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  1. Dein Kinderwunschforum – Erfahrungsaustausch & Expertenantworten für Deinen Weg zum Wunschkind! 💬🩺
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Beiträge von frowlein

  • Aufklärung EZS

    • frowlein
    • 9. Oktober 2009 um 20:29

    Re: Aufklärung EZS

    Liebe Julia,

    na, das nenn´ ich doch mal ´n endkolossalen Fall von Torschlusspanik :freude:
    Üüüüüüübler Hormonkoller. Das wird schon wieder.

    DU bist mitnichten eine von den Müttern, die ihrem Kind irgendetwas "vor den Latz knallen". Die schreiben hier nicht. Die denken nicht mal drüber nach, hier zu schreiben. Vermutlich ist es sogar mit dem Denken so ´ne Sache ... ;D

    Nein, nein, DU musst jetzt einfach nur mal langsam wieder runter kommen von Deinen "Drogen". Und wenn sich das kleine Leben da in Dir erst mal auf die Welt durchgekämpft hat (und nicht etwa von Dir dorthin gezwungen wird), dann zeigen Dir seine kleinen Füße schon recht bald, wo´s lang geht. Dessen sei gewiss.

    Pragmatisch, analytisch denkend einerseits, bin ich doch andererseits eine Vertreterin des "kosmischen Denkens": Meine Kinder waren mir bestimmt, so wie Dir das Deine.

    Nu mach´ was draus! ;)


    Das ist Dir jetzt auch keine besonders große Hilfe? Tja, ich glaub, die brauchst Du auch nicht wirklich. Wenn´s soweit ist, weißt Du, was zu tun ist, den Rest holt sich der Krümel selber. Von Dir.
    Passt schon.


    Abendgruß von
    frowlein

  • Aufklärung EZS

    • frowlein
    • 9. Oktober 2009 um 16:10

    Re: Aufklärung EZS

    Hallo, Feli,

    ja, ich kann Deine Überlegungen nachvollziehen und ich freue mich darüber, dass unser Austausch in diesem Ordner ein bisschen was bewegt.

    Doch ich setze mich dafür ein, dass die Entscheidung PRO Aufklärung nicht lediglich aus Angst vor - wahrscheinlicher - Entdeckung fällt, sondern, weil die Bedürfnisse der Kinder wahrgenommen und mindestens gleichwertig zu denen von uns Eltern gesetzt werden.

    Noch einmal: Wir Eltern haben unser Bedürfnis gestillt, haben uns unseren Wunsch erfüllt und ein oder mehrere Kinder geboren - gegen alle Widrigkeiten. Dann darf es einfach keine Frage mehr sein, ob wir diese Entscheidung vor ausgerechnet diesen Kindern vertreten wollen oder nicht. Wir sind dazu verpflichtet. Wir schulden unseren Kindern die Wahrheit!
    Wie unglaubwürdig wären wir denn sonst? Wie fragwürdig unser Kinderwunsch und der Weg zu seiner Erfüllung?


    "Wenn Ihr so überzeugt wart, wieso konntet Ihr es dann ausgerechnet mir nicht sagen?
    Findet Ihr mich vielleicht doch minderwertig, Kind 2. Wahl, das es nicht wert genug ist, dass man für es einsteht?"


    Diese Fragen werden Kinder stellen, die es spät und/oder durch Zufall erfahren. Fragen, die Samenspendekinder jetzt schon stellen. Fragen, die ihre Berechtigung in der Art der Zeugung dieser Kinder haben.

    Wer zu dieser Offenheit nicht bereit ist, sollte seine Beweggründe für die Erfüllung des so drängenden Kinderwunsches unbedingt und ganz ehrlich zu sich selbst hinterfragen.

    Worum geht´s mir wirklich? Warum will ich unbedingt ein Kind haben? Welche Erwartungen, welche Hoffnungen verbinde ich damit -für mich ?

    Bitte nicht falsch verstehen: Alle Antworten sind zulässig - von mütterlicher Selbstverwirklichung über Familientradition bis hin zum Kitt-Kind-Phänomen. Diese Rechenschaft müsst Ihr nur vor Eurem eigenen Gewissen ablegen. Macht Euren Frieden damit.

    Doch dann wendet Euch Eurem Kind zu.

    Ihr seid so davon überzeugt, das Richtige zu tun, dass Euer Kind das gar nicht anzweifeln wird. Es er-lebt ja die Richtigkeit, die Offenlegung seiner Abstammung inklusive.

    Auch Deine Tochter, Feli, hat ja keinen Grund an ihrer eigenen "Echtheit" zu zweifeln, selbst wenn jetzt ein genetisch anderes Geschwisterchen zur Welt käme.
    Aber sie würde genau spüren, wenn Ihr "rumeiert", Euch bemüht, möglichst keine Vergleiche anzusprechen undundund. DAS würde sie verunsichern, denken lassen, dass Ihr sie vielleicht weniger lieb habt als das kleine Geschwisterchen.. von Genetik versteht sie nichts. Kommt´s dann aber später raus, dann wird sie alles damit begründen, ihre Wahrnehmung des Andersseins mit Ungeliebtsein gleich setzen. DANN habt Ihr ein Problem!


    Unfairness? Was für ein seltsamer Gedanke. :-?

    Liebe Feli, das ist wirklich nur elterliche Sichtweise. Deine Große findet es vielleicht "unfair", dass sie dann nicht mehr im Mittelpunkt steht oder dass sie teilen muss oder dass das jüngere Geschwister viel eher Dinge darf, für die sie sich richtig lang machen musste... und das wäre völlig normaler Familienalltag.

    Patchworkfamilie - nur eben genetisch. :juggle:

    Versuch doch mal, mit diesem Gedanken an die Sache heran zu gehen.

    Könnte klappen, oder..? ;)


    frowlein

  • Mein Mann ist plötzlich gegen EZS

    • frowlein
    • 9. Oktober 2009 um 11:26

    Re: Mein Mann ist plötzlich gegen EZS

    Liebe Nadja,

    ich fange mal so an: Ich finde es gut, dass Dein Mann sich Gedanken macht.

    Seinen Überlegungen zur "Unfairness" lässt sich natürlich leicht entgegen setzen, dass

    a) nun gerade diese ein oder zwei Einzellen mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit eher den Weg alles Irdischen gehen - nämlich in diesem Fall durch die Kanalisation -, als in der Gebärmutter der Spenderin zu einem Kind heranzureifen,

    und
    b) das Kind ja im Bauch einer, seiner und einzigen (!) Mutter heranwächst, nämlich in Dir.

    Zweifel, ob er dieses Kind genau so lieben könnte wie Euer beider gemeinsam genetisches, müssen dagegen genauer "unter die Lupe" genommen werden.

    Ich glaube, was ich in Deinem Fall würde wissen wollen, ist, ob diese Einwände nicht vielleicht nur vorgeschoben sind. Ob er vielleicht einfach nur kein Kind mehr will. Und das vielleicht, weil er Fehlschläge fürchtet und Dich (und sich!) nur vor diesen Enttäuschungen schützen will, weil er Benachteiligungen für das schon vorhandene Kind befürchtet während sich alles um die KiWu-Behandlung dreht.

    Da hilft meiner Meinung nach nur eins: Ein/e gute/r Therapeut/in. Vielleicht auch jeder von Euch erstmal für sich. Manchmal muss mann/frau erst lernen, genau hinzufühlen, Worte zu finden, um dann entweder gemeinsam einen Weg zu finden und zu gehen...

    ... oder Variante "Mein Bauch gehört mir" zu wählen und Deinen Mann nach der "Friss, Vogel, oder stirb"- Methode vor die Wahl zu stellen, wie Blanca es getan hat. (Deren Begründung, wonach sie jemand an ihrer Seite haben will, der sie in ihrem Kinderwunsch unterstützt, ebenfalls absolut nachvollziehbar ist.)

    Stellt sich aber bspw. in einer Therapieberatung heraus, dass die Einwände Deines Mannes wirklich von der von ihm benannten Wichtigkeit sind, dann könnt Ihr anfangen, Euch darüber auseinander zu setzen. Gemeinsam überlegen, wie man bestimmte Befürchtungen überwinden kann, ob es Formen der KiWu-Behandlung mit EZS oder sogar EmbA gibt, die seine moralischen Bedenken mildern oder, besser noch, aufheben würden. (Stichwort: offene Spende).

    Denn eins ist ja mal sicher: Sein uneingeschränktes JA ist mindestens so ein hochkarätiger Garant für eine erfolgreiche Behandlung wie Klasse A- EZ, eine tolle Klinik, tolle Ärzte, beste Blut- und HCG-Werte.

