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  1. Dein Kinderwunschforum – Erfahrungsaustausch & Expertenantworten für Deinen Weg zum Wunschkind! 💬🩺
  2. Allgemein
  3. Eure Behandlungsgeschichte

EZSP ja/nein? Geschwisterkind mittels EZS? Welche Klinik? Wieviel transferieren?

  • mumtobe2011
  • 23. November 2011 um 13:46
  • mumtobe2011
    2-Zeller
    Beiträge
    38
    • 23. November 2011 um 13:46
    • #1

    Nachdem ich diesem Forum sehr viel zu verdanken habe, möchte ich nun auch meine Behandlungsgeschichte mit Euch teilen. Viele meiner Punkte decken sich natuerlich mit vielen anderen hier im Forum, aber vielleicht kann ich noch etwas zum Thema:

    - "will ich überhaupt eine Eizellspende?"
    - "Geschwisterkind mittels Eizellspende?"
    - "welche Klinik ist für mich die Richtige?"
    - "Transfer von einem oder zwei Embryonen?"
    - und und und .....

    beitragen.

    Begonnen hat unsere KiWu-Klinik-Geschichte im Jahr 2008, nachdem wir im Jahr 2007 völlig natürlich im ersten Probezyklus ein Kind bekommen haben (damals waren wir 39).

    Nach der Geburt hatte ich für ca. ein Jahr mit Gelenkschmerzen zu kämpfen, worauf mein Gynäkologe schon die Vorzeichen der Wechseljahre vermutete, als die Untersuchung auf Rheuma nichts ergeben hatte. Und dann war sie auch da, die befürchtete Diagnose: FSH über 12, AMH ca. 0,4. Aus der Traum vom Geschwisterkind. Laut Aussage mehrerer Ärzte: keine Chance auf ein weiteres Kind.

    Leider konnte ich mich damit überhaupt nicht abfinden, denn der Wunsch nach einem Geschwisterkind war gross. Wenn der Kinderwunsch da ist, ist er da - auch wenn man schon ein Kind hat. Ausserdem hatte ich im Stillen die Hoffnung, dass es mit einer IVF-Behandlung doch klappen müßte, denn wer einmal soooo schnell schwanger geworden ist, wird es vielleicht auch noch mal (der Körper weiss ja schliesslich, wie das so geht mit dem Kinder bekommen :-).

    Dann folgten nach verschiedenen Protokollen einige IVFs und ICSIs in Deutschland - leider ohne jeglichen Erfolg (teilweise konnte nur eine Eizelle gewonnen werden und natuerlich nicht den Hauch einer Einnistung).

    Als wir dann im Sommer 2009 zum ersten Mal etwas zum Thema Eizellspende gehört haben dachte ich, das dies eine gute Alternative sein könnte. Für meinen Mann hingegen kam eine EZSP überhaupt nicht in Frage. Er fand dies - ganz spontan gesagt- zu viel Pfusch an der Natur. Doch wie bei wahrscheinlich vielen Partnern/Männern musste die Idee erstmal reifen (und Frau liess halt überhaupt nicht locker) und schliesslich haben wir uns dann doch gaaaanz sachte an das Thema herangearbeitet.

    Viele Fragen taten sich auf:

    - die Angst, das richtige zu tun
    - wie wird es dem Kind gehen, wenn es erfährt, dass ich nicht seine genetische Mutter bin und ihm/ihr diese bei einer anonymen Spende auch nicht präsentieren kann?
    - Eifersucht auf die Schwester (100% genetisches Kind)
    - offene vs. anonyme Spende
    - Was ist, wenn die "genetische" Mutter bei einer offenen Spende absolut nix von dem Kind wissen will (wenn er/sie sie denn ausfindig machen möchte und sie vielleicht eigene Kinder hat und von meinem dennoch nichts wissen will)
    - Wer ist die Spenderin, wie sieht sie aus, ist sie gesund, warum spendet sie, verträgt sie die Behandlung, was für einen Background hat sie?
    - Und: wird es einen Unterschied in der Liebe zu den Kindern geben?
    - Wird es auch wirklich "mein" Kind sein? Man kann sich ja viel vornehmen, aber ich hatte trotzdem große Angst, dass ich unterbewusst einen Unterschied "fühle".
    - Ähnlichkeiten: mein erstes Kind ist mir wie aus dem Gesicht geschnitten - was würde dies für das Geschwisterchen bedeuten?
    - später sagen oder nicht sagen?
    - und und und ...

    Die Fragen wurden immer mehr.

    Um nicht zu sehr auszuschweifen nur so viel: es war eine lange Reise bis zur tatsächlichen Behandlung. Eine 8er-Bahn der Gefühle und Wirrungen, begleitet von starken Zweifeln, Ängsten und Panikattacken. An einem Tag war ich mir ganz sicher: das will ich auf jeden Fall, an einem anderen Tag habe ich mir bei jeder fremden Frau auf der Strasse vorgestellt: was wäre, wenn SIE die Spenderin wäre?!?!? Bei aller Dankbarkeit gegenüber den Spenderinnen, hat in diesen Situationen meine Angst und Panik immer überwogen.

    Mein Mann war mittlerweile sehr für diese Behandlung und hatte diese Zweifel überhaupt nicht.

    Daher führte mein Weg zunächst einmal zu einer Psychotherapeutin, weil ich mit diesen ganzen Fragen total überfordert war und auch - selbst in endlosen Gesprächen mit meinem Mann - keine Antworten fand. Niemand aus unserer Familie / Freundeskreis wußte von unseren Plänen und die Gespräche mit Freunden/Familie hätten mich auch nicht weitergebracht. Es folgten einige wenige Sitzungen mit einer genialen Ärztin und dann war klar:

    - Eizellspende ja, aber anonyme Spende
    - plus: einige Kliniken persönlich ansehen.

