:03
    • #9

    Eizellspende und Psyche

    Hallo Tina,

    wodurch wurde denn bei Dir damals die Menopause diagnostiziert? Einfach wegen dem Ausbleiben der Regel, oder hat man Untersuchungen gemacht? Wie hoch war z.B. Dein FSH-Wert?
    Auf jeden Fall ist es echt toll und klingt tatsächlich wie ein Wunder, dass es plötzlich auf &quot;normalem&quot; Wege geklappt hat!

    Viele Grüße
    Andrea

  • Jens
    4-Zeller
    Beiträge
    58
    • 18. Mai 2002 um 14:26
    • #10

    Eizellspende und Psyche

    Hallo Andrea,

    mein FSH-Wert war bei 70 und zwar nahezu konstant. Ich war schon damals in der Kinderwunschpraxis und wurde als &quot;aussichtslos&quot; entlassen. Das ganze Hormonbild entsprach der Menopause und auch die Begleiterscheinungen (Ausbleiben der Regel, Hitzewallungen, Angstzustände usw.)
    Nach Östronara ging es mir dann schnell wieder &quot;normal&quot;.

    Liebe Grüße von Tina

  • Mango
    Eizelle
    Beiträge
    4
    • 27. Mai 2007 um 00:55
    • #11

    Re: Eizellspende und Psyche

    ich sehe gerade, dass hier schon lange niemand mehr geschrieben hat.
    Genau dieses Thema beschäftigt mich aber sehr:
    Mein Freund und ich denken ernsthaft daran uns an eine Eizellenspende zu heranzuwagen, nachdem es höchst unwahrscheinlich ist, dass ich auf natürlichem Wege schwanger werde.
    Nun suche ich nach Frauen, die bereits ein Kind durch Eizellenspende haben und mir über die psychologischen Aspekte berichten können.
    Ich habe z.B noch folgende Bedenken:
    Werde ich während der Schwangerschaft das Gefühl haben ein fremdes Kind in mir zu tragen?
    Was werde ich denken, wenn sich das Kind nicht prächtig entwickelt?
    Werde ich unter Bemerkungen wie &quot;das Kind sieht Dir aber gar nicht ähnlich!&quot; leiden?
    usw ...

    Vielen Dank für Eure Reaktionen.

  • Valerie
    Eizelle
    Beiträge
    12
    • 27. Mai 2007 um 16:32
    • #12

    Re: Eizellspende und Psyche

    Liebe Mango,

    ich bin durch meinen ersten Versuch einer Eizellpende schwanger geworden. Der fand 1998 in Griechenland statt. Der Arzt sagte, er hätte 5 gute Embryonen für mich . Ich bekam einen Schreck und hatte das Gefühl, es könnten mir 5 Monster eingesetzt werden. Ich weigerte mich, alle zu nehmen. Also wurde einer kryokonserviert. Zwei waren angewachsen. Ich habe sie sofort gemocht. Leider habe ich sie in der achten Woche verloren. Bis heute habe ich das Gefühl, dass ich mit ihren Seelchen eine familiäre Bindung habe, auch wenn sie mich gleich wieder verlassen haben.

    Dann musste ich über Jahre so viele Versuche machen, dass ich sie nicht mehr zählen möchte. Ende 2003 hatte ich aber nochmal Glück. Natürlich war jeder Ultraschall aufregend. Von jedem Arztbesuch kam ich nach Hause und konnte meinem Mann berichten &quot;es ist alles in bester Ordnung&quot;. Ich bin wie auf Wolken gegangen. Es war für mich einfach eine schöne Schwangerschaft. Ein Gefühl von Fremdheit dem Kind gegenüber hatte ich nie.

    Meine Isi-Maus ist jetzt 2 3/4 Jahre alt und gesund und frech. Sie sieht meinem Mann ähnlich. Mir überhaupt nicht. Ihre Augen sind viel dunkler als meine und die meines Mannes. An ihren Augen könnte ein aufmerksamer Betrachter zu der Schlusssfolgerung kommen, dass da eine andere genetische Mutter ist. Mit einer Frage oder Andeutung dahingehend bin ich aber nie konfrontiert worden.

    Das macht mir aber überhaupt nichts aus. Irgendwann hören die Leute auf, sich zu wundern. Dann ist alles normal.

    Ich glaube, man kann dazu beitragen, dass sich ein Kind prächtig entwickelt, indem man selbst gesund lebt und das Kind gut ernährt und ihm viel Liebe und Körperkontakt zukommen lässt.

    Ich bin überzeugt, dass viele Krankheiten wie ADS, Legasthenie, Augenfehlstellungen oder Autoimmunkrankheiten von chemischen Nahrungszusätzen und Umweltgiften und auch chemischen Arzneimitteln wie u.a. Impfungen verursacht sind. Also versuche ich unsere Tochter von Umweltgiften fernzuhalten und kaufe im leider etwas teuereren Bioladen ein. Bisher hat sich das ausgezahlt. Meine Tochter hat einen tollen Wortschatz und eine fortgeschrittene Grammatik und auch motorisch ist sie sehr gut drauf. Alles, was sie bisher an Krankheiten hatte, waren leichtere Infekte, die nie länger als drei Tage dauerten und nie über 38,5 Fieber brachten. Sie kennt keine Fieberzäpfchen und keine Antibiotika.

    Jetzt muss ich mich aber wieder losreissen.

    Viel Glück und liebe Grüße
    Valerie

  • Mango
    Eizelle
    Beiträge
    4
    • 30. Mai 2007 um 09:42
    • #13

    Re: Eizellspende und Psyche

    Liebe Valerie,
    danke für Deine ausführliche Antwort.
    Wahrscheinlich mache ich mir Gedanken, die völlig verschwunden sein werden, wenn das Kind erst einmal da ist. Aber ich denke, man sollte unbedingt alle Aspekte bedenken und auch die unmöglichsten Gedanken zulassen. Schließlich ist es ja eine wichtige Entscheidung.

    Es freut mich für Dich, dass es nach so langem Probieren bei Euch dann endlich geklappt hat. Ich weiß nicht, ob ich die Kraft für so einen langen Weg hätte.

    Mein Freund befürchtet, dass ich das sehnlichst erwartete Kind dann total überbemuttern werde und vielleicht ein bisschen überängstlich und übervorsichtig seine werde. Ich kann mir schon vorstellen, dass das leicht passiert.

    Natürlich würde mich brennend interessieren, welche Klinik Du empfehlen würdest.

    viele Grüße,
    mango

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