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  1. Dein Kinderwunschforum – Erfahrungsaustausch & Expertenantworten für Deinen Weg zum Wunschkind! 💬🩺
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  3. dr.aizpurua.ivi.valencia

Beiträge von dr.aizpurua.ivi.valencia

  • Embryonen od. Blastozyten

    • dr.aizpurua.ivi.valencia
    • 22. Mai 2004 um 23:51

    Embryonen od. Blastozyten

    An Elisabeth,

    die Kulturmedien am IVI sind für Blastozysten ganz spezielle Medien (Ko-Kultiv mit Endometriumzellen) die eigens entwickelt wurden und es woanders nicht gibt.

    MfG
    Dr.Jon Aizpurua

  • @ Doc Aizpurua

    • dr.aizpurua.ivi.valencia
    • 22. Mai 2004 um 23:45

    @ Doc Aizpurua

    ich war scheinbar schon dabei...

  • Blutgruppen

    • dr.aizpurua.ivi.valencia
    • 22. Mai 2004 um 23:44

    Blutgruppen

    Hallo Elisabeth,

    Aus der oben genannten Konstellation kann ich dir nicht sagen, was dein Kind für eine Blutgruppe bekommt, dazu müsste man die Allele kennen, sehr wahrscheinlich wird es A positiv, aber ich finde es ist egal.
    Ich würde mich da nicht so viele Sorgen machen.
    Wenn man in der Bevölkerung stichprobenweise Vaterschaftsnachweise durchführen würde wären wir alle sicherlich ziemlich geschockt (das hat natürlich in England schon Jemand mit kleinen Zahlen aber erstaunlichen Ergebnissen gemacht ...). Übrigens wer hat den schon nichts besseres zu tun als die Blutgruppe der Eltern mit der eigenen abzuchecken ? Habt ihr das gemacht ?, ich kenne niemand. Ausserdem wird es in 20 Jahren so schnell wie sich diese Welt dreht, es ganz atraumatisch sein aus einer IVF oder EZS zur Welt gekommen zu sein. Vor 20 Jahren oder sagen wir 40 in Deutschland war es auch undenkbar, dass heute Kinder lediger Mütter oder getrennter Eltern völlig gleichwertig sozial akzeptiert werden. Also cool bleiben.
    Das mit der Abwehrreaktion im Immunsystem im Körper kannst du auch ganz beruhigt einfach vergessen.

    Mit freundlichen Grüssen:
    Dr.Jon Aizpurua

  • Kryo-Entwicklungsstadium

    • dr.aizpurua.ivi.valencia
    • 22. Mai 2004 um 23:25

    Kryo-Entwicklungsstadium

    Hallo Liane,
    die beste Taktik wäre tatsächlichsequentiell aufzutauen (in 2er Gruppen) schaen was die Überlebensquote sagt und dann mit mindestens 2 Embryonen auf Blastozystentransfer zu gehen. Die Implantation ist besser und die Anreise aus D. lässt sich viel risikoärmer organisieren.
    Mit freundlichen Grüssen:
    Dr. Jon Aizpurua

  • Immunisierung?

    • dr.aizpurua.ivi.valencia
    • 22. Mai 2004 um 23:14

    Immunisierung?

    Hallo Nicole,

    von Immunisierung halte ich nicht viel.
    An deiner Stelle würde ich ganz genau nach Gerinungsfaktoren, Antikörpern sowie Mutationen (MTHFR !) schauen lassen, die mit Frühaborte assoziiert sind. Ich nehme an das wurde schon gemacht, sonst würdest du kein Heparin bekommen ... oder?
    Aber so oder so, stellt sich massiv eine Frage ... was lässt dich davon ausgehen, dass die Embryonen in Ordnung waren ? Neigung zu biochemischen Schwangerschaften ist auch mit einer erhöhten Aneuploidierate der Embryonen verbunden. Ich nehme an wir reden hier von EZS, aber wie sind die Spermien ? Gab es Anlass ein Spermatozyten-FISH anzufertigen? Wäre es pathologisch so kann euch die PID helfen.
    Mit freundlichen Grüssen:
    Dr.Jon Aizpurua

  • Embryonen od. Blastozyten

    • dr.aizpurua.ivi.valencia
    • 22. Mai 2004 um 23:02

    Embryonen od. Blastozyten

    Hallo Ivy und Elisabeth,

    das ist eine sehr gute Frage. Und wie es oft bei guten Fragen so ist, muss die Antwort nicht monoform sondern eher differenziert ausfallen.