    Wenn wir schon so gut wie null Kontrolle über die Auswahl der Spenderin hatten wollten wir zumindest sehen, welches Team/Klinik denn diese Wahl für uns trifft (ich wäre sehr, sehr gerne zu Dr. K gegangen, aber da hat mein Mann der Logistik wegen nicht mitgemacht (von wegen: was ist, wenn es beim ersten Mal nicht klappt, Reisen mit Klein-Kind, Kosten, und und und)).

    Dank dieses wundervollen Forums hatten wir uns dann auf das IM in Barcelona und auf IVF Spain/Herrn Dr. Aizpurua in Alicante eingeschossen. Es gibt bestimmt noch viel andere tolle Kliniken, aber um nicht alles noch komplizierter zu machen und den totalen Kliniktourismus durch ganz Europa zu betreiben, wollten wir mit diesen beiden beginnen. Ich fand von den Berichten her auch das IVI in Valencia interessant, jedoch war die Kommunikation im Vorfeld leider etwas schleppend und gefühlt etwas "fabrikmäßig" und ausserdem hatten sie im Sommer zu.

    Ein kurzes Fazit der Klinikbesuche: meine Betreuerin beim IM Barcelona war sensationell, der Arzt dagegen eine große Enttäuschung. Er sprach zwar fliessend Deutsch, das war aber schon alles. Er hat uns sage und schreibe 2,5 Stunden warten lassen, schrie dann unseren Namen quer durchs volle Wartezimmer, hatte weder meine Unterlagen studiert, noch hat er sich einen Funken Mühe bei der Erstvisite gegeben. Nach 25 Minuten war der gute Mann fertig (und dass, obwohl er bei jeder meiner Fragen erst einmal in meinen Unterlagen nachlesen musste und inkl. eines sehr schmerzhaften Probetransfers). Wir waren unglaublich enttäuscht, hatte das IM doch einen so guten Ruf. Unsere Erfahrung dort war leider ganz schlecht.

    Dann ging es auf zum IVF Spain nach Alicante.

    Auf den ersten Blick erschien uns die Klinik ehrlich gesagt etwas "klein" und "posh" (ehr wie ein SPA :-)), aber von Herrn Dr. Aizpurua waren wir beide total angetan und haben uns dann auch relativ schnell entschieden, ihm und seinem Team zu vertrauen. Er hat sich unglaublich viel Zeit genommen, hat alle meine Fragen (und es waren viiiiieeeele) ruhig und mit viel Geduld beantwortet und kannte alle meine Werte auswendig! Plus: die Klinik und die Mitarbeiter waren sehr ruhig, angenehm und diskret. Nach der Erstvisite waren viele der Ängste und Bedenken fast weggeblasen und ich war (fast :) sicher, dass wir das richtige tun. Mein Mann war ja wie gesagt eh schon weiter und viel pragmatischer: wir wollen noch ein Kind, brauchen dazu eine EZSP, Herr Dr. Aizpurua macht einen tollen Job, ich mag ihn menschlich - also los.

    Geplanter Behandlungszeitraum war die 2te/3te November-Woche 2010 (also vor ca. einem Jahr :-)). Im Probezyklus super Aufbau der Schleimhaut, Spenderin gefunden, es konnte also losgehen.

    Nachdem meine Schleimhaut beim Aufbau im Behandlungszyklus auf halber Strecke schlapp gemacht hat (bei ca. 5,5 - 6 mm riet mir meine Ki-Wu-Ärztin in Deutschland sogar dringend von einem Transfer ab), haben wir uns spontan in den Flieger gesetzt und haben alles vor Ort bei Herrn Dr. Aizpurua kontrollieren und begleiten lassen (schliesslich war die Spenderin mitten in der Stimulation, der Urlaub bei unseren beiden Arbeitgebern geplant und eingereicht und wir hätten das beide nicht so spontan ändern und verschieben können).

    Als wir in Alicante ankamen, hatte meine Schleimhaut glaube ich nur 6,2 mm und beim Transfer glaube ich so um die 8 mm war aber schoen dreischichtig. Aber das wichtigste war, dass es mir unglaublich gut getan hat "vor Ort" zu sein und alles direkt im Zentrum bewerten zu lassen (die machen schliesslich den ganzen Tag nix anderes und wissen, wovon sie reden). Dr. Aizpurua war die ganze Zeit über mein direkter Ansprechpartner und strahlte die mir fehlende Zuversicht aus, dass einem Transfer nichts im Wege steht.

    Bei der Spenderin konnten dann 19 Eizellen punktiert werden. Wir hatten uns ausdrücklich eine Mischbefruchtung gewünscht (halb ICSI, halb IVF) weil ich irgendwie wollte, dass die Natur bei einer IVF "mitentscheiden" kann - auch auf die Gefahr hin, dass wir weniger Embryonen haben würden. Es war einfach ein Wunsch, den wir hatten.

    Der Transfer hatte sich trotz guter Planung (die Natur lässt sich halt nicht alles aufdiktieren) um zwei Tag verschoben, sodass mein Mann schon vorzeitig abreisen musste) und ich mit unserer Tochter alleine in Alicante geblieben bin und wir direkt nach dem Transfer zum Flughafen mussten, da ich am nächsten Tag wieder arbeiten sollte und das mit den Flug-Verbindungen sonst nicht geklappt hätte.

    Am Tag des Transfers bin ich mit meiner kleinen und sehr lebendigen Tochter früh morgens in der Klinik erschienen und in einem kurzen Vorgespräch mit Frau Dr. Wegemann und Herrn Dr. Aizpurua habe ich erfahren, dass es lediglich 4 Embryonen bis zum Tag 5 geschafft haben - 3 aus der ICSI, 1 aus der IVF (war ich natuerlich enttäuscht, konnten doch zunächst 19 EZ punktiert werden).

    Aber nun war es es wie es war und dann kam die Frage: wie viele Embryonen sollen denn transferiert werden?

