Wir sind mittlerweile aus Kapstadt zurück und wollen für alle künftigen Kapstädtler mal von unseren Erfahrungen berichten.
Es lief leider einiges schief, so dass es jetzt nicht nur die Trauer über den missglückten Versuch gibt, sondern auch nachhaltig Wut auf die ganze Verfahrensweise. Dass gleich zu Beginn der Appartementschlüssel in der Klinik nicht hinterlegt war, das kann passieren. Aber dass Dr. Wiswedel unter seiner Notfallnummer nicht erreichbar war (die ganzen 2 Wochen nicht!), die Schwestern sich nur widerwillig um uns kümmerten und uns die Laborantin beschimpfte, weil sie wegen uns quer durch Kapstadt fahren musste, das war kein angenehmer Empfang!
Dass Dr. Wiswedel die ganze Zeit im Urlaub war (er hatte uns diesen Zeitraum vorgeschlagen!), haben wir einen Tag vor Abreise von seiner Mitarbeiterin erfahren. Da waren wir natürlich auch sauer, weil wir die Klinik u.a. auch deswegen ausgesucht hatten, um einen deutschen Ansprechpartner zu haben. Unser Erstgespräch (mit vielen offenen Fragen!) lief auf Englisch. Wir erfuhren auch ein wenig über die Spenderin (die zu unserem großen Pech auch nur drei Eier hatte!), doch diese Aussagen deckten sich leider nicht immer mit denen von Dr. Wiswedel. Da kamen uns schon erste Zweifel, wem man nun glauben soll.
Die Klinik wirbt ja auch damit, dass die Spenderinnen Studentinnen wären. Dies war auch unser ausdrücklicher Wunsch, das Aussehen war uns eher egal. Tja, Studentin war sie nicht, aber angeblich wunderschön...
Zwei Tage vor dem Transfer begannen wir damit, Gestone zu spritzen. Lasst euch genau erklären, wo das hingespritzt werden muss, denn wir haben die Spritzen zu flach und an den falschen Ort gesetzt und da sind sie ziemlich unwirksam! Es hat leider keiner richtig erklärt...
Den Transfer (mit zwei? Eiern) führte Dr, Wiswedel unter Ultraschall durch, danach zwei Stunden auf dem Rücken liegen.
Da wir mit anderen deutschen Pärchen untergebracht waren, kamen wir natürlich auch ins Gespräch und es stellte sich heraus, dass wir (wenn die Angaben der Klinik korrekt wären) mit einem anderen Pärchen eine gemeinsame Spenderin haben müssten. Alle Informationen über die Spenderin stimmten völlig überein (Name, Alter, Größe, Beruf, Kinder, Hobbys, Neigungen, Eigenschaften...) Und sie sollte uns auch beiden ähnlich sehen (allerdings bin ich bin blond und blauäugig, die andere dunkel und grünäugig). Was soll man da glauben? Das andere Pärchen hatte sich unsere (?) Spenderin vorher ausgesucht und stellte den Arzt, der unser Erstgespräch durchführte und uns immer freundlich mit Namen begrüßte, zu Rede: „Nein, nein – gleiche Spenderin, das kann nicht sein.“ Und uns würde er auch nicht kennen. Wir sind nun ziemlich sauer und stark am Zweifeln, ob wir den nächsten Versuch wieder in Kapstadt wagen sollten. Wir wissen es noch nicht.
Die Appartements von Dr. Wiswedel sind übrigens in Ordnung und besten Gewissens zu empfehlen (Aber vorher den Preis mit ihm klar machen – da gab es am Ende auch Unstimmigkeiten). Das Auto solltet ihr jedoch immer im Hof parken. Auf der Straße gibt es wohl öfter Autoeinbrüche (wovon wir leider auch betroffen waren).
Das waren unsere Erfahrungen und mal sehen, wie viele von uns Pärchen dann wirklich schwanger geworden sind, denn an die 60% können wir nicht so recht glauben.
Grit & Hans