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Von wem ging die Initiative zuerst aus? Mann oder Frau?

  • rebella
  • 29. September 2005 um 23:42
  • rebella
    4-Zeller
    Beiträge
    30
    • 29. September 2005 um 23:42
    • #1

    Hallo an alle hier,


    ich komme eigentlich aus einem Forum "Heterologe Insemination". Bin dort sehr aktiv und habe schon zu verschiedenen Themen rund um den unerfüllten Kinderwunsch Artikel für´s Forum geschrieben.


    Gerade beschäftige ich mich mit dem Thema "Psychische Probleme des Mannes und der Frau während des Prozesses der Entscheidung zur Heterologen Befruchtung und der Behandlung. Ich bin dabei zu dem Resultat gekommen, dass die Initiative zu einem solchen Versuch meist von der Frau aus geht. Eben, weil diese aufgrund natürlicher Vorgaben auch das Erlebnis der Schwangerschaft, Geburt, ... braucht. Im Fall Befruchtung mit Spendersamen könnte man auch sagen, vom Mann würde deshalb so selten die Initiative ausgehen, weil er ja keine genetischen Nachkommen mehr bekommen kann.


    Aber wie sieht es bei Euch aus? Da ist es doch gerade umgekehrt. Der Mann hat mit der Eizellspende noch die Chance, sich fortzupflanzen, die Frau nicht. Trotzdem bleibt bei der Frau der Wunsch nach Schwangerschaft und Geburt.


    Ich hätte gern von Euch gewußt, von wem die Initiative ausgegangen ist? Kam der Vorschlag zur Eizellspende vom Mann oder von der Frau?


    Da ich jetzt hier nicht alle Beiträge durchlesen kann - vielleicht kann auch jemand, der/ die hier häufig liest, ihre zusammengefaßten Eindrücke zu dem Thema darlegen.


    Freue mich auf Antwort. Rebella

  • manda
    Blastozyste
    Beiträge
    790
    • 30. September 2005 um 08:39
    • #2

    Von wem ging die Initiative zuerst aus? Mann oder Frau?

    Hallo Rebella,


    bei uns ging die Initiative von mir (der Frau) aus. Mein Mann hat sich von selbst noch nie so intensiv mit den Möglichkeiten der Repromedizin beschäftigt und wäre daher nie auf den Gedanken der EZS gekommen. Nachdem ich ihm von dieser Möglichkeit erzählt habe, war er allerdings sofort einverstanden. Eine Option für uns beide wäre auch die Samenspende gewesen, da nie so ganz klar war, an wem es eigentlich liegt. Für mich schien jedoch der Weg Eizellspende erfolgversprechender, und es hat ja auch geklappt.

    Vom Grundtenor in diesem Forum glaube ich, dass die Initiative zur EZS eher von den Frauen als den Männern ausgeht. Manchmal habe ich den Eindruck, dass die Frauen auf diesem Gebiet einfach mehr recherchieren und deshalb eher auf die EZS kommen.


    Viele Grüße,


    manda

  • Rom.y
    8-Zeller
    Beiträge
    113
    • 30. September 2005 um 09:33
    • #3

    Von wem ging die Initiative zuerst aus? Mann oder Frau?

    Hallo Rebella,


    bei uns ging es eher vom Mann aus. Wobei man halt berücksichtigen muss, dass eine EZS am Ende der reproduktiven Skala angesiedelt ist und Paare bis dahin einen weiten Weg zurückgelegt haben. Bei uns war vorher auch die Samenspende schon in der Diskussion, und wir hatten schon 6 Jahre KiWu-Behandlung auf dem Buckel.


    Wir haben also eine Embryospende bekommen, was sogar Vorteile hat -so ist die Lage für beide Partner gleich.


    Mir scheint, dass der Kinderwunsch bei Mann und Frau generell anders gelagert ist. Mit allen Einschränkungen, die für Verallgemeinerungen gelten, meine ich: Bei der Frau ist es ein Trieb; der Bruttrieb, eine immens starke Kraft, die allerdings bestimmte Bedingungen zum Aufblühen braucht (zumindest ein gefühlvolles eigenes Elternteil sowie normalerweise eine Partnerschaft). Männer bekommen ihr erstes Kind zumeist a) aus dynastischen Gründen, nenne ich es mal, b) weil es dazugehört (also aus Konvention, und weil die insgesamt wegbröckeln, haben wir auch soviele Männer, die keine Kinder wollen)(Mit nichts kann man einen Mann beim Rendezvouz schneller in die Schlucht schlagen als mit einem lässigen - ach, übrigens, ich hätte nichts gegen Kinder...) c) der Frau zuliebe. Kinderlose Männer mit "richtigem" eigenem Kinderwunsch sind meiner Meinung nach eher selten.

    Nach dem ersten Kind und auch durch die Prozesse einer Kinderwunschbehandlung ändert sich das aber häufig.


    Nietzsche hat dazu mal gesagt: Des Mannes tiefste Sehnsucht ist das Weib. Des Weibes tiefste Sehnsucht aber ist das Kind. (Und es wäre ja von der Evolution her auch nicht doof, die Sache so anzulegen...)


