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Aspirin und Schwangerschaft(svorbereitung)

  • frowlein
  • 17. Oktober 2009 um 10:16
  • frowlein
    Blastozyste
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    • 17. Oktober 2009 um 10:16
    • #1

    Die These, wonach sog. "Babyaspirin"- Gaben eine Einnistung fördern sollen, ist weit verbreitet, aber:

    Durch zahlreiche Studien belegt, gilt es als gesichert, dass Acetylsalicylsäure schwere Schädigungen beim Fötus hervorrufen und unter der Geburt zu bedrohlich hohem Blutverlust führen kann.
    Auch das sog. Einnistungsbluten und der "Abbau" möglicher Hämatome kann dadurch wesentlich stärker, vielleicht sogar einen Abgang begünstigend, ausfallen.
    Nicht zu vergessen, dass mögliche Verletzungen der Scheide und/oder der GMS bei Transfer unerwünscht starke Blutungen zur Folge hätten, die eine Einnistung verhindern können.

    Acetylsalicylsäure (Aspirin, ASS) ist ein blutverdünnendes Mittel (s. auch Heparin), das nur im Fall von diagnostizierten Gerinnungsstörungen während der Schwangerschaft(svorbereitung) und Stillzeit nach ärztlicher Vorgabe eingenommen werden sollte.

    Wir hatten hier im Forum mal den traurigen Fall einer EZS-Zwillingsmutter, die unter der Geburt verblutete. Auch sie hatte Gerinnungshemmer genommen / nehmen müssen. Da das Elternpaar sich entschieden hatte, niemandem etwas von der IVF-Behandlung mit EZ-Spende und der damit verbundenen Heparineinnahme zu sagen, konnten die entsprechend unvorbereiteten, weil uninformierten, Geburtshelfer bei Einsetzen der Blutungen die Lage nicht richtig einschätzen, um sofort entsprechend höher dosierte Blutungsstiller und ggfs. operative Maßnahmen einzusetzen.

    Dass es so entsetzlich endete, veranlasste mich jetzt, Euch das hier so ausführlich zu schreiben verbunden mit der eindringlichen Bitte: Geht sorgsamer und kritischer mit der Einnahme von vermeintlich "harmlosen Mittelchen" um!

    Doch lest nachfolgend noch Auszüge aus anderen Quellen und entscheidet selbst:


    Gibt es Situationen, wo man Acetylsalicylsäure nicht nehmen sollte?

    Menschen mit einer Allergie gegen Acetylsalicylsäure, Asthma, chronischen oder immer wieder auftretenden Magenbeschwerden (wie z.B. Sodbrennen, Magenverstimmungen oder Magenschmerzen), Geschwüren oder Blutungen sollten Acetylsalicylsäure nur nach ärztlicher Verordnung einnehmen. Wenn Sie auf Medikamente zur Gerinnungshemmung (Blutverdünnung), gegen Diabetes, Gicht oder Arthrose eingestellt sind, sollten Sie Acetylsalicylsäure nur nach Rücksprache mit ihrem Arzt nehmen. " Hier gilt das gleiche wie für alle Medikamente: Wenn Sie schwanger sind oder ein Kind stillen, sollten Sie dieses Präparat nur nach Rücksprache mit einem Arzt nehmen. " " Besonders ist darauf zu achten, daß Sie ASPIRIN® nicht während der letzten drei Schwangerschaftsmonate nehmen, es sei dann nach ärztlicher Verordnung, da dies Probleme für das ungeborene Kind oder Geburtskomplikationen bereiten könnte. " Auch sollten Kinder und Jugendliche Acetylsalicylsäure bei Windpocken, Grippesymptomen oder anderen fieberhaften Erkrankungen nur nach Rücksprache mit einem Arzt einnehmen. Kommt es während der Behandlung zu anhaltendem Erbrechen, könnte dies ein Symptom des Reye-Syndroms sein, einer seltenen, aber schweren Erkrankung, die möglicherweise mit der Einnahme von Acetylsalicylsäure in Zusammenhang steht. Sollten Sie irgendwelche Fragen zu Acetylsalicylsäure haben, wenden Sie sich an Ihren Arzt.