    Für meinen Mann und mich stand fest, dass wir "uns" eine Zwillingsschwangerschaft nicht zutrauen (beide über 40!). Ich bewundere Frauen mit Zwillingen, aber für uns wäre das undenkbar gewesen und das hat Frau Dr. Wegemann dann auch ganz knallhart auf den Punkt gebracht:

    "Wenn Sie keine Zwillinge bekommen können und möchten, dürfen Sie sich auch nur einen Embryo transferieren lassen".

    Ich haderte dennoch mit mir, weil ich mir natürlich der viel höheren Chancen beim Transfer von zwei Embryonen bewusst war und es waren ja auch nicht mehr so viele da (mein Mann war wie gesagt schon weg und in diesem Moment telefonisch nicht zu erreichen und nun sass ich da mit so einer Entscheidung). Wir hatten uns zwar schon für den Transfer nur eines Embryos entschieden, aber bei dem Ergebnis von nur 4 Embryonen an Tag 5 kam ich doch ins grübeln. Als Herr Dr. Aizpurua jedoch bei einem der kleinen Kandidaten ein "besonders gutes Gefühl" hatte (war übrigens der Kandidat aus der IVF), entschied auch ich mich zum Transfer nur eines Embryos (die Klinik ist auf den zweiten Blick übrigens alles andere als klein, sondern recht gross und HOCHmodern!).

    Dr. A hat sich beim Transfer ganz viel Zeit genommen, hat alles Schritt für Schritt erklärt (Frau Dr. Wegemann war die ganze Zeit dabei) und genau den richtigen "Platz" gesucht und erst dann war der Transfer abgeschlossen.

    Der ganze Morgen war irgendwie irreal, denn da lag ich nun mit voller Blase nach einer Eizellspendebehandlung mit anschliessender Fussmassage und Single-Embryotransfer und vorne an der Rezeption turnte meine Tochter mit den lieben Mitarbeitern rum und mein Mann war schon wieder im Büro und wartete auf einen Bericht. Und ich dachte nur: "Hilfe, was machst Du hier?" (von wegen alle Zweifel waren weg....).
    Von Romantik und innerlicher Ruhe keine Spur.

    Die Rückreise war dann auch noch eine totale Tortur mit Gepäckschlepperei (von wegen nicht Heben...), chaotischer Leihwagenrückgabe (vorher noch mit völliger Verspätung tanken), einem quängeligen Kind, dass in den Laufstreik getreten ist, 2 x umsteigen und noch schlimmer: 1,5 h Dauerturbulenzen vom Feinsten (mit 2 x Durchstarten im Landeanflug). Ich hatte die Nerven total blank liegen und war unendlich wütend und traurig, dass ich nicht noch länger in Alicante geblieben bin. Arbeit hin, Arbeit her.

    Aber all dies konnte unseren Sohn nicht davon abhalten zu uns zu kommen, denn beim Transfer+10 war mein HCG tatsächlich bei 340. Unfassbar!!

    Heimtest übrigens negativ..... Daher: bitte immer bis zum Bluttest warten.

    Da immer wieder im Forum nach den ersten Anzeichen gefragt wird: ab so ca. 5 - 6 Tage nach dem Transfer war ich UNENDLICH und komatös müde. Hätte im Stehen schlafen können. Ansonsten: kein Ziehen, kein Nix. War bei meiner ersten Schwangerschaft anders... da nur Brustspannen.

    Beim Ultraschall 5+4 (Transfer + 20) (ich hoffe, ich rechne das jetzt alles richtig) konnten wir einen ganz zartes kleines Flackern sehen - der Herzschlag. Ich war sprachlos: beim ersten Versuch - nach den ganzen Zweifeln und Ängsten - der furchtbaren Rückreise - tatsächlich ein kleines, schlagendes Herz. Ich war glücklich und geschockt zugleich, denn klammheimlich waren die Ängste wieder da, das richtige getan zu haben.

    Die Schwangerschaft entpuppte sich weiter als 8ter Bahnfahrt. Sie war schwierig, weil ich in den ersten 3 Monate häufig in die Klinik an den Tropf musste. Ich habe von morgens bis abends gespukt, habe permanent gefroren und hatte abends unbeschreibliches Schüttelfrost - all dies hat mehr oder weniger bis zur Entbindung angehalten. Auch waren alle Bedenken, Zweifel und Ängste wieder sehr, sehr präsent. Was ganz schlimm für mich war, denn ich war ja schwanger und kam mir sooo undankbar vor. Aber das Gefühl "Hilfe, was hast Du gemacht" war nun mal da und ich war unendlich traurig (mein Mann verstand die Welt nicht mehr.....).

    Während der gesamten Schwangerschaft hatte ich Kontakt zum Team nach Alicante - genauer gesagt zu Herrn Dr. Aizpurua. Er war auch der einzige, mit dem ich ganz offen über diese Gedanken gesprochen habe und der mich einigermassen beruhigen konnte. Er hat mich bis zur Entbindung moralisch begleitet und war wirklich immer für mich da. Natuerlich nicht 24 Stunden am Tag, aber je nach Dringlichkeit sehr sehr schnell.

    Tja, und dann kam das, was jeder sagt und ich doch nie geglaubt habe: mit dem Tag der Geburt (gewünschter und geplanter Kaiserschnitt) waren alle Zweifel komplett vergessen und Schnee von gestern. Ebenso wie die Entstehungsgeschichte und die Sorge, ob ich dieses Kind genauso lieben koennte, wie mein erstes. Mit dem Tag seiner Geburt war es nur noch mein Kind, dass ich über alles liebe und mir seiner Besonderheit sehr, sehr bewusst bin.

    Unser Sohn ist ein ganz zauberhafter und verschmuster kleiner Mensch (der meinem Mann übrigens sehr ähnlich sieht) und ich bin unendlich glücklich und voll tiefer und unbeschreiblicher Dankbarkeit. Bis auf ganz wenige Momente, ist die Behandlung komplett "vergessen". Ich bin der Spenderin dankbar - sehr, sehr dankbar - aber das war's dann auch. Mein Mann denkt überhaupt nicht mehr daran. Es ist so, als wäre der Kleine schon immer bei uns.

