Hallo Ihr lieben Mitstreiterinnen,
für alle, die sich noch an mich erinnern und für alle anderen, die vielleicht ein bisschen Mut brauchen möchte ich endlich mal meine Geschichte hier aufschreiben.
Meine Kinderwunschzeit begann vor über 4 Jahren. Relativ schnell wurde klar, dass es sehr schwierig werden würde. FSH schon recht erhöht, die Zyklen wurden immer unregelmäßiger. Nach 2 jährigem Rumhampeln und nach ein paar erfolglosen IUI und IVF Versuchen (wurden alle in IUIs umgewandelt da je höchstens 2 Follikel gebildet wurden) gingen wir den nächsten Schritt….. ins Institut Marques nach BCN.
Die Entscheidung für das IM traf ich, nach monatelangem Lesen hier im Forum, aus dem Bauch heraus. Das Erstgespräch bestätigte unser Gefühl und im Mai 2007 war der erste Transfer (Eizellspende). Ich war auch sofort schwanger, leider endete es in einer Fehlgeburt in der 6. Woche. Wir waren am Boden zerstört. Aber damals dachten wir noch, dass wir wohl einfach Pech hatten und es sicher bald wieder klappen würde. Es folgten dann 3 erfolglose Eizellspendeversuche und 2 vergebliche zusätzliche Reisen nach BCN um Kryos abzuholen, die es im letzten Moment dann doch nicht weiter geschafft hatten. Diese Zeit war wirklich sehr zermürbend und ich hatte eigentlich schon jede Hoffnung aufgegeben. Die letzten 2 Versuche waren mit PID und man sah, dass eventuell irgendwas nicht stimmt, da einmal nur 2 und einmal sogar nur ein Embryo in Ordnung waren. Wir fingen an uns zu fragen, ob mit dem Sperma meines Mannes wohl alles in ok sei.
Parallel dazu ließ ich mein Blut in Stuttgart bei Dr. Reichel untersuchen. Da kam unter anderem raus, dass meine NKs bei ca 25% lagen, also ziemlich hoch. Eine Kontrolluntersuchung ein paar Monate später zeigten sogar NKs bei über 30%. Der letzte EZS Versuch lief daher mit Immunglobulinen. Das hat aber auch nichts gebracht, wieder negativ!
Die 3 negativen Versuche, 2 vergebliche Anreisen wegen Kryos und der Immun-heckmeck liefen alle innerhalb eines Jahres ab. Danach war ich echt am Ende. Ich merkte auch, wie ich mit jedem neuen Versuch immer mehr Abstand vom Kinderwunsch gewann. Ich wollte einfach nicht mehr. Jeder Arztbesuch brachte mich an den Rand einer Heulattacke. Ich war nur noch genervt.
Meinem Mann zu Liebe ließ ich mich zu einem letzten Versuch mit Embyspende überreden. Dazu hat er auch so ziemlich die ganze Organisation übernommen. Dieser Versuch, von dem ich mir so gar nichts erhoffte, lief unter dem Motto ab „Nur noch was mir gut tut“.
Ich möchte noch erwähnen, dass all meine Versuche beim IM in Barcelona abliefen. Ich war mir irgendwie sicher, dass es nicht am Zentrum lag sondern an uns. Und in Barcelona haben sie uns über all die Versuche hinweg aufopferungsvoll betreut, alles versucht, sind uns in allem und jedem entgegengekommen… es war wirklich rührend. Vielen Dank an dieser Stelle noch mal allen im IM die uns nicht aufgegeben haben.
Also „nur noch was mir gut tut“. Da es eine Embyspende war, war der schlimmste Termindruck durch Punktion usw. sowieso schon weg. Wir konnten im Vorfeld ein paar Tage Urlaub planen ohne den ganzen Lügenstress. Ich hab noch kurz über die erneute Einnahme von Immunglobulinen nachgedacht, aber das dann auch verworfen. Rezept besorgen, jemand zum infundieren finden….zu viel Streß. (Die Praxis Reichel hat sich bei mir übrigens auch nicht als sehr unterstützend gezeigt. Außer im Rechnung schreiben, da waren sie sehr schnell….).
Halbherzig hab ich noch mit Prednisontbl. angefangen. Davon bekam ich Herzrasen und Schwindel… also weg damit. Ehrlich gesagt bin ich nicht mal mehr zum Schleimhautausmessen vor dem Versuch gegangen….hat mich immer zu sehr aufgeregt. Also weg damit…. (das kann ich aber nicht jedem empfehlen. Bei mir war es mittlerweile nach den ganzen Versuchen allerdings so, dass ich meinen Körper schon sehr gut kannte und nie Probleme mit der GSH
Dann auf zum Versuch nach BCN im Februar dieses Jahres. Wie gesagt, viel Hoffnung hatte ich nicht. Aber wir haben einfach die Reise genossen. Transfer war total entspannt. In der Warteschleife hab ich’s mir gut gehen lassen. Wein und Kaffee getrunken, mich mit anderen Dingen beschäftigt. Und was soll ich sagen: Nach 2 Wochen positiv getestet. Und das Glück ging weiter. Zwar war der Beginn der Schwangerschaft recht turbulent (die üblichen Blutungen, die irgendwie fast alle EZS/EMS Patientinnen haben) aber dann ging alles gut und vor 2 Wochen ist unser Sohn Matthis gesund auf die Welt gekommen! Wir sind auf Wolke 7!! Er ist zuckersüß und passt sowohl optisch als auch vom Gemüt (zumindest bis jetzt) super zu uns. Er ist echt so, wie ich mir all die Jahre mein (leibliches) Kind vorgestellt habe. Ob das Schicksal ist? Egal, ich genieße jetzt einfach mal…..
Ihr seht also, auch ausweglos scheinende Geschichten gehen manchmal gut aus. Es lohnt sich zu kämpfen. Und bleibt trotzdem entspannt dabei. Mir hat das beim erfolgreichen Versuch sehr geholfen. Ob es das Geheimrezept war? Ich weiß es nicht….. aber kann schon sein.
Ich möchte hier noch mal dem Forum aus ganzem Herzen danken. Den Betreibern und allen die ihre Erfahrungen hier teilen und sich gegenseitig Mut machen. Ohne dieses Forum wäre mein Kind jetzt nicht auf der Welt. Ich hoffe, ich kann hier noch vielen Frauen helfen. Während der Schwangerschaft hatte ich mich aus Aberglauben ziemlich zurückgezogen, aber das mache ich jetzt wieder gut. Versprochen.
Es grüßt ganz lieb
Julia