    Wie wirkt Acetylsalicylsäure auf das Blut?

    Für den ersten Schritt bei der Blutgerinnung in unserem Körper sind Blutbestandteile namens Blutplättchen verantwortlich, die sich zusammenballen und ein Gerinnsel bilden. Dieser Prozeß wird durch bestimmte chemische Botenstoffe getriggert. Acetylsalicylsäure vermindert die Wirkung dieser Botenstoffe und läßt so die Blutplättchen weniger zusammenklumpen, so daß sich Blutgerinnsel nicht so leicht bilden können.

    ( Quelle: http://www.gesundheit.com/gc_detail_3_aspirin.html )


    Aspirin, bzw. der Wirkstoff Acetylsalicylsäure kann in der Schwangerschaft nicht empfohlen werden. Unter der Geburt kommt es zu erhöhter Blutungsneigung und vorher kann es zu einem vorzeitigen Verschluß eines wichtigen Versorgungskananls beim Kind kommen.

    Als Schmerzmittel unbedenklich ist Paracetamol, dass in einer ganzen Reihe von Fertigarzneimitteln zur Verfügung steht.
    Ute Lichte, Pharmazeutin

    Lesen Sie auch...
    • Aspirin vorbeugend wegen HELLP in Vorschwangerschaft nehmen?
    • Aspirin oder Heparin bei Homocysteinämie erlaubt?
    • Aspirin oder Paracetamol?
    • Aspirin in 40. SSW wegen Erkältung?
    • Aspirin Cardio 100 für die Durchblutung?

    ( Quelle: http://www.babynet.de/schwangerschaf…ngerschaft.html )


    Auszug aus Austria-Codex (ABDA- Datenbank/Deutsches Institut für Medizinische Dokumentation und Information (DIMDI) :(

    Schwangerschaft und Stillzeit

    Schwangerschaft: Tierversuche ergaben einen Hinweis auf einen teratogenen Effekt von Acetylsalicylsäure.
    (teratogen oder auch reprotoxisch = durch äußere Einwirkungen hervorgerufene Fehlbildungen beim ungeborenen Kind - Anm. frowlein)

    1. und 2. Trimenon (Schwangerschaftsdrittel - Anm. frowlein)

    • Bei gelegentlicher Behandlung mit Acetylsalicylsäure zeigten epidemiologische Studienergebnisse, dass keine besonderen missbildenden Effekte auftraten.

    • Bei chronischer Anwendung von Acetylsalicylsäure von mehr als 150 mg/Tag waren die Daten zahlenmäßig ungenügend, um auf einen möglichen missbildenden Effekt hinzuweisen.

    • Acetylsalicylsäure kann, wenn nötig, zur gelegentlichen Anwendung verschrieben werden.

    • Vorsichtshalber sollte ASS in der Dosierung von mehr als 150 mg/Tag nicht über längere Zeit angewendet werden.

    3. Trimenon: ASS kann, wie andere Prostaglandinsynthese-Hemmer auch, in einer Dosis von 500 mg/Tag beim Foetus zu

    • Herz-Lungen-Toxizität (mit vorzeitigem Verschluss des Ductus Arteriosus und pulmonaler Hypertonie)

    • Nierenfunktionsstörungen, eventuell bis zu einem Nierenversagen mit Oligohydramnie führen.

    • Am Ende der Schwangerschaft kann es bei Mutter und Kind zu verlängerten Blutungen kommen. Dieser Effekt
    kann auch bei Gabe von sehr niedrigen Dosen auftreten.

    Daher sind Arzneimittel, die Acetylsalicylsäure enthalten, im letzten Trimenon kontraindiziert. Ausgenommen sind nur extrem seltene kardiologische und gynäkologische Anwendungen, die einer Überwachung durch medizinische Spezialisten bedürfen.