    Ich würde - aus heutiger Sicht - diesen Weg immer wieder gehen, aber es hat eine Zeit gedauert, bis sich alles gefunden hat. Heute weiss ich, das dies mit die beste Entscheidung meines Lebens war - aber diese Gewissheit hatte ich nicht immer!

    Dies war unser Weg und er muss nicht für jeden passen, aber vielleicht hilft ja mein Bericht ein wenig bei der ein- oder anderen Entscheidungsfindung bzw. schlaflosen Nacht. Für mich war das allerschlimmste, selbst nach dem positiven Test Zweifel zu haben.

    Wie gesagt: alles Schnee von gestern. Mein Sohn ist neben meiner Tochter das größte Geschenk und ich mache und fühle absolut keinen Unterschied in der Liebe zu meinen Kindern. Ganz im Gegenteil....

    Herzliche Grüße und allen viel Glück,

    M.

  • jimi
    4-Zeller
    Beiträge
    67
    • 23. November 2011 um 15:57
    • #2

    Re: EZSP ja/nein? Geschwisterkind mittels EZS? Welche Klinik? Wieviel transferieren?

    ich danke dir von herzen für diesen tollen bericht. auch ich bin bei dr. a. in behandlung. mein TF ist im dezember. je näher das zeitfenster rückt um so nervöser bin ich. deine geschichte gibt mir hoffnung und mut - vielen lieben dank dafür! ich wünsche dir weiterhin alles liebe für und mit deine familie. ich freue mich sehr für euch - dort will ich auch hin ;-))

    liebe grüsse an dich
    jimi

    es wurden zwillinge

  • Mikado13
    8-Zeller
    Beiträge
    175
    • 24. November 2011 um 09:00
    • #3

    Re: EZSP ja/nein? Geschwisterkind mittels EZS? Welche Klinik? Wieviel transferieren?

    Liebe Mumtobe,

    Ich danke dir sehr für deine wunderbar geschriebe Geschichte... es ist die Erste und Einzige die mich zu Tränen rühren konnte, denn sie könnte auch meine sein...... mit all den Zweifeln, Ängste, Unsicherheiten etc. ...
    Ich werde in wenigen Tagen unsere kleine Tochter entbinden und glaube auch fest daran, dass die EZSP danach "Schnee von gestern" sein wird.
    Wir waren wie ihr auch bei Dr. Aizpurua und Dr. Wegmann und von den Beiden fachlich wie auch menschlich sehr angetan.
    Es hat auch bei uns beim ersten Versuch (TF mit IVF& ICSI, also 2 Embryonen) geklappt und wir sind unendlich dankbar den Weg gegangen zu sein....

    Ich möchte Jedem der Zweifel an der EZS hat deine Geschichte zum Lesen empfehlen, denn sie drückt genau das aus was in vielen Köpfen und Herzen vorgeht.....

    Ich bin mich eben am Verabschieden aus dem Forum und dennoch unsäglich froh, zuvor DEINE GESCHICHTE gelesen zu haben.
    Ich danke Dir und wünsche dir, deinem Mann und deinen beiden Kindern alles Liebe & Gute für Eure Zukunft :)

    Liebe Grüsse

    Mikado

    Transfer: 29.03.2011, in Alicante, Spain
    BT : 08.04.2011 POSITIV
    US: 26.04.2011 1 Herzchen schlägt
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  • mumtobe2011
    2-Zeller
    Beiträge
    38
    • 25. November 2011 um 07:13
    • #4

    Re: EZSP ja/nein? Geschwisterkind mittels EZS? Welche Klinik? Wieviel transferieren?

    Liebe Jimi,
    Liebe Mikado,

    danke für eure lieben Worte!

    @ Jimi: Du bist in sehr, sehr guten Händen und mehr kann man nicht machen. Es war sicherlich auch für Dich ein langer Weg bis hier hin und Du kannst Dich jederzeit melden, wenn Du Fragen hast.

    @ Mikado: Fantastisch! Alles, alles Gute! Gleiches für Dich: auch wenn Du Dich aus dem Forum verabschiedest bin ich da, wenn der Schuh drückt (oder die Kaiserschnittnarbe oder was auch immer zwickt :-))

    Herzliche Grüße,

    Mumtobe

    PS: da ich so liebe Nachrichten auf meine Geschichte bekommen habe, folge ich der Idee einer netten Mitschreiberin und werde das ganze nochmal in den Dr. A Ordner kopieren. Ist immer schwierig, den richtigen Ordner zu finden - gerade bei einem so langen Text :)

  • jimi
    4-Zeller
    Beiträge
    67
    • 25. November 2011 um 21:01
    • #5

    Re: EZSP ja/nein? Geschwisterkind mittels EZS? Welche Klinik? Wieviel transferieren?

    liebe mumtobe
    vielen dank, dass ich mich bei fragen bei dir melden kann - ich wünsche mir, dass wir auch gleich erfolg haben :xmas:
    beim ersten mal. im moment muss ich geduldig bis tag X warten.

    liebe grüsse
    jimi

    es wurden zwillinge

  • orientella
    8-Zeller
    Beiträge
    127
    • 24. Januar 2012 um 00:35
    • #6

    Re: EZSP ja/nein? Geschwisterkind mittels EZS? Welche Klinik? Wieviel transferieren?

    Liebe Mumtobe,

    von mir auch noch einmal herzlichen Dank für Deine so toll geschriebenen Geschichte! Sie stimmt so sehr mit der meinen überein. Wir haben einen Sohn, der gleich im zweiten Probezyklus auf natürliche Weise entstanden ist und dann folgte einfach kein Geschwisterkindchen. Wir hatten auch solche Zweifel, aber die nächstbeste Alternative, wenn es denn schon nicht mit einem "eigenem" Kind klappt, war für uns die EZSP. Wir waren bei Dr. Bourek in Brünn. Bei mir wurden 3 EZ eingesetzt. Mein erster Wert war dann auch gleich 650. Aber im Urlaub hatte ich dann mehrfach Blutungen und bei einer Kontrolle, war nur ein Embryo zu sehen, dem es aber gut ging. Bibbern war angesagt - und Beschäftigungsverbot bis zum Entbindungstermin. Tja, und der kleine Kämpfer kam genau zum errechneten Termin zur Welt. Als ich ihn in meinen Armen hielt, wusste ich, ich liebe ihn aus tiefsten Herzen. Unser kleiner Schatz! Und die Frage, ob ich ihn anders oder weniger/mehr als unseren "leiblichen" Sohn lieben würde, war vorbei. Denn da ist absolut kein Unterschied! Wir haben zwei wunderschöne und tolle Söhne.

