Hallo,
wir haben einige interessante Informationen über Fischöl gefunden:
Wie wirken Omega-3-Fettsäuren?
Fettsäuren werden in Zellwände eingebaut und beeinflussen so deren Beweglichkeit. Beispielsweise werden rote Blutkörperchen durch den Einbau von mehrfach ungesättigten Fettsäuren in ihre Membran beweglicher und verformbarer. So können sie auch durch kleinste Blutgefäße fließen und alle Gewebe gut mit Sauerstoff versorgen. Sowohl aus Omega-6- als auch aus Omega-3-Fettsäuren werden Botenstoffe, die Eikosanoide hergestellt. Dafür werden die Fettsäuren aus den Zellwänden freigesetzt und von speziellen Enzymen umgebaut. Die aus Omega-3- und Omega-6-Fettsäuren hervorgehenden Eiksanoide haben gänzlich unterschiedliche Wirkungen. Aus Omega-6-Fettsäuren entstehende Eikosanoide fördern zwar die Blutgerinnung aber auch Entzündungsvorgänge. Omega-3-Fettsäuren dagegen werden zu Eikosanoiden umgebaut, die Entzündungsreaktionen vermindern und die Verklumpung der Blutplättchen hemmen. Dadurch fördern sie die Durchblutung und schützen vor Thrombosen. Für den Umbau zu Eikosanoiden benötigen beide Fettsäurearten die gleichen Enzyme. Wenn viele Omega-6-Fettsäuren aber nur wenige Omega-3-Fettsäuren aufgenommen werden, entstehen mehr Eikosanoide aus Omega-6-Fettsäuren. Daher ist es wichtig, beide Fettsäurearten in einem ausgewogenen Verhältnis auf zu nehmen. Den besten Effekt für die Gesundheit hat ein Verhältnis von 1:5.
Warum Eskimos weniger an Herz-Kreislauf-Erkrnakungen leiden
Bereits im Jahr 1944 stellte der britische Biochemiker Dr. Hugh Sinclair fest, dass bei den in Kanada lebenden Eskimos selten Herz-Kreislauf-Erkrankungen auftraten. Dies erscheint auf den ersten Blick paradox, essen die Eskimos doch fettreich und kaum frisches Obst und Gemüse. Sinclair vermutete, dass die fischreiche Nahrung der Eskimos der Grund für diesen Herzschutz sei. Diese Theorie wurde erst in den 1970er Jahren eingehend untersucht. Heute ist bekannt, dass der große Anteil an Omega-3-Fettsäuren in der Ernährung der Eskimos den positiven Effekt ausübte. Eine große Studie (GISSI-Studie) zeigte bei regelmäßiger Einnahme von täglich einem Gramm Eikosanen über einen Zeitraum von 3 Jahren, dass sich das Risiko eines kardiovaskulären Ereignisses um 15 Prozent verringerte. Die Mortalität war um 20 Prozent geringer als in der Placebo-Gruppe. Doch die positiven Wirkungen der Omega-3-Fettsäuren gehen noch über den Schutz von Herz und Gefäßen hinaus.
Omega-3-Fettsäuren gegen Cholesterin
Sie senken deutlich die Blutfettwerte: Den größten Einfluss haben sie auf die Triglyzeridwerte, senken aber auch das Gesamtcholesterin. Dieser Effekt wurde in vielen großen Langzeitstudien bewiesen. Durchschnittlich erreichen sie durch die Einnahme von Eikosanen eine Absenkung der Triglyzeridwerte um 20 bis 25 Prozent, das Gesamtcholesterin wird um etwa 10 Prozent gesenkt. Dabei sinkt jedoch nur das schädliche LDL-Cholesterin, während das HDL-Cholesterin ansteigt. Diesen Effekt erzielen die Omega-3-Fettsäuren, indem sie in der Leber die Herstellung von Neutralfetten und Lipoproteinen hemmen. Sie beschleunigen zudem den Abbau der Lipoproteine in den Adern und der Leber. Lipoproteine sind die Transportformen der Fette im Blut.
Omega-3-Fettsäuren senken den Blutdruck
Omega-3-Fettsäuren verbessern die Verformbarkeit der Erythrozyten und verbessern so die Durchblutung. Omega-3-Fettsäuren regen die Bildung von Stickstoffmonoxid an, einem Stoff, der die Adern erweitert. Auch dies verbessert die Durchblutung und senkt den Blutdruck.
Omega-3-Fettsäuren halten das Blut flüssig
Aus Omega-3-Fettsäuren verringern die Zusammenballung von Blutplättchen und hemmen so die Bildung von Blutgerinnseln (Thromben) in den Adern. Auch bereits gebildete Thromben werden unter dem Einfluss von Omega-3-Fettsäuren wieder aufgelöst. Dies verbessert auch die allgemeine Durchblutung.
Omega-3-Fettsäuren gegen Entzündungen
Omega-3-Fettsäuren wirken entzündungshemmend. Dieser Effekt wird auch bei der Therapie von entzündlichen Erkrankungen wie Gicht, rheumatoider Arthritis (Rheuma), Psoriasis (Schuppenflechte) und Neurodermitis genutzt. Auch bei chronisch entzündlichen Darmerkrankungen (Morbus Crohn und Colitis ulcerosa) zeigen Omega-3-Fettsäuren positive Effekte.
Wo sind Omega-3-Fettsäuren enthalten?
In größeren Mengen fast ausschließlich in fettreichen Kaltwasserfischen. Die besten Quellen sind Hering, Makrele, Lachs und Thunfisch. Vegetarier nehmen Omega-3-Fettsäuren auch in Leinsamen, Nüssen und Sojaprodukten auf.