    Und eins weiß ich jetzt schon: Dieses Kind könnte sich keine besseren Eltern als Euch wünschen - und das hat es dann auch noch mit seinem Geschwister gemeinsam! Ein großartiger Haufen. ;)


    Positiver Gedankenwirbel von

    frowlein

  • Aufklärung EZS

    • frowlein
    • 9. Oktober 2009 um 10:03

    Re: Aufklärung EZS

    Guten Morgääääääähn,

    was es mit der Wechselwirkung "Sichtweise der Öffentlichkeit" und "Verhalten der EZS/EmbA- Elternschaft" auf sich hat, habe ich ja schon in einem meiner vorhergehenden posts geschrieben.... und schon mehrere Jahre zuvor. :vielposten:

    Ich glaube auch nicht, dass jede(r), die/der sich hier im Forum irgendwann - egal, ob erfolgreich Eltern oder weiterhin kinderlos - nicht mehr blicken lässt, zwingend zur Fraktion der Verdränger gehört. Bei manchen ist´s einfach nur der einsetzende Alltag mit ihren entbundenen Sprößlingen, die sich ja - außer der Zeugungsart - in nichts von anderen Kindern unterscheiden, und sie "verziehen" sich auf boards für Baby- und Kleinkindfragen (und das ist ja auch normal so), andere gehen in spezielle Sternenkinder- oder Abschied-vom-Kinderwunsch- Foren.... und ja, einige Mitglieder beug(t)en sich der vorherrschenden Ignoranz und einiger sehr unschöner persönlicher Übergriffe. (Doch letzteres scheint erfreulicherweise vorbei zu sein. Und NEIN, ich bin kein Opfer, ich hab auch ordentlich zurück gekeilt - det war och nich immer besonders würdig. :oops:)

    Auch das tragische Beispiel ein Jahrzehnt lang fortwährender, zahl- und erfolgloser KiWu-Behandlungen von Ines & Chris prägte dieses Forum und seine Mitglieder nicht nur, es ließ auch kaum Spielraum für Fragen nach dem richtigen Zeitpunkt für das Ende dieser Reise oder der kritischen Hinterfragung des Themas im Allgemeinen und es ließ keinen Spielraum für Fragen zum Leben mit EZS-/EmbA- Kindern, Tipps für aufklärungswillige Eltern, Umgang mit schon vorhandenen genetischen Kindern und/oder älteren Geschwistern.
    Und diese thematische Unausgewogenheit nahmen auch Medien und damit die Öffentlichkeit wahr. Die Folge davon war dann aber leider nicht, dass eine Öffnung hin zu einer kritischeren Betrachtungsweise stattfand, sondern dass noch mehr darauf geachtet wurde, dass es im Forum "schön ruhig und harmonisch" aussah. Der Zweck heiligte dann die eingesetzten Mittel. Ergebnis: Die kritischen (und keineswegs destruktiv motivierten) Stimmen verstummten.
    Das nahmen auch andere wahr und vieles, was dann an tendenziöser Berichterstattung folgte, war letztlich hausgemacht.
    Das ist bedauerlich - doch nichts währt ja bekanntlich ewig. :)

    Deswegen bin ich auch gern hier, um meine Erfahrungen mit sukzessive aufgeklärten EZS-Kindern jenen mitzuteilen, die es interessiert, und mich gleichzeitig für eine Wahrnehmung der Gefühlslage aller EZS/EmbA- Kinder stark zu machen -- so, wie ich es schon vor 10 Jahren für wichtig hielt.

    Und deshalb auch mein Appell an alle Newbies: Macht Euch VOR Euren Behandlungen / Geburten schon Gedanken darüber, wie Ihr Euch an Stelle Eurer Kinder fühlen würdet!

    --------------------------


    Jetzt möchte ich noch etwas aus der Praxis berichten zum Thema "verletzendes Verhalten anderer Kinder gegenüber geouteten EZS/EmbA-Kindern":

    1.) Als meine Kinder mit ca. 4 Jahren so ganz en passant von mir erzählt bekamen, dass mir eine andere Frau ein paar Eizellen abgegeben hat, da haben sie überhaupt nicht mal im Ansatz überrissen, was das bedeutet, für sie bedeuten könnte. Das ist in dem Alter auch noch gar nicht möglich. Folglich haben sie auch nichts in der Form vonwegen "ich hab noch ne andere Mama" oder ähnliches weitererzählt.

    Daraus folgt
    2.) Hätten sie etwas von den "anderen" Eizellen an andere Kinder in KITA oder weiterem Freundeskreis erzählt, auch ihre Altersgenossen hätten nichts mit dieser Information anzufangen gewusst. Also auch hier: Anfeindungen?, Grausamkeit unter Kindern? - Fehlanzeige.

    3.) Falls nun die inzwischen älteren Schulkameraden und Freunde im Hort (8 und aufwärts) davon erzählt bekämen (was meine Kinder aber ebenfalls gar nicht für aufregend genug halten, s. vorherige posts) und mit so ´nem blöden Spruch à la "Dann ist ja Deine Mutter gar nicht Deine Mutter" um die Ecke kommen würden, weiß ich genau, was die- oder derjenige zu hören bekäme: "Hä?! Na, klar. Du hast doch keine Ahnung! Sie hat uns ja geboren." Ende der Durchsage.
    Aber es kommt ja gar nicht dazu. Weil sie es nicht zum Thema machen. Inlinern, Schachturnier, LEGO ist einfach wichtiger.
    Die Tatsache der genetischen Nicht-Verwandtschaft ist ihnen zwar schon zunehmend bewusst "Ach ja, die Haare KANN ich ja gar nicht von Dir haben", aber das zum Beispiel ihre Cousine, die genetische Tochter meiner genetischen Schwester, einem von ihnen ähnlicher sieht als der eigene Zwilling, war bis dato noch nie Gegenstand irgendwelcher tiefergehenden Betrachtungen in Sachen Humangenetik..
    Allerdings stellen sie schon mal die Überlegung an, wonach sie ihr "Innerdrin", und damit meinen sie ihre Gefühle, ihre Denkweise, ihre Brüllattacken (... :-? ...) nur von mir haben können. Das steht für sie unumstösslich fest.

    Aber auch diese "Erkenntnis" gehört für sie zu etwas "Privatem", dass man nicht in der Öffentlichkeit von Schule oder Hort erörtert - wie andere Kinder ja auch nicht über vergleichbare Dinge aus deren vier Wänden berichten. Kinder haben da eine ganz natürliche Empfindung für Grenzbereiche, das muss sie niemand lehren. Das ist einfach so. Dafür gibt es ja die sichere Festung ZUHAUSE.

    Sicherlich hat es auch etwas damit zu tun, dass ich zuhaus auch nie ein besonderes, großes Brimborium um das Thema mache/gemacht habe. Also nix mit Kerzen an, Gardinen zu, ernste Miene, "nun setzt Euch mal hin, ich muss Euch was Wichtiges sagen". Nein. Es ergab sich einfach so. Innerlich war ich ja schon lange darauf vorbereitet und konnte bisher jedes Mal entsprechend "easy" damit umgehen.

    Eine aufklärende Samenspende- Mutter hat in einem anderen Forum geschrieben, dass ihr kleiner Sohn das "Wo kommen Babys her"-Thema am Frühstückstisch ansprach und sie das Ganze abblockte, verbunden mit der Ankündigung, zu einem späteren, besonderen, zeitlich genau fixierten Moment darüber reden zu wollen. Natürlich mit der Absicht, ihrem Sohn schon mal behutsam das mit der Samenspende nahe zu bringen.
    Ich meine, das gab der Sache eine zu gewichtige Bedeutung, die natürlich auch so einem Zwerg nicht verborgen bleibt. Sie hätte es ruhig schon am Frühstückstisch aufgreifen können. "Eizelle, Samenzelle, Papa, Mama, bei manchen funktioniert´s auch ein bisschen anders - so wie bei uns, kann ich Dir gern noch genauer erklären, wenn Du willst... und jetzt schnapp Dir Deine Jacke und ab geht´s...".
    Für´s Erste wäre damit die eigentliche Frage des Kindes, nämlich die nach der Baby"entstehung" beantwortet, seine Neugier befriedigt gewesen und er hätte wahrscheinlich dieses "noch genauer erklären" altersgemäß schon längst wieder ausgeblendet. Hängengeblieben aber wäre das mütterliche Signal "Ich beantworte ALLE Deine Fragen, ich habe keine Geheimnisse vor Dir."
    So aber bekam das Ganze - Anm.: ich mutmaße hier auf Basis meiner eigenen Muttererfahrung - gleich eine ganz andere Gewichtung. "Oh, was Besonderes, was Dolles. Was kann das wohl sein?".. und Miniman richtet seinen Fokus gleich mal genauer ein. Auf diese Weise geschieht eine Hervorhebung des Themas, was es meiner Meinung nach gar nicht braucht.

    4.) Alle meine bisherigen Erfahrungen und Beobachtungen mit und an meinen EZS-aufgeklärten Kindern lassen mich sehr zuversichtlich für die Zukunft sein, was den Umgang meiner Kinder mit diesem Thema anbelangt. Käme ihnen doch mal einer blöd... nun, das haben sie doch schon längst in ganz anderen Zusammenhängen erlebt - und sich damit auseinander zu setzen gewusst: Bauklötze, die ihnen andere Windelpupser klauten (und umgekehrt ;) ), Vordrängeln an der Kinokasse, Beulereien auf dem Schulhof... undundund. Sie haben schon eine ziemlich genaue Vorstellung "von solchen und solchen". Und wenn´s mal eindeutig zu ihren Ungunsten ausgeht: zuhause ist Mama, alles wird gut.

    Was ich damit sagen will: Sie haben ein ganz tiefes Urvertrauen darin, dass ich - komme, was da wolle - wahrhaftig bin.
    Das würde ich NIEMALS aufs Spiel setzen!

    Und ihnen nicht zu sagen, woher sie (ab)stammen, IST eine Lüge! Eine Lebenslüge.
    Da ändern auch gut gemeinte Begriffsumschreibungen nichts dran.

    Was die Aufklärung anbelangt, ist es natürlich außerdem von ganz großem Vorteil, dass meine Kinder eben zu zweit sind, Zwillinge in mehrfacher Hinsicht, und schon deshalb sich niemals jeder für sich wie ein außergewöhnlicher Einzelfall vorkäme.
    Deswegen würde ich es auch begrüßen, wenn es in ein paar Jahren - vergleichbar wie bei den Samenspendekindern - eine Austauschmöglichkeit für bis dahin aufgeklärte EZS/EmbA-Kinder gibt.
    Den Grundstein dafür können wir heute schon legen, in dem wir die hier geschriebenen PROs und CONTRAs entsprechend archivieren, denn auch die unterschiedlichen Sichtweisen, Ängste und Entscheidungen ihrer Eltern werden unseren Kindern helfen, UNS zu verstehen.

    Dass sich unsere Kinder von uns abwenden, wie im Falle einiger spätinformierter Samenspendekinder (und auch EZS/EmbA-Kinder in USA), wäre doch das Letzte, was geschehen darf, oder?


    frowlein

  • Aufklärung EZS

    • frowlein
    • 8. Oktober 2009 um 19:28

    Re: Aufklärung EZS

    "Kinder gehören nur sich selber."

    Ach, Fiskan, was für eine tolle Formulierung. :top: Genau auf den Punkt gebracht. Darum geht´s, um nichts anderes.