    Danke für Deinen Bericht. Er baut auf!

    Liebe Grüße,

    orientella

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  • glucke
    4-Zeller
    Beiträge
    63
    • 15. Februar 2012 um 22:54
    • #7

    Re: EZSP ja/nein? Geschwisterkind mittels EZS? Welche Klinik? Wieviel transferieren?

    Hallo!

    Vielen Dank für den tollen Bericht. In den vielen Fragen kann ich mich genau wiederfinden und in diesem Stadium stecke ich auch gerade! Ich bin jetzt 35 Jahre alt, seit 2 Jahren in den vorzeitigen Wechseljahren, habe eine totgeborene Tochter und 2 gesunde Kinder und wünsche mir trotzdem noch von Herzen ein Kind. Bei der ganzen Auflistung von Fragen, möchte ich noch einmal ein paar herausnehmen und würde gerne wissen, wie du darauf eine Antwort gefunden hast bzw. wie sie lautet.

    - wie wird es dem Kind gehen, wenn es erfährt, dass ich nicht seine genetische Mutter bin und ihm/ihr diese bei einer anonymen Spende auch nicht präsentieren kann?

    Davor habe ich große Angst. Bei einer Adoption tut man irgendwie etwas Gutes. Man hilft einem hilflosen Kind, deren Eltern nicht in der Lage sind es groß zu ziehen. Bei einer Eizellspende ist es der Wunsch der Eltern, der im Vordergrund steht. Das Kind wird gezeugt, weil wir uns so sehr ein Kind wünschen. Und die Fragen nach den Genen sind ja im Umfeld immer da (Suche nach Ähnlichkeiten, "Das hast du von....." Auch wenn das eizellgespendete Kind mal Kinder bekommt: Was hat das (Enkel)kind wohl von Opa/ Oma....? Diese Fragen können wir nie beantworten.)

    - Eifersucht auf die Schwester (100% genetisches Kind)

    Auch das ein großes Thema. Ich weiß nicht, wie die Kinder das untereinander sehen. Lieben werde ich alle, aber sehen das die Kinder auch so?


    - später sagen oder nicht sagen?

    Wir wollen es sagen, wissen aber noch nicht wann. Vielleicht sogar erst allen nach der Geburt.


    Wäre schön, deine Meinung zu hören.

    P.S.: "Eure Erfahrungsberichte" erscheint bei mir nur, wenn ich eingeloggt bin.

  • mumtobe2011
    2-Zeller
    Beiträge
    38
    • 17. Februar 2012 um 09:12
    • #8

    Re: EZSP ja/nein? Geschwisterkind mittels EZS? Welche Klinik? Wieviel transferieren?

    Liebe Glucke,

    mein Gott, du Arme - eine Totgeburt - das ist ja grausam. Das tut mir sehr, sehr leid - wie tragisch. Von daher wünsche ich Dir sehr, dass Du beim Thema EZSP vielleicht einen Weg zu einem weiteren Kind findest.

    Wie alt sind denn Deine beiden anderen Kinder?

    Gerne versuche ich mal, meine Gedanken von damals und heute in Worte zu fassen und Deine Fragen zu beantworten.

    Da sich meine Ansichten, Pläne und Meinungen zumgesamten Thema EZS / Aufklärung mehr oder weniger täglich während der Behandlung und auch in der Schwangerschaft geändert haben, bin ich nun auch hier mit meinen Prognosen etwas zaghafter geworden. Alle Fragen und Antworten gehen ja irgendwie ineinander über und kommen nur zum Tragen, sollten wir ihn über die Spende aufklären.

    Daher fange ich mal mit Deiner letzten Frage an:

    1. Sagen oder Nichtsagen

    Vor der Behandlung war klar: auf jeden Fall sagen aus den schon vielfach im Forum genannten Gründen: Kind hat ein Recht, dieses zu erfahren. So eine Information sollte durch die Eltern und nicht durch irgendeinen Zufall ans Tageslicht kommen usw. und so fort.

    Stand heute: ich weiss es nicht!

    Warum? Der Schwerpunkt und der Blickwinkel haben sich geändert und ich bin mit heutigem Wissen nicht sicher, was für ihn das beste ist.

    Ich bin derzeit noch in der wunderbaren Phase, mein Kind täglich neu kennenzulernen und ich werde das 'Ja und Wie' oder 'Nein, wozu?' intuitiv irgendwann entscheiden. Wie gesagt - meine Meinung ändert sich noch ständig und er ist erst ein halbes Jahr. Habe also noch etwas Zeit.
    Es gibt genügend Gründe, den ein- oder anderen Weg zu gehen.

    Was ich mit Sicherheit sagen kann, dass es niemand VOR unserem Sohn erfahren wird: nicht unsere Eltern, nicht unsere Freunde, niemand (die Ärzte der Behandlung mal ausgenommen). Dies war unser Weg, der schwer genug war und es soll seine Entscheidung sein, ob er es anderen Menschen irgendwann erzählen möchte.

    Ich sehe überhaupt keinen Grund mit irgendwem anders über die Behandlung zu sprechen. Wozu? Was soll das bringen? Meiner Meinung nach geht das absolut niemanden etwas an und was sollen die Leute auch mit so ner Info anfangen? Meine Schwiegereltern (weit über 70 und auch nicht mehr so gesund) koennten das überhaupt nicht verarbeiten und ich bin sicher, dass sie auch noch nie davon gehoert haben.

