Hallo liebe Mitstreiterinnen,
mein Erstgespräch in Valencia am 19. Mai naht, und schon ist sie wieder da, meine Angst vor Zwillingen. Wir haben schon einen 2 1/2 jährigen Eizellspenden-Sohn, der mich sehr viel Kraft kostet, weil er ein sehr aktives Kerlchen ist (Transfer von einer aufgetauten Eizelle bei einer GMS von 6,6!). Die Entscheidung, ein weiteres Kind zu wollen, ist mir sehr schwer gefallen, weil das für mich als zur Zeit arbeitslosen promovierten Akademikerin weitere 3-4 Jahre fast ausschließliches Kinderkümmern bedeutet. Alle, die mich gut kennen, fürchten, dass ein zweites Kind über meine Kräfte gehen könnte, aber ich denke, hoffe, es kann nur einfacher werden als mit unserem kleinen Früh- und Schnellstarter und will es versuchen.
Aber noch zwei von der Sorte würden mich umhauen. Da in Valencia auch mit Blasts gearbeitet wird, frage ich mich, ob ich auf den Transfer von nur einem bestehen soll - bei all dem Aufwand und Kosten. Da ich grosse Probleme bei dem Aufbau der GMS habe, ist das wahrscheinlich nicht sehr sinnvoll, zumal wir inzwischen 40/45 Jahre alt sind, und ich das Gefühl habe, dass mir die Zeit davonläuft. Wir haben schon zwei fehlgeschlagene Versuche mit 2 Embryonen und einem aufgetauten Blast hinter uns, und je weiter man ist, umso mehr tendiert man dazu, immer waghalsiger zu werden. Bestimmt gibt es unter Euch andere, die solche Gedanken plagen, denn trotz des grossen Kinderwunsches und des Wunders, wenn es klappt, kann es auch machmal zuviel Kind werden!
Konkret an Valenciaerfahrene: wieweit entscheidet man sich beim Erstgespräch schon für ICSI und Blastozysten?
Danke, Kathinka
Zwillinge vermeiden
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Zwillinge vermeiden
Hallo Kathinka,
ich habe Deinen Beitrag heute mittag schon gelesen und das Thema läßt mir seither keine Ruhe. Wollte erst gar nicht antworten, tue es jetzt aber doch: Ich finde, die Entscheidung, ein zweites Kind zu haben, ist zu schwerwiegend, als daß man sie nur halbherzig treffen sollte und aus Deinen Worten klingt - sei mir nicht böse - doch heraus, daß Du Dir sehr unsicher bist. Vielleicht solltest Du erst noch einmal Für und Wider ganz genau abwägen?
Natürlich verstehe ich Deinen Kinderwunsch, wie könnte ich das nicht aber bei der ganzen Reproduktionsmedizin, egal ob mit oder ohne EZS ist die "Gefahr", Zwillinge zu bekommen, doch erheblich. Was machst Du, wenn es dann doch Zwillinge werden?Ich glaube, die meisten hier wären überglücklich, wenn sie Zwillinge bekommen würden, da klingt es schon sehr hart, wenn Du uns fragst, wie sich Zwillinge vermeiden lassen.
Und glaube mir, nach allem was ich bei Schwester, Freunden und Bekannten mitbekommen habe, es wird mit einem 2. Kind sicher nicht einfacher, im Gegenteil. Wenn sie älter sind, dann ja, aber ganz sicher nicht im Säuglings- oder Kleinkindalter.
Also, ich hoffe, Du nimmst mir das nicht übel aber ein Kind zu bekommen ist eine viel zu schwerwiegende Entscheidung für ein ganzes Leben, als daß man sie leichtfertig treffen sollte.
Gruß Mimi
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Zwillinge vermeiden
Liebe Mimi,
Du sprichst mir aus dem Herzen. Gern würde ich durch eine EZ-Spende schwanger werden. Egal wäre es mir ob ich 1 Kind oder 2 Kinder gleichzeitig bekommen würde. Wir würden uns in jedem Fall freuen und die "Arbeit und Mehrarbeit" auch schaffen.
