Mitmachen! - Familiennetzwerk gründen:
Deutsche Vereinigung von Familien nach Eizellspende
Die Eizellspende wurde in Deutschland Anfang der 1990er Jahre nach dem
Embryonenschutzgesetz strafrechtlich verboten. Damals wollte der
deutsche Gesetzgeber mögliche Risiken einer „gespaltenen“ biologischen
Mutterschaft und eine denkbare Ausbeutung von Spenderinnen
verhindern. Deutsche Kinderwunschpaare sind daraufhin zunehmend auf
ausländische Kinderwunschkliniken ausgewichen, weil sie dann straffrei
blieben.
Besondere Herausforderungen
Wir wissen heute, dass es inzwischen Tausende von Familien in
Deutschland gibt, die mit Hilfe einer Eizellspende aus dem Ausland
entstanden sind. Die meisten Eltern versuchen die Nutzung der
Eizellspende geheim zu halten, vielleicht sogar sie zu vergessen. Doch
ähnlich wie bei den Familien nach Samenspende gibt es in den Familien
nach Eizellspende besondere Herausforderungen, mit denen man sich
auseinandersetzen muss. Zum Beispiel die Frage nach der Aufklärung der
Kinder und des sozialen Umfeldes über die Tatsache der donogenen
Zeugung oder welchen Stellenwert man der Eizellspende im Familienleben
einräumen will. Viele Eltern fürchten um ihr Ansehen und um das
Wohlergehen ihres Kindes, wenn sie die Tatsache der Eizellspende, selbst
dem Kind gegenüber, offen ansprechen.
Kontakt und Vernetzung
Bei all diesen Fragen, bei denen das Wohl der Kinder letztlich im
Mittelpunkt stehen muss, hilft es sich mit anderen Eltern und Kindern
auszutauschen, die in einer ähnlichen Lage sind. Die Kinder könnten
andere Kinder treffen, die eine vergleichbare Zeugungsgeschichte haben.
Dies kann - wenn gewünscht - allen Familienmitgliedern zu mehr Offenheit
und Selbstvertrauen verhelfen.
Viele Familien wünschen sich Möglichkeiten zum Kontakt untereinander.
Doch unter den deutschen Eizellspende-Familien mag es bisher erste
Kontakte geben, es fehlt allerdings eine systematische, niedrigschwellige
Vernetzung untereinander. Und es fehlt ein bundesweiter
Zusammenschluss, der die spezifischen Interessen der Familien bündelt.
Für ein Netzwerk ist es längst an der Zeit!
Geplant ist daher die Gründung eines deutschen Netzwerkes für diejenigen
Familien nach Eizellspende, die Kontakt zu anderen Familien suchen. Dies
geschieht am besten auf Vereinsbasis, analog etwa zum DI-Netz e.V., der
Deutschen Vereinigung von Familien nach Samenspende (
http://www.di-netz.de
).
Die Gemeinnützigkeit des Vereines könnte ebenfalls beantragt werden.
Keine Aufnahme von Kinderwunschpatient_Innen
Anders als das DI-Netz ist die Vernetzung der „Deutschen Vereinigung
nach Eizellspende“
nicht offen
für Personen, die sich noch vor oder in
Behandlung befinden oder über die Nutzung einer Eizellspende
nachdenken. Dies hat die oben genannten juristischen Gründe. Um sich
entspannt treffen zu können und angstfrei Kontakt zueinander aufnehmen
zu können, richtet sich das Netzwerk ausschließlich an Eltern, die die
Eizellspende bereits hinter sich haben und nun als Familien Kontakt
zueinander suchen. So hätte konsequenter Weise die Werbung für
ausländische Kliniken oder die Beihilfe zur Durchführung einer
Eizellspende den unmittelbaren Ausschluss eines Mitgliedes aus dem
Verein zur Folge. An Eizellspende interessierte Kinderwunschpatientinnen
müssen sich in Deutschland leider andere Unterstützungsquellen
erschließen.
Zielsetzung:
Eine Vereinigung von Familien nach Eizellspende kann mehrere Zwecke
haben:
-Vernetzung der Eltern und Kinder untereinander
-Unterstützung der betroffenen Familien bei ihren besonderen
Herausforderungen.
-Die Förderung eines offenen Umgangs mit der besonderen
Zeugungsgeschichte.
-Aufklärung der Öffentlichkeit über Familien nach Eizellspende
-Politische Vertretung der Interessen von deutschen Familien nach
Eizellspende
-Langfristiges politisches Ziel kann die Legalisierung der nicht-
kommerziellen Eizellspende in Deutschland sein. Eine inländische
Legalisierung könnte etwa unter engen gesetzlichen
Zulassungskritierien erfolgen, wie beispielsweise der Sicherung des
Rechtes auf Kenntnis der Abstammung, einer Altersbegrenzung,
Nicht-Kommerzialität etc.. Auch sollten medizinische und
psychosoziale Beratung ausdrücklich straffrei gestellt werden.
Unterstützung kann der Verein erhalten, indem sich juristische,
medizinische, wissenschaftliche und psychosoziale Expert_Innen dem
Netzwerk als eigene Sektion supportiv anschließen.
Alle Eltern und Kinder nach Eizellspende sind herzlich eingeladen
zur ersten Vorbesprechung!
Erstes Treffen der Eltern:
Freitag, den 16. Februar 2018 um 15 Uhr in Berlin
Den genauen Ort und die Kontaktdaten zur Verabredung erhaltet ihr von mir, wenn ihr mir eine Nachricht schreibt.
Herzliche Grüße, Rebella