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  1. Dein Kinderwunschforum – Erfahrungsaustausch & Expertenantworten für Deinen Weg zum Wunschkind! 💬🩺
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Fluch oder Segen?

  • nadja
  • 10. Oktober 2008 um 13:55
  • hansemaus
    8-Zeller
    Beiträge
    71
    • 25. Oktober 2008 um 21:49
    • #41

    Re: Fluch oder Segen?

    jetz geb ich auch mal meinen senf dazu...ich finde es auch wichtig denn es kann immer mal rauskommen das eizellspendekinder wissen wo ihre genetischen wurzeln liegen..klar ist es auf den ersten blick einfacher alles unter den tisch fallen zu lassen aber ist das wirklich fair diesem menschen gegemüber...ich glaube verschweigen ist auf den ersten blick einfacher denn wenn frau mit diesen tatsachen offen umgeht ist ja eine andere person mit im spiel...und frau verliert quasi das monopol...ich hoffe die message kommt rüber...
    aber ich denke in einer gesunden und stabilen eltern kind bindung schützt das mitteilen dieser aspekts vor grösseren turbulenzen..
    stellen wir uns alle mal ehrlich die frage wir würden heute erfahren wir wären ein kind aus eizellspende..also ich für meinen teil hätte schojn einige fragen und ich wäre bestimmt auch etwas wütend...wenn ich tief in mich hinein horche..
    in diesen forum gibt es ja leider noch keine mütter von grossen kindern so 15 oder 16 jahren..aber die zeit wird kommen und einige werden unbewusst an diese informationen kommen oder auch bewusst..und dann...
    ich war auch erst gegen aufklärung aber nach langer überlegung halte ich offenheit und ehrlichkeit einfach für wichtig..ich möchte meinem kind diese wichtige sache ungern verscheigen..
    das ist meine ganz persönliche meinung..würde mich über eure antworten freuen wie ihr euch in eurm alter fühlen würdest wenn ihr rausbekommt das eure gentische mutter eine eizellspenderin gewesen ist...

    lieben gruss
    iris

  • hansemaus
    8-Zeller
    Beiträge
    71
    • 25. Oktober 2008 um 22:18
    • #42

    Re: Fluch oder Segen?

    noch mal zu deinem einwand liebe romy..klar wäre es wahrscheinlich für alle beteiligten einfacher es kommt nie raus und wir leben alle glücklich bis zum ende unserer tage...und du hast ja geschreiben du willst es nicht wissen wenn deine genetische mutter eine eizellspenderin wäre wie aber würdest du reagieren wenn man es dir in ein paar wochen beiläufig im krankenhaus erzählt weil dort bestimmte untersuchungen dies ans tageslicht gebracht hätten..das ist meine gedanke..
    also ich wäre echt geschockt..du nicht

    ganz lieben gruss

    iris

  • romy
    Blastozyste
    Beiträge
    995
    • 26. Oktober 2008 um 09:59
    • #43

    Re: Fluch oder Segen?

    Liebe Iris, ja, das wäre sicher auch ein Schock für mich, keine Frage. Allerdings wüsste ich sofort, dass sie geschwiegen hätte, weil sie der Meinung wäre, es sei besser für mich. Ich bin mir ihrer Loyalität absolut sicher, und ich wüsste auch, dass sie sich das nicht leicht gemacht hat.

    Ich behaupte auch nicht, dass "Nicht-Sagen" die 1oo% richtige, für jedermann gültige, moralisch bessere und makellose Lösung ist. Mir ist durchaus bewusst, dass beide Varianten hochproblematisch sind. (und das unterscheidet mich von einigen Befürwortern des "Sagens" hier...) Das ist keine schwarz-weiß-Entscheidung, sondern der Vergleich zweier Grautöne. Aber wenn ich abwäge (und dabei schätze ich das Risiko des unfreiwilligen Outings deutlich geringer ein), dann scheint mir Nicht-Sagen unterm Schnitt dem Kind dienlicher zu sein. Dem Kind!!! nicht der Mutter, der politischen Entwicklung oder einer abstrakten Moral!