    Es hängt nämlich davon ab, wieviele und von welcher Qualität die Embryonen am Tag 3 sind. In unserem Institut haben wir ein mathematisches Modell entwickelt, der in Abhängigkeit dieser Daten uns sagt ob der Zyklus effizienter wäre wenn wir auf den 6en Tag warten oder eher gleich am Tag 3 transferieren. Demnach beraten wir die Eltern, die dann das letzte Wort haben. Es gibt manchmal Konstellationen wo die embryonenabhängige Zykluseffizienz ziemlich gleich für beide Gruppen ist, dann befragen wir erneut die Eltern, wie wichtig ihnen die Frage der Vermeidung kryokonservierter Embryonen ist bzw. ob sie alle Chancen in diesem Zyklus konzentrieren wollen oder ob sie ggf. in ein Paar Jahre sich vorstellen können ein Brüderchen abzuholen.

    Diese Option hat man aber nur, wenn von Anfang an signalisiert hat, dass Blastozystentransfer ein Thema ist, denn die Kulturmedien sind schon am Tag 1 ganz andere.

    Zusammenfassend kann man sagen, Blastozystentransfer erhöht die Implantationsrate aber nicht messbar die Schwangerschaftsrate pro Zyklus. Es tut aber viel eher das natürliche Timing der Implantation nachahmen und es selektiert zu einem gewissen Grad morphologisch unauffällige aber genetisch kranke Embryonen heraus, also geht tendentiell mit einer geringeren Abortrate einher.

    Mit freundlichen Grüssen:
    Dr.Jon Aizpurua

  • PID/Polkörperchendiagnostik/führende Kliniken

    • dr.aizpurua.ivi.valencia
    • 22. Mai 2004 um 22:22

    PID/Polkörperchendiagnostik/führende Kliniken

    An Pakita,

    ich möchte versuchen sie zu verstehen.
    Wollen sie nach ihrer Erfahrung (Trisomie 21, sicherlich traumatischen Abbruch aus eigenem Entschluss) die PID als die einzige Bahandlungsmethode, die ihnen diese Erfahrung erneut ersparen könnte wirklich daran messen, wieviel Leid sie hervorbringt oder wieviel Leid sie verhindert? Dann bitte, hierzu gibt es bereits Untersuchungen, lesen sie nur unter: "Lavery SA, Aurell R, Turner C, Castello C, Veiga A, Barri PN, Winston RM. Preimplantation genetic diagnosis: patients' experiences and attitudes. Hum Reprod. 2002 Sep;17(9):2464-7".

    Subjektiv verhindert PID also eindeutig Leid. Objektiv auch, bei Ihnen ist die Indikation zur PID aus medizinischer Sicht darüberhinaus einfach sonnenklar, ein Klassiker sozusagen. Wenn sie dazu auch Quellen brauchen, dann lesen sie bitte hierunter: "Gianaroli L, Magli MC, Ferraretti AP, Tabanelli C, Trombetta C, Boudjema E. The role of preimplantation diagnosis for aneuploidies. Reprod Biomed Online. 2002;4 Suppl 3:31-6 ------ Kuliev A, Cieslak J, Ilkevitch Y, Verlinsky Y. Chromosomal abnormalities in a series of 6,733 human oocytes in preimplantation diagnosis for age-related aneuploidies. Reprod Biomed Online. 2003 Jan-Feb;6(1):54-9 ------ Kuliev A, Verlinsky Y. The role of preimplantation genetic diagnosis in women of advanced reproductive age. Curr Opin Obstet Gynecol. 2003 Jun;15(3):233-8. Review".