    Ich beobachte, dass sich aber noch viel zu viele bei der Frage nach to-tell-or-not-to-tell nur um ihren eigenen Nabel, ihre Befindlichkeit, ihre IDENTITÄT als ungewollt kinderlose Mütter und Väter drehen.

    In nahezu allen Begründungen der "Schweiger"-Fraktion entdecke ich im Kern die Aussage "Ich Mutter, ich Vater, wir Eltern könn(t)en nicht damit umgehen, wenn unser Kind unter Anfeindungen Dritter zu leiden hätte". Das liest sich wohlgefällig und plausibel. Dem ist vorbehaltlos zuzustimmen. Geht mir ja nicht anders. Wehe, es tut jemand meinen Kindern was an - Osama wäre ne Witzfigur im Vergleich zu mir, ICH SCHWÖR!

    Aber im gleichen Zusammenhang wird erklärt, dass mann/frau ausgerechnet mit dem Belügen genau jenes Kindes klar kommen kann, "eben klar kommen muss".
    Das mag ja zunächst sehr nobel klingen, doch damit mach ich nicht nur mich selbst und damit auch meine Entscheidung PRO EZS/EmbA angreifbar, ich kann auch - und das ist das Schlimmste - mein Kind gar nicht "beschützen", denn ich bin nicht mehr glaubwürdig.
    Um wessen "Klarkommen" / Befindlichkeit geht´s hier denn auch vorrangig?

    Und worunter leidet ein Kind wohl mehr - Anfeindungen Dritter, aber mit Rückhalt und Auffangen durch die Eltern behütet und gestärkt, oder von den eigenen Eltern in einer so wichtigen Sache wie der eigenen Herkunft belogen / verraten / allein gelassen worden zu sein?


    Ich will ja gar nicht verneinen, dass es wohl zu "Ausfällen" - auch innerhalb der eigenen Familie - kommen kann, wie an anderer Stelle hier zu lesen war. Doch wie weit muss denn da sowieso mal was geklärt werden?
    Überspitzt formuliert: Den Opa mit der rückwärtsgewandten "Blutsverwandtschafts"- Ideologie will man doch nicht mal einem "genetisch korrekten" Kind zumuten. Oder anders herum gefragt: Wie steht´s denn hier mit der Bereitschaft der EZS/EmbA- Eltern für ihre Entscheidung und damit auch für ihr EZS/EmbA-Kind vor der eigenen Elterngeneration einzustehen? Wo klemmt´s denn da wirklich? Und wessen Befindlichkeit muss letztlich für das Kneifen vor einer fraglos höchst unangenehmen Auseinandersetzung hintan stehen?

    Es steht mir nicht zu, zu urteilen. Ich bin auch fehlbar.
    Doch ich möchte mit meinen insistierenden Fragen das Bewusstsein für eine differenziertere Sichtweise dieses heiklen Themas erreichen.

    frowlein
    PRO "offene" Spende

  • Aufklärung EZS

    • frowlein
    • 8. Oktober 2009 um 11:10

    Re: Aufklärung EZS

    Hallo, Sofi,

    interessanter Aspekt, den Du da außerdem ansprichst: Das Verhalten der nicht direkt betroffenen = noch zeugungsfähigen Partner. Lies doch mal hier: http://www.tagesspiegel.de/zeitung/Die-Dr…;art705,2445996

    Der Artikel trägt die Überschrift "Bestellte Kinder" und handelt von KiWu-Behandlung mit Samenspende und deren Folgen. Auffällig: die Ausgrenzung der "Bedürfnisse" bzw. der Gemütslage des zeugungsunfähigen Elternteils. Wobei bei uns EZS/EmbA-Müttern die Sache noch etwas anders liegt, da wir ja durch Geburt und Schwangerschaft aktiv "dabei" sind.

    Ich weiß noch, dass ich die eine oder andere "graue Stunde" hatte bei dem Gedanken an meine "mütterliche Wertigkeit". Natürlich unmittelbar nach der Diagnose POF = "kein Kind mehr in diesem Leben", aber auch während meiner Schwangerschaft. "Bin ich nur ein Gefäß, eine Brutmaschine? Was bin ich?" Diese Phasen hielten nicht lange an, traten höchstens 2- 3mal auf, aber: ich hatte sie. Es ging also um MEINE Identität.

    Ich bin ..... , Tochter von .... und ..... , bin 47 Jahre alt, kreativ, gebildet, musikalisch, sabbelsabbel.... und ich bin die MUTTER von x und y, beide 8 Jahre alt.

    Die andere Frau ist für mich "nur" die Spenderin. Wie gesagt: für mich. Welche Bedeutung meine Kinder dieser Frau zumessen, werde ich erfahren. Sollten meine Jungs die Absicht haben, mehr über sie heraus zu finden, werde ich sie dabei unterstützen.

    Und nun, liebe Sofi, sind wir bei Deinen Fragen und Überlegungen:

    Zunächst mal (da Du ja die Klinik schon gewählt hast) sammele und archiviere alles an Informationen, was Du bekommst / bekommen kannst. Kläre, ob und welche Archivierungsvorschriften die Klinik, das Land hat. Rechnungsnummern sind wichtig. Buchungsbelege. Riskiere ruhig mal einen heimlichen, neugierigen Blick auf/in Deine Akte oder den Bildschirm, ob Du eine Fallnummer erspähen kannst. Stelle Fragen nach der Spenderin, die die Ärzte auch bei anonymen Spenderinnen beantworten dürfen, wie etwa die, ob es mögliche Halbgeschwister gibt und wie viele. Frag ruhig nach besonderen Merkmalen, Talenten oder der Ausbildung. Bitte - im passenden Moment - um eine persönliche Einschätzung zur Person der Spenderin wie etwa, ob sie hübsch, sanft, offen, musikalisch, fröhlich, ernsthaft, zurückhaltend oder eher "tough" ist, aus welchem Teil des Landes sie kommt, ob sie selbst eine große Familie hat... undundund. Mach Dir Notizen.
    Auch, wenn wenig dabei herauskommt, dokumentiere auf diese Weise für Dein Kind, dass Du es schon vor seiner Zeugung für so wichtig erachtetest, dass Du Dir auch über diesen wichtigen Teil seiner Bedürfnisse Gedanken gemacht hast. Dass Du es auch bei möglicherweise eigenen Nachforschungen unterstützen wirst, weil Du VERSTEHST, warum dieses Wissen für es wichtig ist/sein könnte.
    Vielleicht schreibst Du ja auch ein paar Zeilen dazu an Dein -noch- ungeborenes Kind. Einige von uns haben auch eine Art Tagebuch während dieser Zeit geführt. Eine schöne Idee, wie ich finde. Und auch eine Möglichkeit, um später mal sagen zu können: "Hier, lies mal. So sah es damals in mir aus. Diese Gedanken habe ich mir um Dich und Deine Zukunft gemacht und darum, ob ich alles richtig mache." Es gibt kaum etwas Eindrücklicheres als diese ganz persönlichen Momente des Kinderwunsches, des Zweifelns, der Sehnsüchte und der Vorfreude, Deine Gedanken, die über viele Jahre auf diese Weise erhalten wurden. Vielleicht kannst Du auch Deinen Mann dazu animieren, SEINE Gedanken über dieses Kind, die Tatsache einer "anderen Frau", seine Mit-Gefühle für Dich während dieser Zeit, in ein paar ganz persönliche Zeilen zu fassen. (Vielleicht mag er sie Dir dann aber nicht zeigen, das solltest Du respektieren.)

    Macht Eurem Kind das Geschenk des Lebens. Seid dabei ehrlich zu Euch und Eurem/n Kind/ern.
    Nie vergessen: Ohne Euch gäbe es sie nicht, sie hat keiner gefragt, ob sie unter diesen besonderen Voraussetzungen "sein" wollten. Darin liegt Eure große Verantwortung.
    Vermittelt Ihnen - auch durch Euren selbstkritischen Umgang mit Eurem Kinderwunsch! -, dass es keine überlegt gewollteren Kinder gibt als sie. Das gibt ihnen die Selbstsicherheit, auch mit wahrscheinlichen Fehlschlägen bei der Spenderinnensuche klar zu kommen.


    Eine Herausforderung, die mich persönlich antreibt, auch in diesem Forum für die Rechte unserer Kinder zu plädieren!


    Schön wäre deshalb auch ein "fester" Forums-Ordner zum Thema "EZS/EmbA - wie sag ich´s meinem Kinde", auf diese Weise kann jeder seinen eigenen Wichtigkeiten entsprechend die Forumsaufteilung nutzen.
    Vielleicht gibt´s ja jemanden unter Euch, der einen -sagen wir mal- weniger belasteten "Draht" zu den Forumsbetreibern hat als ich :rolleyes:, damit dieser Wunsch umgesetzt wird... ??!


    frowlein

  • Aufklärung EZS

    • frowlein
    • 8. Oktober 2009 um 08:11

    Re: Aufklärung EZS

    Hallo, Nadja,
    Hallo, Andrea,

    ganz im Ernst? Als ich eben die site aufrief, dachte ich so bei mir im Stillen: "Na, wie viele fallen wohl diesmal über mich her?". Welch´ angenehme Überraschung erwartete mich stattdessen. :balloon:

    Also hat sich doch was getan. Das freut mich sehr. Ein guter Weg.

    Immerhin bin ich ja schon über 10 Jahre dabei, habe meine ersten Infos noch über Mund-zu-Mund-Propaganda und aus veterinär-medizinischen Studien ( :o kein Scherz!) und von den Frauen auf englisch-sprachigen boards erhalten.

    Schon damals war ich der festen Überzeugung, dass niemand (auch EZS/EmbA- Eltern nicht) das Recht hat, einem anderen Menschen (hier: dem eigenen Kind!!) ein für alle anderen Menschen selbstverständliches Grundrecht (so formuliert es auch die Internationale Menschenrechtskonvention) abzuerkennen.