    Ich müsste meiner Tochter erklären: Hey, du warst ein Abfallembryo. Deine Eltern hatten ihre Familienplanung abgeschlossen, du bist aussortiert worden und daher übrig geblieben. Wenn ich dich nicht genommen hätte, wärest du vermutlich eines Tages im Ausguss gelandet. Ja, du hast höchstwahrscheinlich leibliche Geschwister in Polen. Nee, die kannst du nicht kennenlernen, keine Chance. Aber das behalt schön für dich, damit dich deine Freunde nicht hänseln!

    Und das bei einem Kind, das optisch und charakterlich ein typisches Kind meiner Familie ist und sich dort ganz und gar aufgehoben fühlt.

    Würde ich damit meiner Tochter einen Dienst erweisen???

    Und wer dann sagt, sowas soll man doch besser lassen: Mein wunderbares Mädchen hätte vermutlich dann niemals gelebt (es hat eine eher seltene körperliche Besonderheit, die ich auch habe). Wenn schon Moral, dann ist es sicher moralisch höherstehend, genau diese überzähligen Embryonen zu nehmen. Und wer solche überzähligen Embryonen vermeiden will, der landet beim deutschen Reproduktionsgesetz - mit all dessen Nachteilen (z.B. Abtötung von überzähligen Föten im Bauch wegen extrem überhöhter Mehrlingsrate...)

    Gruß Romy

  • romy
    Blastozyste
    Beiträge
    995
    • 26. Oktober 2008 um 11:13
    • #44

    Re: Fluch oder Segen?

    Bijou, klar - aber kannst du mit Sicherheit davon ausgehen, dass das Kind das denn wissen will? (Ich würde klar "Nein" sagen, ich hätte das niemals in meinem Leben wissen wollen). Guck dich mal um: Viele Menschen ziehen es vor, mit Nicht-Wissen und Illusionen zu leben - das jetzt mal rein faktisch festgestellt und ohne moralische Bewertung. Du übst mit der Eröffnung auch Zwang aus, du zwingst dein Kind mit der Information zum Wissen und Auseinandersetzen. Da ist auch keinerlei Wahlfreiheit; und es gibt keine Rückfahrkarte.

    Und es gibt normalerweise keine Möglichkeit, die "Wurzeln" zu finden; das muss noch mal gesagt werden. Du informierst das Kind nur darüber, wo sie NICHT liegen. Was ist da für eine "freie Entscheidung", liebe Bijou? (Wenn man schon "Wurzeln" und "Genetik" gleichsetzt.)

    Nochmal die Frage: Welchen Vorteil hat das Kind davon, zu wissen, wo seine genetische Herkunft NICHT herkommt?

    Dir alles Gute, Bijou!!! Wollte mich längst per PN bei dir gemeldet haben.

    Gruß Romy

  • Narzisse2
    8-Zeller
    Beiträge
    151
    • 26. Oktober 2008 um 13:12
    • #45

    Re: Fluch oder Segen?

    Hallo,

    wir haben ja auch Kinder aus Embryospende, wie du, Romy.

    Wir haben uns ganz bewusst für Embryospende entschieden, obwohl theoretisch auch "nur" Eizellspende möglich gewesen wäre. Für uns persönlich ist die E.-spende dem Kind und Außenstehenden leichter zu erklären, weil man es als eine ganz frühe Adoption schildern kann. Im übrigen ist Embryospende in Deutschland nicht verboten! Sie wird aber z. Z. nicht durchgeführt. Gerade gestern habe ich in der Deutschen Ärztezeitung einen Artikel gelesen, der sich u. a. auch mit der Embryoadoption beschäftigt hat. Es gibt Befürworter - nicht nur unter den Medizinern - sondern auch in politischen Kreisen, dass diese in Zukunft auch in Deutschland eingeführt wird und hierfür gesetzliche Regularien geschaffen werden sollen.

    Sicher dauert es noch mindestens 10 Jahre, bis es tatsächlich so weit ist, aber unsere Kinder werden bestimmt in einer Zukunft leben, wo zumindest die Embryoadoption (und so wird sie von Befürwortern genannt) in Deutschland möglich ist. Was die Eizellspende angeht, ist die Öffentlichkeit in Deutschland sicher kritischer eingestellt. Aber vor 10 Jahren hat man sich vieles auch noch nicht vorstellen können, z. B. dass ein schwuler CDU-Politiker Bürgermeister werden kann. Von daher ist auch hier noch nicht aller Tage Abend.