    Bis jetzt hat mich noch niemand darauf angesprochen, dass er mir nicht ähnelt, weil er eine kleine Kopie meines Mannes ist und meine Tochter eine totale Kopie von mir... bis jetzt finden das alle lustig und "gerecht" :) Das macht es natuerlich einfacher und ich komme nicht ständig in Erklärungsnot.

    Sollten wir uns entscheiden es zu sagen, wird unser Sohn wie schon gesagt

    a) auf jeden Fall der Erste sein, der es erfährt und auch nur nach
    b) einer gründlicher Vorbereitung

    Obwohl ich ja sonst nicht so ein Fan von Besuchen bei Therapeuten bin, würde ich auch hier vorab die Hilfe und den Rat eines Familientherapeuten in Anspruch nehmen und mich auf jeden Fall mit Literatur eindecken in den Ländern, wo die offene EZS durchgeführt wird und in denen einfach mehr Erfahrung mit dem offenen Umgang vorliegen. Und da habe ich ja auch noch ein paar Jahre Zeit.

    2. Eifersucht auf die Schwester (100% genetisch eigenes Kind)

    Hier sind meiner Meinung nach wir als Eltern gefragt, dieses Thema erst gar nicht aufkommen zu lassen (wie gesagt, wenn wir nicht aufklären, ist der Punkt ja eh kein Thema).

    Ansonsten ist das Thema Eifersucht unter Geschwistern immer ein Thema - auch ohne EZSP.

    Meine Kinder sind vom Charakter her sehr unterschiedlich und man kann heute noch nicht sagen, wie sie mit z.B. 10 Jahren denken oder fühlen werden.
    Bis heute war Eifersucht überhaupt kein Problem. Obwohl der Altersunterschied recht gross ist, lieben die beiden sich abgöttisch. Meine Tochter ist sehr hilfsbereit und der Kleine strampelt und strahlt wie jeck, wenn sie aus dem Kindergarten kommt. Die Kleine spielt total gerne mit ihrem Bruder und ist sehr, sehr stolz. Wenn wir einkaufen gehen, fragt sie immer, ob wir auch alles für ihren Bruder haben.

    Wir verbringen viel Zeit mit den Kindern gemeinsam, aber auch jeder einzelne von uns nur mit dem jeweils ein- oder anderen Kind und das auch ganz bewusst. Ich denke, mehr kann ich den Kindern an dieser Stelle nicht geben und ich hoffe sehr, dass sie beide spüren, dass wir sie absolut gleich gerne haben und uns gleichwertig mit dem ein- oder anderen beschäftigen und auf ihre jeweils altersgerechten Bedürfnisse eingehen.

    z.B. als wir das Baby aus dem Krankenhaus geholt haben, hatte er für seine Schwester ein Geschenk und einen Brief "geschrieben", dass er sich sehr auf sie freut und schon viel von ihr gehört hätte und sich mit einem Geschenk bedanken möchten, dass er ihren Kinderwagen und Bett etc. leihen darf. Das fand sie ganz toll. Ich denke, da haben wir bis jetzt einfach mega Glück gehabt... und ob es so bleiben wird - who knows??

    3. - wie wird es dem Kind gehen, wenn es erfährt, dass ich nicht seine genetische Mutter bin und ihm/ihr diese bei einer anonymen Spende auch nicht präsentieren kann?

    Diese Frage habe ich meiner Therapeutin damals in der Findungsphase zum Thema EZSP auch gestellt und die Antwort war: niemand kann ihnen heute sagen, wie ihr Kind reagieren und fühlen wird. Das hängt sehr stark von der Erziehung und Bindung zu ihrem Kind bis zu dem Zeitpunkt ab.

    Wir haben uns damals intensiv mit dem Thema "offene Spende" in den USA beschäftigt und uns sehr bewusst dagegen entschieden. Zum einen wirft das wieder andere Fragen, Sorgen und Nöte auf und zum anderen, konnten und wollten wir uns nicht für eine Spenderin entscheiden. Dann kam noch dazu, dass die Spende in den USA viel mehr ein "Geschäft" ist, als in Spanien. Das war mir zuwider.

    Für meinen Mann war die offene Spende undenkbar. Er sah die Gefahr als zu gross an, dass da immer eine andere Frau mit im Raum schwebt.... Er sah auch die Gefahr, dass ich dann Bindungsprobleme zu dem Kind bekommen könnte, weil die Spenderin viel "greifbarer" wäre, was dann eventuell für die Entwicklung unseres Kindes auch nicht gut gewesen wäre.

    Man kann meiner Meinung nach das Thema EZSP mehr oder weniger "in sein Leben lassen".

    Um es mal ganz egoistisch auf den Punkt zu bringen: wir für uns haben uns entschieden, dass wir eine gespendete Eizelle brauchten und keine "genetische Mutter" für unser Kind. Wenn ich täglich an diese Frau denken würde, würde ich ja verrückt werden. Und ich danke dem Herrn auf Knien, dass ich nicht mehr an die Behandlung denke - die Jahre und Monate waren schlimm genug und ich bin froh, dass ich das alles hinter mir habe.

    Meine Oma hat immer gesagt: Kinder suchen sich den Weg zu Ihren Eltern .... und ich glaube fest daran. Mein Sohn hätte nicht besser "gelingen" und zu uns passen koennen und ich hoffe, dass er auch froh ist bei uns zu sein :)

    Mein Bauchgefühl hat mich damals einfach nach Spanien gezogen - und dieses Land hat sich entschieden, es anonym zu halten. Wie gesagt, es gibt Gründe für beide Wege - offen oder anonym.

    Ich finde Begriffe wie "genetische Mutter" und "genetisch eigenes Kind" übrigens ganz schlimm - auch wenn es sie natuerlich gibt, aber ich denke mit keiner Sekunde an die "genetische Mutter". Ich bin einer mir fremden Frau dankbar, sehr dankbar, die mir durch ihre Eizelle geholfen hat, noch ein Kind zu bekommen. Ich bin schwanger geworden, habe 9 Monate lang von morgens bis abends gespuckt und bin heute die überglückliche Mutter eines wundervollen Sohnes.

