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  1. Dein Kinderwunschforum – Erfahrungsaustausch & Expertenantworten für Deinen Weg zum Wunschkind! 💬🩺
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  3. Allgemeine Fragen

Aufhören und kinderlos leben? Wünsche mir Austausch

  • KitKat
  • 7. Januar 2013 um 13:31
  • KitKat
    4-Zeller
    Beiträge
    42
    • 7. Januar 2013 um 13:31
    • #1

    Hallo ihr lieben,

    nach nunmehr 4 Fehlgeburten und insgesamt 8 Behandlungen ist für mich der Zeitpunkt gekommen mich damit auseinanderzusetzen, dass wir wahrscheinlich trotz aller Bemühungen kinderlos bleiben werden.
    Ich wünsche mir Austausch mit Frauen (und Männern - aber da scheinen auf dieser Plattform nicht so viele aktiv zu sein) die sich in einer ähnlichen Phase befinden oder aber diese bereits hinter sich haben.

    Herzliche Grüße,
    KitKat

  • Princess1313
    Eizelle
    Beiträge
    9
    • 7. Januar 2013 um 15:23
    • #2

    Re: Aufhören und kinderlos leben? Wünsche mir Austausch

    Hallo KItKat,

    ich muss sagen, mir geht es ähnlich. So viel Versuche und alles hat nichts gebracht. Ich habe vor einem halben Jahr alle Medikamente abgesetzt und bekomme nun die Quittung dafür! Mein Mann will einfach nicht mehr, dieses auf und ab der Gefühle und dieses tiefe Tal der TRÄNEN - wenn wieder die Blutung oder ein Negativ kam. Für ihn ist das Thema durch und er möchte nichts mehr davon hören! Er hat Angst um mich, da durch das Absetzen der ganzen Hormone nun so viele negative Sachen gekommen sind. Er befürchtet, wenn wir weiter machen, dass es mit meiner Gesundheit noch schlechter wird. Ich habe mich nun schweren Herzens dazu entschieden erst ein Mal das Thema zur Seite zu legen. Vielleicht sieht es in 2 oder 3 Jahren schon wieder anders aus und wir versuchen noch mal eine Eizellspende oder auch nicht. Dieses alles hat uns in den letzten Jahren so viel KRAFT (vom Geld nicht zu sprechen) gekostet. Es ist Zeit seinen Lebensmittelpunkt auch einmal auf andere Dinge zu konzentrieren. Leider bekommen mal wieder so viele in der unmittelbaren Umgebung Babys so dass er mir sehr, sehr schwer fällt. Auch mein Schwager hat im Juli 2012 sein 1 Kind bekommen und nun dreht sich alles um diesen kleinen Wurm. Weihnachten haben wir deswegen das erste Mal alleine gefeiert, da ich keine Lust auf blöde Fragen hatte. Viele Grüße

  • Tina31
    Morula
    Beiträge
    483
    • 7. Januar 2013 um 15:44
    • #3

    Re: Aufhören und kinderlos leben? Wünsche mir Austausch

    Hallo ihr zwei,

    ich habe ein ähnliches Thema mal im "Abschied vom Kinderwunsch"-Ordner gepostet, aber die Reaktion war ähnlich mager. Vielleicht habt ihr Lust auf einen Austausch? Habt ihr schon mal über eine Adoption bzw. ein Pflegekind nachgedacht?