    Leider, da stimme ich Dir zu, Nadja, gibt es (noch!) so wenige offene Spenderinnen. Bevor ich aber damals nach Amerika gegangen wäre, wo mir der Umgang mit dem Thema Spenderinnenauswahl überhaupt nicht behagt(e), entschied ich mich für Spanien. Dort gab / gibt es eine Archivierungspflicht für die Spenderunterlagen, eine Ethikkommission, rechtsverbindliche Verträge. Ähnlich, wie von Dir, Andrea, für Russland und Tschechien beschrieben, ist es wohl nur noch eine Frage der Zeit, wann die ersten Kinder auf Öffnung der Akten klagen, unterstützt von dies befürwortenden Ärzten. Denn längst nicht jeder Reproduktionsmediziner ist nur auf´s Verdienen aus nach dem Prinzip "nach mir die Sintflut" oder "der Eltern Wille sei ihr Himmelreich". Einige von uns haben doch schon sehr verantwortungsbewusste Vertreter in weiß kennen gelernt.

    Klar, einige der Leser hier werden jetzt denken: "Erst recht ein Grund, den Kindern nichts zu sagen!". Denen möchte ich zu bedenken geben: "Unterschätzt nicht die feinsten Seismographen, die es gibt!"

    Geht offen mit Eurem Weg um. Darauf haben nicht nur Eure Kinder ein Recht, sondern Ihr selber auch!
    Das soll ja nicht heißen, dass Ihr´s jedem unter die Nase reibt oder Interviews darüber gebt.

    Liebe Andrea, lass nicht ab von Deinem Kinderwunsch. Es braucht mehr verantwortungsbewusste Mütter-to-be wie Dich und Nadja, damit ein Umdenken stattfindet. Es hat ja schon begonnen!

    Ich bin da ganz zuversichtlich. :lupe:


    Für alle Anderen noch mal mein Tipp: Lest, was die betroffenen Kinder selber darüber sagen, denn deren Wohl liegt Euch doch ganz besonders am Herzen, ODER???

    Hierzu noch ein Auszug aus einem Aufsatz vom 13.08.2009 der britischen Philosophin Prof. Brenda Almond, Präsidentin der Philosophischen Gesellschaft von England:

    "Nevertheless, whatever the arguments often deployed in relation to other issues concerning the status of the embryo, equity in the preservation of personal identity has not received as much attention as the rights of adults to fertility treatment. The new controllers of the necessary ingredients of reproduction may well consider that their own responsibility ends with a pregnancy. But resulting from these global transactions are children who, abstracted from their genetic roots, have become the new dispossessed.

    Some of these will not be troubled by this, but others may come to feel, as they themselves reach adult life, that rights they consider important, and that other people enjoy, were taken away from them by actions and decisions made by other people before they were born."

    Ich habe mir erlaubt, den mir persönlich am Wichtigsten erscheinenden Satz hervorzuheben.


    Den ganzen Artikel findet Ihr unter
    http://www.mercatornet.com/articles/view/…_to_a_heritage/


    Ich bin froh,
    dass ich mich und meine Kinder vor nichts und niemandem "verstecken" muss,
    dass ich nicht ständig befürchten muss, dass irgendetwas "raus kommt",
    dass ich schon erlebt habe, wie unbegründet die hier so oft angeführten "Befürchtungen" sind,
    dass ich meinen Kindern die Menschenrechte bewahre, die mir selber selbstverständlich und wichtig sind!

    Wir entscheiden, dass unsere Kinder geboren werden, aber wir haben nicht das Recht, ihnen einen Teil ihrer Identität zu nehmen!

    frowlein

  • Aufklärung EZS

    • frowlein
    • 7. Oktober 2009 um 18:15

    Re: Aufklärung EZS

    Korrektur:

    die benannte Quelle lautet korrekt: http://www.spenderkinder.de (Ich hatte daraus SpendeNkinder gemacht, sorry.)

    Dort findet Ihr auch links auf weiterführende Publikationen, Organisationen und Berichte von betroffenen KINDERN!


    Und zur Definition "richtiger Papi" möchte ich mal eine schon gut 2 Jahre alte Aussage von einem meiner Ableger zitieren: "Ein Papa ist einer, der sich kümmert."

    BINGO! - die Weisheit eines 6-jährigen. (wahlweise natürlich auch anwendbar auf Mamas.. :)


    Ganz schön groß, die Kleinen!


    frowlein

    P.S.:
    Hier noch was zum Anschauen und zu meiner These, wonach die öffentliche Wahrnehmung auch was mit öffentlicher Darstellung zu tun hat: http://www.thurnfilm.de/player_ein_kind_um_jeden_preis.html

    Wer nach vielen Jahren unzähliger erfolgloser Versuche vor laufender Kamera erklärt, so lange immer weiter machen zu wollen, "wie das Geld reicht", und dem Zuschauer aus dem Off dann über mehrere Kinder dieser Person aus vorhergehenden Beziehungen berichtet wird, erweist der EZS-Sache doch einen Bärendienst. Dass es sich dabei auch noch um Repräsentanten von EZS-/EmbA-Eltern-to-be handelt, macht´s noch schwerer für Außenstehende, Verständnis aufzubringen und näher/differenzierter hin zu schauen.
    Eine beispielhafte Aufarbeitung des Themas "Abschied vom Kinderwunsch" hätte hier viel an Boden "wieder gut machen" können.
    Und wer abstreitet, dass es Fälle gab (gibt?), in denen Spenderinnen Überstimulationen und damit Infertilität und Schlimmerem ausgesetzt waren (sind?), leugnet leider damit auch die Schattenseiten der EZS-Medaille und bietet Hetzern und Dummschwätzern eine wunderbare Steilvorlage.

    Zum offenen Umgang mit Eizellspende und Embryoadoption gehört auch die kritische Auseinandersetzung mit heiklen Themen wie z. Bsp. der Frage nach der Gesundheitsbeeinträchtigung für Spenderinnen oder dem Vorwurf der Geschäftemacherei, des "Babytourismus", um die berechtigte Forderung nach einer ernsthaften Anerkennung von EZS/EmbA- Familien erfolgreich durchzusetzen.

    Manche von Euch mögen (immer noch) denken: "Ach, lass mich doch damit in Ruhe. Hau ab aus diesem Ordner. Mich interessieren nur HCG, Follikel-Zahl, TF- Datum, Medis und SST. Hauptsache, ICH werde schwanger. Vielleicht mache ich mir dann später Gedanken darüber."

    Ich hab´s halt vorher getan. Dazu fühlte ich mich meinem Gewissen UND meiner (anonymen) Spenderin verpflichtet. Jetzt auch meinen Kindern.

    Bestimmt auch ein Grund, warum ich ganz entspannt damit umgehen kann.... und auch deshalb keine Veranlassung habe, meinen Kindern irgendetwas vorzuenthalten.

    frowlein

  • Aufklärung EZS

    • frowlein
    • 7. Oktober 2009 um 13:54

    Re: Aufklärung EZS

    Hallo, liebe Baby,

    ja, ich gebe Dir Recht, die Berichterstattung dürfte um einiges differenzierter ausfallen.

    Aber letztlich auch das Verhalten von uns EZS/EmbA-Eltern trägt - nachwievor- nicht unerheblich dazu bei, in der Öffentlichkeit das Bild von selbstsüchtigen KiWu-Freaks zu manifestieren.
    (Ich habe für diese meine Meinung hier schon früher häufig ordentlich Prügel bezogen, bleibe aber dabei.)

    Zuallererst ist es zunächst unser eigener Umgang mit EZS / EmbA, der die Wahrnehmung anderer, also auch der Öffentlichkeit und der Medien, bestimmt. Wer sich für Geheimhaltung entschieden hat, kann keinen offenen Umgang mit dem Thema führen oder gar erwarten!

    Umgekehrt, und hier knüpfe ich an Deinen Beitrag an, habe ich durchweg positives feedback auf meine offen kommunzierte Wahl der Familiengründung erfahren, konnte aufgrund meiner Offenheit auch schon anderen Paaren helfen und hatte vor Allem Rückhalt, Unterstützung und Verständnis aus allen Richtungen (Familie, Freunde, Job) während meiner Hibbelzeit. Das mag eine Ausnahme gewesen sein; ich habe aber - außer ständiger Vermutungen - noch von niemandem etwas anderes aus persönlicher Erfahrung berichtet bekommen. Das hängt sicherlich - wie oben schon beschrieben - mit dem eigenen Umgang zum Thema und dem dann damit verknüpften Auftreten zusammen. Ich bitte ja nicht um Stellungnahmen, ich teile nur eine von mir getroffene Entscheidung mit.
    Ich bin überzeugt von dem, was ich tue, und das wiederum überzeugt andere.


    Und genauso verhält es sich mit meiner "Aufklärungsarbeit" bei meinen Jungs: Ich bin überzeugt davon, mit der EZS das Richtige getan zu haben. Folgerichtig gibt es für mich keinen Grund, ausgerechnet dem "Ergebnis" dieser Entscheidung nichts davon zu sagen. Der Umkehrschluss wäre doch verheerend.

    Meine Kinder haben den Kindergarten schon hinter sich, sind jetzt in der 3. Klasse. NIE haben ich oder meine Kinder irgendeine negative Reaktion erlebt. Im Gegenteil: "Mensch, das ist ja ne tolle Sache. Ich wusste gar nicht, dass es so auch geht. Darf ich das meiner Freundin/Schwester/Schwägerin erzählen? Meine Kinder sind auch durch eine künstliche Befruchtung entstanden." Diese Reaktions-Liste lässt sich beliebig weiter führen.

    Einmal gesagt, langt´s dann auch.

    Und ob und/oder wem es die Kinder erzählen... nun, das sollen sie zukünftig selbst entscheiden. Meine Beobachtung dazu ist allerdings die, dass dieses Thema für sie nicht mal annähernd die Relevanz besitzt, um es zum Gesprächsgegenstand mit anderen werden zu lassen. Tagesthemen wie "Das magische Baumhaus", LEGO Star Wars, das bestandene Schwimmabzeichen, die nahenden Herbstferien... sind von entschieden wichtigerer Bedeutung!

    Unspektakulär. Normal.

