Mal ein ganz anderse Thema, das bei mir persönlich gerade wieder aktuell wird. Ich mache mir Gedanken, wie man sich als Spenderin fühlt. Jeder ist da natürlich anders, vielleicht fällt das Ganze jetzt auch wieder unter Pro und Contra Aufklärung. Um es kurz und knapp zu machen. Ich selber habe mir, bevor wir uns zu diesem Schritt entschieden hatten, Gedanken darüber gemacht, ob ich selber Spenden würde, wenn ich in der Lage dazu wäre. Hätten wir z.B. Embryonen zum Abgeben übrigbehalten, hätte ich persönlich gerne gewusst, wer sie bekommt. Ich habe immer noch dieses komische Gefühl im Hinterkopf, eine Leistung entgegengenommen zu haben, von der ich selber nicht so ohne weiteres bereit gewesen wäre es zu geben. Das muss ich ganz ehrlich zugeben und habe ein schlechtes Gewissen dabei. Ich würde mir ständig Gedanken machen, wie es den Kindern wohl gehen würde und wie sie so aufwachsen. Das musste ich mal eben so loswerden. Wir sind unserer Spenderin von ganzen Herzen dankbar. Vielleicht gibt es unter den anonymen Spenderinnen ja mittlerweile Frauen, die sich diese Fragen nach Jahren tatsächlich stellen. Ich wünsche Euch einen guten Rutsch ins neue Jahr, mögen Eure Wünsche in Erfüllung gehen! Liane
Eizell Spenderinnen
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Re: Eizell Spenderinnen
Liebe Liane, es ist so wie es ist. Wir haben eine Kind/ mehrere Kinder und würden manchmal gern mehr hinter die Kulissen unserer Behandlung geschaut haben. Zur Zeit der Behandlung war ich ganz froh über diesen anonymen Status der Spenderin, jetzt würde ich gern Kontakt mit der Frau haben, die mir zu meinem größten Glück verholfen hat. Ich liebe meine Tochter und für sie ist die Mami ( ich !) das größte, das es gibt. Ihre Augen leuchten, wenn sie mich sieht, sie ist ganz aufgeregt, wenn ich sie von der KIta abhole. Es ist Liebe, wir lieben uns, es geht kein Blatt Papier dazwischen, so gern haben wir uns.
Im Tagesgeschäft von Kind-Job-Studium-Familie vergesse ich immer mehr die EZS, aber in ruhigen Momenten denke ich an die Spenderin und wie es ihr so geht. Ich hatte einen Traum, da wollte eine junge Frau nach Florenz in die Uffizien, die berühmten Gemälde von Botticelli sehen, das war sie bestimmt.
Bourgon -
Re: Eizell Spenderinnen
Wie "meine" Spenderin genau aussieht, wer sie ist, welche Überlegungen sie zu ihrer Spende veranlasst haben - das hat mich nie interessiert; aber ich hätte gern entsprechende Unterlagen für meine Söhne im Koffer gehabt.
Ich habe mich damals bewusst für die Eizellspendenteilung (hier: 4:4) ausgesprochen, weil ich nicht hätte entscheiden wollen, was mit den "überzähligen" Embryonen passieren soll, und weil ich sowohl mir als auch meinen jetzigen Kindern nicht den Gedanken zumuten wollte, dass vielleicht irgendwo auf dieser Welt 100%ig genetische Geschwister von ihnen leben, und wie es ihnen wohl ergeht/ergangen ist...
Ich komme aber sehr gut mit dem Wissen klar, dass es wahrscheinlich Halbgeschwister meiner Söhne gibt und dass sie diese vielleicht irgendwann mal kennen lernen möchten UND können.
Ich bin sogar selber ein bisschen neugierig, ob und wie viele Menschen, die ja miteinander verwandt sind, dann zueinander finden.Ich denke, es macht gedanklich einen Unterschied, ob man als ein Spender/eine Spenderin "nur die eine Hälfte dazu gibt", während der "fertige" Embryo ja definitiv bereits ein bewusst "erzeugtes" Leben ist. Geschaffen nach den genauen Vorstellungen der Empfängereltern, die aber gar nicht so viele "brauchen". (Ich schreibe es bewusst mal so undifferenziert.)
Ja, denn im Grunde sind einige von uns auch Spenderinnen - nämlich jene Paare/Frauen, die ihre Kryos weder verwerfen noch für medizinische Forschungszwecke freigeben woll(t)en.
(Im Unterschied zu den "normalen" Eizellspenderinnen gibt´s für die Embryo-Spende aber keine "Aufwandsentschädigung" für die ursprünglichen Empfängereltern.)Da steht also einerseits der Wunsch für mögliche 100%ige Geschwisterkinder PRO Kryokonservierung... aber wie dann weiter verfahren, wenn die eigene Familienplanung abgeschlossen ist und noch Kryos übrig sind?
Verwerfen? = Mord?
Freigeben für Forschungszwecke? Rumschnippeln an "meinem" Kind?
Spenden? Aber an wen? Lässt es mich jemals los?frowlein
Ich bin sehr gespannt...
