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Mein Mann ist plötzlich gegen EZS

  • nadja
  • 17. September 2009 um 09:03
  • nadja
    4-Zeller
    Beiträge
    55
    • 17. September 2009 um 09:03
    • #1

    Hallo,
    das Thema EZS ist jetzt schon ein Jahr Thema bei uns. Haben auch schon einige Kliniken thematisiert und Informationen gesammelt.
    Jetzt meint mein Mann er habe doch gewisse ethische Skrupel. Er findet es plötzlich unmoralisch, eine Eizelle aus dem Körper einer anderen Frau in mich zu verpflanzen.
    Wir haben schon ein genetisches Kind und er meint, er könne sich nicht vorstellen, das andere Kind genauso zu lieben. Er findet es auch unfair dem Kind gegenüber, wenn es nicht im Bauch seiner genetischen Mutter wachsen darf und dann irgendwann später mitbekommt, dass es im Gegensatz zu unserem ersten Kind nicht genetisch von mir ist.
    Weiß gar nicht was ich jetzt tun soll.
    Hattet ihr ähnliche Probleme?
    Nadja

  • Andrea24
    8-Zeller
    Beiträge
    183
    • 17. September 2009 um 10:19
    • #2

    Re: Mein Mann ist plötzlich gegen EZS

    Liebe Nadja,
    Bei uns ist das Thema EZS ca. 2 Jahre im Kopf rumgeschwirrt bevor es richtig ernst wurde. Während ich mir ziemlich schnell im Klaren darüber war, daß dies der einzige und richtige Weg für mich ist, fand mein Mann dies ziemlich befremdlich. Er fand es auch unfair mir gegenüber daß das Kind nie meine Gene haben wird und seine schon. Langsam und mit viel Feingefühl (davon haben Frauen ja sowieso viel mehr als Männer :)) habe ich ihm klar gemacht, daß ich damit überhaupt kein Problem hätte weil das Baby in meinem Bauch wächst, an meinem Blutkreislauf angeschlossen ist und ich ihm all meine Werte die ich im Leben wichtig finde mitgeben werde.
    Sicherlich sollte man voll und ganz hinter dieser "Sache" stehen bevor man diesen gravierenden Schritt geht. Du wirst sicherlich viele Antworten dahingehend bekommen, daß wir alle unsere Kinder abgöttisch lieben, auch sind viele Forumsteilnehmerinnen dabei die schon ein genetisch eigenes Kind haben und anschließend den Weg der EZSP gehen mussten aus welchem Grund auch immer. Bei keiner habe ich nur den kleinsten Zweifel rausgehört daß das EZSP Kind vom Gefühl her irgendwie anders wäre.

    Ich wünsche Dir und Deinem Mann sehr daß Ihr Euch gemeinsam für eine EZSP entscheiden könnt!
    Alles Gute und liebe Grüße

    Andrea

  • bijou_79
    8-Zeller
    Beiträge
    83
    • 17. September 2009 um 22:25
    • #3

    Re: Mein Mann ist plötzlich gegen EZS

    hallo nadja,

    davon mal abgesehen, daß mein mann & ich kein genetisch gemeinsames kind haben, sondern erst durch eine ezs überhaupt eltern werden durften, kann ich die vorbehalte deines mannes schon verstehen.
    ich mag da vielleicht eine etwas andere meinung haben, denn wenn wir bereist ein eigenes kind gehabt hätten, dann wäre mir nie der gedanke gekommen, nun eine ezs zu machen, um noch ein weiteres kind zu bekommen, sondern hätte diesen umstand lieber akzeptiert und damit zu leben gelernt.

    liebe grüße,
    fortuna

    1. EZS 05/08 Negativ
    2. EZS 08/08 Negativ
    3. EZS (Kryo) 10/08 POSITIV :)

    Es gingen eine ganze Weile, vier große Füße ganz alleine.
    Nun gehen Schritt für Schritt, zwei winzig kleine Füße mit.