    Genauso also, wie wir uns doch alle die Wahrnehmung als EZS/EmbA- Familien wünschen. Doch dazu müssen wir selber erstmal zu einem unverkrampften und offenen Umgang mit dem Thema bereit sein.

    Ich glaube, ich hab´s bisher ganz gut hin gekriegt. FÜR meine Kinder!

    frowlein

  • Aufklärung EZS

    • frowlein
    • 7. Oktober 2009 um 12:05

    Für diejenigen unter Euch, die das Thema interessiert und/oder in der Entscheidungsfindung stecken:

    "Psychologen empfehlen heutzutage den Eltern, den Kindern die Wahrheit über ihre Entstehungsweise so früh wie möglich mitzuteilen. Das Hauptargument ist, dass gute und stabile Beziehungen zwischen Menschen langfristig am besten funktionieren, wenn sie auf Offenheit, Ehrlichkeit und Vertrauen aufbauen. Geheimnisse und Täuschungen vertragen sich hiermit nicht gut und können Stress und Beklemmung verursachen. Dies wirkt sich auch auf die Kommunikation innerhalb der Familie aus, da das Geheimnis nur unter der Voraussetzung bewahrt werden kann, dass es bei den Geheimniswahrern immer präsent ist. So bleibt bei den Eltern immer die offene Wunde, ob das Kind sie auch akzeptieren würde, wenn es von seiner Zeugungsart wüsste. Nicht zuletzt können die wenigsten Geheimnisse für immer bewahrt werden. Gerade die Enthüllung durch Dritte kann die Familienverhältnisse irreparabel beschädigen. Gegen Geheimhaltung spricht weiterhin, dass medizinische Fehldiagnosen möglich sind, wenn die Gesundheitsinformationen des nicht-genetischen Elternteils für eine Behandlung des Kindes angegeben werden.

    Die Empfehlung lautet dabei, es den Kindern so früh wie möglich mitzuteilen. Bei einer Enthüllung ab dem Alter von 10 bis 12 Jahren wird ein negativer Einfluss dieser Information vermutet. Zwar können Kinder durchschnittlich erst ab dem Alter von sieben die Bedeutung von biologischer Vererbung verstehen, aber die Informationen, die dem Kind früh mitgeteilt wurden, werden später einfacher verstanden und akzeptiert. Dr. Petra Thorn sagt dazu: "Wenn Eltern souverän und selbstsicher mit der Zeugungsart umgehen und mit ihrem Kind offen darüber sprechen, wird sich diese Selbstsicherheit auch auf das Kind übertragen. Für das Kind wird es gewissermaßen zu seiner Normalität, die es anderen gegenüber gut vertreten kann. Sollten tatsächlich einmal verunsichernde Reaktionen von Außenstehenden kommen, so können Kinder, die eine gewisse Selbstsicherheit haben, damit umgehen. Selbst wenn sie mit deutlich negativen Reaktionen konfrontiert sind, wissen sie, dass sie mit ihren Eltern darüber sprechen können und von ihnen aufgefangen werden."

    Die Eltern, die ihren Kindern die Wahrheit sagen, machen dies aus verschiedenen Gründen. Teilweise haben sie mitbekommen, wie aufgebracht adoptierte Kinder waren, wenn sie diese Tatsache von Außenstehenden erfahren haben. Die Erfahrung von den Eltern, die ihren Kindern die Wahrheit gesagt haben, ist, dass es manche Fragen löst, aber andere aufwirft, die besonders bei anonymen Spendern nicht gelöst werden können. Im Nachhinein beurteilen jedoch alle Eltern es als richtig, es den Kindern gesagt zu haben. Damit umzugehen und darüber zu reden, bliebe jedoch eine lebenslange Aufgabe.

    Grund für die Geheimhaltung der Abstammung ihrer Kinder aus einer (Samen)spende ist vor allem die Angst, dass das Kind den nicht-genetischen Elternteil ablehnen oder nicht gleich akzeptieren würde. Weiterhin soll das Erscheinungsbild einer normalen Familie gewahrt bleiben und dem nicht-genetischen Elternteil das Bekanntwerden der Unfruchtbarkeit erspart werden. Dem Kind sollen negative Gefühle wegen seiner Erzeugungsweise und der Nichtkenntnis der genetischen Abstammung erspart bleiben.

    Gerade heterosexuelle Familien tendieren dazu, völlige Normalität vorzutäuschen und möchten den Kindern deswegen die Umstände ihrer Zeugung nicht enthüllen. ........ Ein anderer Grund für die Geheimhaltung ist Scham über Unfruchtbarkeit.

    Eine Studie aus dem Jahr 2000 von Turner und Coyle, an der 16 DI (Donogone Insemination, Anm. frowlein) -Kinder im Alter zwischen 20 und 55 aus Großbritannien, Kanada, den USA und Australien teilnahmen, fand heraus, dass die zurückgehaltenen Informationen über ihre Entstehungsweise entscheidenden Einfluss auf diese Erwachsene hatte. ..... Die Autoren der Studie zogen aus ihren Ergebnissen den Schluss, dass Geheimhaltung in Familien den Kindern schadet und dass Kinder verborgene Hinweise aufnehmen und erkennen. Die Autoren der Studie weisen allerdings selbst auf die Selektivität ihrer Studie hin, da die Teilnehmer aus Selbsthilfegruppen in verschiedenen Ländern rekrutiert wurden. Die Reaktionen und Erfahrungen entsprechen jedoch den Reaktionen und Kommentaren von Adoptivkindern, denen aus welchen Gründen auch immer der Zugang zu genauen Informationen über ihre Abstammung ebenfalls verweigert wird. "

    Quelle: http://www.spenderkinder.de

    Diese Artikelauszüge beziehen sich zwar in der Hauptsache auf Samenspendekinder, die Thematik ist allerdings vergleichbar derer von EZS- und/oder EmbA- Kindern.

    Bei uns läuft´s bis dato sehr unspektakulär. Beginn der Aufklärung mit ca. 4 Jahren. Mit jetzt 8 Jahren verstehen sie schon, dass Haar- und Augenfarbe nicht von mir sein KÖNNEN (auch, wenn´s danach aussieht..;) ), aber "das, was in uns innen drin ist, haben wir nur von Dir, Mama".
    Überhaupt finden es diese kleinen Philosophen "ganz schön cool, dass Dir ´ne andere Frau ´n paar von ihren vielen Eizellen abgegeben hat."
    Ergänzung des Einen mit frechem Grinsen: "UND, dass das zum Glück ja auch so gut funktioniert hat, stimmt´s?!!" :D

    Ja, das finde ich auch!

    frowlein

  • Samenflüssigkeit bremst Zellalterung / Spermidin und Einnistung

    • frowlein
    • 6. Oktober 2009 um 16:04

    Re: Samenflüssigkeit bremst Zellalterung / Spermidin und Einnistung

    Aber die tatsächliche Wirkung des Spermidin wurde so bisher noch nicht belegt.

    Anyway: Die Reaktionen zeigen, dass trotz allen Hibbelns, Zagens, Hoffens und Bangens der Spaß nicht zu kurz kommt. :D

    Und wenn ich mal auf einen Beitrag im Doc-Ordner verweisen darf, in dem nach einer möglichen Valiumgabe unmittelbar vor Transfer gefragt wird, damit ein Verkrampfen und ein mögliches, damit verbundenes Scheidentrauma unterbleiben, ist doch die natürliche Art der vorherigen Entspannung und des Kopf-frei-Kriegens bestimmt nicht die schlechteste Alternative..

    :yau:

    eine grinsende frowlein

  • Samenflüssigkeit bremst Zellalterung / Spermidin und Einnistung

    • frowlein
    • 5. Oktober 2009 um 18:18

    :o Eigentlich dachte ich: "Nu wird´s lustig..." -->

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    Samenflüssigkeit bremst Zellalterung

    Graz (dpa) - Eine Substanz aus dem Sperma kann das Altern von Zellen aufhalten. Diese Art von Jungbrunnen haben zwei Grazer Wissenschaftler entdeckt. Bislang war bekannt, dass die Substanz Spermidin, die vor allem in männlicher Samenflüssigkeit vorkommt, eine wichtige Funktion beim Zellwachstum hat.

    Die beiden Forscher Frank Madeo und Tobias Eisenberg fanden nun heraus, dass Spermidin auch hilft, geschädigte Zellen zu reparieren und so den Alterungsprozess zu bremsen. "Es geht in den Zellkern und programmiert ihn auf jugendlich", erklärten sie.

    Die Ergebnisse wurden am Sonntag in dem internationalen Fachjournal "Nature Cell Biology" veröffentlicht. Madeo und Eisenberg hatten bei ihrem Projekt 29 Forscher aus sechs Ländern an elf Universitäten koordiniert.

    "Es könnte sein, dass wir den heiligen Gral der Altersforschung gefunden haben", meint Eisenberg, laut einer Mitteilung der Universität. Der natürliche Stoff Spermidin finde sich in unterschiedlichem Umfang in allen Körperzellen, seine Konzentration nehme aber während des Alterns kontinuierlich ab.

    Die Ergebnisse könnten auch für die klinische Forschung höchst relevant werden, zum Beispiel bei Alterserkrankungen wie Alzheimer und Parkinson, hieß es am Montag auf der Webseite der Karl-Franzens- Universität in Graz. Unterdessen können Interessenten auf natürliche Quellen zurückgreifen - Spermidin kommt auch in Grapefruits, Weizenkeimen und Sojabohnen vor.

    ------------------------------------


    Doch dann fiel mir noch etwas ein, was mir in Bezug auf das Spermidin zum IVF//EZS-Transfer vor 9 Jahren (jaja..) von einer befreundeten Gynäkologin empfohlen worden war: Sie war der Auffassung, dass Samenflüssigkeit (wegen des darin enthaltenen Spermidins) u.U. eine erfolgreiche Behandlung insofern begünstigen kann, als dass diese Flüssigkeit wie eine Art "Trägerstoff" die EZ zur besseren Aufnahme in die Gebärmutter "begleitet".

    Ich weiß nicht, ob das tatsächlich damals etwas genutzt hat. Geschadet hat es jedenfalls nicht! ;)
    Na, nun wisst Ihr, was Ihr noch tun könnt...