Liebe Grüsse
Laura -
Zwillinge vermeiden
Liebe Kathinka,
ich kann Deine Bedenken sehr gut verstehen. Wenn man meint ein 2.Kind wäre anstrengend, aber erwünscht und zu schaffen aber gleich zwei dazu wäre zu viel, dann würde ich das nicht halbherzig nennen sondern realistisch. Ich glaube, wenn man noch keine Kinder hat, kann man das nicht nachempfinden. Beim ersten hätte ich auch Zwillinge oder sogar mehr riskiert.
Wir haben bereits 2 Kinder (17 Monate auseinander also fast wie Zwillinge). Ich bin so froh, daß wir die beiden haben und ich habe alles damals auch gutgeschafft, glaube ich, aber genießen kann man das nicht solange sie klein sind. Umso größer war unser Wunsch nach einem 3.Kind mit etwas Abstand. Eigentlich sollte es 4-5 Jahre nach dem Jüngsten der beiden geboren werden, nur daß ich dann leider nicht mehr ohne weiteres schwanger geworden bin bzw.nur 1 Fehlgeburt in 4 Jahren zustande gebracht habe. Zu guter letzt hat es jetzt mit Eizellspende in Valencia geklappt, aber Zwillinge wollten wir auch nicht riskieren. Auch die med. Risiken sind gerade in Anbetracht des Alters(ich bin auch über 40 und habe eine Thromboseveranlagung) bei Mehrlingsschwangerschaften erheblich höher. Das sollte man nicht verharmlosen.
Deshalb hat man mir in Valencia schon beim Vorstellungsgespräch zum Blastocystentransfer geraten. Und das hat mit nur 1 Blactocyste (auf meinen ausdrücklichen Wunsch) geklappt. Erfolgschance lt. Valencia immerhin 40 %. Ich würde es immer wieder so machen und bin froh, daß ich keine 2 habe übertragen lassen. Wenn es nicht klappt, bleibt einem die Möglichkeit immer noch beim nächsten Versuch.
ICSI hat man bei uns gemacht, ohne es anzukündigen oder zu besprechen. Ursprünglich hieß es, das Spermiogram meines Mannes sei super. Als wir dann fassungslos über die durchgeführte ICSI Prozedur waren, sagte man uns, nach dem Auftauen sei die Spermienmobilität schlechter geworden. Das hat uns schon sehr erstaunt. Aber das war dann halt so. ICSI verbessert evtl. die Rate der befruchteten Eizellen.
Entscheide Dich nach Deinem Gefühl, dann ist es richtig.
Alles Gute und liebe Grüße
von Sigi -
Zwillinge vermeiden
Hallo,
Ich muss mich auch mal einmischen.
Ich denke, du solltest dir vor einer Behandlung überlegen, ob du eher mehr Angst vor Zwillingen hast, oder mehr Angst hast, das es dir zu sehr auf die Substanz geht.
Wir adoptieren gerade zwei Kinder aus Russland, gleichzeitig, beide noch fast Babies (9 Monate und 22 Monate). Natürlich wird das eine irrsinnige Umstellung für uns und unser Haus wird wahrscheinlich "Kopfstehen" - aber wir freuen uns sehr über die kleinen, auch wenn wir wahrscheinlich manchmal ziemlich überfordert sein werden, aber es ist alles zu schaffen, wenn man es sich wünscht.
Es geht im Leben nicht darum die perfekteste Mutter zu sein, sondern den Kindern die Liebe und Zuneigung zu geben die sie verdienen. Und es ist absolut egal, ob es ein, zwei, drei oder 4 Kinder sind.
Es wird den Kindern egal sein, ob man Doktor, Professor, Putzfrau oder Arbeitslos ist, es geht darum wie man mit den Kindern umgeht.