    LG, Sunny, die momentan auch gerade eine "Hormonpause" macht

  • KitKat
    4-Zeller
    Beiträge
    42
    • 7. Januar 2013 um 16:37
    • #4

    Re: Aufhören und kinderlos leben? Wünsche mir Austausch

    Hallo Princess, hallo Sunny,

    schön, dass ihr geantwortet habt! Ja - ich würde mich sehr über einen Austausch freuen! Bin aktuell auch frei jeder Medis und geniesse das. Die letzte FG ist 2 Monate her.
    Über Ado haben wir immer mal wieder nachgedacht, können es uns von der Sache her auch vorstellen, haben jedoch Bedenken, einen weiteren "Prozess", der dann auch wiederum mindestens 2 Jahre dauert - mit ungewissem Ausgang - zu beginnen. Die letzten 5 Jahre waren emotional einfach schon unglaublich anstrengend. Dazu kommt, dass ich bereits über 40 bin, mein Mann fast 50, d.h. wenn dann Auslandsado (womit wir kein grundsätzliches Problem hätten) aber dann eben auch wenig Aussicht auf ein Kind unter zwei Jahren. Und da bin ich mir einfach nicht sicher, ob das "unseres" ist. Weniger wegen das "ach so süss" Faktors, sondern vielmehr ein Kind, dass im Heimatland schon erste Bindungen und bewusste Erfahrungen hat und ich mir einfach nicht sicher bin, ob es so gut ist, ein solches Kind dann aus dem kulturellen Kontext zu reißen. Aber vielleicht sind das auch alles nur Ausreden...weil mir die aktuell die Kraft fehlt, mich darauf einzulassen.

    Bei Pflege ist für uns das Problem, dass man alles mit den leiblichen Eltern abstimmen muss - und da es durchaus sein kann, dass wir beruflich noch mal ins Ausland gehen, ist das dann wohl leider ein Ausschlußkriterium.

    Aktuell fange ich einfach ganz bewußt an, den Gedanken zuzulassen das wir aller Wahrscheinlichkeit uns damit abfinden müssen dass unser Leben kinderlos bleibt. Die letzten Jahre mit den Behandlungen, Hoffnungen und Enttäuschungen haben unser Leben (und auch den Alltag) relativ stark bestimmt und da wünsche ich mir jetzt einfach einen guten Weg unsere Perspektive / den Fokus der Aufmerksamkeit zu ändern. Leider kann ich "naja - dann könnt ihr Reisen, ins Kino gehen, Sachen unternehmen ohne Einschränkung" nicht mehr gut hören. Vom Kopf her weiss ich das, aber es hilft mir momentan wenig....

    Liebe Grüße,
    KitKat

  • thore
    4-Zeller
    Beiträge
    65
    • 7. Januar 2013 um 19:18
    • #5

    Re: Aufhören und kinderlos leben? Wünsche mir Austausch

    Liebe Kitkat,

    ich habe zwar erst einen Frischversuch Eizellspende hinter mir und hole noch meine Kryos ab, mache mir aber auch schon Gedanken, wann man aufhören sollte. Ich glaube, ich habe nicht die Kraft und auch nicht das Geld für viele Fehlversuche, weil mich das erste Negativ schon so fertig gemacht hat. Am schlimmsten fand ich, dass man sich selbst so verändert und in der Wartezeit und nach einem Negativ so ein heulendes Psychowrack wird. Kenne ich sonst überhaupt nicht von mir. Deine Gedanken zu Pflegschaft und Adoption kann ich ebenfalls nachvollziehen. Man will sich nicht schon wieder auf einen zermürbenden Prozess einlassen, auf dessen Ausgang man keinen Einfluss hat. Ich wünsche dir auf jeden Fall ganz viel Kraft, wie auch immer du dich entscheidest.

    Liebe Grüße,
    thore

  • glueck07
    Morula
    Beiträge
    570
    • 8. Januar 2013 um 00:41
    • #6

    Re: Aufhören und kinderlos leben? Wünsche mir Austausch

    Liebe Kitakat, liebe alle,
    Das Thema ist wichtig und ich finde es so mutig darüber zu schreiben.
    Wer sagt wann Schluss ist ? Der Körper ? Das Konto ? Die Psyche ? Der Gerichtsvollzieher ?
    Was ist richtig, was ist falsch ? Wir Frauen sitzen alle in diesem elenden Fruchtbarkeitskarussell.
    Ganz bitter wird es, wenn die Schwester und beste Freundin schwanger werden. Der soziale Druck ein Baby zu bekommen ist in Deutschland so stark, das ich mich gefragt habe: Ist es jetzt noch mein Kinderwunsch oder der sozial eingeforderte ?
    Kitkat, sei glücklich, Du hast einen super Mann bekommen, der fühlt. Er liebt Dich. Das ist das Glück auf Erden.
    Das Leben ist wunderbar und einzigartig und es bietet den ganzen Wunschblumenstrauss, auch ohne Kinder.
    Anders herum gesagt: Auch ein Leben mit 2 wunderbaren Kindern ist nicht die Garantie zur Sorgenfreiheit.
    Ich kann ein Lied singen Dir per PN meine Geschichte schreiben.
    Dreh die Sache rum, es ist Dein Leben, mach das beste draus und geht ins Ausland, liebt Euch, springt in tosende Flüsse,
    macht Eurer Leben zu Eurem Rockkonzert, denn es ist einzigartig und wundervoll.
    Dein Glickl