    Ich meine sogar mal irgendwo gelesen zu haben, dass die eine oder andere Klinik tatsächlich damit experimentiert hat, befruchtete EZ in natürlicher Samenflüssigkeit zu transferieren. Allerdings wohl dann problematisch, wenn der weibliche Körper schon vorher abwehrend darauf reagiert hat (Immunreaktion).

  • "Aktion Kinderwunsch e.V." ruft zur Teilnahme auf

    • frowlein
    • 5. Oktober 2009 um 15:16

    Das geht uns Alle an:

    Verein „Aktion Kinderwunsch e.V.“ ruft zur Teilnahme auf!


    http://www.gopetition.com/online/24969.html

    Bundesweite Protestaktion für Mai 2010 in Planung

    Der deutschen Regierung fehlt das Interesse, ungewollt Kinderlosen die nötige Unterstützung zu gewähren. Der Verein „Aktion Kinderwunsch e.V.“ will auf diese Missstände aufmerksam machen und mit bundesweiten Protestaktionen für ein Umdenken bei den Politikern sorgen.
    Derzeit bereitet der Verein eine weitere Protestaktion vor. Diese soll im Mai 2010 vor dem Bundestag in Berlin stattfinden. Im Anschluss an die Demonstration wird ein Forderungskatalog mit gesammelten Unterschriften an Vertreter des Bundesministeriums für Gesundheit und Vertreter des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend übergeben.

    Gefordert werden:

    ...die Vollfinanzierung von vier reproduktionsmedizinischen Zeugungsversuchen gemäß der geltenden Regelungen bis einschließlich 31.12.2003 sowie die Kostenübernahme von Begleitbehandlungen wie z.B. der TESE.

    ...die Gleichstellung von verheirateten und unverheirateten Paaren in allen Belangen der Reproduktionsmedizin.

    ...die Abschaffung der Benachteiligung von Paaren, die auf Fremdsamenspende angewiesen sind.

    ...die Aufhebung der unteren Altersgrenze von 25 Jahren bei Betroffenen, denen aufgrund einer medizinischen Indikation keine Chance auf eine natürlich herbeigeführte Schwangerschaft gegeben wird.

    ...Behandlungsmöglichkeiten für alleinstehende Frauen und lesbische Paare (ohne Anspruch auf Kostenübernahme).

    ...die Modernisierung des ESchG. Die Zulassung der Weiterkultivierung von mehr als drei Embryonen und eingeschränkte Zulassung der Präimplantationsdiagnostik bei gegebener medizinischer Indikation. Weiter die Zulassung von Eizell- und Embryonenspenden.

    ...die Einführung klarer gesetzlicher Regelungen, die den Interessen des aus einer heterologen Befruchtung entstandenen Kindes, der Eltern und des Spenders gleichermaßen Rechnung tragen, einschließlich einer gesetzlich festgelegten Archivierung der Spenderdaten für die Dauer von 50 Jahren.

    Die Petition kann online abgerufen und unterschrieben werden: http://www.gopetition.com/online/24969.html


    Auch, wer nicht mit allen Forderungen übereinstimmt, kann mitmachen und die Punkte, die er nicht mittragen möchte, entsprechend ausschließen.

  • falsche Diagnose \

    • frowlein
    • 5. Oktober 2009 um 14:27

    Re: falsche Diagnose \

    Hallo, Anna,

    ja, ich kenne auch eine Frau persönlich, die erfolgreich mit IVM schwanger wurde. Habe aber bitte Verständnis dafür, dass ich deren Wunsch nach Anonymität selbstverständlich respektiere.

    Du kannst Dich aber selber schlau machen bei der Abteilung von Prof. Dr. Diedrich an der Frauenuniversitätsklinik Lübeck.
    Prof. Diedrich gilt u.a. auch als sehr engagierter Vertreter für die Aufhebung des Verbotes von PID und befürwortet gender screening (wie in Brüssel machbar) im Fall nachgewiesener Genträgerschaft potentieller Eltern von Erbkrankheiten wie beispielsweise Ducheng.

    Als Hamburgerin war ich ebenfalls gern dort "zu Gast", allerdings bei Prof. Gembruch, einer echten Koryphäe auf dem Gebiet der Pränataldiagnostik, der nun als Direktor der Abteilung für Geburtshilfe und Pränatalmedizin am Universitätsklinikum Bonn wirkt..

    Hier eine Info für Dich und alle Anderen, die es interessiert:

    In-vitro-Maturation: Optimiertes Behandlungsprotokoll und Senkung des Unkostenbeitrags auf 390.- €

    "Die Universitätsfrauenklinik Lübeck bietet Paaren mit unerfülltem Kinderwunsch, bei denen eine künstliche Befruchtung durch IVF oder ICSI erforderlich ist, seit Beginn 2005 die Teilnahme an einer innovativen Variante der Sterilitätsbehandlung an.
    Grundlage des Verfahrens ist die Gewinnung unreifer Eizellen nach kurzer und niedrigdosierter Hormongabe im natürlichen Menstruationszyklus der Frau und deren Nachreifung sowie Befruchtung außerhalb des Körpers.
    Dieses international bereits etablierte Verfahren soll erstmals in Deutschland unter wissenschaftlichen Studienbedingungen untersucht und angewandt werden.
    Paare, die Interesse an einer Teilnahme haben, können sich gerne zu einem unverbindlichen Informationsgespräch in unserer Kinderwunschsprechstunde anmelden.

    Unverbindliches Erstgespräch:

    Telefon: 0451 / 500 4418

    Fax::0451 / 500 2170"

    Quelle: http://www.uk-sh.de/index.phtml?La=3&mNavID=241.30&ffsm=1&object=tx|676.914.3&FID=676.914.3

    Hier noch was zur Vita von Prof. Diedrich:

    Direktor der Universitäts-Frauenklinik Lübeck

    2009 Ehrendoktor der Aristoteles Universität Thessaloniki
    2008 Wiederwahl zum Prodekan der Universität zu Lübeck
    2006 Gründung der Deutsch-Griechischen Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe, Präsident: Prof. Dr.
    Agorastos, Vizepräsident: Prof. Dr. Diedrich
    2006 Mitglied des Royal College of Obstetrics and Gynecology
    2006 Prodekan der Universität zu Lübeck
    2004 2. Vizepräsident der Deutschen Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe (DGGG)
    2002 Präsident der Deutschen Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe (DGGG)
    2001 Mitglied der Deutschen Akademie der Naturforscher Leopoldina
    2000 Vizepräsident der Deutschen Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe (DGGG)
    1999 Vorsitzender der Klinik- und Institutsdirektoren der Medizinischen Universität zu Lübeck
    1996 Mitglied des Wissenschaftlichen Beirates der Bundesärztekammer
    1994–2000 Schriftführer der Deutschen Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe (DGGG)
    1993 Übernahme des Lehrstuhles an der Medizinischen Universität zu Lübeck für Frauenheilkunde und Geburtshilfe
    1993–1995 Präsident der European Society of Human Reproduction and Embryology (ESHRE)
    1991–1993 Vicepresident (chairman-elect) der European Society of Human Reproduction and Embryology (ESHRE)
    1985–1991 Sekretär der European Society of Human Reproduction and Embryology (ESHRE)
    1984 Gründungsmitglied der European Society of Human Reproduction and Embryology (ESHRE)
    1984 Leitender Oberarzt an der Universitätsfrauenklinik in Bonn und Ernennung zum Professor
    1981 Habilitation für das Fach Frauenheilkunde und Geburtshilfe
    1979 Oberarzttätigkeit an der Klinik für Frauenheilkunde und Geburtshilfe der Medizinischen Universität zu Lübeck
    1974–1978 Facharztausbildung an der Universität Hamburg
    1972 Einjährige Medizinalassistentenzeit in den Fächern Chirurgie und Innere Medizin
    1971 Ärztliche Prüfung
    1966 Beginn des Medizinstudiums an der Universität Hamburg

    Mitglied von 18 nationalen und internationalen Editorial Boards
    Publikationen: 480 in nationalen und internationalen Zeitschriften

    Kurz und gut: Der Mann weiß, was er tut.. ;)


    frowlein,

    die sich nachwievor darüber ärgert, dass der ganze übergeordnete Ordner hier immer noch die Bezeichnung "vorzeitige Wechseljahre" trägt...

  • Hibbel-Ordner und WS-lerinnen

    • frowlein
    • 4. Oktober 2009 um 20:39

    Re: Hibbel-Ordner und WS-lerinnen

    Etliche Schwangere (auch jene, die es noch gar nicht wissen) haben in der 6. bis 7. SSW Blutungen. Die Unwissenden verwechseln es mit der Regelblutung, sind in Wahrheit schon 6 Wochen schwanger... und wundern sich über eine positiven SST und die gyn. Berechnung des ET ;)
    Ich bin sicher, einige von Euch kennen diese Berichte aus Freundeskreis und Verwandtschaft.

    Mit dem zunehmenden Einsatz der künstlichen Befruchtung ging auch die wesentlich früher beginnende und engmaschigere US-Beobachtung vieler Schwangerschaften einher, so dass man seit einigen Jahren weiß, dass viel mehr (auch natürliche!) Schwangerschaften als zuvor angenommen als sog. multiple, also Mehrlingsschwangerschaften angelegt sind und sich in eben jener 6. bis 7.SSW entscheidet, wer/wieviele bleibt/bleiben und sich noch mal so richtig ins Nestchen gräbt/graben (Schmierblutungen, meist dunkel) ... oder wer/wieviele geht/gehen (Abbruchblutung).

    So haben es mir mein Endokrinologe und mein Gynäkologe vor 9 Jahren erklärt, als mir der mögliche Verlust eines Zwillings nahegebracht wurde. Es begann die schlimmste Woche meiner Schwangerschaft.

    1 Woche später waren beide Herzchen deutlich schlagend zu erkennen und beide waren gleich gut entwickelt.. und das ging munter weiter so bis zur Geburt (vollendete 36. SSW).
    Mit dem US der beiden Herzchen war klar: alles in bester Ordnung!