Es klingt vielleicht "blöde", aber ich arbeite auch, ich habe weder Matura noch eine abgeschlossene Berufsausbildung und arbeite Derzeit noch als "Assistentin für Kommunikation" in einem über 10.000 Mitarbeiterunternehmen. Klar ich bin stolz, das ich das mit meiner "bescheidenen" Berufsausbildung geschafft habe (und ich habe teilweise 70 Wochenstunden gearbeitet und das Wochen und monatelang). Mein Chef stellt sich sehr sehr quer, das ich jetzt in Karenz gehen werde, und wenn es nur für ein Jahr ist. Aber ich "pfeif" auf den Job. Wenn ich mich zu Tode arbeite - wird mir die Firma sicherlich keinen Orden verleihen, aber wenn ich mich ab sofort um meine Kinder kümmern werde, werden sie - so hoffe ich irgendwann einmal Stolz und froh sein, das ich zu Hause war und jede ach so kleine Sorge und Freude mit ihnen hab teilen können, so eine Jugend verbracht haben zu können. Vom Waisenheim - in eine Familie, die sie liebt, und der es "sch..." egal ist, ob sie von anderen als "ungewollte Kinder" bezeichnet worden sind, ob das nun die leiblichen Kinder sind oder nicht. Eigene Kinder liegen nicht an den Genen, eigene Kinder liegen ganz tief in unseren Herzen.
Kinder sind kleine Menschen, mit Seelen und Herz. Es kann bei einer Reproduktion alles zu stande kommen, entweder einfach, doppelt oder gar dreifach, die Kinder können gesund sein - müssen es aber nicht. Was würdest du tun wenn du in der schwangerschaft informiert wirst, das das Kind, das du dir so sehnlichst wünscht mongoloid sein wird. - Würdest du es nicht auch lieben, mit seinen Fehlern. Aus Kindern kann alles werden, vom einfachen Bauarbeiter bis hin zum Professor. Aber natürlicherweise kann es auch behindert oder zum Mörder werden. Würdest du dein Kind nicht mehr lieben, wenn es kriminell ist??
Maria<font size=-1>[ Diese Nachricht wurde geändert von: maria30 am 2003-05-09 09:09 ]</font>
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Zwillinge vermeiden
Hallo,
liebe Mimi, als ich mich vor 1 1/2 Jahren zu einem weiteren Kind entschloss, war das weder eine halbherzige noch eine leichtfertige Entscheidung, nein, ich habe sehr lange darüber nachgedacht und mit vielen, sogar befreundeten Psychologen, darüber gesprochen. Und in den folgenden 1 1/2 Jahren habe ich durch die Hormonbehandlungen nachts beileibe lange genug wach gelegen, um weiter darüber nachzudenken. Ich will ein weiteres Kind, auch wenn das für mich auch abgesehen der Fertilitätsprobleme schon rein körperlich eine Herausforderung darstellt. Aber es ist auch in unserer Situtation durchaus legitim, nur eins zu wollen. Auch oder vielleicht gerade in diesem Forum muss es doch auch möglich sein, zu sagen, dass Kinderhaben nicht immer das reine Glück ist. Gerade weil ich es sehr ernst damit nehme, haben wir unseren Sohn nicht schon mit 2 in die Krippe gegeben. Wir haben aber auch weit und breit keine Grosseltern oder Freunde, die mal einspringen, und unser Sohn erwiesener Weise des waghalsigste Kind ist, das wir kennen. Mit 2 1/2 Jahren lasse ich ihn noch immer nicht einmal zu Toilettegehen allein, weil ihm bestimmt etwas gefährliches einfällt (und er lässt mich auch nicht allein gehen).
Was ich machen würde, wenn ich mit Zwilligen schwanger wäre? - auf keinen Fall reduzieren, aber vorher kann und sollte man sich doch Gedanken machen, was man will und was man bewältigen kann. Und diese Gedanken kann vielleicht doch nur jemand nachvollziehen, der schon ein Kind hat (was ja hier bei den meisten nicht der Fall ist). Auch ich hätte bei meinen ersten Versuchen nicht einen Moment gezögert, Zwillige auszutragen, im Gegenteil.
Liebe Sigi, danke für Deine Worte, vielleicht sollte auch ich auf eine Blastozyste bestehen und mir eventuell die Zeit für weitere Versuche nehmen ... mal sehen was man dazu in Valencia sagt.
Liebe Grüsse, Kathinka -
Zwillinge vermeiden
Liebe Kathinka,
da bin ich Dir doch sehr auf die Füße getreten. Ich entschuldige mich hiermit in aller Form und hoffe, Du kannst die Entschuldigung annehmen. Ich bin normalerweise ein friedliebender und toleranter Mensch. Und jetzt verhalte ich mich schon wie ich es eigentlich gar nicht will. Womöglich aus meinem eigenen Frust heraus.