    Mut steht am Anfang des Handelns, Glück am Ende.
    Demokrit, griech. Philosoph

  • Tamita
    8-Zeller
    Beiträge
    84
    • 8. Januar 2013 um 13:21
    • #7

    Re: Aufhören und kinderlos leben? Wünsche mir Austausch

    Liebe Kitakat,

    ich war hier jahrelang (7 Jahre mit andern Namen) aktiv, 7 EZS/EMS, 7 Jahre auf und ab. Unzählige Diskussionen, Therapie. Mein Körper fühlt sich an, wie verbraucht. Gesundheit angeknackst und ich war ausgebrannt mit 46 jahren.

    Heute, 2 Jahre später, haben wir einen kleinen Jungen. Er ist adoptiert aus Russland. Ich würde immer wieder unseren Kleinen adoptieren, er ist der süßeste Junge, hübsch, klug und und und...

    Du hast geschrieben, dass die Kinder schon "..im Heimatland schon erste Bindungen.." erlebt haben. Nein, noch schlimmer, sie haben gar keine sichere Bindung erlebt (es sei denn, die Eltern sind verstorben und sie deswegen ins Heim kamen). Das macht alles noch anstrengender. Es ist schon sehr anstrengend, denn die Kindern fordern 150 % Aufmerksamkein und Nähe. Gleichzeitig wollen sie ihre erworbene Autonomie bewaren und kommen teilweise mit direkte Nähe nicht klar.
    D.h., du solltest wirklich in dich hineinhören, ob du es körperlich und seelisch schaffen würdest.

    Ich habe den Fehler gemacht, dass wir direkt nach der Behandlungen mit der Ado angefangen haben. Der Prozess war genauso anstrengend, wie die Behandlungen vorher.

    Folge ist, dass ich etwas "ermüdet" bin und manchmal zweifle ich, ob dem Kind wirklich das geben kann, was er braucht.

    Und noch was: Ich würde sagen, ich bin jetzt nicht glücklicher als vorher. Vielleicht kommt noch, wir stehen noch am Anfang :)

    Ganz liebe Grüße
    tamita

  • KitKat
    4-Zeller
    Beiträge
    42
    • 23. Januar 2013 um 18:13
    • #8

    Antw:Aufhören und kinderlos leben? Wünsche mir Austausch

    Liebe Glück,

    danke für deine mutmachenden Worte und für die Fragen...ja...wann ist der Zeitpunkt einen Schlußpunkt zu setzen...? Das mag individuell sehr unterschiedlich sein, aber für mich ist der Punkt - dass ich keine Hoffnung mehr habe....wenn trotz aller Bemühungen, Untersuchungen, Medikamente....es immer wieder schief geht und nachweislich nicht am Embryo lag ist das schon eine ziemlich hoffnunfglose Situation. Trotzdem schwankt meine Meinung täglich...mal bin ich wirklich bereit einen Schlußpunkt zu setzen und dann wieder kreisen meine Gedanken nur darum, ob es nicht doch noch etwas gibt, was nicht beachtet worden ist. Nicht zuletzt ist es schwierig Abstand zu finden zu dem Thema, welches die letzten 5 Jahre recht nachdrücklich mein / unser Leben bestimmt hat in vielerlei Aspekten....
    Und was macht eigentlich den Kinderwunsch aus? Sozialer Druck in unserem Fall eher weniger...wahrscheinlich denken die meisten dass ich halt einfach meine Karriere in den Vordergrund gestellt habe und keine Kinder wollte....und aus dem Alter das die anderen fragen..na...wann ist es denn so weit...bin ich seitdem ich die 40 geknackt habe auch irgendwie raus...der Wunsch nach Kindern hat wohl am allermeisten mit "Sinn des Lebens" zu tun...einen kleinen Menschen in seinem / ihren Weg auf diese Welt zu begleiten...aber das ist uns wohl einfach nicht beschieden....
    Liebe Tamita - schön, dass euer Junge den Weg zu euch gefunden habe. Und mit den Bindungsproblemen meinte ich neben dem Bezug zum "Heimatland" auch die grundsätzliche Fähigkeit, Bindungen aufzubauen - wird doch das Grundvertrauen in den ersten zwei Jahren gebildet...und danach kann man bestimmt auch noch viel gestalten und beeinflussen, aber Schäden die auch kaum noch korrigierbar sind, sind da. Ich gebe zu, an dieser Stelle habe ich dann auch Angst - Angst, dass all unsere Liebe und guten Intentionen möglicherweise einfach nicht ausreichen...
    Manche Tage sind gut...die Welt ist bunt und ich kann das Schöne wahrnehmen...an anderen Tagen empfinde ich sie einfach nur als leer, dunkel und sinnlos. Wie kommt man da raus...?

