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  3. Allgemeine Fragen

Immer wieder: Progesteron (Utrogest, Crinone etc.) - wann und wieviel

  • frowlein
  • 5. Dezember 2009 um 11:56
  • frowlein
    Blastozyste
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    714
    • 5. Dezember 2009 um 11:56
    • #1

    Nachdem sich in letzter Zeit mal wieder die Fragen im Ärzteforum (und nicht nur dort) gehäuft um die Dosierung und Einnahmezeiten von Progesteronpräparaten drehen, hier nun mal etwas Grundlegendes:


    Progesteron/HCG in der Gelbkörperphase/Frühschwangerschaft sinnvoll?


    Sachverhalt:

    Seit langem ist bekannt, dass nach einer medikamentösen Stimulation der Eizellreifung auch die dem Eisprung folgende Gelbkörperphase medikamentös unterstützt werden sollte. Dabei tendierte man in den vergangenen Jahren dazu, sowohl Gelbkörperhormon (Progesteron vaginal, oral oder als Spritzen) sowie oft zusätzlich wiederholt HCG (Schwangerschaftshormon) zu spritzen. Im Falle einer eingetretenen Schwangerschaft galt die Empfehlung, die Anwendung des Gelbkörperhormons bis zum Ende der 12. Schwangerschaftswoche fortzusetzen. Dies geschah in der Annahme, dadurch die Fehlgeburtsraten senken zu können.

    Aktuelle Studienlage:

    Eine aktuelle Arbeit (veröffentlicht in der Zeitschrift: Human Reproduction Update 2007;13:581-590) hat die zu diesem Thema vorliegenden Studien zusammengefasst und – was sich durch einzelne Untersuchungen schon seit Jahren zeigte – viele der früheren Auffassungen widerlegt. Folgende Schlussfolgerungen wurden zusammenfassend gezogen:

    1. Die Unterstützung der Gelbkörperphase mit Progesteron oder HCG erhöht in stimulierten Zyklen die Schwangerschaftsraten.

    2. Da die zusätzliche Gabe von HCG das Risiko eines Überstimulationssyndromes deutlich erhöht (ohne die Schwangerschaftsrate gegenüber der alleinigen Anwendung von Progesteron nachhaltig zu verbessern), wird gerade bei stärker stimulierten Patientinnen von HCG in der Lutealphase abgeraten und die alleinige Progesteronanwendung empfohlen.

    3. Die vaginale Gabe von Progesteron ist der oralen bzw. intramuskulären Anwendung vergleichbar effektiv bei weniger Nebenwirkungen.

    4. Die Anwendung von Progesteron über den positiven Schwangerschaftstest hinaus senkt die Fehlgeburtsrate nicht. Die Fehlgeburt wird dadurch lediglich herausgezögert, aber nicht verhindert.

    (Quelle: http://www.endokrinologikum.com)

    Bie erhöhtem Fehlgeburtsrisiko verabreicht das Endokrinologikum bis Ende 12. SSW ebenfalls Progesteron - wie es bei EZS/EmbA üblich ist.


    frowlein

    Bj.62, POF dx 1999,
    EZS IVI
    Ostern 2000: neg.
    Okt. 2000 --> Zwillinge 06/01 (Ende 36.SSW, 1x spontan, 1x Notsectio)

  • Columbia
    Blastozyste
    Beiträge
    1.118
    • 5. Dezember 2009 um 18:32
    • #2

    Re: Immer wieder: Progesteron (Utrogest, Crinone etc.) - wann und wieviel

    [quote author=frowlein link=topic=6156.msg81901#msg81901 date=1260010592]

    4. Die Anwendung von Progesteron über den positiven Schwangerschaftstest hinaus senkt die Fehlgeburtsrate nicht. Die Fehlgeburt wird dadurch lediglich herausgezögert, aber nicht verhindert.