  • svenny1978
    Blastozyste
    Beiträge
    1.958
    • 18. September 2009 um 07:48
    • #4

    Re: Mein Mann ist plötzlich gegen EZS

    Hallo,

    hätten mein Mann und ich ein gemeinsames Kind miteinander, wäre mein Mann nie auf die Idee gekommen einer EZSP zuzustimmen, das ist leider Fakt, auch wenn ich das gerne gewollt hätte. Es war uns auf dieser Weise möglich endlich Eltern zu werden und sind überglücklich.
    Für mich hat sich nie direkt die Frage gestellt, ob ich es nicht richtig lieben könnte. Ich hatte Angst das das Kind mich nicht annehmen würde ( was für ein Unfug )
    Mein Mann liebt unser Kind abgöttisch ( ich bin da außen vor, ich bin seine Mama, Mamas lieben immer ihre Babys )
    Mein Mann verdrängt aber das Thema, wo wir das Kind her haben. Er möchte eigentlich das Thema auch ganz vergessen. Denn ihm tut es weh, das "wir" kein gemeinsames Kind haben.
    Das gute ist, unser Kind sieht mir sehr ähnlich, ein guter Mischmasch aus Mama und Papa. Meine Nase und Mund und Papas tolle Augen und Ohren.
    Ich hatte das Thema Geschwisterkind angesprochen, leider ist mein Mann dagegen. Nicht das Geld ist das Thema, sondern, er möchte diesen Weg nicht nochmal gehen ( so ist das zur Zeit, ich hoffe er ändert noch seine Meinung ) Er hofft immer noch, das ich nochmals "normal" schwanger werde, und wir auf diesem Weg ein Kind bekommen.

    Ich kann deinen Mann zum Teil verstehen, das er Zweifel hat. Er sollte sich mal mit dir vor den Rechner setzen und lesen, was wir so schreiben, die schon Eltern sind, vielleicht werden so seine Zweifel gestoppt.
    Ich kann nur von uns berichten, wir sind überglücklich diesen Weg gegangen zu sein, sonst hätten wir nicht dieses wundervolle Kind bekommen.
    Dein Mann wird das Kind genauso lieben wie euer Erstes gemeinsames Kind, denn in den 9 Monaten indem das Kleine in dir wächst, da vergehen schon alle Zweifel die du vorher hattest.

    Ich drücke euch die Daumen, das ihr den Weg weiterverfolgt. Und das ihr ein Geschwisterchen bekommt.

    LG Wintertraum

    positiv RF 2008
    Mama eines wundervollen Kindes
    April 2012 RF TF

  • blanca07
    8-Zeller
    Beiträge
    146
    • 9. Oktober 2009 um 10:23
    • #5

    Re: Mein Mann ist plötzlich gegen EZS

    Liebe nadja,
    mein Mann war absolut gegen die Embryonenspende, die ich wollte um wegen POF mit ca 40 schwanger zu werden. Ihm erschien es befremdlich, unnatürlich und er hatte Angst , dass das Kind las jemand "fremdes" in unsere Beziehung eindringt.
    In einigen, sehr kontroversen Gesprächen habe ich mich dann vor dem 1. Versuch durchgesetzt. Für mich war leider klar, dass ich mit einem Mann, der mich dabei nicht unterstützt, indem er es toleriert, nicht weiter leben konnte obwohl er die Liebe meines Lebens ist.
    Es war also entweder Zustimmung oder Trennung. Das ist natürlich keine wirkliche Option, wenn Ihr schon für ein Kind sorgen müsst. Aber meinem Mann ist erst da klar geworden, dass der Kinderwunsch für mich etwas sehr wesentliches ist, dass er, auch wenn er es nicht versteht, tolerieren und unterstützen muss, wenn er mich liebt.
    Als ich dann eine FG hatte, war er lieb und unterstützend und hat jetzt kein Problem mehr mit dem 2. Versuch.
    Ich glaube Männer haben in Bezug auf Schwangerschaft sowieso mehr Ängste als Frauen, weil es etwas ist, was sie nie wirklich versethen können.
    L.G. blanca

  • frowlein
    Blastozyste
    Reaktionen
    3
    Beiträge
    714
    • 9. Oktober 2009 um 11:26
    • #6

    Re: Mein Mann ist plötzlich gegen EZS

    Liebe Nadja,

    ich fange mal so an: Ich finde es gut, dass Dein Mann sich Gedanken macht.