  • Tina31
    Morula
    Beiträge
    483
    • 23. Januar 2013 um 21:29
    • #9

    Antw:Aufhören und kinderlos leben? Wünsche mir Austausch

    Wie kommt man da raus... Gute Frage! Ich glaube, bis zu einem gewissen Grad ist dieses Trauern ganz wichtig, denn schließlich verabschieden wir uns - möglicherweise - von einem Herzenswunsch! Darüber nicht traurig zu sein bzw. diese Trauer nicht zuzulassen, wäre m.E. der falschen Schritt, denn wir müssen diese anstrengenden Jahre/Behandlungen/Enttäuschungen/emotionale Achterbahnfahrten ja irgendwie verdauen.
    Andererseits haben wir auch sehr viel (wir sind gesund, haben einen lieben Partner, ein soziales Netz, ...), das dürfen wir nicht vergessen! Und wenn es mir besonders schlecht geht, versuche ich, mir diese Dinge wieder bewusst ins Gedächtnis zu rufen! Das hilft mit dann zumindest wenn der größte Heul-Flash wieder vorbei ist... Aber ich will auf keinen Fall, dass diese ganz KiWu-Behandlung aus mir einen seelischen Trümmerhaufen (klingt blöd, aber "Krüppel" wollte ich nicht schreiben) macht! Irgend so ein alter Römer hat mal gesagt "Mit der Zeit nimmt die Seele die Farben unserer Gedanken an" - und ich finde sooo unrecht hat er damit gar nicht. Deswegen versuche ich immer wieder, mich auf das Positive zu konzentrieren, auch wenn es mir oft sehr schwer fällt. Was macht ihr, wenn mal wieder alles um euch herum Mist ist bzw. die beste Freundin einem freudestrahlend verkündet, dass sie schwanger ist?

    LG in die Runde! Sunny

  • Princess1313
    Eizelle
    Beiträge
    9
    • 24. Januar 2013 um 11:22
    • #10

    Antw:Aufhören und kinderlos leben? Wünsche mir Austausch

    Hallo,

    also ich versuche immer wenn es mir schlecht geht, wie gerade (Mein Arbeitskollege hat gerade verkündet, seine Freundin ist schwanger) an schöne Dinge zu DENKEN! Ich habe gleich nach einen möglichen neuen Urlaubsort geschaut. Oder ich zähle in Gedanken die ganzen Vorzüge auf, wenn man nun einmal KINDERLOS ist. Wir leben in den Tag hinein, wenn wir etwas haben möchten dann kaufen wir es. Es gibt nicht nur schwarz oder weiß. Sondern die Welt ist farbig und man muss sich einfach nur diese schönen Sachen rauspicken.
    Wir sind auch ohne Kinder so GLÜCKLICH und ich denke manchmal vielleicht liegt es auch daran. Kinder bedeuten nun einmal auch STRESS, KUMMER und vermehrt SORGEN.
    Wir kennen so viele Paare die absolute Wunschkinder bekommen haben und trotzdem hat die Ehe nicht gehalten und nun steht die Scheidung an.
    Gerade in einem Fall in der Nachbarschaft ganz deutlich, so viele Versuche - dann endlich schwanger und zwei Jahre später – die Scheidung. Ich sehe die beiden noch vor mir, wie wir zusammen auf die Schwangerschaft angestoßen haben und beide überglücklich waren. Lg

