Wir haben AJ´s Geschichte umkopiert auf Ihren eigenen Wunsch.
Hallo,
schon wieder bin ich "schuld" an einer Aktion. Ines und Chris, Euch möchte ich aber trotzdem für Eure Mühe danken.
Auslöser sind bei mir die Wechseljahre, welche im August 1998 festgestellt wurden.
Mein FSH-Wert betrug 90.
In der Uni Düsseldorf hat man mir empfohlen, mich mit dem Gedanken an eine Adoption anzufreunden.
So haben wir uns erst mal um die ganzen Sachen eines Adoptionsantrages gekümmert:
Gesundheitszeugnis, Gehaltsbescheinigungen, Wohnfeldanalyse,... .
Es hat alles ganz gut und schnell geklappt.
Seitdem rufen wir alle 3 Monate beim Jugendamt an, um uns zu erkundigen, ob es etwas neues gibt. Wir hören aber immer nur, dass es in der Zwischenzeit noch mehr Bewerberpaare geworden sind und wir uns für die Kinder freuen sollen, welche bei ihren leiblichen Eltern bleiben können. (Ist ja auch verständlich, nützt uns aber nichts.)
Inzwischen habe ich den Frauenarzt gewechselt. Der "neue" Arzt hat mich ganz vorsichtig auf die Eizellspende angesprochen.
Wir mußten uns damit erst mal auseinandersetzen. Später habe ich ihn dann noch mal angesprochen. Er gab mir die Telefonnummer von Pronatal in Prag. Heimlich haben wir von einer Telefonzelle aus in Prag angerufen, alles bloß möglichst anonym und ohne Spuren zu hinterlassen. Wir vereinbarten einen Termin für ein Erstgespräch im Februar 2001. Marcela Brezinova, die deutschsprachige Betreuerin, begrüßte uns sehr freundlich. Das ein-stündige Gespräch mit Doz. Mardesic verlief sehr gut, in gutem deutsch. Wir wurden über alles informiert und was wir so machen müssen. Mein Mann gab dann noch sein Bestes,
welches eingefroren wurde.
Meine Stimulation war wiefolgt:
1. - 5. Tag: 1 x 1 Progynova
6. - 9. Tag: 2 x 1 Progynova
10. -....Tag: 3 x 1 Progynova
ab 3 Tage vor dem Transfer: 3 x 2 Utrogest
Im Juni 2001 sind wir dann nach Prag geflogen. Wir wurden am Flughafen abgeholt und in die Pension Klenor gebracht. Nachdem wir dort eine Nacht geschlafen hatten, wurden wir am Mittag in die Klinik gebracht.
Vor dem Transfer mußten wir 5.900 DM bezahlen und dann gab es für mich eine Injektion= eine "Beruhigungsspritze" für die Gebärmutter. Im Ruheraum mußte ich ca. 30 Minuten warten, dann wurde ich in den OP gebeten. Nach dem Transfer, welcher keine 10 Minuten dauerte, wurde meine Liege neben mich gerollt. Mit Hilfe des Arztes und der Schwester wurde ich seitwärts auf meine Liege gerollt und mit einer Decke zugedeckt, bevor ich in den Ruheraum zurückgeschoben wurde. Dort lag ich wiederum 30 Minuten auf dem Bauch auf meiner Liege. Anschließend durfte ich mich wieder anziehen und wir wurden zu einem Abschlußgespräch gebeten. Dort erhielten wir auch ein Schriftstück, aus welchem hervorging, dass 2 gefrorene Embryos erfolgreich transferiert worden sind und ich den SST in 18 Tagen machen könnte. Bis dahin sollte ich mich 3 Tage schonen, nichts schweres heben, keinen Geschlechtsverkehr haben, nicht heiß duschen und keine ruckelnden Sportarten wie Joggen oder Reiten ausüben.
Am Abend sind zurückgeflogen. Ab dem 3. Tag, es ging leider nicht anders, habe ich wieder gearbeitet.
Nach langen 18 Tagen bekam ich das eindeutige Ergebnis: NEGATIV
Einen neuen Versuch startete ich dann im September. Ich wollte alles ganz locker und cool angehen und bin morgens alleine nach Prag geflogen. Es war ähnlich wie beim ersten Mal, bloß das diesesmal ein anderer Arzt da war und den Transfer mit drei kryokonservierten Embryos (=Eskimos)durchführte (ich bin bei der Terminvereinbarung gefragt worden, ob ich mit dem anderen Arzt einverstanden bin).
Nach dem Transfer lag ich 2 Stunden auf dem Rücken (um die 2 Stunden hatte ich gebeten).
Am Abend war ich wieder daheim.
18 Tage später: NEGATIV
Versuch 3: Die Stimulation lief ähnlich
wie beim ersten Mal, allerdings reagierte ich mit Hautauschlägen und wechselte von Progynova auf Estrifam.