    (Quelle: http://www.endokrinologikum.com)

    Bie erhöhtem Fehlgeburtsrisiko verabreicht das Endokrinologikum bis Ende 12. SSW ebenfalls Progesteron - wie es bei EZS/EmbA üblich ist.


    frowlein

    [/quote]

    ...nur nochmal zu betonen...
    Bei EZS kann man natürlich nicht auf Progesteron und Östradiol bis zur 12. SSW verzichten (kein Gelbkörper vorhanden, da kein Eisprung).
    Nicht, dass es jemand falsch liest...

    lg, Columbia

    P.S.: nicht böse sein, frowlein wegen dieser kleinen Ergänzung...

  • frowlein
    Blastozyste
    Reaktionen
    3
    Beiträge
    714
    • 6. Dezember 2009 um 13:29
    • #3

    Re: Immer wieder: Progesteron (Utrogest, Crinone etc.) - wann und wieviel

    Da EZS/EmbA in D nicht möglich ist, dürfte der Bezug klar sein.

    Ansonsten gilt:

    Zitat

    bis Ende 12. SSW ebenfalls Progesteron - wie es bei EZS/EmbA üblich ist.


    Was aber gleichermaßen für "klassische" IVF wie für IVF mit EZS/EmbA zutrifft, ist, dass ständiges Erhöhen von Progesteron keine Gewähr dafür ist, dass eine FG verhindert werden kann.

    Will sagen:
    1. Eine Schwangerschaft, die sitzt, sitzt. (Es sei denn, frau neigt zu Stunt-Einlagen..;) )
    2. Nicht jede Blutung ist ein FG-Signal und/oder erfordert sofortige Bettruhe.
    3. Selbstmedikation (hier: Erhöhung) auf bloßen Forumszuruf hin kann auch nach hinten losgehen, weil
    4. Unterschiedliche Kliniken haben unterschiedliche Behandlungsprotokolle mit auf dortigen Erfahrungen basierenden und abgestimmten Medikationsplänen.
    5. Kein Körper, keine Frau ist gleich, und viel bringt nicht automatisch viel. (s. obiger Beitrag)
    6. Wer zu FG neigt, sollte vorrangig den PAI1 (Plasminogenaktivator Inhibitor 1) bestimmen lassen und dann um einen entsprechend ausgearbeiteten Medikationsplan ersuchen.... aber nicht hier im Forum, sondern beim jeweiligen KiWu-Doc, ggfs. mit Unterstützung durch Endokrinologen (auch deutsche Ärzte haben da einiges drauf! - genau wie bei der PND!).


    frowlein

    Bj.62, POF dx 1999,
    EZS IVI
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    Okt. 2000 --> Zwillinge 06/01 (Ende 36.SSW, 1x spontan, 1x Notsectio)

  • majolu
    Morula
    Beiträge
    590
    • 6. Dezember 2009 um 14:05
    • #4

    Re: Immer wieder: Progesteron (Utrogest, Crinone etc.) - wann und wieviel

    hallo frowlein,
    dank meiner ständigen blutungen bin ich arg angenervt. kaum bin ich mal zwei stunden hoch, fängt es wieder an zu schmoddern,mal dunkler mal heller. an meiner medikation kann es nicht liegen, denn sowohl dr. k als auch meine frauenärztin sagen ,das ich ausreichend versorgt bin. 3 mal 3 utrogest, 4 mal 1 estroferm , abends crinone und 3 mal 3 magnesium, mehr geht fast nicht. keiner weiß woher ich blute. keine einblutung in der gebärmutter. man sieht eine sich zurückbildende zweite fruchthülle,vielleicht ist das der auslöser.

    was bitte ist eine PAI untersuchung?