    Dass unsere Kinder ihre genetischen Wurzeln nie kennen lernen können, tut mir und meinem Mann auch sehr weh. Dies ist wirklich der allergrößte Wermutstropfen! Aber trotzdem wiegt für uns die Ehrlichkeit gegenüber unseren Kindern dies auf. Das Risiko, dass sie es sonst durch Zufall erfahren, schätze ich gegenüber anderen hier als sehr hoch ein.

    Was das Hänseln der Kinder angeht: solange sie noch klein sind, wird fast kein Kind verstehen, wenn sie über Embryospende sprechen. Es wird schlichtweg uninteressant sein. Wenn andere Erwachsene es mitbekommen, würde ich abwägen, ob mir die Leute nahe stehen oder nicht, in wie weit ich mit der Wahrheit ins Detail gehe. Ich würde es aber nicht auf Biegen und Brechen verheimlichen.

    Aus einem "Fall" in unserem Kindergarten habe ich gelernt, dass sowieso alles nicht so heiß gegessen wie gekocht wird: Wir haben hier nämlich ein Mädchen, dessen lesbische Mutter (sie lebt in einer Homo-Ehe) sich hat per Samenspende befruchten lassen (in Deutschland übrigens illegal). Dies ist auch überall bekannt, weil die Mutter jedem auf die Nase bindet, dass es so war. Es interessiert aber niemanden. Die Leute sind viel zu sehr mit sich selbst beschäftigt.

    Ich möchte, dass mein Kind stolz auf seine Geschichte ist! Es ist nichts verwerfliches, wenn Paare ihre Embryos anderen Paaren spenden, sondern etwas großmütiges. Sie hätten sie ja auch tatsächlich wegwerfen können. Aber sie haben sich dafür entschieden, dass sie leben sollen und wir durften ihre Eltern werden!

    Ich hatte mir ja übrigens ein Bilderbuch zur Aufklärung bestellt, das jetzt angekommen ist und uns sehr gut gefällt. Es heißt "The Gift of Embryo Donation". Das Buch gibt es entsprechend auch für Eizellspende. Erhältlich ist es über Amazon.

    Bijou, auch von mir vielen Dank für deine Geschichte. Ich habe sie meinem Mann (der ja auch genetisch nicht der Vater ist) erzählt. Es hat ihn sehr angerührt, wie du über deinen "richtigen, sozialen Vater" geschrieben hast.

    Bis dann,

    Narzisse

    P.S.: Lissy, bist du die Lissy, die letzten Sommer auch ein Zwillingspärchen bekommen hat und in Österreich lebt?

    3 Kinder durch Embryospende (1 Tochter, geb. 10/04 und Zwillingspärchen, geb. 9/07)

  • Honey
    Morula
    Beiträge
    311
    • 26. Oktober 2008 um 14:36
    • #46

    Re: Fluch oder Segen?

    Zitat von Bijou:

    "für kinder homosexueller paare ist ihre familie doch auch normal!"

    Woher willst du das so genau wissen???
    Für Kinder ist es schwieriger, wenn die Eltern homosexuell sind. Es ist immer ein Grund für andere Kinder, über diese Kinder zu lästern. Es wird hinter ihrem Rücken über ihre Eltern getuschelt.
    Es leben nunmal nicht alle im "weltoffenen" Berlin.
    Und Kinder sagen das, was ihre Eltern von Ihnen gerne erwarten, nämlich:
    Nein, es macht mir nichts aus.... Denn das Kind möchte ja seine Eltern nicht verletzen.

    Ich möchte hiermit Homosexuelle Paare keineswegs kritisieren. Nur unsere Gesellschaft ist nicht so weit, das 100%ig zu akzeptieren. Und das Kind wird es hierdurch im Leben immer etwas schwerer haben.

    Zitat von Narzisse2:

    "Ich möchte, dass mein Kind stolz auf seine Geschichte ist!"