    Stillperiode:

    Salicylate und ihre Abbauprodukte gehen in geringen Mengen in die Muttermilch über. Da nachteilige Wirkungen auf
    den Säugling bisher nicht bekannt geworden sind, ist bei kurzfristiger Anwendung der empfohlenen Dosis eine Unterbrechung des Stillens nicht erforderlich.
    Bei längerer Anwendung bzw. Einnahme höherer Dosen sollte abgestillt werden.


    take care!
    frowlein

    Bj.62, POF dx 1999,
    EZS IVI
    Ostern 2000: neg.
    Okt. 2000 --> Zwillinge 06/01 (Ende 36.SSW, 1x spontan, 1x Notsectio)

  • meg19
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    • 17. Oktober 2009 um 23:03
    • #2

    Re: Aspirin und Schwangerschaft(svorbereitung)

    Hallo Frowlein,

    da ich selber seit SSW 15 täglich ASS 100 als Päreklampsi Prophylaxe einnehme, habe ich Deinen Beitrag mit Interesse gelesen.
    In medizinischen Fragen bin ich allerdings sehr kritische bei der Quellen-Auswahl. Gerade auch deshalb, weil wirklich sinnvolle Medikamente in 'freien' Foren ggf. irreführend diskutiert werden und Frauen mit Medikamentenbedarf stark verunsichert werden können.

    Ich selber nutze gerne die Leitlinien der DGGG (Deutsche Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe), um überhaupt die von den Ärzten geplante Therapie zu verstehen und Embryotox.de, um speziell Medikamente/Wirkstoffe zu hinterfragen.

    http://www.embryotox.de/ass.html
    Eine "Low-dose" Behandlung wird weniger kritisch gesehen. Hierunter versteht man eine tägliche Menge von 100 - 300 mg.

    LG @all, Meg

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  • frowlein
    Blastozyste
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    • 17. Oktober 2009 um 23:36
    • #3

    Re: Aspirin und Schwangerschaft(svorbereitung)

    Hallo, Meg,

    Danke für Deinen link.

    Der dort abgelegte Inhalt steht in keinem Punkt im Widerspruch zu den vor mir zitierten Quellen.

    Was mich auch sehr gewundert hätte, denn das von mir benannte Deutsche Institut für Medizinische Dokumentation und Information (DIMDI) ist nicht nur ein "Institut im Geschäftsbereich des Bundesministeriums für Gesundheit", sondern arbeitet in Abstimmung mit der von Dir zitierten DGGG dieser zu, gefördert u.a. durch das Bundesgesundheitsministerium.

    Oder darf ich Deine Zeilen so verstehen, dass Du meinen Hinweis auf kritischen Umgang mit Medikamenten unterstreichst? (..so wie ich den Deinen auf kritischen Umgang mit Quellen... :ja: )


    frowlein

    P.S.: Bei Praeclampsie wirst Du ja eh´ noch engmaschiger überwacht, so dass das Risiko auf ein überschaubares Level gesenkt wird.

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  • meg19
    Morula
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    • 18. Oktober 2009 um 00:24
    • #4

    Re: Aspirin und Schwangerschaft(svorbereitung)

    Hi Frowlein,

    die von Dir aufgeführten Links: gesundheit.com und babynet.de sind geeignet, sehr gefärbte Meinungen und Ergebnisse wiederzugeben. Hier erhält die Leserin eher das Gefühl, dass der Mediziner, der ihr das Medikament verordnet hat, der Frau und ihrem Fötus schaden will.

    Grundsätzlich handelt es sich bei jeder Medizin, auch rein pflanzlicher Medizin bzw. Homöopathie um Giftstoffe. Letztlich entscheidet die Dosis über das Ergebnis.

