Ich war gerade in meiner Kinderwunschklinik, um den Ultraschall vor dem Transfer durchführen zu lassen. Meine behandelnde Ärztin sagte, wie diskriminierend sie es empfindet, dass Frauen mit Kinderwunsch, für eine Eizellspende ins Ausland müssen, für eine Samenspende aber nicht. Damit hat sie mir aus der Seele gesprochen. Ich habe daraufhin meinen Anwalt angerufen und ihn gefragt, wie gut die Aussicht einer Klage wäre, wenn man wegen Diskriminierung vor Gericht zieht. Also wenn man klagt weil Männer Samen spenden dürfen, Frauen aber keine Eizellen.
Er hat nach der Rücksprache mit einem Richter vermutet, dass eine Klage tatsächlich ganz gute Aussichten hätte, vorausgesetzt, man hat die Kraft 10 bis 15 Jahre durchzuhalten und keine Angst vor der Öffentlichkeit.
Meine Kinderwunschklinik hat angeboten, sie übernehmen die Kosten für die gerichtliche Auseinandersetzung, denn sie haben natürlich ein großes finanzielles Interesse an einer rechtlichen Änderung.
Für mich käme eine Durchsetzung natürlich zu spät, aber ich finde es eigentlich wichtig, denn es wird noch sehr viele Frauen in unserer Lage geben, die dann außer der medizinischen, psychologischen und emotionalen Hürde die rechtliche Barriere durch lange, kostenintensive Reisen überwinden müssen.
Was meint Ihr, kann man so etwas machen und durchhalten oder lieber nicht?