  • grador
    Gast
    • 24. Januar 2013 um 12:58
    • #11

    Antw:Aufhören und kinderlos leben? Wünsche mir Austausch

    Hallo Mädels,

    ich habe zwar das Glück, dass es bei mir geklappt hat aber dieses Thema berührt mich sehr. Ich hatte ja auch drei negative Ergebnisse mit eigenen EZ. Wir sind dann zweigleisig gefahren. Beim Jugendamt haben wir einen Adoptionsantrag gestellt mit allem drum und dran. Ich wollte einfach nicht noch mehr Zeit verstreichen lassen. Bei einem weiteren Negativ hatte ich dann halt Plan B. Es dauert ja sehr lange bis man das Seminar usw. geschafft hat. Da eine Adoption in D. sehr schwierig ist, wollten wir eventuell ein Pflegekind nehmen. Aber dann hat die EZS geklappt. Es gibt so viele Kinder im In- und Ausland, die ein Zuhause suchen. Leider ist man in D. so auf das Alter fixiert bei Adoptionen. Aber Pflegekinder gibt es mehr als genug. Aber diese Kinder brauchen sehr viel Geduld,... Eine Bekannte aus dem Seminiar hat erst ein Pflegekind und dann ein zweites aufgenommen. Die beiden Mädchen sind noch klein aber in der Entwicklung usw. zurück. Sie ist sehr glücklich mit den Beiden. Aber das kann halt nicht jeder.

    Auch wenn ihr kinderlos bleibt, versucht die schönen Sachen zu sehen. Ich weiß, wie schwer das ist. Wenn mich jemand nach Kinder gefragt hat, dann habe ich geantwortet, dass ich keine Kinder möchte. Eine Lüge, die mich oft beschützt hat vor weiteren blöden Fragen.

    LG grador

  • Tina31
    Morula
    Beiträge
    483
    • 6. Januar 2014 um 21:43
    • #12

    Antw:Aufhören und kinderlos leben? Wünsche mir Austausch

    Hallo zusammen,

    ich würde diesen Ordner gerne wieder nach oben schubsen und euch fragen, wie's euch denn in der Zwischenzeit so ergangen ist! Bei uns steht momentan die Frage an, ob wir uns um ein Pflegekind bewerben sollen.... Hat hier irgendwer dazu Erfahrungswerte (positiv wie negativ)?

    LG, Sunny

  • Xenia9210
    4-Zeller
    Beiträge
    37
    • 7. Januar 2014 um 22:54
    • #13

    Antw:Aufhören und kinderlos leben? Wünsche mir Austausch

    Unsere damalige Nachbarin hatte insgesamt 4 Pflegekinder, allesamt total süß anzuschauen, aber allesamt total verstört und mit großen psychischen Problemen und noch größeren Defiziten in der Schule. 2 der Kinder waren schon im Grundschulalter regelmäßig beim Psychologen und ein anderes Kind war sogar zeitweise in der Psychatrie, obwohl es erst 12 Jahre alt war. Das war echt krass. Alle Kinder sind in der Schule überhaupt nciht mitgekommen, so dass mein Mann dann auch mal versucht hat, Mathenachhilfe zu geben, doch das Kind konnte sich keine Sekunde konzentrieren und war überhaupt nicht bei der Sache, so dass der Nachhilfeunterricht überhaupt nichts gebracht hat.

    Wir haben uns damals gesagt, dass wir absolut kein Pflegekind haben wollen, da die Nachbarin schon sehr viel mit den Kindern um die Ohren hatte und oft nicht mehr weiter wusste.

    Ich hatte die Hoffnung auch komplett aufgegeben, dass ich jemals schwanger werden würde. Auch als wir nach Prag gefahren sind, habe ich immer gedacht, das wird eh nix geben. Meine Tiere haben mich immer so ein kleines bischen getröstet. Klar kann kein Hund und kein Pferd dieser Welt ein "eigenes" Kind ersetzen, doch die Trauer darüber, dass es nicht klappen will, ein wenig lindern.

    Mein Plan B waren dann meine Tiere. Wenn es in Prag auch nicht geklappt hätte, so habe ich mir damals gesagt, engagiere ich mich eben im Tierschutz oder lasse meine Stute decken. Dann bekommt sie eben ein süßes Fohlen :72: Das lenkt ab und so ein Fohlen macht auch eine Menge Freude.