    Ich denke auch nicht einen einzigen Tag daran, dass ich die genetische Mutter meiner Tochter bin und "nur" die biologische meines Sohnes. Ich hoffe, dass diese Gefühle ausreichen, meinem Sohn auch nicht eine einzige Sekunde daran zweifeln zu lassen, dass er das größte Wunschkind aller Zeiten ist und wir ihn uns sehr, sehr gewünscht haben.

    Da das Thema Aufklärung ein wirklich sehr, sehr komplexes ist und ehrlich gesagt jede Situation individuell zu betrachten ist und auch jedes Kind anders mit einer solchen Information umgehen würde, kann Dir also heute nicht sagen, was ich tun werde.

    Will auch nicht noch mehr ausschweifen, denn zu dem Thema ist ja schon reichlich geschrieben worden.

    Ob man bei einer Adoption übrigens immer was gutes tut, weiss ich nicht. Auch hier steht ja der Wunsch im Vordergrund, dass man noch ein Kind möchte. Es gibt genügend Adoptivkinder, die den "neuen" Eltern vorwerfen, sie den "alten" Eltern weggenommen zu haben (auch wenn diese - schlimmstenfalls - den ganzen Tag besoffen in der Ecke lagen).

    Und wie denken Kinder (z.B. Asiatische), die schon aufgrund Ihrer völlig anderen Herkunft und Kulturkreis "anders" sind. Im Zweifel lernen sie nie ihre Heimatsprache und sind in Deutschland auch noch evtl. rassistischen Idioten ausgesetzt.

    Kinder zu bekommen und zu haben ist immer ein Stück weit egoistisch.

    Ich hoffe sehr für Dich / für Euch, dass ihr Eure Antworten auf Eure Fragen findet und wie gesagt: jede Situation und jede Familie ist anders.

    Liebe Grüße und viel Glück

    M.

  • glucke
    4-Zeller
    Beiträge
    63
    • 19. Februar 2012 um 23:18
    • #9

    Re: EZSP ja/nein? Geschwisterkind mittels EZS? Welche Klinik? Wieviel transferieren?

    Hallo M.!

    Vielen lieben Dank für die ausführliche Antwort! Es tut so gut, von ähnlichen Gedanken zu lesen! Und es klingt alles so glaubwürdig. Vor allen Dingen spürt man regelrecht die Liebe und das tiefempfundene Glück.
    Meine Kinder sind 4 und 5 Jahre alt. Unser Ziel waren immer 3 Kinder ganz zügig nacheinander, damit sie schön gemeinsam aufwachsen können. Aber das hat sich ja nun zerschlagen und ist auch nicht so dramatisch. Ich würde nur nicht viele weitere Jahre warten wollen, damit das nächste Kind keine absolutes Einzelkind wird. Und da ich die ersten Symptome der vorzeitigen Wechseljahre nun schon vor fast 2 1/2 Jahren bekommen habe und der Kinderwunsch seit 3 Jahren unerfüllt bleibt, können wir wohl nicht mehr darauf hoffen, mit meinen Eizellen schwanger zu werden.

    Du schreibst, dass du nicht mehr genau weißt, ob du es deinem Sohn sagen willst oder nicht. Und das kann ich sehr gut nachvollziehen. Ich denke, mir könnte es genau so gehen. Es klingt aber auch jeden Fall durch, dass du mit beiden Alternativen gut zurecht kommen würdest und vermutlich auch die anderen Familienmitglieder insbesondere dein Sohn.

    Was ich mit Sicherheit sagen kann, dass es niemand VOR unserem Sohn erfahren wird: nicht unsere Eltern, nicht unsere Freunde, niemand (die Ärzte der Behandlung mal ausgenommen). Dies war unser Weg, der schwer genug war und es soll seine Entscheidung sein, ob er es anderen Menschen irgendwann erzählen möchte.

    Das klingt vom Plan her auch sehr gut. Und das wäre wohl das Ideale. Aber das Problem bei uns ist wohl, dass viele wissen, dass es nicht klappt und dass vermutlich viele fragen werden, ob es denn nun doch "einfach so" geklappt hat. Und dann müsste ich lügen (und mein Mann auch) und ich weiß nicht, ob ich das kann. Verschweigen wäre kein Thema, aber lügen? Außerdem: fragt deine Tochter nie danach, wie das mit der Schwangerschaft war etc. Bei uns kommen die Fragen schon und auch da würde ich mich schwer tun, die Wahrheit zu vertuschen.
    Aber wissen es die Paten eures Sohnes auch nicht?
    Hat dich wirklich nie jemand direkt darauf angesprochen, wie das Kind gezeugt wurde? Wusste niemand vom unerfüllten Kinderwunsch?




    Ich sehe überhaupt keinen Grund mit irgendwem anders über die Behandlung zu sprechen. Wozu? Was soll das bringen? Meiner Meinung nach geht das absolut niemanden etwas an und was sollen die Leute auch mit so ner Info anfangen? Meine Schwiegereltern (weit über 70 und auch nicht mehr so gesund) koennten das überhaupt nicht verarbeiten und ich bin sicher, dass sie auch noch nie davon gehoert haben. 

    - Das wäre bei mir auch so. Ich habe am meisten Angst davor, dass das Kind stigmatisiert werden könnte. Die Tatsache, dass die Eizellspende hier verboten ist, ist in Bezug dazu nicht sehr förderlich. In den Augen der anderen sollte es ein ganz normales Kind sein, genauso wie unsere "Großen" auch.


    Was du über die Eifersucht unterhalb der Geschwister beschreibst, kann ich absolut bestätigen. Du hast Recht, das kann man nicht antizipieren.


