Antw:Endstation Alicante / Spanien
Meine lieben EZS-Schwestern,
es ist an der Zeit ein Schlussstrich zu ziehen. Ich danke hier allen Dich mir in diesen schweren Jahren mit Trost und gutem Rat zur Seite gestanden haben. Viele von Euch habe ich sehr tief in mein Herz geschlossen. Das Leben muss weitergehen. Es ist an der Zeit dieses Kapitel zu beenden um neue Ziele und neue Ufer anzusteuern.
Vielleicht schaue ich noch ab und zu mal rein. Vor allem bei Abschied vom Kinderwunsch.
Für alle momentan verzweifelten Frauen möchte ich noch etwas sagen: Habt keine Angst vor dem Ausgang dieses Weges! Egal ob Ihr mit Kind oder ohne Kind aus dieser Geschichte rauskommt: Das Ende der Ungewissheit ist für mich eine unglaubliche Befreiung. Es ist mir jetzt egal ob ich zu lange oder zu kurz blute und ich steige in die 8-Bahn auf dem Rummelplatz, gehe Tauchen und Reiten ohne dabei Angst zu haben, dass sich vielleicht ein Embryo von selbst eingeschlichen haben könnte. Ich weiß jetzt, dass es nie passieren wird und diese Endgültigkeit ist eine Befreiung.
Nie wieder Hibbel-Phasen - Gott wie ich diese Tage gelitten hatte! Nie wieder! Juhu!
Ab jetzt ist Party angesagt. Sonntags ausschlafen, lange frühstücken, Abentteuerreisen zu zweit und ab jetzt wird nur noch für Spaß und keine Behandlungen mehr Geld ausgegeben. Ja, ab jetzt lebe ich nur noch für mich und meinen Mann und das mit so viel Spaß wie möglich. Also, keine Angst falls es bei Euch irgendwann doch nicht klappen sollte!
Es liegt in Euren Händen und nicht in Eurer Gebärmutter glücklich zu werden!
Umarmung an alle!
Eure Leerhuhn
Ich möchte Euch an meinem Abschiedsbrief an Dr.Aizpurua teilhaben lassen.:
Lieber Doktor Aizpurua!
Diesen Brief hätte ich wohl schon viel früher schreiben müssen aber ich konnte mich zu diesem Schritt nicht überwinden. Diesen Brief zu schreiben, bedeutet endgültig einen Schlussstrich unter die Eizellspende zu ziehen.
Es kostet mich unglaublich viel Überwindung einzusehen, dass dieser Weg einfach nicht klappen wird. Ich habe einfach zu 90% die Hoffnung verloren, dass die EZS bei mir klappen kann. Zu viele Parameter sprechen dagegen. Es liegt nicht an IVF-Spain sondern an meiner müden Gebärmutter.
Ich möchte mich an dieser Stelle auch im Namen meines Mannes bei Ihnen für alles bedanken. Sie haben mich durch den schwersten Abschnitt meines bisherigen Lebens begleitet und Sie blieben selbst dann verständnisvoll und geduldig wenn ich vor Wut auf alles um mich herum kochte und auch Sie anzickte.
Obwohl ich mit meinen vielen Negativ-Ergebnissen Ihre Statistik immer nach unten drückte und meine Situation wirklich schlecht aussah, haben Sie mich als Patientin nicht im Stich gelassen. So etwas erlebt man heutzutage kaum noch. Ganz besonders in der Fertilitätsmedizin. Umso mehr möchte ich Ihnen danken, Dr. Aizpurua.
Es hat zwar nicht geklappt aber alleine das Gefühl, dass wir, Dank Ihrer Kompetenzen alles medizinisch Mögliche versucht haben, gibt mir ein ausgeglichenes Gefühl für die Zukunft. Ohne Ihre Unterstützung wäre dies nicht möglich gewesen.
Schade, dass es nicht mehr Ärzte wie Sie gibt.
Mein Mann und ich versuchen jetzt unsere Zweisamkeit zu genießen und eigentlich macht es ziemlich Spaß sonntags erst um 10:00 aufzustehen und lange zu frühstücken oder spontan abends auszugehen oder abenteuerliche Reisen zu zweit zu machen. Trotzdem zwickt uns natürlich noch immer diese kleine Leere. Wir werden lernen damit zu leben.
Es bleibt nun nichts weiter übrig als Ihnen und der ganzen Klinik adieu zu sagen.
Bitte bleiben sie ein so menschlicher Arzt wie Sie es bei uns waren und bitte passen Sie auf sich gut auf
und überarbeiten Sie sich nicht!
Grüßen Sie mir das schöne Alicante,
die kleine, schöne Stadt am Meer,
an die ich immer mit einem bitter-süßen Lächeln zurückdenken werde.
Liebe Grüße,
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