    Gruß Rom.y

  • yno
    8-Zeller
    Beiträge
    94
    • 30. September 2005 um 09:57
    • #4

    Mann/Frau

    Guten Tag Rebella,

    Mein Mann konnte sich sofort mit dem Gedanken der EZspende anfreunden und hatte keine Probleme dies zu akzeptieren, ich hingegen habe recht lange gebraucht um dies zu akzeptieren. Ich habe mich dann um den praktischen Teil gekuemmert wie: ausführliche Information, Ärzten gesprochen, Klinik ausgesucht ......

    Gruss

    yno

  • ika
    2-Zeller
    Beiträge
    23
    • 2. Oktober 2005 um 19:26
    • #5

    Mann/Frau

    hallo rebella,


    das kinderwunschthema, die untersuchungen, die 4 ICSIs und nun auch die embryonenspende...alles ging von mir aus.

    die ursache unserer kinderlosigkeit lag allerdings bei meinem partner.

    nachdem ich 1 jahr lang unter schlaflosigkeit + wegen meines kinderwunsches alleine vor mich hingelitten hatte, mein partner das thema aber konsequent tabuisierte, hielt ich es nicht mehr aus. die beziehungskrise brach aus und ich war 5 minuten davor mich zu trennen. stellte meinem partner ein ultimatum: entweder wir gehen es jetzt gemeinsam an, oder es ist schluss.

    seine einwilligung korrelierte mit seiner überzeugung, dass ER ein riesengroßes opfer für mich bringt, wenn wir künstliche befruchtung machen. tolle ansicht, wenn man bedenkt, dass ich die körperlichen opfer brachte - und das, obwohl ich mit einem anderen ganz natürlich schwanger werden könnte.

    nun, 2 jahre und 4 negativs später - bin immer noch ich diejenige, welche die initiativen ergreifen muss, die information einholen + die organisation tätigen. mein partner hat aber mittlerweile akzeptiert, dass er niemals ohne fremde hilfe (samenspende) vater werden kann. (das dauert nämlich)

    die embryonenspende ist für uns ein kompromiss, mit dem wir beide gut leben können.

    er hat mir mehrmals folgendes erklärt:

    kiwu ist für ihn was typisch weibliches. für ihn als mann gilt: passiert´s - ist es gut. passiert´s nicht, ist es auch gut.

    und es ist zwar paradox, meint er, aber...seine identität als mann ist nicht angegriffen, wenn er kinderlos bleibt (im unterschied zur frau) - aber das wissen um die eigene unfruchtbarkeit ist sehr wohl ein schwerer angriff auf sein männlichkeitsgefühl.

    daher geht im das thema kiwu und die künstlichen befruchtungen, das ganze tamtam so unheimlich auf die nerven, weil es ihn ständig daran erinnert, dass er unfruchtbar ist. das tut ihm weh.

    ich kann ihn da schon verstehen.

    männer sind generell die großen verdränger + werden erst aktiv, wenn es unvermeidbar ist.

    in mir hat sich übrigens auch etwas in den letzten 2 jahren verändert:

    der kinderwunsch ist nicht mehr so dringend. bezüglich der embryonenspende und seinem ergebnis: wenn´s passiert ist gut, wenn´s nicht passiert...hab ich zumindest alle möglichkeiten ausgeschöpft.


    liebe grüße, 8)

    ika

  • Tapabo
    4-Zeller
    Beiträge
    47
    • 8. Oktober 2005 um 21:31
    • #6

    Von wem ging die Initiative zuerst aus? Mann oder Frau?

    Hallo Rebella,


    bei mir war es 100% genauso wie von Manda in ihrem Posting beschrieben. Ich habe einfach mehr recherchiert, obgleich auch mein Mann sich immer gewünscht hat, Vater zu werden (und die Vaterrolle steht ihm).


    Gruß, Tapabo

  • Petra 37
    8-Zeller
    Beiträge
    97
    • 9. Oktober 2005 um 12:09
    • #7

    Von wem ging die Initiative zuerst aus? Mann oder Frau?

    Hallo Rebella,

    bei mir war/ist es wie bei ika,

    alles geht von mir aus. Mein Mann hat die selbe Einstellung, wenn es klappt dann gut, wenn nicht auch gut. Er braucht nicht unbedingt ein Kind, das Leben gefällt ihm auch ohne und ist für ihn und die Beziehung einfacher.

    Grüße

    Petra

  • rebella
    4-Zeller
    Beiträge
    30
    • 24. Oktober 2005 um 23:12
    • #8

    Von wem ging die Initiative zuerst aus? Mann oder Frau?

    Hallo an alle, die hier geantwortet haben.


    Vielen Dank für Eure Beiträge. Ich denke, dass ich mit guter Gewißheit daraus ableiten kann, dass auch bei Eizellspende in den meisten Fällen der Vorschlag von der Frau kommt (eben wegen des Bruttriebes).


    Möglicherweise ist dieser Psychostreß in der Entscheidungsphase bei Euch im Schnitt auch geringer als bei Samenspende, weil einfach beide Partner einen grundlegenden Anteil für das zukünftige Kind leisten können.


    Liebe Grüße, Rebella

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