    Ja, ist ja schön das DU das möchtest. Aber adoptierte Kinder sind auch nicht "stolz" auf ihre Geschichte. Die Eltern können vielleicht stolz sein, da sie etwas "soziales" geleistet haben. Aber das Kind wird darauf nicht stolz sein. Ich finde, das ist ein völlig falscher Ausdruck. Das Kind wird vielleicht froh darüber sein, tolle Eltern zu haben. Aber stolz darauf sein, Resultat von Embryospende oder EZSP zu sein???
    Nein, das glaube ich kaum.

    @ bijou und Purzel

    An euren beiden Lebenserfahrungen sieht man ja, dass jeder Situationen anders empfindet. Jedes Leben verläuft anders, und jedes Kind ist anders. Deswegen gibt es für mich hierbei kein Richtig oder Falsch.
    Danke für eure beiden Beiträge!

    Liebe Grüße, Honey

    1. EZSP 2008: Fehlgeburt 9. SSW
    2. EZSP 2009: Versuch abgebrochen
    3. EZSP 2010: schwanger ... und Geburt eines süßen Töchterns :)

  • Malo
    Morula
    Beiträge
    215
    • 26. Oktober 2008 um 18:57
    • #47

    Re: Fluch oder Segen?

    Hallo allerseits,
    ich möchte nochmal eine andere Ebene mit einbringen.
    Ich habe in Jahren psychotherapeutischer Arbeit gelernt, wie wichtig es für mein/unser mentales Gleichgewicht ist, sich der Relität zu stellen und zu lernen, mit ihr umzugehen.

    Zitat

    Guck dich mal um: Viele Menschen ziehen es vor, mit Nicht-Wissen und Illusionen zu leben - das jetzt mal rein faktisch festgestellt und ohne moralische Bewertung.

    Ja, und die Psychologie nennt so etwas Verdrängung. Verdrängung ist eine sehr gesunde Strategie unserer Psyche, um in Zeiten grosser Belastung und Krise durchzuhalten, (geistig gesund) zu überleben.
    Nur... wenn die Zeit der Krise, des Traumas vorbei ist, ist es andererseits für die geistige Gesundheit wichtig, sicht mit den verdrängten Inhalten auseinanderzusetzen, sie zu verarbeiten. Das braucht Zeit, meist braucht man Hilfe von aussen, und meist ist es schmerzhaft. Auch ganz faktisch und ohne moralische Bewertung!!!

    Und ich bin für Vorbeugung. Bewusst verdrängen, bringts meiner Meinung nach einfach nicht. Erfahrungsgemäss, nach Meinung der Psychologie, holt einen das Verdrängte dann irgendwann wieder ein, kommt hoch und haut einen erst so richtig um. Für die Situation der Spenderkinder denke ich, das gilt für die ganze Familie.

    Zitat

    Du übst mit der Eröffnung auch Zwang aus, du zwingst dein Kind mit der Information zum Wissen und Auseinandersetzen. Da ist auch keinerlei Wahlfreiheit; und es gibt keine Rückfahrkarte.

    Ja, wenn man will, kann man das Zwang nennen. Ich denke, die Relität drängt sich uns immer zwingend auf, irgendwann, irgendwie, ob wir wollen oder nicht (s.o.). Und ich denke im Leben gibt es in der Tat nie eine Rückfahrkarte. Deshalb ist uns allen das Thema ja so wichtig.

    Viele Grüsse, Maria.

    Zech-Institut Pilsen,EZS 10/2008 negativ,
    KET 02/2009 negativ.
    Unica, Brünn:EZS 09/09 negativ,KET 26.11.09 positiv, 15.SSW missed abortion, Ausschabung

  • Malo
    Morula
    Beiträge
    215
    • 26. Oktober 2008 um 19:16
    • #48

    Re: Fluch oder Segen?

    Hallo allerseits,
    ich bin's nochmal, denn ich möchte noch eine zweite andere Ebene ansprechen.

    Kennt hier jemand die Familienaufstellungen nach Bert Hellinger?
    Ja, ich weiss, der gute Mann ist sehr umstritten (vor allem in Deutschland)!

    Aber trotzdem: sein zentrales Thema ist das System Familie, und die Frage, wer dazugehört und wer welchen Platz innehat.
    Das anzuerkennen, scheint von grösster Bedeutung für das Gleichgewicht des Systems und das Wohlergehen seiner Mitglieder.