    Bezüglich ihrer Sorgen mit den Zahlen der Effizienz und Zuverlässigkeit der PID lesen sie bitte u.A. hierunter: " Gianaroli L, Magli MC, Ferraretti AP. The in vivo and in vitro efficiency and efficacy of PGD for aneuploidy. Mol Cell Endocrinol. 2001 Oct 22;183 Suppl 1:S13-8".

    Ich verstehe ihre Sorgen und Ängste, aber die Entscheidung liegt letztendlich bei Ihnen und keiner -auch Barbara nicht- kann ihnen diese abnehmen. Ich wünsche Ihnen alles Gute.

    Mit freundlichen Grüssen:
    Dr. Jon Aizpurua


    An Barbara,

    Ein Verdacht wird mir immer klarer: Reden wir aneinander vorbei? Natürlich sind alle Aussagen über PID bisher für Zyklen mit eigenen Eizellen gemeint gewesen. Was sonst?? Ist es ihnen egal ob wir über Eizellspende oder IVF-Zyklen reden solange Embryonen dabei sind? Sie fühlen nicht wie ein Patient und verstehen nicht wie ein Arzt, wer sind sie?
    Ich werde trotzdem für betroffene und durch diese Diskussion möglicherweise irrgeführte Forenteilnehmer auf ihre Fragen eingehen.

    Es gibt nur zwei Indikationen um PID auch bei Eizellspende anzuwenden: bei pathologischen Spermatozyten-FISH oder chromosomale bzw. monogenetische Erkrankung des Vaters. Dazu auch die Literatur:
    "Verlinsky Y, Kuliev A. Current status of preimplantation diagnosis for single gene disorders. Reprod Biomed Online. 2003 Sep;7(2):145-50. Review. ----- Simopoulou M, Harper JC, Fragouli E, Mantzouratou A, Speyer BE, Serhal P, Ranieri DM, Doshi A, Henderson J, Rodeck CH, Delhanty JD. Preimplantation genetic diagnosis of chromosome abnormalities: implications from the outcome for couples with chromosomal rearrangements".


    Zu Ihrem ZITAT:
    Falls Sie mir nochmal antworten möchten, daher möglichst präzise meine Frage: welchen Aspekt würden Sie als Fachmann aus Ihrer Erfahrung für die o.g. Differenz zwischen biopsierten und transferierbaren Embryonen verantwortlich machen? Nur die Kultivierungszeitdauer? Oder gibt es in Valencia da wirklich keine Differenz? Gerade zu diesem Punkt habe ich noch nirgends eine Publikation finden könnten.

    Die Frage habe ich schon beantwortet:
    Es liegt an die selektierten Fällen die zur PID kommen, allesamt anhand der zulässigen Indikationen (wiederholtem Abort, Implantationsfehler bei mehreren IVF/ICSI Versuche, Alter > 38 Jahre u.A.) mit einer sehr schlechten Prognose. Wenn man in Valencia oder Melbourne oder Chemnitz diese Fälle in IVF Zyklen ohne PID auswertet findet man eben solche Differenzen zwischen generierten und transferierbaren Embryonen. Die PID trägt nur minimal dazu. Das hat gar nichts mit Valencia zu tun, auch wenn wir durch unsere Erfahrung und Engagement mit die besten Statistiken mit PID haben.

    Aber wieso sind sie so fixiert auf die Daten aus Valencia? Ich habe hier versucht die allgemeine Datenlage zu schildern. Es ist nicht und war nie die Politik im IVI Daten oder Erkentnisse zurückzuhalten, im Gegenteil wir betreiben öffentlich zugängliche Wissenschaft mit absoluter Transparenz. Wenn sie in den Datenbanken nicht aus Valencia finden liegt es an ihre Suchstrategie. Hier die zuletzt erschienene Daten aus Valencia:

    Pehlivan T, Rubio C, Rodrigo L, Remohi J, Pellicer A, Simon C. Preimplantation genetic diagnosis by fluorescence in situ hybridization: clinical possibilities and pitfalls. J Soc Gynecol Investig. 2003 Sep;10(6):315-22. Review.