    Und damit, liebe Helga, möchte ich Dir sagen: Deine Beiden haben wohl nur beschlossen, sich nun noch entschiedener "festzusetzen"... und es gab einfach nur eine kleine, leicht blutige Rangelei um den besten Platz :)

    Viel Glück allen Hibblern,

    frowlein,
    die nachwievor mit Zwillingsrangeleien zu tun hat...

  • falsche Diagnose \

    • frowlein
    • 4. Oktober 2009 um 13:16

    Re: falsche Diagnose \

    ..mal nach oben geschubst...

    Dieser Beitrag stammt noch aus der alten Forumsversion (deswegen die in einigen Browserversionen auftauchenden Text-Hieroglpyhen), hat aber gerade wieder Aktualität erlangt - vor dem Hintergund der Frage nach den Auslösern von eingeschränkter Funktionalität der Eierstöcke --> Bisphenol A.

    Wer mit unter 45 Jahren eine Diagnose mit "vorzeitige Wechseljahre" erhält, wird falsch beraten!

  • Wir wollen unser Kind über die EZ informieren, brauchen Rat

    • frowlein
    • 4. Oktober 2009 um 11:50

    Re: Wir wollen unser Kind über die EZ informieren, brauchen Rat

    Hallo, Hanni,

    wenn Dir persönliche Erfahrungen (meine Valencia-twins sind 8 ) auch weiter helfen, schreib mich gern per PN an.

    Grundsätzlich gilt: Nur Fragen beantworten, die gestellt werden. Die Frage "Wo kommen eigentlich die Babys her?" nicht gleich zum Anlass nehmen, um über Reproduktionsmedizin und eigene Behandlung zu monologisieren. Schon eher für einen behutsamen Einstieg geeignet ist die Frage "War das auch so bei Dir und Papa?" oder vergleichbare Formulierungen.
    Zu einer solchen Frage hinsteuern kann beispielsweise die Erklärung, dass die Samenzellen des Mannes und die Eizellen der Frau sich verbinden müssen, damit ein Baby entstehen kann...

    lg,
    frowlein

    Es gab auf einer amerikanischen site im Rahmen der to-tell-or-not-to-tell- Diskussion mal einen Chat mit einem damals 10jährigen EZS- Jungen, liebevoll und sehr behütend moderiert von den Eltern und den Forums-Leitern, und die Forumsmitglieder durften (zuvor geprüfte) Fragen an ihn stellen.
    Ähnlich wie bei meinen Jungs war es diesem Kind einfach besonders wichtig und für ihn von entscheidender Bedeutung, dass es ihn ohne seine leibliche (!!) Mama nicht geben würde.

    Irgendwo habe ich hier auf eizellspende.de auch den link dazu gepostet, find ihn aber gerade nicht.... vielleicht ist ja jemand anderer erfolgreicher auf der Suche danach; dann bitte mal hier posten.


    Vielleicht gibt es auch Fragen, von denen die/der eine oder andere von Euch glaubt, dass Eure Kinder sie Euch stellen könnten, wenn sie die Wahrheit wissen.... Fragen, die meine Kinder vielleicht schon gestellt haben.
    Fragt mich, ich bin gern dazu bereit, Euch diese Situationen und den Umgang damit zu schildern.

  • !! Unfruchtbarkeit durch "alltägliche" Chemikalien in Schnullern + Fläschchen

    • frowlein
    • 4. Oktober 2009 um 09:00

    Vorbeugen gegen BP A

    Ja, Fortuna, ganz richtig: Mit dem Wegschmeißen von Schnullern allein ist es nicht getan! Aber für den Anfang schau doch mal, welcher das "geringere Übel" wäre:

    aktuelle Belastungswerte: Ergebnisübersicht Bisphenol A in Babyschnullern --> http://www.bund.net/bundnet/themen…/babyschnuller/


    Was kann ich tun?

    1 ) Auf Polycarbonat sollte bei Lebensmittelkontakt verzichtet werden. Kunststoff mit dem Recyclingcode 7 („andere Kunststoffe“) ist häufig Polycarbonat, das Bisphenol A enthält. Manchmal werden diese Produkte mit dem Kürzel „PC“ (als Abkürzung für Polycarbonat) gekennzeichnet.

    2 ) Nicht gekennzeichnete Kunststoffe meiden Häufig erfolgt keine nähere Kennzeichnung der Kunststoffe. Diese Produkte sind ebenfalls nicht sicher, denn auch
    hier kann es sich um Polycarbonat oder andere bedenkliche Kunststoffe handeln. Fragen Sie Ihren Händler, weshalb keine Kennzeichnung erfolgt. Im Zweifelsfall sind Alternativen
    aus Glas, Keramik, Edelstahl oder den entsprechend gekennzeichneten und geeigneten Kunststoffen besser.

    3 ) PVC ist keine Alternative, es ist aus mehreren Gründen problematisch: Produkte aus PVC (Recyclingcode 3) und PVC-Folien können ebenfalls BPA enthalten. Neben den
    möglicherweise vorhandenen toxischen Monomer-Resten (Vinylchlorid) sind in PVC in der Regel hohe Konzentrationen von Weichmachern (Phthalate) enthalten, die ebenfalls
    die Gesundheit gefährden können. PVC schädigt darüber hinaus bei der Herstellung und der Entsorgung die Umwelt. Die Frischhaltefolien, die an Endverbraucher verkauft werden,
    sind jedoch in der Regel aus Polyethylen und unproblematisch.

    4 ) Lebensmittel sollten nicht in Kunststoffbehältern erhitzt werden
    Lebensmittel sollten grundsätzlich nicht in Kunststoffbehältern erhitzt werden. Für die Lagerung in Kunststoffbehältern sollten erhitzte Lebensmittel vorher abgekühlt werden.

    5 ) Konservendosen:
    Beschichtete Konservendosen können Bisphenol A an den Inhalt abgeben. Vor allem bei Säuglingen und Kindern gilt: Auf Konservendosen verzichten

    6 ) Beim Zahnarzt:
    Frage Sie Ihren Zahnarzt, ob die Zahnversiegelung oder Kunststofffüllungen Bisphenol A enthalten. Gegebenenfalls verzichten Sie darauf.


    Lebensmittelverpackungen und -lagerung:

    Die sichere Alternative wählen

    • Lebensmittel in Glas-, Keramik- oder Edelstahlbehältern lagern
    • Frische und lokal erzeugte Produkte sind die erste Wahl
    • Bei Kontakt zu Lebensmitteln sollten die relativ sicheren Kunststoffe benutzt werden:
    Polyethylen, PE (Recyclingcode 2 oder 4) und Polypropylen PP (Recyclingcode 5)


    "BPA in Babysaugern: Bedrohliche Überraschung
    Ein Teil eines Schnullers ist das sogenannte Schild, ein Kunststoffplättchen, an dem der eigentliche Sauger befestigt ist. Dieser Schild besteht bei vielen Produkten aus Polycarbonat. Da Polycarbonat aus BPA hergestellt wird, ist das Auftreten von BPA dort nicht überraschend.
    Die vorliegenden Ergebnisse weisen jedoch auf noch auf zwei Aspekte hin, die die bisherige Einschätzung über die möglichen Quellen der Belastung und die Bewertung der Belastungssituation in einem neuen Licht erscheinen lassen:

    - Manche Anwendungsbereiche von BPA sind nicht bekannt. Es ist deshalb nicht auszuschließen, dass BPA bei der Produktion eines Kunststoffes etwa als oxidationshemmender Zusatzstoff eingesetzt wird, wie dies beim PVC der Fall ist, ohne dass der Verarbeiter oder der Handel etwas darüber erfährt.
    Es liegen keine Informationen darüber vor, ob dies bei Latex oder Silikon auch der Fall sein kann.

    - BPA, welches nicht fest gebunden ist, kann aus einem Material in ein anderes wandern, dies
    bezeichnet man als Migration. In bestimmten Stoffen reichert sich dann BPA an. So kann BPA auch in Materialien nachweisbar sein, die ursprünglich kein BPA enthielten.

    Schädliche Wirkungen von BPA

    BPA ist ein chemischer Stoff, der das Hormonsystem von Menschen und Tieren beeinträchtigt, da er östrogenartige Wirkungen hat. Das Hormonsystem reguliert viele Körperfunktionen, dazu gehören Stoffwechsel, Immunsystem, Verhalten und Wachstum sowie die Organentwicklung während der Schwangerschaft und in der Kindheit. Die Störung des Hormonsystems durch hormonell wirksame Schadstoffe wurde mit verfrühter Geschlechtsreife bei Mädchen, eine Zunahme von Fettleibigkeit bei Erwachsenen und Jugendlichen, Diabetes Typ 2 (früher als Altersdiabetes bezeichnet), einer Zunahme an Prostata- und Brustkrebsfällen, sowie mit der Abnahme der Spermienzahl und Fehlbildungen der
    Sexualorgane in Verbindung gebracht. Es spricht vieles für die Annahme, dass hormonelle Schadstoffe einen wesentlichen Beitrag zum Anstieg einiger Zivilisationskrankheiten leisten (Übergewicht, Herz- Kreislauferkrankungen, bestimmte Krebsformen, Rückgang der männlichen Fruchtbarkeit).

    Kinder sind besonders gefährdet
    Kinder sind keine kleine Erwachsenen. Sie haben einen intensiveren Stoffwechsel und ihre Organe befinden sich noch in der Entwicklung. Speziell bei hormonartigen Schadstoffen gilt: Bereits geringe Veränderungen des Hormonhaushalts können zu gravierenden Schäden im späteren Leben, bei einer Schädigung der Sexualorgane auch der nächsten Generation führen. Untersuchungen während der kritischen Entwicklungsphasen von Föten im Mutterleib weisen darauf hin, dass BPA während der Phasen vor und nach der Geburt besonders schädlich ist und sogar Auswirkungen auf Folgegenerationen haben kann.
    Zahlreiche Untersuchungen zeigen, dass Kinder diese Schadstoffe tatsächlich aufnehmen. Eine aktuelle Studie des Umweltbundesamtes (UBA) umfasst Untersuchungen des Urins von 3- bis 14-jährigen Kindern. BPA wurde in 99% der Proben nachgewiesen.