    Was ich aus der Beschäftigung mit Familienaufstellungen und Hellingers Philosophie auch gelernt habe, ist, welch negative Auswirkungen Familiengeheimnisse haben, auch über Generationen hinweg. Und wie heilsam es ist, anzuerkennen, was ist. In diesem Sinne habe ich auch schon mal geschrieben, dass die Eizellenspenderin, der ich es zu verdanken habe werde, wenn ich Kinder bekomme, für mich einen Platz in unserem Familiensystem haben wird.
    Ohne sie, könnte ich unseren Kindern nicht das Leben schenken. Das ist einfach Tatsache.

    Dank der modernen Medizin und dank der Möglichkeit der IVF sind Spenderkinder möglich geworden. Unsere Vorstellungen von Familie und Gesellschaft sind viiiiel älter und passen sich nur nach und nach an. Ich denke, wir müssen lernen unsere Begriffe von Vater und Mutter zu erweitern; tun wir ja auch, wenn wir von genetischer oder biologischer oder auch Leih-Mutter sprechen. (Adoptivmütter gibts schon länger.)

    Bis wir diese Unterscheidungen als "normal" empfinden, wird es noch eine Weile dauern.
    Also, ich fang schon mal, mich dran zu gewöhnen, schlicht, weil es der Realität entspricht.

    Viele Grüsse rundum, Maria :razz:

    Zech-Institut Pilsen,EZS 10/2008 negativ,
    KET 02/2009 negativ.
    Unica, Brünn:EZS 09/09 negativ,KET 26.11.09 positiv, 15.SSW missed abortion, Ausschabung

  • Claudia33
    Morula
    Beiträge
    225
    • 26. Oktober 2008 um 21:55
    • #49

    Re: Fluch oder Segen?

    Hallo Malo,

    ich habe von den Familienaufstellungen auch schon gehört, und das ist auch einer der Aspekte, die ich im Hinterkopf habe, wenn es um sagen oder nicht geht.
    Seltsamerweise hat aber genau der Psychologe, von dem ich weiß, das er Familienaufstellungen macht, mir geraten, NICHTS zu sagen. Übrigens ist dieser Psychologe auch mal Oberarzt in einer KIWU- Klinik gewesen...

    LG Claudia

  • Narzisse2
    8-Zeller
    Beiträge
    151
    • 27. Oktober 2008 um 10:51
    • #50

    Re: Fluch oder Segen?

    Hallo,

    wenn ich die Embryospende verheimlichen würde und die Kinder bekämen es später durch Zufall mit, würde dies für mich bedeuten, dass ich bzw. wir uns für diese Tatsache schämen. Aber genau das ist der Punkt: Es gibt nichts, wofür wir uns schämen müssen. Unsere Kinder sollen genau so stolz sein, unsere Kinder zu sein, wie andere Kinder auch - nicht mehr und nicht weniger. Gerade durch die frühe Aufklärung soll die Geschichte zur Normalität des Lebens gehören. Daher ist für mich Stolz durchaus der richtige Begriff. Es geht nicht darum, dass das Kind sich als etwas Besonderes gegenüber anderen halten soll. Ich bilde mir auch nicht ein, etwas Soziales getan zu haben - ich habe aus ganz egoistischen Gründen meinen Kinderwunsch erfüllen wollen und bin durch unsere Kinder beschenkt worden. Hier war die Embryospende für uns persönlich der einfachste und mit unseren Einstellungen der am besten zu verbindende Weg.

    Im übrigen gibt es bereits Studien aus den USA und aus England mit Kindern, die durch Eizellspende entstanden sind (die Ältesten sind bereits in den 20ern) und deren Entwicklung ist ganz "normal".

    Dass deutsche Ärzte und Psychologen vielleicht teilweise eher zum Schweigen neigen, liegt sicher daran, dass sie schlichtweg nicht ausreichend informiert sind. Wie auch? Wer liest freiwillig Studien, die ihm in seinem Arbeitsumfeld nichts bringen, weil es die Eizell- und Embryospende da offiziell gar nicht gibt? Außerdem neigen Mediziner sowieso eher zum Verschweigen mancher unangenehmer Tatsachen (ich bin ja selbst mit einem verheiratet und kriege daher einiges mit).

