Re: 33 Jahre - wie viele Versuche vor EZP?
Mein Arzt hat sich darauf eingelassen, dass ich Bedenken gegen die Downregulierung habe. Er meinte, wenn mein Bauchgefühl nicht dafür spricht, dann fangen wir eben mit einem kurzen Protokoll an. Angeblich aber sei Synarela nicht so schlimm wie manche andere Medikamente zur Downregulierung, weil es nicht ganz so langanhaltend alles durcheinanderwerfen soll. Keine Ahnung. Man wird ja schnell zu einem Profilaien auf dem Gebiet. Das ist bestimmt auch gefährlich, weil wir eben dann doch keine Ärzte sind. Aber ich kann nicht anders, als alles verstehen zu wollen, denn man muss sich schon sehr selbst informieren, um überhaupt argumentieren zu können. Danke an die Foren, danke an Euch. In zehn Tagen geht es los mit der Stimulation. Jetzt hoffe ich auf ein Wunder.
Ich habe das Gefühl, vor mir liegt ein Weg, von dem ich nie gedacht hätte, dass ich ihn gehen muss. Wenn ich „künstliche Befruchtung“ gehört habe, war das immer etwas, von dem ich sicher war, dass es mich nie betreffen wird. Wenn ich „ungewollt kinderlos“ gehört habe, war ich sicher, dass das für mich nie eine Bedrohung sein würde. Das waren immer die anderen. Und jetzt bin ich es. Innerhalb von wenigen Monaten hat sich alles, wirklich alles, komplett umgedreht.
Ich wünsche mir ein Kind. Ich wünsche mir ein Kind von mir und meinem Mann.
ABER: Ich weiß auch, u.a. weil ich selbst in einer Patchworkfamilie lebe, dass man ein „genfremdes“ Kind auch sehr lieben kann. Und wenn man es dann noch austrägt und von vornherein ganz klar die Mutter ist, bestimmt genauso wie ein „gen-eigenes“. Elternschaft besteht nur zu einem Teil aus Genetik, wie groß oder wie klein der ist, darüber kann man wohl streiten. Wenn wir ein Kind mit unseren Gameten zeugen und austragen und es bei uns aufziehen, sind wir Mütter. Wir sind aber auch Mütter, wenn wir ein Kind „nur“ austragen und bei uns aufziehen. Und wir sind auch Mütter, wenn wir ein Kind „nur“ bei uns aufziehen. Das ist für viele von Euch vielleicht schon lange klar. Ich habe nie in Frage gestellt, dass z.B. eine Adoptivmutter eine Mutter ist. Aber diese Gedanken selbst – an mir - anprobieren wie ein fremdes Kleid, von dem ich nie gedacht hatte, dass ich es einmal tragen müsste, damit habe ich erst in den letzten Monaten angefangen.
Ich wünsche mir ein Kind, das von mir und meinem Mann abstammt. Da bin ich ganz ehrlich. Aber vor allem wünsche ich mir ein Kind. Und ich kann mir auch ein Kind vorstellen, dass genetisch nicht von mir abstammt. Es ist ein Weg. In meinem Hinterkopf fühlt sich dieser Weg an wie eine kleine Hintertür, eine Möglichkeit, eine Option. Ein Trost. Ein ziemliches Licht in diesem ganzen chaotischen Dunkel, das plötzlich über einen hereinbricht, wenn man selbst plötzlich einer „von den anderen“ ist.