    Den Auszug von DIMDI empfinde ich auch als leicht polemisch. Zitat: ...Bei chronischer Anwendung von Acetylsalicylsäure von mehr als 150 mg/Tag waren die Daten zahlenmäßig ungenügend, um auf einen möglichen missbildenden Effekt hinzuweisen... Was bei dieser Aussage fehlt, sind die Fragen, welche Daten zahlenmäßig ungenügend waren? Die gesamte Gruppe der dokumentierten Fälle oder die Gruppe mit Mißbildungen? Von welcher konkreten Dosis wird gesprochen? Größer 200 mg, 300 mg, 500 mg oder gar Dosen im Grammbereich. Was aber ganz und gar vergessen wird, ist das genau die Einnahme von ASS sowohl das Leben und die Gesundheit von Mutter und Kind sicherstellen kann.

    Was den Umgang mit Medikamenten, Homöopathischen Mitteln, Aromastoffen ect. angeht, plädiere ich nicht für einen kritischen Umgang, sondern für einen bewußten Einsatz. Denn letztlich bewirkt jede Aktion eine Reaktion und nicht handeln/behandeln ist in diesem Sinne auch eine Aktion, auf die eine Reaktion folgt.

    Meg

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  • frowlein
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    • 18. Oktober 2009 um 01:12
    • #5

    Re: Aspirin und Schwangerschaft(svorbereitung)

    Hallo, Meg,

    da nicht jede/r über so viel Kenntnis in Medizinchinesisch verfügt wie Du und ich, ziehe ich es vor, zunächst leicht verständlichere Quellen zu benennen, als mit Fachtermini um mich zu schmeißen.
    Dabei verwende ich Quellen, die ich vorher genau "gegen checke" - quod erat demonstrandum.. ;)

    Zitat

    ...dass der Mediziner, der ihr das Medikament verordnet hat, der Frau und ihrem Fötus schaden will...

    Im Falle des Forumsmitglieds geht es nicht um eine ärztliche Verordnung, sondern um eine "auf Zuruf" stattfindende Selbstmedikation, die ich aufgegriffen und zum Anlass meines Beitrages genommen habe.
    Damit wären wir exakt bei der von Dir angemahnten Wertigkeit der Quellen.

    Zitat

    Grundsätzlich handelt es sich bei jeder Medizin, auch rein pflanzlicher Medizin bzw. Homöopathie um Giftstoffe. Letztlich entscheidet die Dosis über das Ergebnis.

    Jenau mein Reden! Aber sowas von.


    Zitat

    Was aber ganz und gar vergessen wird, ist das genau die Einnahme von ASS sowohl das Leben und die Gesundheit von Mutter und Kind sicherstellen kann.

    Diese Aussage ist nicht korrekt.
    Wenn Du weiter in die Thematik einsteigst und u.a. auch den weiteren links folgst, wird genau dieser Aspekt behandelt. (Wie im Übrigen auch von der Pharmazeutin, Frau Lichte, bei babynet:

    http://www.babynet.de/schwangerschaf…aft-nehmen.html )

    Bitte lies genau. Das gilt auch für die DIMDI- Studien.
    Die als "zahlenmäßig ungenügend" angegebenen Auswertungen führten dazu, wissenschaftlich völlig korrekt, für das 2. Trimenon keine eindeutige Empfehlung PRO oder CONTRA auszusprechen.

    Noch einmal: Es geht um die Selbstmedikation mit Acetylsalicylsäure, es geht NICHT um die ärztlich verordnete und überwachte, weil entsprechend indizierte Medikamentengabe! (s. hierzu auch HELPP, Praeclampsie etc.)

    .. wie ich auch in meinem Beitrag schrieb:

    Zitat

    ..das nur ..... nach ärztlicher Vorgabe eingenommen werden sollte.

    Oder sogar - wie im vorliegenden Fall der Behandlung beim IVI - ärztlicherseits ausdrücklich davon abgeraten wird.


    Nichts für ungut - aber nun ist aus meiner Sicht alles dazu gesagt.


    frowlein

    By the way: Fakten und Zahlen können nicht polemisch sein.

    Bj.62, POF dx 1999,
    EZS IVI
    Ostern 2000: neg.
    Okt. 2000 --> Zwillinge 06/01 (Ende 36.SSW, 1x spontan, 1x Notsectio)

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