    Auf Fragen von Freunden und Bekannten, warum wir denn keine Kinder hätten, habe ich dann immer gesagt, dass meine Viecher meine gesamt Freizeit in Anspruch nehmen würden und ich für ein Kind gar keine Zeit mehr hätte und mein Mann wäre ja auch mehr auf Geschäftsreisen als zu Hause, also was wollen wir mit einem Baby???

    Die meisten Freunde oder Bekannte haben das geschluckt, aber trotzdem immer ein bischen unglaubwürdig geguckt.
    Ich habe in der Nachbarschaft auch einen Fall, dass Nachbarn ein Kind bekommen haben und das Kind war noch keine 3 Jahre alt, schwupp waren sie auch schon wieder getrennt und das Gezeter, wer wann das Kind nimmt war im vollen Gange ... obwohl es auch ein absolutes Wunschkind war.

    Wenn man etwas anderes hat, was einen voll ausfüllt, kann ein Leben ohne Kind durchaus sehr schön und ausgefüllt sein.

  • Lina_74
    8-Zeller
    Beiträge
    153
    • 8. Januar 2014 um 15:21
    • #14

    Antw:Aufhören und kinderlos leben? Wünsche mir Austausch

    Zwei lange Jahre habe ich pausiert und mich mit dem kinderlosen Dasein abgefunden. Allerdings fand ich es viel einfacher, kein Geheimnis aus der Unfruchtbarkeit zu machen. Um so überraschter ist meine Umgebung nun. ;)

    In diesen Jahren habe ich mich mit Pflegschaft und Adoption beschäftigt.
    Bei beiden Möglichkeiten hat mich abgeschreckt, dass man liebgewonnene Kinder wieder abgeben muss. Denn diese Möglichkeit besteht bei Pfelegekindern 9 Jahre lang, bei Adoption 3 Jahre nach der Geburt.
    Dann lieber kein Kind als diese Angst. Das wollte ich nur zu bedenken geben.

    Wünsche dir alles Gute!

    LG Lina :051bye:

    1. EZS 08/2013 positiv!!! :)
    16.9.2013 zwei Herzchen schlagen! Zwillinge!

  • Tina31
    Morula
    Beiträge
    483
    • 8. Januar 2014 um 16:54
    • #15

    Antw:Aufhören und kinderlos leben? Wünsche mir Austausch

    Vielen Dank für eure Beiträge/Meinungen!
    Lina, ich hätte eine konkrete Frage an dich: Woher hast du die Information, dass man ein Adoptivkind bis zu drei Jahre nach der Geburt noch abgeben muss? Ich kenne diese Regel gar nicht und habe von unserem Jugendamt auch nur die Information erhalten, dass die leibliche Mutter sich innerhalb der ersten acht Wochen nach der Geburt noch umentscheiden kann (entspricht der Dauer des Mutterschutzes).
    Was die Pflegekind-Regelung anbelangt: Das weiß ich leider nicht, aber ich dachte auch da bisher immer, dass man zum Wohle des Kindes entscheidet und es keinen im Vorfeld bereits festgelegten Richtwert gibt.

    LG, Sunny

  • Lina_74
    8-Zeller
    Beiträge
    153
    • 8. Januar 2014 um 17:10
    • #16

    Antw:Aufhören und kinderlos leben? Wünsche mir Austausch

    Zum Thema Pflegekind: ich habe keine Erfahrung damit aber schon von anderen gehört, dass erst nach 9Jahren entschieden wird, natürlich zum Wohl des Kindes. Es hängt aber von der Bereitschaft der Eltern ab und die kann sich wohl ändern.

    Uns wurde zur Adoption in Dtl. vermittelt, dass es eine Sonderregelung gibt, wenn der Vater unbekannt ist. Dann kann er sich noch melden und sein Kind einfordern.
    Ich fand das gesamte Info-Gespräch damals sehr abschreckend.