    Pehlivan T, Rubio C, Rodrigo L, Romero J, Remohi J, Simon C, Pellicer A. Impact of preimplantation genetic diagnosis on IVF outcome in implantation failure patients. Reprod Biomed Online. 2003 Mar;6(2):232-7.

    Rubio C, Simon C, Vidal F, Rodrigo L, Pehlivan T, Remohi J, Pellicer A. Chromosomal abnormalities and embryo development in recurrent miscarriage couples. Hum Reprod. 2003 Jan;18(1):182-8.

    Eines möchte ich noch hinzufügen: Bei Ihnen frage ich mich, wie man zu solchen Foren wohl kommt ohne Patient oder Arzt zu sein.
    Es macht auf Dauer sicher kein Spass an diesem Forum teilzunehmen, wenn jede Aussage mit Literatur untermauert werden muss und undurchsichtige Interessen hinter den Fragen stehen. Daher betrachte ich diese Diskussion jetzt als abgeschlossen.

    MfG
    Dr.Jon A i z p u r u a

  • PID/Polkörperchendiagnostik/führende Kliniken

    • dr.aizpurua.ivi.valencia
    • 22. Mai 2004 um 12:21

    PID/Polkörperchendiagnostik/führende Kliniken

    An Pakita:

    auf diesen Sektor gibt es leider nichts Neues, wie sie anfragen, keine magische Zahlen oder Erkentnissen, die uns von der Diskussion befreien, wie wir mit innovativen wissenschaftlichen Erkentnissen umgehen. Das war schon immer so in der Geschichte der Wissenschaft, von Galileo bis heute.
    Es ist genauso schwierig auf diesen Drahtseil die Balance zu halten wie es einfach ist sich in demagogische Gedanken leiten zu lassen.
    Das Argument mit den 20-30 Embrionen bei PID für eine einzige Schwangerschaft kommt schon zum zweiten mal in dieser Runde zum Ausdruck. Scheinbar sind meine Kommentare dazu nicht angekommen: 1. PID ist die Methode der Wahl bei wiederholtem Abort, Implantationsfehler (mehrere IVF/ICSI Versuche) oder Alter > 38 Jahre,
    2. es ist unfair die Effektivität der PID bei diesen Betroffenen mit der Effektivität der IVF ohne PID bei "allgemeinen" Infertilitätsfällen zu vergleichen,
    d.h. die Statistiken, die sie ansprechen betreffen einer Subpopulation von Patientinen mit einer extrem schlechten Prognose, die ohne PID weit mehr Embryonen "verbrauchen" würden um wahrscheinlich oft zu KEINER Schwangerschaft zu kommen und wie gesagt dabei sich die Chance altersbedingt sogar verspielt zu haben.
    Aber wie gesagt, ich glaube sie und Barbara sprechen hier was Anderes an, nämlich die ethisch-moralische Legitimation von PID. Sie erwähnen aus seriöser Quelle erfahren zu haben, dass PID Embrionen zerstört. Auch wenn ihre und Barbara´s Bedenken eher in einer Bioethik-Diskussion gehören und nicht hier, möchte ich mich dazu kurz äussern:
    Es ist nichts Neues, dass ein gewisser Anteil der Embryos, bei allen denkbaren passiven oder manipulativen Techniken inklusive PID, im Labor zugrundegehen. Um diesen Anteil bei der PID auswerten zu koennen muss man ihn von den Anteil nicht entwicklungsfaehiger Embryonen in derselben Reihe, die ohnehin ohne PID sich nicht weiter entwickelt hätten, zunaechst befreien. Tut man dieses bleibt eine prozedurbedingte Rate nicht entwicklungsfähiger Embrionen von max.2 % übrig. Das ist extrem wenig (und übrigens vergleichbar mit der PKD).
    Denn jeder Schritt in der Erzeugung und Züchtung/inKulturhaltung von Embryonen unverweigerlich mit Verlust vom biologischem Material verbunden ist ... z.B. bei ICSI werden ca.30% gar nicht befruchtet, da vermutet man auch dass eventuelle Schäden am Spindelapparat durch die Mikroinjektion selbst die bereits befruchtete Eizelle in die Zellteilung hemmt ... oder z.B. bei Kulturhaltung mit Transfer am Tag 3 überleben nur 60-90%, d.h verliert man 10 bis 40% ... oder gar bei sequentiellen Medien und Blastozystentransfer selektiert man sogar zwischen 20 und 80% nicht entwicklungsfähigen Embrionen heraus ... Waren diese auf der Strecke gebliebene Embryonen sowieso biologisch nicht entwicklungsfähig oder war es die menschliche Hand oder war es beides?
    Wenn ihnen diese "moralische Fragen" lasten, was absolut legitim ist, sollten sie diese Gedanken ganz konsequent zu Ende denken und erst dann entscheiden. Vielleicht kommen zum Schluss , dass für sie andere Methoden wie Adoption eine Alternative wäre.
    Mit freundlichen Grüssen:
    Dr.Jon Aizpurua

