Die These, wonach sog. "Babyaspirin"- Gaben eine Einnistung fördern sollen, ist weit verbreitet, aber:
Durch zahlreiche Studien belegt, gilt es als gesichert, dass Acetylsalicylsäure schwere Schädigungen beim Fötus hervorrufen und unter der Geburt zu bedrohlich hohem Blutverlust führen kann.
Auch das sog. Einnistungsbluten und der "Abbau" möglicher Hämatome kann dadurch wesentlich stärker, vielleicht sogar einen Abgang begünstigend, ausfallen.
Nicht zu vergessen, dass mögliche Verletzungen der Scheide und/oder der GMS bei Transfer unerwünscht starke Blutungen zur Folge hätten, die eine Einnistung verhindern können.
Acetylsalicylsäure (Aspirin, ASS) ist ein blutverdünnendes Mittel (s. auch Heparin), das nur im Fall von diagnostizierten Gerinnungsstörungen während der Schwangerschaft(svorbereitung) und Stillzeit nach ärztlicher Vorgabe eingenommen werden sollte.
Wir hatten hier im Forum mal den traurigen Fall einer EZS-Zwillingsmutter, die unter der Geburt verblutete. Auch sie hatte Gerinnungshemmer genommen / nehmen müssen. Da das Elternpaar sich entschieden hatte, niemandem etwas von der IVF-Behandlung mit EZ-Spende und der damit verbundenen Heparineinnahme zu sagen, konnten die entsprechend unvorbereiteten, weil uninformierten, Geburtshelfer bei Einsetzen der Blutungen die Lage nicht richtig einschätzen, um sofort entsprechend höher dosierte Blutungsstiller und ggfs. operative Maßnahmen einzusetzen.
Dass es so entsetzlich endete, veranlasste mich jetzt, Euch das hier so ausführlich zu schreiben verbunden mit der eindringlichen Bitte: Geht sorgsamer und kritischer mit der Einnahme von vermeintlich "harmlosen Mittelchen" um!
Doch lest nachfolgend noch Auszüge aus anderen Quellen und entscheidet selbst:
Gibt es Situationen, wo man Acetylsalicylsäure nicht nehmen sollte?
Menschen mit einer Allergie gegen Acetylsalicylsäure, Asthma, chronischen oder immer wieder auftretenden Magenbeschwerden (wie z.B. Sodbrennen, Magenverstimmungen oder Magenschmerzen), Geschwüren oder Blutungen sollten Acetylsalicylsäure nur nach ärztlicher Verordnung einnehmen. Wenn Sie auf Medikamente zur Gerinnungshemmung (Blutverdünnung), gegen Diabetes, Gicht oder Arthrose eingestellt sind, sollten Sie Acetylsalicylsäure nur nach Rücksprache mit ihrem Arzt nehmen. " Hier gilt das gleiche wie für alle Medikamente: Wenn Sie schwanger sind oder ein Kind stillen, sollten Sie dieses Präparat nur nach Rücksprache mit einem Arzt nehmen. " " Besonders ist darauf zu achten, daß Sie ASPIRIN® nicht während der letzten drei Schwangerschaftsmonate nehmen, es sei dann nach ärztlicher Verordnung, da dies Probleme für das ungeborene Kind oder Geburtskomplikationen bereiten könnte. " Auch sollten Kinder und Jugendliche Acetylsalicylsäure bei Windpocken, Grippesymptomen oder anderen fieberhaften Erkrankungen nur nach Rücksprache mit einem Arzt einnehmen. Kommt es während der Behandlung zu anhaltendem Erbrechen, könnte dies ein Symptom des Reye-Syndroms sein, einer seltenen, aber schweren Erkrankung, die möglicherweise mit der Einnahme von Acetylsalicylsäure in Zusammenhang steht. Sollten Sie irgendwelche Fragen zu Acetylsalicylsäure haben, wenden Sie sich an Ihren Arzt.
Wie wirkt Acetylsalicylsäure auf das Blut?
Für den ersten Schritt bei der Blutgerinnung in unserem Körper sind Blutbestandteile namens Blutplättchen verantwortlich, die sich zusammenballen und ein Gerinnsel bilden. Dieser Prozeß wird durch bestimmte chemische Botenstoffe getriggert. Acetylsalicylsäure vermindert die Wirkung dieser Botenstoffe und läßt so die Blutplättchen weniger zusammenklumpen, so daß sich Blutgerinnsel nicht so leicht bilden können.
( Quelle: http://www.gesundheit.com/gc_detail_3_aspirin.html )
Aspirin, bzw. der Wirkstoff Acetylsalicylsäure kann in der Schwangerschaft nicht empfohlen werden. Unter der Geburt kommt es zu erhöhter Blutungsneigung und vorher kann es zu einem vorzeitigen Verschluß eines wichtigen Versorgungskananls beim Kind kommen.
Als Schmerzmittel unbedenklich ist Paracetamol, dass in einer ganzen Reihe von Fertigarzneimitteln zur Verfügung steht.
Ute Lichte, Pharmazeutin
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( Quelle: http://www.babynet.de/schwangerschaf…ngerschaft.html )
Auszug aus Austria-Codex (ABDA- Datenbank/Deutsches Institut für Medizinische Dokumentation und Information (DIMDI) ![]()
Schwangerschaft und Stillzeit
Schwangerschaft: Tierversuche ergaben einen Hinweis auf einen teratogenen Effekt von Acetylsalicylsäure.
(teratogen oder auch reprotoxisch = durch äußere Einwirkungen hervorgerufene Fehlbildungen beim ungeborenen Kind - Anm. frowlein)
1. und 2. Trimenon (Schwangerschaftsdrittel - Anm. frowlein)
• Bei gelegentlicher Behandlung mit Acetylsalicylsäure zeigten epidemiologische Studienergebnisse, dass keine besonderen missbildenden Effekte auftraten.
• Bei chronischer Anwendung von Acetylsalicylsäure von mehr als 150 mg/Tag waren die Daten zahlenmäßig ungenügend, um auf einen möglichen missbildenden Effekt hinzuweisen.
• Acetylsalicylsäure kann, wenn nötig, zur gelegentlichen Anwendung verschrieben werden.
• Vorsichtshalber sollte ASS in der Dosierung von mehr als 150 mg/Tag nicht über längere Zeit angewendet werden.
3. Trimenon: ASS kann, wie andere Prostaglandinsynthese-Hemmer auch, in einer Dosis von 500 mg/Tag beim Foetus zu
• Herz-Lungen-Toxizität (mit vorzeitigem Verschluss des Ductus Arteriosus und pulmonaler Hypertonie)
• Nierenfunktionsstörungen, eventuell bis zu einem Nierenversagen mit Oligohydramnie führen.
• Am Ende der Schwangerschaft kann es bei Mutter und Kind zu verlängerten Blutungen kommen. Dieser Effekt
kann auch bei Gabe von sehr niedrigen Dosen auftreten.
Daher sind Arzneimittel, die Acetylsalicylsäure enthalten, im letzten Trimenon kontraindiziert. Ausgenommen sind nur extrem seltene kardiologische und gynäkologische Anwendungen, die einer Überwachung durch medizinische Spezialisten bedürfen.
Stillperiode:
Salicylate und ihre Abbauprodukte gehen in geringen Mengen in die Muttermilch über. Da nachteilige Wirkungen auf
den Säugling bisher nicht bekannt geworden sind, ist bei kurzfristiger Anwendung der empfohlenen Dosis eine Unterbrechung des Stillens nicht erforderlich.
Bei längerer Anwendung bzw. Einnahme höherer Dosen sollte abgestillt werden.
take care!
frowlein