    Seinen Überlegungen zur "Unfairness" lässt sich natürlich leicht entgegen setzen, dass

    a) nun gerade diese ein oder zwei Einzellen mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit eher den Weg alles Irdischen gehen - nämlich in diesem Fall durch die Kanalisation -, als in der Gebärmutter der Spenderin zu einem Kind heranzureifen,

    und
    b) das Kind ja im Bauch einer, seiner und einzigen (!) Mutter heranwächst, nämlich in Dir.

    Zweifel, ob er dieses Kind genau so lieben könnte wie Euer beider gemeinsam genetisches, müssen dagegen genauer "unter die Lupe" genommen werden.

    Ich glaube, was ich in Deinem Fall würde wissen wollen, ist, ob diese Einwände nicht vielleicht nur vorgeschoben sind. Ob er vielleicht einfach nur kein Kind mehr will. Und das vielleicht, weil er Fehlschläge fürchtet und Dich (und sich!) nur vor diesen Enttäuschungen schützen will, weil er Benachteiligungen für das schon vorhandene Kind befürchtet während sich alles um die KiWu-Behandlung dreht.

    Da hilft meiner Meinung nach nur eins: Ein/e gute/r Therapeut/in. Vielleicht auch jeder von Euch erstmal für sich. Manchmal muss mann/frau erst lernen, genau hinzufühlen, Worte zu finden, um dann entweder gemeinsam einen Weg zu finden und zu gehen...

    ... oder Variante "Mein Bauch gehört mir" zu wählen und Deinen Mann nach der "Friss, Vogel, oder stirb"- Methode vor die Wahl zu stellen, wie Blanca es getan hat. (Deren Begründung, wonach sie jemand an ihrer Seite haben will, der sie in ihrem Kinderwunsch unterstützt, ebenfalls absolut nachvollziehbar ist.)

    Stellt sich aber bspw. in einer Therapieberatung heraus, dass die Einwände Deines Mannes wirklich von der von ihm benannten Wichtigkeit sind, dann könnt Ihr anfangen, Euch darüber auseinander zu setzen. Gemeinsam überlegen, wie man bestimmte Befürchtungen überwinden kann, ob es Formen der KiWu-Behandlung mit EZS oder sogar EmbA gibt, die seine moralischen Bedenken mildern oder, besser noch, aufheben würden. (Stichwort: offene Spende).

    Denn eins ist ja mal sicher: Sein uneingeschränktes JA ist mindestens so ein hochkarätiger Garant für eine erfolgreiche Behandlung wie Klasse A- EZ, eine tolle Klinik, tolle Ärzte, beste Blut- und HCG-Werte.

    Und eins weiß ich jetzt schon: Dieses Kind könnte sich keine besseren Eltern als Euch wünschen - und das hat es dann auch noch mit seinem Geschwister gemeinsam! Ein großartiger Haufen. ;)


    Positiver Gedankenwirbel von

    frowlein

    Bj.62, POF dx 1999,
    EZS IVI
    Ostern 2000: neg.
    Okt. 2000 --> Zwillinge 06/01 (Ende 36.SSW, 1x spontan, 1x Notsectio)