Um eine therapeutisch wirksame Mengen aufzunehmen, müssten wöchentlich zwei Fischmahlzeiten mit jeweils 150 bis 200 Gramm Fettfisch verzehrt werden. Doch die pro Kopf in Deutschland verfügbare Fischmenge liegt laut dem Ernährungsbericht 2000 der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) e.V., Bonn nur bei etwa 7,5 Kilogramm pro Jahr. Um eine ausreichende und dauerhafte Einnahme von Omega-3-Fettsäuren gewährleisten zu können, spezielle Fischöl-Präparate eingenommen werden. Es ist empfehlenswert, hochwertige Produkte zu verwenden, wie sie als Arzneimittel in Apotheken erhältlich sind. Diese unterliegen speziellen Qualitätsanforderungen und sind zudem ihren Gehalt an Schadstoffen geprüft.
Mit Fischöl Frühgeburten vorbeugen
Möglicherweise kann Fischöl bzw. die darin enthaltenen Omega-3-Fettsäuren Schwangerschaften um einige Tage verlängern.
Um mögliche Effekte auf Frühgeburtlichkeit und andere Schwangerschaftskomplikationen zu testen, rekrutierte eine europäische Forschergruppe für ihre multizentrische Studie 232 Frauen, die in einer vorherigen Schwangerschaft eine Frühgeburt erlitten hatten, 280, bei denen es zu einer intrauterinen Wachstumsretardierung gekommen war, 386 mit einer Vorgeschichte von schwangerschaftsinduzierter Hypertonie sowie 579 mit einer aktuellen Zwillingsschwangerschaft. Bei Aufnahme in die Studie waren diese Probandinnen frei von Komplikationen. Sie erhielten prophylaktisch ab 20 Wochen vor dem errechneten Entbindungstermin täglich ein Fischölpräparat mit 2,7 g Omega-3-Fettsäuren oder Olivenöl als Vergleichspräparat. Zwei weitere Gruppen – 79 Patientinnen mit drohender Präeklampsie und 63 mit sonografisch bestätigter intrauteriner Wachstumsretardierung – erhielten 6,1 g/d Omega-3-Fettsäuren bzw. Olivenöl.
In der Gruppe der Patientinnen, die zur Prophylaxe einer erneuten Frühgeburt Fischöl einnahmen, wurden 21,3 % vor dem Ende der 37. Schwangerschaftswoche entbunden, in der Vergleichsgruppe 33,3 %. Die entsprechenden Zahlen für eine Entbindung vor Ende der 34. Woche lauteten 4,6 % und 13,3 %. In beiden Fällen sind die Unterschiede signifikant. In der Fischöl-Gruppe dauerte die Schwangerschaft durchschnittlich 269,2 (± 19,5) Tage, in der Olivenöl-Gruppe 260,7 (± 29,5) Tage. Mit 3169 (± 674) g lag das durchschnittliche Geburtsgewicht in der Fischöl-Gruppe deutlich höher als in der Kontrollgruppe mit 2960 (± 707) g. Bei Zwillingsschwangerschaften wurden derartige Unterschiede allerdings nicht deutlich, ebenso wenig bei den Risikoschwangerschaften. Hinsichtlich der Nebenwirkungen bestanden zwischen Verum und Vergleichspräparat keine statistischen Unterschiede. Wie bereits früher beobachtet, kam es unter Fischöl vermehrt zu Geburten nach dem errechneten Termin.
Die schwangerschaftsverlängernde Wirkung von Fischöl beruht möglicherweise darauf, dass die langkettigen Omega-3-Fettsäuren die Bildung der Prostaglandine E2 und F2a vermindert und die von Prostacyclin I2 und I3 steigert. Dies könnte über eine Relaxierung des Myometriums zu einer Normalisierung der Schwangerschaftsdauer führen.
Fish oil supplementation during pregnancy is safe
ADELAIDE, AUSTRALIA. There is still considerable controversy regarding the role of long chain omega- 3 polyunsaturated fatty acids (PUFAs) in infant development and little attention has been paid to the requirements of mothers for these nutrients. Two researchers at the University of Adelaide have just released a review of existing research findings concerning these subjects. One clinical trial found that women who supplemented with fish oil (1.5 grams eicosapentaenoic acid [EPA] and 1 gram docosahexaenoic acid [DHA] daily) from their 30th week of pregnancy extended the pregnancy by 4 days and gave birth to infants weighing an average of 100 grams more that infants born to mothers supplementing with placebos (olive oil). Other studies have failed to confirm these effects. A recent study found that DHA levels decrease rapidly in women after giving birth independent of whether they are breastfeeding or not. There is speculation that this relative DHA deficiency could be a major factor in postpartum depression, but clinical trials are needed to confirm this. The deficiency can be completely eliminated by supplementing with 200 to 400 mg/day of DHA. The evidence concerning the benefits of maternal DHA supplementation on infant development is inconclusive. One study found that infants with an adequate DHA status at 3 months of age scored better on a mental development test at age 1 year, but not at 2 years of age. The researchers conclude that there is no evidence that maternal DHA supplementation is harmful and that it may have subtle benefits to both mother and infant. However, further clinical trials are needed to verify this.
Makrides, Maria and Gibson, Robert A. Long-chain polyunsaturated fatty acid requirements during pregnancy and lactation. American Journal of Clinical Nutrition, Vol. 71 (suppl), 2000, pp. 307S- 11S
Ines & Chris