    Niedrig-Dosis-Effekte
    Zahlreiche wissenschaftliche Veröffentlichungen zeigen im Tierversuch Wirkungen des BPA bereits bei extrem niedrigen Konzentrationen. Effekte auf Hormonrezeptoren wurden bereits bei Konzentrationen gefunden, die im Menschen häufig gemessen werden, oder sogar deutlich darunter. Sie liegen zum Teil unterhalb des Wertes, der von der europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit als tolerable Aufnahmemenge (tolerable daily intake, TDI) veröffentlicht wurde. Zahlreiche Wissenschaftler haben wiederholt sehr klar ausgedrückt, dass sie diesen Wert für deutlich zu hoch halten.

    Für Lebensmittel und Getränke kommen als wesentliche Quellen für eine direkte Belastung in Frage (siehe Tabelle 4) :
    • Behältnisse aus Polycarbonat, insbesondere Babyfläschchen,
    • PVC-Folien,
    • Recyclingkartons,
    • Innenbeschichtungen (Epoxidlacke oder PVC) von Konservendosen

    Die Freisetzung von BPA aus zahnmedizinischen Produkten ist umfassend belegt. BPA wird für die Produktion von Zahnversiegelungsmitteln, Kleb- und Füllstoffen verwendet (Vandenberg et
    al. 2007). Sowohl im Speichel als auch im Urin von Menschen, die zuvor mit diesen Materialien behandelt worden waren, konnte BPA in relevanten Mengen nachgewiesen werden. BPAKonzentrationen, wie sie nach einer Behandlung beim Menschen im Blut festgestellt wurden, zeigten in Untersuchungen an Nagetieren negative, östrogenartige Auswirkungen (Joskow et al. 2006).

    Offenbar manifestieren sich östrogene Effekte schon sehr früh in der Entwicklung der Eizelle und führen zu Chromosomen-Anomalien. Die Befunde sind generationsübergreifend: Wenn die
    (Versuchstier-, Anm. frowlein) Föten zu erwachsenen Tieren herangewachsen waren, zeigten sie eine signifikant größere Anzahl von Eizellen und Embryonen mit abnormen Chromosomen. Das heißt, Niedrig-Dosis-Belastung während der Schwangerschaft hat Auswirkungen auf mehrere Generationen; sie erhöht die Wahrscheinlichkeit, dass die Enkel abnorme Chromosomen haben“ (Susiarjo et al. 2007)."

    Quelle: http://www.bund.net

  • !! Unfruchtbarkeit durch "alltägliche" Chemikalien in Schnullern + Fläschchen

    • frowlein
    • 3. Oktober 2009 um 18:24

    Re: !! Unfruchtbarkeit durch "alltägliche" Chemikalien in Schnullern + Fläschchen

    Zitat: "täglich schnullern millionen babys! und wieviel davon haben nun einen schaden, der auf bp a zurück zu führen ist??"

    Gute Frage!

    Zitat: "und was machen wir erst später, wenn die kinder größer werden??"

    SEHR gute Frage!
    Besser wäre folgende: Wie können wir schon den Embryo schützen?

    Zitat: "viele flaschen- und nuckelhersteller verweisen darauf, daß sie kein bp a mehr in ihren produkten verwenden"

    Ja, und Contergan war "nur ein harmloses Schlafmittel" ... :x Die Generation meiner Mutter kann dazu einiges sagen!!!

    FAKT: Es ist nicht richtig, dass BP A sich erst durch Hitzeeinwirkung löst. Schnuller auskochen bringt gar nichts. Wegschmeißen hingegen schon.

    Ich verweise hierzu auf den von mir geposteten link und die dahinter liegende Studie, die vom BUND veröffentlicht wurde. Mit "Punkt 12"- Lautsprecherei hat das nichts zu tun.

    Hier ein paar Auszüge aus der besagten Studie für diejenigen unter Euch, die es interessiert und die zwischen vermeintlich "reiner Panikmache" und fundierter Faktenlage unterscheiden können:

    "Bisphenol A ist ein Beispiel für einen Stoff, der in großen Mengen
    hergestellt und verarbeitet wird. Obwohl er natürlich nicht
    vorkommt, kann er in fast allen Umweltmedien nachgewiesen
    werden, auch im Körper des Menschen, im Blut und Urin – überall
    auf der Welt. Gleichzeitig ist dieser Stoff in der Lage, bereits
    in sehr geringen Mengen die Gesundheit von Tieren und Menschen
    zu beeinträchtigen. Er zeigt hormonartige Wirkungen, die
    bereits bei extrem geringen Konzentrationen das sehr komplexe
    hormonelle Steuerungssystem unseres Körpers beeinflussen.
    Geschieht dies während besonders sensibler Phasen, wie etwa
    während der Schwangerschaft oder in der Kindheit, kann dies
    gravierende Folgen z.b. bei der Entwicklung des Nervensystems
    und anderer Organe haben.
    Um die Bewertung der Gefährlichkeit der bereits jetzt vorliegenden
    Umwelt- und Humanbelastungen wird eine kontroverse
    Diskussion geführt. Eine Interessenpolitik, die Schäden erst
    dann als wahr akzeptiert, wenn diese bereits in großem Umfang
    eingetreten sind, steht einer Politik entgegen, die sich am Vorsorgeprinzip
    orientiert, d.h. Maßnahmen zum Schutz von Umwelt
    und Gesundheit auch dann einfordert, wenn es wiederholte
    und nachvollziehbare Hinweise für ein beträchtliches Schädigungsvermögen
    gibt, auch wenn der letzte Beweis im Detail
    noch aussteht. Bei Asbest und Holzschutzmitteln hat Letzteres
    viele Jahre gedauert, mit gesundheitlichen Auswirkungen, deren
    Ausmaß erschreckend ist.

    Bisphenol A ist ein chemischer
    Stoff, der das Hormonsystem von Menschen und Tieren beeinträchtigt,
    da er östrogenartige Wirkungen hat.
    Hormonartige Stoffe folgen nicht den klassischen Konzepten
    der Toxikologie. Dort gilt die Vorstellung, dass die Schädlichkeit
    einer Substanz mit der Höhe der vorliegenden Konzentration
    wächst: Je höher die Dosis, desto stärker ist die Wirkung. Man
    geht dabei von der Existenz eines Schwellenwertes aus, unter
    dem eine Chemikalie keinen Effekt auf den menschlichen Körper
    hat. Dieses Konzept beruht auf der Vorstellung, dass Mechanismen
    des Körpers in der Lage sind, mit einem Fremdstoff
    unterhalb dieses Schwellenwertes umgehen zu können, ihn zum
    Beispiel entgiften zu können.
    Bei den endokrin wirksamen Stoffen ist diese traditionelle Herangehensweise
    in Frage zu stellen: Bereits extrem kleine Mengen
    endokrin wirksamer Stoffe können das hormonelle Netzwerk
    stören und Schäden hervorrufen. Während beim Erwachsenen
    eine bestimmte Konzentration eines Stoffes ohne
    Auswirkung bleiben kann, sind insbesondere während der
    Schwangerschaft, in der frühen Kindheit und in den sensiblen
    Phasen der Entwicklung des Fortpflanzungssystems gravierende
    Auswirkungen, möglicherweise mit Missbildungen und bleibenden
    Schäden von Organfunktionen möglich.

    Es kann davon ausgegangen werden, dass die meisten Föten,
    Kinder und Erwachsene in den Industrieländern eine Konzentration
    im Bereich von 0,3 bis 4,4 μl/l BPA im Gewebe und in Körperflüssigkeiten
    aufweisen (Chapel Hill Abschlussbericht 2007).
    Für Kinder und Säuglinge wurden um bis zu einem Faktor 10
    höhere Werte ermittelt wie für Erwachsene. Dies steht im Einklang
    mit einem aktuellen Bericht im Auftrag der kanadischen
    Regierung, die die tägliche Aufnahme auf 0,8 bis 4,3 Mikrogramm
    pro Kilogramm (μg/kg) Körpergewicht schätzt, wobei
    der Aufnahmepfad Nahrung der bedeutendste ist (Health Canada
    2008)."

    Quelle: http://www.bund.net/fileadmin/bund…bisphenol_a.pdf


    FRAGE: Wer von Euch kennt die Auslöser seiner diagnostizierten Immun-/ Infertilitätsproblematik?
    Ergänzung, 4.10.09: Unfälle und Folgen operativer Eingriffe außen vor gelassen.

  • Man macht sich so seine Gedanken!

    • frowlein
    • 3. Oktober 2009 um 12:51

    Re: Man macht sich so seine Gedanken!

    Hallo, Ihr... und Hallo, Ex-Pusteblume.. ;)

    bevor ich mich ellenlang selbst zitiere, schau doch mal in diesen thread:
    < Diagnose "vorzeitige Wechseljahre" > (bei "Suche" eingeben), der ist zwar schon aus 2003, aber die Realität hat einiges von dem Geschriebenem schon insoweit eingeholt, als es in Lübeck (Universitätsfrauenklinik) schon seit Längerem möglich ist, Micker- Eizellen in vitro zur Reifung zu bringen...
    Mehr noch möchte ich aber auf das Thema "Wechseljahre" (und die Definition jenes Begriffes!) aufmerksam machen, in denen sich nur die wenigsten von uns befinden / befanden!

    frowlein,
    47, ursprünglich POF (KEINE Wechseljahre), HRT seit 5 Jahren mit sequidot = hervorragende Serumwerte + Knochendichte, prima Wohlbefinden... und über die Libido äußere ich mich nicht an dieser öffentlichen Stelle.. ;)

    Estrogen ist ein Anti-Depressivum! (deswegen stellt es der Körper nach "Abschaltung" der Eierstöcke anderweitig her; es entsteht die sog. Fettschürze, der typische "Frauenbauch", dessen Fettgewerbe ein ähnliches Estrogen wie die Eierstöcke abgibt)

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