    An Barbara:
    Sie stellen die Wahrhaftigkeit meiner Diskussionsbeiträge in Frage und verlangen gleichzeitig "dringend um Angaben , wo sie diese zentrumsspezifischen Daten für Valencia einsehen können" ... ? ...
    Ihre wissenschaftliche Neugier ist begrüssenswert aber auch da sehe ich keine Notwendigkeit diese zeitaufwendige Vorarbeit der Literatur-Recherche zu leisten, die jeder machen kann, haben sie bitte Verständnis damit. Eine medizinische Datenbank, die alle wissenschaftliche Publikationen weltweit auf den Monat aktualisiert beinhaltet, finden sie unter http://www.ncbi.nlm.nih.gov/entrez/.
    Ich sehe meine Aufgabe in diesem Forum sich behandelnde Patientinnen zu helfen oder zu orientieren.
    MfG:
    Dr.Jon AIZPURUA

  • PID/Polkörperchendiagnostik/führende Kliniken

    • dr.aizpurua.ivi.valencia
    • 21. Mai 2004 um 13:01

    PID/Polkörperchendiagnostik/führende Kliniken

    Hallo Pakita, Manuela und interessierte ForumTeilnehmer,

    Es ist sicherlich eine Gefahr solcher Foren unbemerkt sich gegenseitig in unberechtigte Illusionen hochzuschaukeln, ebenso sehe ich die Gefahr sich unberechtigt entmutigen zu lassen. Barbara´s Beitrag ist sicher gut gemeint, punktuell wissenschaftlich korrekt aber im Gesamteindruck etwas entmutigend und irrefuehrend.

    Erstens, und um zu der Grundfrage zurueckzukommen ist der Vergleich zwischen PID und PKD hinsichtlich Nutzen und Effektivität so nicht zulaessig. Ganz einfach, weil die PID um ein vielfaches nützlicher ist, untersucht das Embryo und nicht nur die Eizelle.

    Zweitens, die PID ist unbestritten die Technik der Wahl bei wiederholtem Abort, Implantationsfehler (mehrere IVF/ICSI Versuche) oder Alter > 38 Jahre. Dazu gibt es tonnenweise Literatur, aus der hervorgeht, dass in allen diesen Fällen PID vergliechen mit keiner PID die Chancen eindeutig verbessert...aber nicht nur das, sondern bisweilen die Moeglichkeit einer Schwangerschaft mit eigenen Eizellen überhaupt ermöglicht, wenn wir bedenken, dass blinde Zyklen (ohne PID) viel Zeit kosten und zwar in Fällen wo die Ovarialkapazität sowieso knapp ist. Es ist unfair und bisweilen verantwortungslos die Effektivität der PID bei diesen Betroffenen in Frage zu stellen und eventuell die letzte Chance mit eigenen Eizellen eine Schwangerschaft zu erzielen somit vermindern.