    Inzwischen wäre nur noch Ausland-aadoption infragegekommrn, die aber alles andere als einfach und günstig ist. So kamen wir dann doch zur EZS. :)

    LG Lina

    1. EZS 08/2013 positiv!!! :)
    16.9.2013 zwei Herzchen schlagen! Zwillinge!

  • Tina31
    Morula
    Beiträge
    483
    • 8. Januar 2014 um 17:22
    • #17

    Antw:Aufhören und kinderlos leben? Wünsche mir Austausch

    Hm, dann muss ich da nochmal nachfragen, ich kenne nur die Info, die ich auch gerade bei Wikipedia (Adoption Deutschland) gefunden habe:

    "Wird schon während der Schwangerschaft eine Freigabe zur Adoption erwogen, so kann die Adoptionsvermittlungsstelle auf Wunsch der Mutter dafür sorgen, dass das Kind gleich nach der Geburt in die Familie der Adoptiveltern kommt und die Mutter nach der Entbindung auf die allgemeine Frauenstation und nicht auf die Geburtenabteilung verlegt wird. Wird die Mutter in ihrer Entscheidung unsicher, hat sie ein Recht darauf, ihr Kind zu sehen und es zu sich zu nehmen. Die Freigabe des Kindes zur Adoption ist erst acht Wochen nach der Geburt durch Einwilligungserklärung vor einem Notar möglich und erst nach Unterschriftsleistung rechtswirksam und kann nicht mehr rückgängig gemacht werden.

    Für eine Adoption ist grundsätzlich die Einwilligung beider Elternteile erforderlich; falls die Identität des leiblichen Vaters nicht festgestellt wurde, ist dessen Einwilligung nicht erforderlich. Der leibliche Vater kann aber seine Mitwirkung am Adoptionsverfahren erreichen, wenn er glaubhaft macht, biologisch als Vater des Kindes in Betracht zu kommen.


    Der Adoption eines Kindes müssen die Eltern zustimmen. Sie kann von den Eltern frühestens acht Wochen nach der Geburt des Kindes erteilt werden (§ 1747 BGB). Bei grober Verletzung der elterlichen Pflichten kann das Familiengericht die fehlende Einwilligung durch Beschluss ersetzen (§ 1748 BGB). Das ist zum Beispiel der Fall, wenn der Elternteil seine Pflichten gegenüber dem Kind anhaltend gröblich verletzt hat oder sein Verhalten gezeigt hat, dass ihm das Kind gleichgültig ist, und wenn das Unterbleiben der Annahme dem Kind zu unverhältnismäßigem Nachteil gereichen würde."

    Ich verstehe sehr gut, dass du nun erleichtert bist, dass es mit der EZS geklappt hat (Glückwunsch, übrigens!!!), aber leider gehöre ich nicht zu dieser Glücklichen-Fraktion und erneut Geld in zig Versuche stecken - ich glaube, das ist bei meiner speziellen Vorgeschichte nicht sinnvoll. Dann doch entweder Pflege- oder Adoptivkind oder sich mit einem kinderlosen Leben anfreunden...

    LG, Sunny

  • Leerhuhn
    Morula
    Reaktionen
    6
    Beiträge
    549
    • 16. Januar 2014 um 21:41
    • #18

    Antw:Aufhören und kinderlos leben? Wünsche mir Austausch

    Mich hat Xenias Beitrag sehr bewegt. Ich finde die Geschichte mit dem Fohlen so wunderbar. Das hat mir heute meinen Tag richtig versüßt. So eine Stute ist doch auch wie eine beste Freundin und ich habe mir vorgestellt wie dieses Fohlen dann da war.... Also wirklich eine ganz, ganz schöne Geschichte und einer wunderbarer Trost.

    Glück07 kann ich auch nur zustimmen. Eine gute Beziehung ist schon sehr viel Glück. Kinder können für eine Beziehung eine starke Belastungsprobe sein. Ich würde aber nicht die Kinder für die gescheiterte Beziehung als Hauptgrund heranziehen. Meistens ist schon im Vorfeld etwas nicht ganz so stabil und es macht sich erst mit den Kindern richtig bemerkbar.