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Re: Eizell Spenderinnen
Hallo Mädels,
dann möchte ich auch mal meinen Senf dazu geben. Also die Prozedur auf mich nehmen und Eizellen spenden, hätte ich wohl ehrlich gesagt, auch nicht auf mich genommen. Wenn ich aber noch Eizellen übrig habe und meine Familienplanung abgeschlossen ist, dann hätte ich überhaupt kein Problem meine Eizellen anonym weiter zu spenden. Hierbei wäre es mir auch nicht wichtig, wer die Eizelle erhält. Ich bin ja auch froh, dass es Spenderinnen gibt, die diese Strapazien (mit einer winzigen Entschädigung) auf sich nehmen. Da bin ich doch froh, da diese Eizellen ja ohnehin übrig geblieben sind, wenn ich anderen, denen es so wie mir ergeht, helfen kann. Ob mein Kind dann 100% gleich genetische Geschwister hat, ist mir dabei überhaupt nicht wichtig. Meiner Meinung nach, wird die Genetik überbewertet. Wenn man mal über den Tellerrand in andere Länder bzw. Kontinente schaut, dann gibt es dort Kinder, die mit einer Selbstverständlichkeit bei der Tante, Oma oder Schwester des Mannes aufwachsen. Auch hierzu Lande ist es in der heutigen Zeit kein Problem mehr als Patchworkfamilie ein normales Leben zu führen. Wer will da noch von 100% oder 50% Genetik sprechen? Übrigens finde ich in diesem Zusammenhang die Formulierung Halbschwester/bruder genauso vollkommen veraltet. Ist jetzt evtl. ein wenig überspitzt, aber wieviele Väter haben Kinder, von denen sie nichts wissen bzw. wieviele haben Geschwister, von denen sie nichts wissen. Wieviele Väter haben Kinder, die gar nicht ihre genetischen Kinder sind, sie es aber denken. Ich will damit keinen auf die Füße treten. Jeder kann dazu eine andere Meinung haben.Viele liebe Grüße CLaudine
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Re: Eizell Spenderinnen
Hallo allerseits,
ich möchte die Geshcichte ienr Frau erzählen, die vor kurzem kennengelernt habe.
Sie hat einige Zeit in Indonesien gewohnt und hat dort ein Kind "bekommen" (schön, dass dieser Begriff so vage ist).
Es scheint dort oft (?) vorzukommen, dass Frauen, die eine Schwangerschaft entdecken, die sie aber nicht annehmen können, für eine Weile (bis zur Geburt) in eine grosse Stadt gehen in der klaren Hoffnung, Ausländer zu finden, die ihr Kind adoptieren wollen. Wenn sie es schaffen, über x Ecken einen Kontakt zu bekommen, braucht frau nur noch einen Arzt, der ab sofort diese Patientin unter dem Namen der westlichen Frau behandelt, US macht usw.... und dises Ärzte scheint es zu geben...
Wenn alles gut geht, begleitet die zukünftige Adoptivmutter die Gebärende und bekommt das Kind sofort nach der Geburt in ihre Arme gelegt.((Dazu muss man wissen, dass es in Indonesien (so wurde mir berichtet) für eine Adoption ausreicht, wenn die leibliche Mutter ein Papier unterschreibt, dass sie ihr Kind dieser Frau/Familie überlässt. Es scheint auch traditionell so zu sein, dass innerhalb eines Clans (Grossfamilie?) die Kinder oft hin und heradoptiert werden. Wer nach einem ersten Sohn z.B. einen zweiten hat, gibt den an eine Familie ab, die noch keinen männlichen Erben hat.))
Und danach geht die neue Mutter mit Baby und ärztlichen Unterlagen auf ihr Konsulat und sagt, sie hätte vor kurzem entbunden, von ihrem indonesischen Liebhaber, dem sie aber lieber keine Rechte am Kind zugestehen möchte (der Durchschnittskonsularbeamte nickt hier verständnisvoll!) und somit wird eine Geburtskunde mit dem Namen der Frau und "Vater unbekannt" erstellt. Alles ganz einfach, wenn frau Glück hat. Es soll auch Fälle geben, wo das Konsulat nicht so gutgläubig ist!
Ja, und diese Frau hat nun einen dreijährigen Sohn, den sie über alles liebt und ist unendlich glücklich. (Ob es irgendwann Ärger geben könnte, wenn irgendwie rauskommen sollte, dass sie und das Kind nicht verwandt sind, weiss ich nicht.) Im normalen Leben sagt sie, sie hätte ihn adoptiert, aber auf der Geburtsurkunde steht halt nur sie. Sie kennt den Namen der Frau und das Dorf, wo sie wohnt, sie fährt immer nochmal nach Indonesien in Urlaub mit dem Kind und sagt, sie wolle ihm später seine Entstehungsgeschichte erzählen.Das nur so als kleiner Beitrag, so nach dem Motto: es gibt nix, was es nicht gibt!
Inzwischen lebt diese Frau übrigens mit einem geschiedenen Mann, der eine kleine Tochter hat, und sie spricht durchaus von "unseren" Kindern... Patchwork can work !!!
Liebe Grüsse, Maria :hallo:
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Re: Eizell Spenderinnen
Danke für Eure Meinungen. Ja, es gibt nichts, was es nicht gibt. Ich kenne eine vietnamesin, die als Kind von Holländern adoptiert wurde. Obwohl sie von Anfang an von der Adoption wusste, hat sie als Jugendliche Ihre Eltern gesucht und auch gefunden. Bei der Suche hat sie einige Vietnamsesen kennengelernt und sich mit denen angefreundet. Mittlerweile hat sie nur noch zu denen Kontakt, da ihre Eltern in ihr nur eine Geldquelle gesehen haben und sie am Ende sogar bedroht haben. Sie kann dieses Gefühl nicht erhkären, sich in Vietnam zu Hause zu fühlen sobald sie dort landet, aber sie hat die gesamte Schwangerschaft und als Baby auch dort gelebt. Unser Kind ist in meinem Bauch herangewachsen. Wir wollen ihm noch in diesem Halbjahr, vor der Einschulung von seiner Entstehung erzählen. Ein paar Ansätze hätte es gegeben, aber ich habe sie ungenutzt verstreichen lassen, drückt mir die Daumen, dass wir es locker und verständlich rüberbringen werden. Viele Grüsse Liane