    Drittens sind Statistiken mit Vorsicht zu bewerten. Bei den ESHRE Report werden ziemlich alte Daten ausgewertet, die alle „kinderkrankheiten“ der frühen Anwendung dieser Technik noch beinhalten. Unsere Statistiken am IVI Valencia sind für die o.g. Indikationen meilenweit in Richtung bessere Erfolgsraten davon entfernt. Die Aussage, dass letztlich durch die PID eher mehr gesunde als kranke Embryonen verworfen werden ist einfach grottenfalsch. Sowohl die Spezifität (falsch positive) wie die Sensibilität (falsch negative) der PID sind über die gesammte Literatur hinweg mit 90% bis 100% beschrieben.
    An dieser Stelle ist es auch unfair die Effektivität der PID bei diesen Betroffenen mit der Effektivität der IVF ohne PID bei "allgemeinen" Infertilitätsfällen zu vergleichen.

    Abschliessend möchte ich rekapitulieren, wenn die Frage PID oder PKD ist, die Empfehlung kann eindeutig nur PID lauten. Das wird nirgends mehr in Frage gestellt … diese Diskussion gibt es nur in den Laendern wo PID nicht erlaubt ist.

    Mit freundlichen Gruessen:

    Dr.Jon Aizpurua

  • Dr. A: Abstoßungsreaktion nach Kryo im Spontanzyklus

    • dr.aizpurua.ivi.valencia
    • 21. Mai 2004 um 12:11

    Dr. A: Abstoßungsreaktion nach Kryo im Spontanzyklus

    Hallo Marion,
    in der Reproduktionsmedizin gibt es alles andere als planbare Erfolge, wir bewegen uns in probabilistische Grauzonen und wir muessen auch lernen mit Misserfolgen umzugehen. Ich denke nicht dass bei ihnen uns die Vertiefung der immunologischen Theorie weiterbringt. Cortison hilft öfter in Fällen wie ihres, oder zumindest schadet es nicht. Aber, sollten sie einen neuen Versuch starten wollen, wuerde ich ihnen raten an ihrer Erwartungshaltung etwas mehr zu arbeiten, in dem Sinne, dass ein Misserfolg auch so, unbegruendet, eintreffen kann und darf. Vielleicht werden sie erst schwanger, wenn es ihnen egal ist nicht schwanger zu werden.
    MfG
    Dr.Jon Aizpurua

  • Embryo Glue?

    • dr.aizpurua.ivi.valencia
    • 21. Mai 2004 um 11:43

    Embryo Glue?

    Hallo Andrea,
    Erfolg hat immer Recht, fuer ihre Freundin ist es unbestreitbar, dass embrionic glue schwaengert. Aber ich glaube die Frage war weniger kausistisch als prognostisch fuer einen eigenen eventuellen Versuch hiermit gemeint. So kann ich ihnen sagen, dass wir es am IVI nicht anwenden weil es weit, weit weg davon entfernt ist irgend einen wissenschaftlich fundierten Vorteil bewiesen zu haben.
    Wenn sie mich persoenlich fragen muss ich ihnen sogar zugestehen, dass mir der blose simplistische Gedanke der sich dahinter verbergt sogar irritiert und dass ich diese Technik fuer eine Showeinlage aus Beverly Hills halte die genau so schnell aus der Buehne verschwinden wird wie sie aufgetaucht ist.
    Implantation ist sicherlich das Thema der naechsten 10 Jahre in der Forschung, die molekulare Basis davon ist noch ein Raetsel und es gibt sehr serioese Bemuehungen in dieser Richtung, die auch ihre Fruechte tragen werden, wennauch wahrscheinlich ohne so grosse mediale Presenz.
    MfG
    Dr.Jon Aizpurua

  • Gebärmutterschleimhaut

    • dr.aizpurua.ivi.valencia
    • 21. Mai 2004 um 11:16

    Gebärmutterschleimhaut

    Hallo Ilka,
    Der Grund fuer die fehlende Menstruationen war wohl ovariell. Scheinbar ist dein Endometrium in Ordnung. Ganz sicher laesst sich dieses aber nur bestaetigen, wenn mittels Ultraschall eine genaue Kontrolle des Endometriums ueber den ganzen Gebaehrmutterhohlraums mittzyklisch mit deiner Pille stattfindet. Ist es bestaetigt, dann hast du an sich gute Chancen auf Erfolg mit Eizellspende.
    MfG
    Dr.Jon Aizpurua