    Vielleicht wäre es sinnvoll, einen speziellen Bereich von Aufklären und Nichtaufklärern zu eröffnen? Wir haben uns ja entschieden und ich würde mich eher für praktische Tipps und Unterstützung von anderen "Aufklärern" interessieren als hier das Gefühl zu haben, mich gegenüber einer Mehrheit Andersdenkender rechtfertigen zu müssen.

    Gruß

    Narzisse

    3 Kinder durch Embryospende (1 Tochter, geb. 10/04 und Zwillingspärchen, geb. 9/07)

  • Honey
    Morula
    Beiträge
    311
    • 27. Oktober 2008 um 15:12
    • #51

    Re: Fluch oder Segen?

    Liebe Narzisse,

    die Idee finde ich sehr gut, einen gesonderten Bereich für die "Aufklärer" einzurichten, damit diese sich mit Tipps austauschen können. Ich würde dies sicherlich sehr interessiert verfolgen.

    Bei mir ist es so, dass ich nicht aus "Scham" zunächst nicht aufklären möchte, sondern rein aus dem Beweggrund, das Kind zu schützen. Ob es nun richtig oder falsch ist, wird sich leider erst Jahre später zeigen können...

    Ganz liebe Grüße, Honey

    1. EZSP 2008: Fehlgeburt 9. SSW
    2. EZSP 2009: Versuch abgebrochen
    3. EZSP 2010: schwanger ... und Geburt eines süßen Töchterns :)

  • Malo
    Morula
    Beiträge
    215
    • 27. Oktober 2008 um 18:04
    • #52

    Re: Fluch oder Segen?

    Hallo Claudia,
    darüber könnte frau sich jetzt wundern.... aber ich beobachte seit langem, dass viele "Aufsteller" die von Hellinger benutzte Arbeitsmethode eben nur als solche verwenden, als hochinteressante Methode, als Arbeitsinstrument, um an bewusst nicht so einfach zugängliche Inhalte zu kommen und das dann in ihre Denkweise/Arbeitsweise/Philosophie einbauen. Warum auch nicht.
    Nur mit der Philospophie von Bert Hellinger hat vieles, was man da sieht, nix zu tun. Macht ja auch nix, aber ich denke eben, der grosse alte Mann (auf die Gefahr hin pathetisch zu wirken, grins) hat sehr viel mehr zu bieten als nur eine Methode.
    So eine Art Aufstellungs-Wildwuchs ist auch entstanden, weil er Jahre lang nicht selbst ausgebildet hat, auch keine "Schule" gründen wollte. Vor ein paar Jahren dann scheint ihm die Hutschnur geplatzt zu sein, angesichts all dessen, was da so in seinem Namen betrieben wird, dass er erst jetzt tatsächlich selbst (mit seiner Frau) ausbildet. Ich habe das aus der Ferne verfolgt, da ich zu einem grossen Aufstellungs-/Hellinger-Kongress nach Köln wollte, der dann allerdings etwas "umkippte", da Hellinger absagte (weiss nicht mehr genau, was da lief), aber erst danach hat er seine Schule gegründet... wenn ich mich nicht völlig irre.

    Hallo Narzisse,
    dann machen wir das doch einfach!!! Ich geh jetzt mal gucken, wo das hinpassen könnte und ob Du schon was geschrieben hast.
    Wenn nicht, werde ich ein Thema eröffnen.

    Liebe Grüsse Euch allen, Maria.

    Zech-Institut Pilsen,EZS 10/2008 negativ,
    KET 02/2009 negativ.
    Unica, Brünn:EZS 09/09 negativ,KET 26.11.09 positiv, 15.SSW missed abortion, Ausschabung

  • Malo
    Morula
    Beiträge
    215
    • 27. Oktober 2008 um 18:20
    • #53

    Re: Fluch oder Segen?

    Und nochmal ich ...
    Ich habe ein neues Thema unter "Psychische Aspekte" eröffnet mit dem Titel "WIE sag ich's meinem Kinde?".
    Da gibt es übrigens schon einen langen Austausch zur Frage: Sag ich's meinem Kinde? der so bis Anfang dieses Jahres lief.