    Meine Oma hat immer gesagt: Kinder suchen sich den Weg zu Ihren Eltern .... und ich glaube fest daran. Mein Sohn hätte nicht besser "gelingen" und zu uns passen koennen und ich hoffe, dass er auch froh ist bei uns zu sein smile

    - Das glaube ich auch. Ich glaube auch an die "Beseelung" des Embryos, an eine Art Dualismus von Körper und Seele. Deswegen muss ich auch den Weg der Eizellspende gehen. Wenn ein weiteres Kinderseelchen zu uns kommen möchte, dann wäre das wunderschön und wenn nicht, dann habe ich es mit allen Mitteln versucht.
    Auch unsere totgeborene Tochter hat sich den Weg zu uns ausgesucht und es war gut, dass sie da war und ich die Schwangerschaft mit ihr hatte!

    Ich werde mir jetzt auf jeden Fall einen Termin bei einer Beraterin machen lassen und ein professionelles Kinderwunsch-Gespräch führen um alle Fragen zu klären, Zweifel aus dem Weg zu räumen? etc.

    Alles Gute dir und einer Familie!

    G.

  • mumtobe2011
    2-Zeller
    Beiträge
    38
    • 20. Februar 2012 um 13:45
    • #10

    Re: EZSP ja/nein? Geschwisterkind mittels EZS? Welche Klinik? Wieviel transferieren?

    Liebe Glucke,

    es gibt glaube ich irgendwie nie den "perfekten" Altersunterschied. Ich wollte auch nie eine so grosse Lücke zwischen den Kindern haben, aber man kann es halt nicht immer erzwingen. Und wir haben natuerlich viel Zeit verstreichen lassen mit IVF und ICSIs und erst dann von der Möglichkeit der EZSP gehoert. Tja, und diese Reise hat bekanntlich etwas länger gedauert.

    Heute kann ich sagen, dass ich 5 Jahre Altersunterschied bis jetzt noch genial finde.
    Die Kleine ist im Kindergarten und ich kann mich völlig entspannt um den Junior kümmern. Ausserdem ist die Grosse schon so selbständig, dass ich auch nicht alles 2 x zur selben Zeit machen muss. Die Grosse versteht halt auch viel besser, wenn sie mal ganz kurz warten muss.

    Bezüglich Deiner Eizellen: wie sind denn die derzeitigen Werte? FSH/AMH usw.

    Es gibt ANGEBLICH eine neue Methode in den USA (genaueres weiss ich allerdings nicht), die nach langer Vorbereitung darauf hinarbeitet, die noch wenigen "brauchbaren" Eizellen zu mobilisieren. Also: weg von hohen Dosen von Medikamenten, passabler Ausbeute an EZ, aber Null Einnistung wegen unbrauchbar, sondern hin zu einer sehr milden Stimulation mit irgendwelchen anderen Sachen. Wie gesagt, ich kenne mich da nicht so gut aus und es ist relativ neu, kostet viel Geld und wer kann schon längere Zeit in den USA sein?

    Wenn es Dich interessiert: ich habe allgemein viel Gutes über Dr. Smotrich von IFV La Jolla in den USA gehoert.
    Kannst ja einfach mal Deine Werte übermitteln und hören, was sie Dir raten!?!?!?

    Bezüglich "des Wissens anderer nach eurem Kinderwunsch": Es wussten bei uns natuerlich auch viele, dass wir noch ein 2tes Kind wollten. Wir sind jedoch komischerweise nicht so häufig darauf angesprochen worden, da ich ja schon über 40 war. Von daher haben die meissten wohl gedacht: das gibt nix mehr.

    Ein bewährter Standardspruch hat immer direkt für Ruhe gesorgt, wenn doch mal was kam: "Ja, er hat wirklich ganz schoen lange auf sich warten lassen und wir hätten niiiieeemals mehr damit gerechnet, dass wir jemals noch ein Kind bekommen" (was ja auch total stimmt) :)

    Aber ich finde diese ganze Fragerei von Aussenstehenden sowieso total taktlos und unverschämt, dass ich bei 99% der Fragen null Problem hätte, einfach die Hälfte der Wahrheit wegzulassen oder auch ganz dreist zu lügen. Natuerlich nicht bei ganz engen Freunden, oder der Familie, da reichte der Standardspruch.
    Das ist mir natuerlich auch ganz, ganz schwer gefallen, aber ich wollte mein Kind schützen und die "Halbwahrheit" war für einen guten Zweck.

    Es gibt aber auch dann immer noch total dreiste Zeitgenossen, die explizit nachhaken "Ist er denn auf natuerlichem Weg entstanden, oder hattest Du eine IVF?"

    Da habe ich a) null Problem zu lügen und ausserdem b) ICH hatte ja in der Tat keine IVF... also nur ne kleine Lüge.

    Meine Tochter fragt auch "wo kommen denn die Babies her". Da sie erst 5 ist, rette ich mich immer mit den Standardaufklärungssprüchen für dieses Alter.

    Bei uns weiss wirklich niemand von seiner Entstehung: kein Pate, kein Opa, keine Oma - niemand! Man hat schon Pferde vor der Apotheke ko... sehen und ich will absolut jeden Möglichkeit ausschliessen, dass mein Sohn diese Information von auch nur irgendwem ausser uns bekommt.

    Und ausserdem will ich die Möglichkeit haben, mit dieser Zeit und Behandlung mental abzuschliessen, wenn mir danach ist. Das wäre doch furchtbar, wenn ich mir dann von anderen Sprüche anhören müsste: "Und, wie ist denn so das Leben mit dem Kind einer anderen Frau". Leute koennen taktlos sein - das will ich mir und unserem Kind ersparen.

    Ich will auch nicht, dass Aussenstehende vielleicht aufkommende, schwierigen Zeiten (Trotzphase) mit dem Kind auf die Behandlung schieben. Das will ich schön meine Sorge sein lassen - da brauche ich keine externen Berater.

    Ich wünsche Dir und Deiner Familie viel Erfolg.

    Viele liebe Grüsse,

    M.

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