  • Eizellreifung

    • dr.aizpurua.ivi.valencia
    • 21. Mai 2004 um 11:06

    Eizellreifung

    Hallo Uta,
    nun zuerst ein Paar Fragen an dich:
    wie sahen die 8 Eizellen der ersten IVF und in den 2 folgenden ICSI Versuche aus ? Gab es dort auch eine hohe Rate an unreifen Eizellen ? Innerhalb der unreifen Formen wird unter "germinal vessicles" und Metaphase I Oozyten unterschieden ... welche der zwei Formen waren zahlenmaessig wie vertretten? Wie gross waren die Follikel bei der Punktion? Wie sehen die Spermatozyten aus , Teratozoospermie ? Habt ihr Karyotypen anfertigen lassen ?
    Wenn sich deine Antworten unmissverstaendlich in Richtung intrinsische Reifungsstoerung der Eizellen bewegen sollten, ist es zur Zeit schwierig eine zuverlaessige Loesung fuer deinen Fall anzubieten. Angenommen es waere so, durch einfache Ruhezyklen wird sich dieses Bild sicherlich nicht verbessern.
    Am IVI Valencia arbeiten wir zur Zeit an Protokolle zur in-vitro-Reifung solcher EIzellen, aber wir werden unsere erste therapeutische Applikationen voraussichtlich erst in 6 Monate anbieten koennen.
    Je nachdem ob du warten kannst (Alter?) oder willst, waere eine Eizellspende sicherlich eine Alternative.
    MfG
    Dr.Jon Aizpurua

  • form der gebärmutter

    • dr.aizpurua.ivi.valencia
    • 21. Mai 2004 um 10:44

    form der gebärmutter

    Hallo Charly,
    solange es kein Septum gibt, das ist eine longitudinale Trennwand mitten durch die Gebaehrmutter, die dann so zweikammerig erscheint, gibt es keine erhoehte Inzidenz fuer Aborte oder Implantationsfehler. Wichtig ist die intakte Schleimhaut anfangs und dann eine gute Durchblutung des Gebietes, was scheinbar bei diesen Septen nicht gewaehrleistet ist. Diese kann man jedoch operativ korrigieren. Aber dein Fall hat so wie du das beschreibst gar nichts damit zu tun und das Implantationspotential an deine Gebaehrmutter ist durch die angedeutete Herzform sicherlich nicht beeintraechtigt.
    MfG
    Dr.Jon Aizpurua

  • Wie lange geht Kryo ???

    • dr.aizpurua.ivi.valencia
    • 21. Mai 2004 um 10:35

    Wie lange geht Kryo ???

    Hallo Frodo,

    nach unseren Untersuchungen am IVI ist die Dauer der Kryokonservierung in Hinblick auf die Auftauungsraten absolut nebensaechlich . Wichtig ist die Technik, die Anwendung der Protokolle, die Medien und das benutzte Material sowohl bei der Einfrierung wie bei der Auftauung. Nicht zu vergessen die Qualität und das Entwicklungsstadium beim Einfrieren der Embryone, da es von Labor zu Labor grosse Schwankungen in den Mindestanforderungen gibt.
    MfG
    Dr.Jon Aizpurua

  • Dr. A: Abstoßungsreaktion nach Kryo im Spontanzyklus

    • dr.aizpurua.ivi.valencia
    • 24. April 2004 um 17:42

    Dr. A: Abstoßungsreaktion nach Kryo im Spontanzyklus

    Hallo Marion,

    wie war de Schwangerschaftstest?

    Wir haben tatsaechlich in seltenen Faellen Erfahrung mit der gleichzeitigen Gabe von Prednisolon bzw. Ass 100 oder Heparin sammeln koennen. Diese Medikamente sind aber nur bei entsprechenden Grunderkrankungen indiziert und sollten nicht "vorsichtshalber" verabreicht werden.