    Zech-Institut Pilsen,EZS 10/2008 negativ,
    KET 02/2009 negativ.
    Unica, Brünn:EZS 09/09 negativ,KET 26.11.09 positiv, 15.SSW missed abortion, Ausschabung

  • Schmuddel
    Gast
    • 12. November 2008 um 12:21
    • #54

    Re: Fluch oder Segen?

    Hallo!

    Bin hier seit langem stille Mitleserin!
    Habe mir auch Gedanken über eine EZSP gemacht, da ich nach einer Erkrankung unfruchtbar geworden bin - aber das würde für mich schon aus ethischen und moralischen Gründen nicht in Frage kommen!

    Ich finde es von vielen Fraune unheimlich egoistisch, diesen Weg zu gehen. Oft wird das Empfinden der Männer bei der ganzen Sache außen vor gelassen.
    Immerhin tragt ihr ein Kind aus, was von ihm und einer anderen Frau "stammt". Habt ihr euch schon mal Gedanken darüber gemacht, wie es den Männern DAMIT geht?

    Und dann das Kind - wenn ihr schon eine EZSP macht, dann sagt es bitte NICHT eurem Kind!!!!
    Bei einer Adoption hat es noch die Möglichkeit, seine genetische Mutter zu finden. Bei einer EZSP nicht - und kann so mitunter in ein sehr tiefes Loch fallen! Ein Schaden, der nie wieder gut zu machen ist!

    Bin sowieso geschockt darüber, wie weit manche Fraune gehen. Dafür habe ich kein Verständnis.
    Manchmal habe ich das Gefühl, dass diese Kinderwunsch-Sache ein Lückenfüller ist - weil man viellcht nichts anderes mehr im Leben hat?

    Aber - das Leben ist schön. Auch ohne Kinder!!!!
    Wie wäre es, wenn einige von euch einfach akzeptieren, dass sie für ein Kind nunmal nicht bestimmt sind? Fangt an zu leben!!!! Engagiert euch sozial - vielleicht grade in Einrichtungen mit Kindern; arbeitet an eurer Beziehung; bildet euch weiter usw. Und - genießt das Leben so wie es ist!
    Und hört bitte auf, lieben Gott zu spielen und in die Natur einzugreifen!

    LG,
    Sch.

  • Veronica
    8-Zeller
    Beiträge
    96
    • 12. November 2008 um 13:15
    • #55

    Re: Fluch oder Segen?

    Hallo Schmuddel (sehr origineller Name),

    Du schreibst: “Manchmal habe ich das Gefühl, dass diese Kinderwunsch-Sache ein Lückenfüller ist - weil man viellcht nichts anderes mehr im Leben hat?“

    Man kann sicher auch ohne Kinder glücklich sein. Du hast keine Kinder und anscheinend auch keinen Kinderwunsch. Ich kann Dir nur sagen – denn ich habe ein, auf natürliche Weise, bekommenes Kind – es ist das Schönste von der Welt und mit nichts anderem zu vergleichen. Und wenn der Wunsch da ist, ein Kind zu haben, dann kann man das auch mit nichts anderem “befriedigen“.

    Wenn für Dich die EZS nicht in Frage kommt, dann hör auf, die Frauen hier zu verurteilen und ihnen Dinge zu unterstellen.
    Und glaube nicht, die Männer hätten nicht auch einen Kinderwunsch. Uns mit unseren Männern über das Thema auseinanderzusetzen, kannst Du schon uns überlassen. In diesem Forum schreiben halt im Wesentlichen Frauen. Dann werden wir uns nicht über das Empfinden unserer Männer austauschen.
    Keiner wird eine EZS durchführen, ohne gründlich darüber nachgedacht zu haben. Und zwar die Frauen mit den Männern gemeinsam.

    Ich glaube, Du bist in diesem Forum falsch.

    Veronica

    Wenn Du die Diagnose "Krebs" bekommst, findest Du Dich dann auch damit ab, akzeptierst es und greifst nicht in die Natur ein?