  • nadja
    4-Zeller
    Beiträge
    55
    • 9. Oktober 2009 um 23:36
    • #7

    Re: Mein Mann ist plötzlich gegen EZS

    Hallo Frowlein,
    danke für deine Mail.
    Mein Mann hätte sicher nichts gegen ein weiteres genetisch eigenes Kind. Wir haben das ja auch versucht. Leider hat es nicht noch einmal klappen wollen.
    Ich denke einfach, er hat Skrupel gegenüber der Methode. Wir hätten eine gute Freundin, die spenden würde, aber das ist ihm wohl einfach zu "unnatürlich". Aber ein Kind von einer Unbekannten fände er noch unvorstellbarer.
    Ich denke, er hat einfach Angst, dass unsere Idylle mit einem wunderbaren Kind, das genetisch von uns ist, durch den Neukömmling zerstört werden könnte. UND er hätte große Probleme gegenüber der Umwelt zu der Entstehungsgeschichte des zweiten Kindes zu stehen.
    Nadja

  • frowlein
    Blastozyste
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    Beiträge
    714
    • 10. Oktober 2009 um 07:34
    • #8

    Re: Mein Mann ist plötzlich gegen EZS

    Zitat

    Ich denke, er hat einfach Angst, dass unsere Idylle mit einem wunderbaren Kind, das genetisch von uns ist, durch den Neukömmling zerstört werden könnte.

    :o Ein nicht-genetisches Kind = ein "Idyllen-Zerstörer"???


    Ein Kind schon abqualifiziert, gedemütigt, abgelehnt, bevor es gezeugt wird.

    Nadja, sag selbst, wie Du das findest.

    Hier geht es so oft um die "richtige" Behandlungsmethode, die "richtige" Klinik, die "richtigen" Werte, die "richtigen" Medikamente, die "richtigen" Eizellen und Embryonen, das "richtige" Kind.

    Wäret Ihr die "richtigen" Eltern für dieses Kind?

    frowlein

    Bj.62, POF dx 1999,
    EZS IVI
    Ostern 2000: neg.
    Okt. 2000 --> Zwillinge 06/01 (Ende 36.SSW, 1x spontan, 1x Notsectio)

  • frowlein
    Blastozyste
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    714
    • 10. Oktober 2009 um 08:43
    • #9

    Re: Mein Mann ist plötzlich gegen EZS

    P.S.: Ich las gerade Deine älteren Beiträge unter "Fragen an EZS-Eltern > Fluch oder Segen?".
    Verwirrend, wie Du dort einerseits Deinen klaren Standpunkt PRO Aufklärung darlegst und andererseits nun nicht zu wissen vorgibst, wie Du Dich entscheiden sollst.

    Wie passt das zusammen?

    Ich habe hier ja schon viel von gewagten Fake-User-Theorien gelesen, wurde selbst schon mal Gegenstand solcher Vermutungen, deswegen bin ich äußerst sorgsam darauf bedacht, nicht selbst jenen, teilweise schon Phobie-geprägten, Verschwörungstheoretikern das Wort zu reden. Außerdem bin ich der demokratischen Auffassung, dass jedes Forum auch "Kiebitze" verkraften sollte können.

    In unserem Forum war der Umgang mit diesen "Enttarnten" bisher eher ein Indiz dafür, dass unbetroffene Dritte, die sich - mal mehr, mal weniger nachvollziehbar - hinter Scheinidentitäten und -geschichten versteckten, per se als "böswillige Krawallschläger" und Vertreter eingeschränkten Denkens gehandelt wurden. Auch dieses kollektive Verteufeln seitens des Gros der Forumsmitglieder hat der Sache mehr geschadet als genützt.

    Deswegen meine Aufforderung an Alle: Lasst eine offenere Atmosphäre zu. Nicht jeder von außen kommenende Unbetroffene (?) ist DER Gegner, nicht jedes Forumsmitglied ein fanatischer "Alles-ist-machbar"- KiWu-Freak!

    Jeder hat seine Geschichte, lasst sie uns lesen und vielleicht daraus etwas über uns lernen.


    Oder, wie es hier mal jemand anders vortrefflich formulierte: Wer gackert, muss auch legen!


    Das Wort zum Wochenende von

    frowlein :tach:

    Bj.62, POF dx 1999,
    EZS IVI
    Ostern 2000: neg.
    Okt. 2000 --> Zwillinge 06/01 (Ende 36.SSW, 1x spontan, 1x Notsectio)

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