    Bezueglich der Frage des Transfers eines Tag 4 Embryo in eine Tag 3 (nach Eisprung)-Gebärmutter, stellt dieses kein Problem dar solange der Unterschied nicht laenger als +/- 1 Tag ist.
    Mit freundlichen Gruessen:
    Dr.Aizpurua

  • Blutung?

    • dr.aizpurua.ivi.valencia
    • 24. April 2004 um 17:04

    Blutung?

    Hallo Maya,
    solange sie nicht bluten, ist das Gefuehl kurz vor der Blutung zu stehen zwar belastend aber banal. Sollte aber tatsaechlich eine Blutung eintretten muesste der Zyklus abgebrochen werden und nach erneuter Deprivation (Decapeptyl) wieder angegangen werden.
    MfG:
    Dr.Aizpurua

  • PID/Polkörperchendiagnostik/führende Kliniken

    • dr.aizpurua.ivi.valencia
    • 13. April 2004 um 13:57

    PID/Polkörperchendiagnostik/führende Kliniken

    Hallo Pakita,

    in Valencia machen wir nur PID, die Zuverlaessigkeit der Technik ist sehr hoch und wie schon erwaehnt wurde, damit koennen Fehlerquellen beider Gameten erfasst werden. Bei deiner traurigen Vorgeschichte waere PID auf jeden Fall bzw. allein wegen des Alters schon indiziert. Damit koenen zu einem sehr hohen Anteil lebensvertraegliche Chromosomenanomalien diagnostiziert werden, eine Amniozentese empfehlen wir bei auffaelligem Screening aber trotzdem.
    MfG:
    Dr. J.Aizpurua

  • an dr. aizpurua: wie oft versuch der ezs sinnvoll?

    • dr.aizpurua.ivi.valencia
    • 13. April 2004 um 13:44

    an dr. aizpurua: wie oft versuch der ezs sinnvoll?

    Hallo Anabelle,

    mit genetischen Tests des Samens ist eine FISH-Analyse der Spermatozyten gemeint, kann man in Labors fuer Humangenetik durchfuehren lassen. Diese waere die erste Verdachtsebene bei OAT III und 3 Fehlverusch mit EZS in unserem Zentrum.
    Eine erneute Hysteroskopie oder ggf. Laparoskopie waere nur sinnvoll, wenn seit der letzten irgendwas neues dazugekommen ist (Ausscharbung, Infektion, Aborte ...) oder die Eileiterschwangerschaften inadequat operiert wurden. Bezueglich der Schilddruese wuerde ich einen Endokrinologen aufsuchen.
    Therapiemaessig koennte je nach Befunde entweder gar nichts notwendig sein (wie gesagt die kumulative Rate erschoepft sich erst nach 4 Versuchen), oder OP, oder medik. Behandlung, oder eine Eizellspende mit PGD oder Eizell+Samenspende... Wir wuerden am IVI so vorgehen.
    MfG:
    Dr.J.Aizpurua

  • Dr. A: Abstoßungsreaktion nach Kryo im Spontanzyklus

    • dr.aizpurua.ivi.valencia
    • 13. April 2004 um 13:27

    Dr. A: Abstoßungsreaktion nach Kryo im Spontanzyklus

    Sehr geehrte Marion,

    diese Symptome sind untypisch, es gibt aber nichts was nicht vorkommen kann. Mit einem anaphylaktischen Schock hat es aber gar nichts zu tun, Schock ist per definition Blutdruckabfall. Ob dieses Ereignis irgendetwas mit immunologischen Prozessen am Eileiter zu tun hat oder als Vorbote einer Ausstossung interpretiert werden kann moechte ich stark in Frage stellen. Nichts ist konklusiver als der Schwangerschaftstest und sogar unter Blutungen und Kontraktionen gibt es entwicklungsfaehige Schwangerschaften, die sich dann stabilisieren. Also, ganz ruhig bleiben bis zum Tag des Tests, ja? Bezueglich der Einnahme von Kortikoiden kann ich mich mit der vorhandenen Information nicht aeussern, es wird allerdings in manchen Faellen wohl mit Erfolg angewandt.
    MfG:
    Dr.J. Aizpurua

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