    LG Leerhuhn

    2005-07: 2 Fehlgeburten nach Spontan-SSW
    2010-11: 4 IVF-Versuche in Deutschland ohne Erfolg
    2011-2014: 7 EZS-Versuche in Spanien ohne Erfolg

  • grador
    Gast
    • 17. Januar 2014 um 11:53
    • #19

    Antw:Aufhören und kinderlos leben? Wünsche mir Austausch

    Hallo Leerhuhn,

    ich habe letzte Woche eine Adoptivmama gesprochen. Sie hat einen 11-jährigen Adoptivsohn und eine 9-jährige leibliche Tochter. Zur Geschichte. Kinderwunsch blieb unerfüllt. Die Ärzte sagten, dass sie keine Kinder bekommen kann. Sie ging den steinigen Weg und adoptierte dann einen Jungen (1Jahr und 2 Monate alt damals). Kurze Zeit später wurde sie auf natürlichen Weg doch schwanger. Sie hatte eine schwere SS. Den Jungen hätte sie wieder abgeben können, hat sie aber nicht gewollt. Der Junge konnte nichts. War stark entwicklungsverzögert. Er bekam jede mögliche Förderung.... Die leibliche Mutter hat in der SS viel geraucht, Alkohol getrunken und Drogen genommen. Später hat sie sogar die Nahrung verweigert. Der Junge geht zwar in eine normale Schule aber er hat es sehr schwer. Ist immer unruhig, kann sich nicht konzentrieren, .... Sie meinte zu mir, dass sie mit ihrem Sohn gut zurecht kommt, nur das Umfeld nicht. Ihre Tochter muss immer zurück stecken, da der Junge bei allem Unterstützung braucht.
    Egal wie schwierig, sie liebt den Jungen genau so wie die Tochter. Toll oder?

    LG grador

  • Leerhuhn
    Morula
    Reaktionen
    6
    Beiträge
    549
    • 18. Januar 2014 um 13:33
    • #20

    Antw:Aufhören und kinderlos leben? Wünsche mir Austausch

    Ich bin mit der Sache zwar noch nicht durch aber ich merke, dass sich in meiner Einstellung zu dem gesamten Thema viel verändert hat. Als man mir vor zwei Jahren sagte "Du musst davon ausgehen, dass es wirklich passieren kann, dass Du kinderlos bleiben wirst!" bin ich in Tränen zusammengebrochen. Ich dachte das sei mein Ende. Jetzt sehe ich die Dinge schon viel gefasster.

    Zum Thema Adoption kann ich Gradors Beitrag aber vor allem Tamita nur danken, dass sie geschrieben hat, dass sie nach der Adoption nicht glücklicher als vorher geworden ist. Das bestätigt alle psychologischen Studien über dieses Thema. Es gibt die Theorie von der hedonistischen Tretmühle des Glücks. Dieser Theorie nach hat jeder Mensch ein individuelles Potential des Glücklichseins unabhängig der äußeren Lebensumstände. Das bedeutet zum Beispiel, das Menschen die ein 6er im Lotto gewonnen haben, für kurze Zeit große Gefühle des Glücks haben, dann aber nach relativ kurzer Zeit wieder zurück auf ihr normales Glücksniveau zurückkehren.

    Das würde bedeuten, dass Menschen die ohne Kinder zutiefst unglücklich sind, auch durch Kinder nicht sehr viel glücklicher werden können. Kinder sind keine Glücksgaranten.
    Nur wenige Eltern haben den Mut zuzugeben, dass ihre Kinder sie nicht zu glücklicheren Menschen gemacht haben. Diese Theorie hat mich sehr nachdenklich gemacht und mir sehr geholfen um mit meiner eigenen Traurigkeit wegen meiner Kinderlosigkeit besser umzugehen.

    Leider kann man sich nicht so einfach auf Knopfdruck vom Kinderwunsch verabschieden. Das ist schon ein herber Schicksalsschlag. Manchen Menschen passieren in ihrem Leben sehr schlimme Sachen durch die sie für sehr lange Zeit in einen Trauer-Prozess versetzt werden. Aber selbst dann kommt man, laut der Theorie der Tretmühle des Glücks, irgendwann doch wieder bei seinem ursprünglichem Glückslevel an. Wenn man verbittert bleibt, tendiert man vielleicht auch als Person zur Melancholie. Wenn man sich über diese Tatsache aber selbst bewusst wird, kann man individuelle Methoden entwickeln um gegen diesen Zustand anzukämpfen. Ich kämpfe jeden Tag dagegen an.

    Liebe Grüße,
    Leerhuhn

    2005-07: 2 Fehlgeburten nach Spontan-SSW
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