  • Claudia33
    Morula
    Beiträge
    225
    • 12. November 2008 um 14:09
    • #56

    Re: Fluch oder Segen?

    Hallo Schmuddel,

    ich respektiere gerne, das andere Menschen andere Meinungen haben, das ist nur mal so.

    Aber wer gibt Dir das Recht, uns so zu verurteilen? Du kannst, weil Du (noch?) keinen Kinderwunsch hast, nicht nachvollziehen, was diese Sehnsucht nach einem Kind bedeutet. Bei mir hat der jahrelange Kinderwunsch zu einer echten Lebenskrise geführt, ich habe alles versucht, auch, ein Leben ohne Kinder in meine Überlegungen mit einbezogen. Und ich habe jahrelang gebraucht, bis ich bereit war den Schritt EZSP zu gehen.

    Ich weiß nicht, wie alt Du bist, und wie Deine familiäre Situation aussieht, das alles spielt ja auch eine Rolle. Und was machst Du, wenn Du einen Partner hast, der ein Kind will?
    Du kannst niemanden unterstellen, das wir diesen Schritt nicht mit unserem Partner besprochen haben, wir egoistisch sind etc. Du kennst uns nicht!

    LG Claudia

  • jeanny1712
    4-Zeller
    Beiträge
    61
    • 12. November 2008 um 15:04
    • #57

    Re: Fluch oder Segen?

    Hallo Schmuddel

    Ich gratuliere Dir, dass Du auch glücklich sein kannst ohne Kinder.

    Deshalb wirst Du auch nie verstehen, was in uns anderen vorgeht. Ich denke uns als egoistisch zu bezeichnen ist falsch, ebenso die Unterstellung, dass wir unsere Männer ausser acht lassen.

    Kannst Du mir mal dann verraten wieso Du in diesem Forum mitliest und uns verurteilst?

    Mehr möchte ich dazu nicht sagen, denn auch mir fehlen die Worte.

  • dtift
    Morula
    Beiträge
    347
    • 12. November 2008 um 19:44
    • #58

    Re: Fluch oder Segen?

    Hallo Schmuddel,

    Du hast Null Ahnung. Was glaubst Du was in den Männern vorgeht? Wir sollen das nicht wissen? Es sind unsere langjährigen Partner, ich kommuniziere noch mit meinem Mann! Und von daher fühlt er sich einfach nur Klasse, seit unsere Tochter da ist. Er hatte damit nie ein Problem und war sogar der treibende Motor.

    Ich wünsche Dir und Deiner Familie (Eltern usw.) ein langes und gesundes Leben, damit Du Dir über ethische Hintergründe nie Gedanken machen mußt und nie auf Bluttransfusionen oder andere Spenden angewiesen bist.

    Mir bleibt die Frage, warum hier jemand doch so glücklich ohne Kinder ist, dann aber stille Mitleserin ist. Hast Du nichts besseres zu tun? Wie Du ja schreibst, kümmere Dich um soziale Projekte und vergeude Deine Zeit nicht hier.

    Bin nur hin und wieder hier.

    Habe eine Tochter Ende 2008 dank Eizellspende bekommen.

  • Malo
    Morula
    Beiträge
    215
    • 12. November 2008 um 21:10
    • #59

    @ "Schmuddel"

    wieso bist Du in diesem Forum?????

    ansonsten: KEIN KOMMENTAR

    Zech-Institut Pilsen,EZS 10/2008 negativ,
    KET 02/2009 negativ.
    Unica, Brünn:EZS 09/09 negativ,KET 26.11.09 positiv, 15.SSW missed abortion, Ausschabung

  • Purzel44
    8-Zeller
    Beiträge
    154
    • 12. November 2008 um 21:18
    • #60

    Re: Fluch oder Segen?

    Hallo Schmuddel,
    ich kann nur sagen, du hast dir wirklich den passenden Namen herausgesucht. Auf "Mitleserinnen" wie dich können wir gerne verzichten!

    Gruß,
    Purzel

    04/08 - IB Alicante: 1. EZS (negativ)
    11/08 - IB Alicante: 2. EZS (negativ)
    06/09 - IB Alicante: 3. EZS (Kryo - negativ)

  • Vida Fertility Institute

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