SORRY, SORRY, SORRY!!!!!!!!!!
Ich wünsche Dir viel Glück und Erfolg für ein zweites Kind, ganz ehrlich.Liebe Grüße
Mimi -
Zwillinge vermeiden
Hallo Kathinka,
Aber man kann nicht von einem Kind das man hat auf andere "ungeborene" schliessen.
Ich habe auch eine Schwester die ein Genie ist, sie hat studiert, war immer ruhig und zurückhaltend und ein regelrechter Bücherwurm.
Ich, ich habe in meinem Leben zwei Bücher bis heute ausgelesen, ich kann nicht ruhig sitzen, bin Legasteniker und habe deswegen nur mit ach und weh - die Schule geschafft.
Und wir haben genetisch die gleichen Eltern.
Jedes kleine Kind ist ein Individium - und man soll und darf es nicht auf andere projezieren. Jedes Baby hat sein eigenes Universum, manche ein grösseres manche ein kleineres, es gibt sogar Babies die das Universum nicht mal sehen, weil sie blind sind.
Also überlege es dir gut, ob du für dich auch physisch und psychisch mit einem "worst case szenario" zurecht kommen würdest. Denn du "bestrafst" damit nicht nur dich - sondern auch deine ungeborenen Kinder.
Maria
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Zwillinge vermeiden
Liebe Mimi,
ich nehme Deine Entschuldigung gerne entgegen, bei all unseren komischen Geschichten liegt jeder Fall anders, und manchmal kann es eben passieren, dass man die Situation von anderen auch aus der falsche Perspektive betrachtet. Die Vorstellung, das jemand die körperliche, seelische, finanzielle, zeitliche und sonstige Belastung einer Eizellspende nur halbherzig auf sich nimmt, schein mit allerdings etwas abwegig.
Ich habe mich jetzt wohl dazu durchgerungen, diese Belastung für nur eine Blastozyste zur Zeit auf mich zu nehmen, auch wenn ich dann vielleicht mehrere Transfers machen lassen muss. Mit dieser Entscheidung hat sich bei uns auch gleich Enttäuschung eingestellt, da das natürlich die Erfolgschancen mindert. Aber wenn es nicht klappt, kan man jedenfalls noch etwas unternehmen, wennn dagegen ersteinmal Zwillinge unterwegs sind, muss man sich damit einrichten.Liebe Sigi,
da wir den gleichen Wohnort haben, würde ich mich freuen, wenn wir uns vielleicht auch mal auf einem direkteren Wege austauschen könnten. Wir würden Dich und Deine Familie gerne kennenlernen. Falls Du Lust dazu hast, findest Du meine Adresse in einer PN.Fruchtbare Wünsche an alle, Kathinka
<font size=-1>[ Diese Nachricht wurde geändert von: Kathinka am 2003-05-13 13:55 ]</font>
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Hallo,
noch ein Nachtrag zu dieser Frage: wir waren gestern mit Klein-Anton zum Erstgespräch in Valencia. Wie sie uns da so gesehen haben, schien ihnen es fast selbstverständlich zu sein, das wir einen Transfer mit nur einer Blastozyste machen sollten. Das spricht doch für die guten Erfolgsaussichten dafür. Und ich hatte micht schon dafür gewabnet, für etwas zu kämpfen, von dem ich auch nicht absolut überzeugt bin. Da es mir die Ärzte hier wie dort raten, scheint es die richtige Entscheidung zu sein.
Kathinka -
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Liebe Kathinka,
dann wünsche ich Dir jetzt schon ganz viel Glück für Deinen bevorstehenden Transfer und viel Erfolg. Ich möchte Dir nochmals sagen, daß mir meine dämliche Reaktion immer noch sehr leid tut. Es stand und steht mir nicht zu, da zu urteilen und dieses Forum hilft uns allen so viel, daß wir nicht anfangen sollten, uns gegenseitig fertigzumachen, Deshalb von Herzen alles Gute wünscht Dir
Mimi