Wie soll man mit der Angst vor der Kinderlosigkeit klarkommen? Kann man das überhaupt? Welche Ängste und welche Lösungen habt ihr für Euch parat? Dies ist kein Abschiedsposting vom Kinderwunsch sondern es geht um die Angst davor ein solches Posting irgendwann schreiben zu muessen.
Aus meiner Signatur könnt Ihr erkennen, dass ich gerade, nach einer langen Vorgeschichte, meinen ersten EZS hinter mir habe und es erfolglos war. In mir bricht gerade alles zusammen. Wir hatten so viel Hoffnung, dass diese EZS ein Happy End nach einer langen Leidensgeschichte sein wird und jetzt müssen wir feststellen, dass die Leidensgeschichte weitergeht und sich jetzt noch viel schlimmer anfühlt da bei den vorigen Versuchen immer der Plan B, die EZS uns eine gewisse Sicherheit gab, dass es irgendwie klappen wird. Natürlich machen wir noch weiter. Zu mal wir drei Kryos haben. Trotzdem bekomme ich jetzt zum ersten mal die wahre Panik, dass auch unser PlanB vielleicht nicht aufgehen wird.
Wie soll man dann mit dem Rest seines Lebens umgehen? Denkt man dann über PlanC: Adoption nach? Ja, das tun wir obwohl ich noch vor einem Monat bei diesem Thema fast aggressiv wurde. Sobald mir jemand sagte: "Habt ihr denn schon mal an Adoption gedacht?" wollte ich dieser Person einen Tritt verpassen. Noch vor einem Monat sagte mein Vater auf meinem Geburtstag bei Kaffe und Kuchen "Das beste wäre eine Adoption!" danach war das friedliche Kuchenessen beendet und ich habe meinen Vater fix und fertig gemacht.
Und jetzt? Jetzt denke ich tatsächlich darüber nach und weiß aber noch immer nicht ob ich das wirklich will. Andererseits kann ich mir einfach kein Leben ohne Kinder vorstellen. Es gibt ja zwei Gruppen von Frauen. Die einen kommen mit der Kinderlosigkeit irgendwann klar oder wollen sie sogar und die anderen gehen daran zu Grunde. Ich fürchte, dass ich zur zweiten Gruppe gehöre.
Ich habe schon mit 14 Jahren darüber nachgedacht wie ich meine sieben Kinder nennen würde, wie ich sie erziehen würde und welche Werte ich ihnen mitgeben wollen würde...würde...würde... würde... Und dann kam ein Arschloch-Mann nach dem anderen und der letzte war der Koenig aller Arschloecher. Er hielt mich mit meinem Kinderwunsch sechs Jahre hin ( von 29-35, also die letzten fruchtbaren Jahre ) immer mit dem Satz: "Erscht ma die Schafe ins Trockne bringe!" und als er seine Schafe ins trockne gebracht hat verlies er mich mit dem Satz " Jetzt wo Du so alt bist, solltest Du Dir wirklich einen Mann finden der mit Dir Kinder will. Ich bin einfach noch immer nicht so weit." Ein Jahr später bekam er mit einer jungen anderen Frau ein Kind. Ich traf danach den Mann meines Lebens. Der Mann der wirklich mit mir Kinder haben will und mich vom Fleck weggeheiratet hat. Aber dann... Siehe Signatur.
Es schmerzt so sehr! Am liebsten wuerde ich meinem Ex der mich so lange hingehalten hat die Hälfte unserer Arztkosten zusenden (bis dato 18.000€) und sagen: "Für die Scheisse bist auch Du verantwortlich also beteilige Dich!" aber der würde wahrscheinlich nur sagen "I hob di doch net gezwunge mit mir zu bleibe!" wäre das Arsch doch nur in seinem Badenwuertenbergischem Kaff geblieben und nie nach Berlin gekommen!
Ach diese Gefühle! Wut, Hilflosigkeit, Suche nach Lösungen und Alternativen zum Glück, neue Hoffnungen und wieder geplatzte Hoffnungen... Was ist das für ein Leben?
Heute habe ich fremde Kinder im Park beobachtet und überlegt: "Ja, den würde ich vielleicht adoptieren.... Und den da auf keinen Fall.... Die kleine da würde ich vielleicht auch adoptieren.... Aber die daneben...buaaaah! Niemals!"
Und dann wieder der Gedanke: Ach warum kann ich denn nicht mein Baby bekommen?! Das Baby mit den Genen meiner grossen Liebe und vielleicht ein klitzekleines Bisschen zufälliger Ähnlichkeit mit mir... Und vor allem MEIN BABY wo ich nicht jedem Deppen erklären muss "Ja, ja. Wir haben es adoptiert. Noch Fragen, Arschloch?"
Mensch wie soll man bloss mit dieser Angst vor der Kinderlosigkeit klarkommen???
Liebe Gruesse,
Leerhuhn