    ich hatte ja auch in den beiden letzten schwangerschaften (eine natürlich entstanden,eine durch ezs) immer ärger mit massiven blutungen,hatte aber auch da beide male eine zwillingsschwangerschaft ,die jewails in der 7.ten woche durch massive blutung verloren ging. würde gerne einen grund für diese ständdige blutung finden,zumal wenn er dann behandelbar wäre. im moment verliere ich echt meine gute laune. habe keinen lust mehr, weil ich einfach nicht weiß, ob das ständige liegen überhaupt was bringt. zum glück hat sich das kleine in mir bisher trotzdem gut weiter entwickelt, sonst hätte ich längst das handtuch geschmissen.
    lg,
    majolu

    [Blockierte Grafik: http://www.wunschkinder.net/forum/ssticker/sstick/12/07/2010/44/13/102/102/102.png]

  • frowlein
    Blastozyste
    Reaktionen
    3
    Beiträge
    714
    • 6. Dezember 2009 um 14:19
    • #5

    Re: Immer wieder: Progesteron (Utrogest, Crinone etc.) - wann und wieviel

    Liebe majolu,

    warum Du vorher so geblutet hast, kann ich Dir nicht beantworten. Und da ich ja keine Ärztin bin, kann ich bei der jetzigen Blutung auch nur eine Vermutung aussprechen, die größtenteils auf persönlichen Informationen zu meiner eigenen Schwangerschaft basiert:

    Es ist denkbar, dass gerade der nicht weiterentwickelte Embryo sozusagen hinaus "gespült" wird mittels Abbruchblutung. Darauf hatten mich meine Ärzte hingewiesen, als es hieß, das mit dem zweiten würde nix. Auch sollte ich keinen Schrecken bekommen, falls es anfinge zu bluten, der erste säße fest und sicher. Auch geschähen diese Abbruchblutungen sehr häufig zu genau jener Zeit der Schwangerschaft, da viel mehr Schwangerschaften, als bis dahin angenommen, ursprünglich als Mehrlingsschwangerschaften angelegt sind und sich zwischen der 5. bis ca. 8.SSW entscheidet, wer geht und wer bleibt.

    Zu PAI1 zitiere ich mal kurz wie folgt:


    "Sachverhalt:

    Ein Hauptproblem der Therapie stellt die oft ausbleibende Einnistung der transferierten Embryonen dar. Man vermutet seit langem, dass hier bestimmte Faktoren eine Rolle spielen könnten, die mit einem erhöhten Thromboserisiko einhergehen. Bekannt ist deren Bedeutung seit langem bei Frauen mit einer Fehlgeburtsneigung (≥ 3 aufeinanderfolgende Fehlgeburten in einer Partnerschaft).

    Aktuelle Studienlage:

    In einer aktuellen Studie wurde ein bisher weitgehend unbeachteter sogenannter Thrombophiliefaktor (erhöht das Thromboserisiko) namens PAI1 bei Frauen mit wiederholt erfolglosen Embryotransfers untersucht (veröffentlicht in der Zeitschrift: Reproductive Biomedicine Online; 2006;12:322-327). Bekannt ist, dass bei einer bestimmten Veränderung des entsprechenden Gens die PAI1-Spiegel im Plasma ansteigen. Dies begünstigt Thrombosen bzw. könnte das Ausbleiben oder Scheitern einer Schwangerschaft bei IVF-Patientinnen verursachen. Außerdem wird dadurch die Einnistung direkt gestört: das Eindringen in die Schleimhaut wird durch eine zu hohe Aktivität von PAI1 gehemmt. Die Studie zeigte bei Frauen mit wiederholt ausgebliebener Schwangerschaft deutlich häufiger derartige Mutation als in einer Kontrollgruppe. "


    Häufig wird ASS und Heparin eingesetzt, aber bisher ohne einen gesicherten Hinweis darauf, ob diese Medikation tatsächlich wirksam ist.


    Ich fühle mit Dir, majolu, die Sorgen enden nicht. Ich wünsche Dir, dass es bei Dir bald etwas ruhiger zugeht und Du Deine Schwangerschaft endlich mal genießen kannst. ;)


    frowlein

    Bj.62, POF dx 1999,
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