Der Transfer: Morgens hin, Transfer von 2 Eskimos, abends zurück, 3 Tage Entspannung
18 Tage später: NEGATIV
Versuch 2 und 3 kosteten übrigens je 500 DM.
Dann hatten wir unseren absoluten Tiefpunkt; Weihnachten nahte, keine Eskimos mehr in Prag und nicht das Wissen, dass es noch andere Kliniken gibt( Internet hatten wir noch nicht).
Im März 2002 sollte es weiter gehen, doch es waren keine Eizellen für uns da. Im Mai wurden wir dann auf Ende 2002 "vertröstet".
Machten wir etwa die Quote kaputt? Bisher hatten wir uns in Prag bestens aufgehoben gefühlt, aber nun nicht mehr.
Wir informierten Freunde, welche Interneterfahren sind. Gemeinsam suchten und fanden wir einiges, u.A. dieses Forum. Wir schickten Mails an viele Kliniken. Es ging uns um die Sommerferien, wo wir unbedingt weitermachen wollten.
Die Klinik Fertimed in Olomouc bot sich an.
Vor dem Urlaub fing ich entsprechend mit der
Stimulation an.So kam es, dass wir hinfuhren und mein Mann seinen Samen abgab, welcher direkt mit Eizellen zusammengebracht wurde. 2 Tage vor dem Transfer war meine GMS auf 8 mm, allerdings am Transfertag auch noch, weshalb der Doktor mir sagte, dass ich von nun an 4 x täglich Estrifam nehmen sollte.
Ich bekam 3 frische Eizellen eingesetzt.
Nach dem Transfer im Krankenbett sollte ich 24 Stunden liegen, wobei ich für den Gang zur Toilette aufstehen durfte. Ich bestand allerdings nach 2 Stunden auf den Wechsel in unser Zimmer, wo ich liegenblieb.
Der Transfer kostete 2000 Euro.
Am nächsten Morgen war dann unser Auto (mitsamt Koffer für die Weiterreise) weg.
Sch... . ((Es liegt nicht an der Klinik, das unser Auto weg ist, mittlerweile gibt es sogar einen Platz in einer Garage.))
Ich regte mich kolosal auf. Am nächsten Tag wurden wir mit dem Auto nach Wien gebracht, von wo aus wir den Nachtzug nach Hause fuhren.
Ergebnis NEGATIV
Dafür hatten wir eine Mail aus Prag, dass sie 6 Eskimos für uns haben. Der Urlaub war jedoch gerade zu Ende.
Kurz vor dem insgesamt 5. Versuch, ich hatte rechtzeitig mit der Stimulation begonnen,
hatte ich nur eine GMS von 6,5 mm. Frust. Also habe ich in Absprache mit dem Doktor direkt auf 4 x 1 Estrifam erhöht. Zwei spannende Tage später hatte ich 8 mm erreicht und wir flogen nach Prag. Diesesmal wollten wir es optimal machen und sind 2 Nächte geblieben. Es war auch alles ganz ruhig und entspannt. Der Transfer fand mit voller Blase statt, was die Lage der Gebärmutter verändert. Ich konnte den Transfer per Ultraschall verfolgen, es kamen 2 helle Flecken in die GMS. Anschließend sollte ich 2 Stunden auf dem Rücken liegen, durfte allerdings nach 15 Minuten kurz zur Toilette gehen. Im Abschlußgespräch wurde uns gesagt, dass ich nur 2 Eskimos eingesetzt bekommen hatte, weil die anderen 4 sich nicht auftauen liessen oder weiter entwickelt haben. Wir waren enttäuscht, weil nun wieder keine Reserve da sein würde.
Es schien uns schon seltsam, weil sich im 1. Jahr von 7 Eskimos auch 7 auftauen ließen. Wie gesagt, wir ließen es ruhig angehen, blieben noch 1 Nacht in Prag und ich blieb noch 1 Woche zu Hause und ruhte mich aus.
Trotz reglmäßiger Einnahme der Medis und absoluter Schonung war das Ergebnis wieder
NEGATIV
Insgesamt haben wir bisher für Medikamente, die Reise- und Transferkosten schon mehrere Tausend Euro ausgegeben und sind im Erfinden von Ausreden schon super geworden. Wir dürfen nur die Ausreden nicht verwechseln!!!
Tja.
Es hat doch bei anderen geklappt, irgendwann muss es doch auch bei uns klappen. WIR MACHEN WEITER.
So, jetzt kennt Ihr meine/ unsere Geschichte.
Ich würde mich freuen, wenn auch Ihr bald schreibt, was Ihr bisher so erlebt habt. Es muss ja nicht so aufwändig sein und vielleicht könnt Ihr ja auch schon etwas positives schreiben. Ich bin halt der Meinung, dass dieses Poster die Übersicht für alle "alten" und neuen Mitglieder erleichtern kann.
So, nun viel Glück für Euch alle.
AJ
[ Diese Nachricht wurde geändert von: AJ am 2003-01-16 22:18 ]