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Zervix Insuffizienz

  • Suzan
  • 17. Juni 2008 um 18:32
  • Suzan
    Eizelle
    Beiträge
    7
    • 17. Juni 2008 um 18:32
    • #1

    Hallo,
    ich bin völlig verzweifelt !! Ich habe eine EZ Spende in der CZ machen lassen. Alles hat sehr gut geklappt und - ich konnte mein Glück nicht fassen - ich wurde beim 1. Versuch schwanger. Die nächsten 12 Wochen gingen vorüber, mein Baby entwickelte sich prächtig und ich war unendlich glücklich. Dann stellte man in der 17. SSW eine Zervix Verkürzung auf 2,4cm fest. Ich sollte regelmäßig zur Kontrolle kommen und mich schonen. 2 Wochen später noch immer 2,4, dann 4 Tage später 1,4cm. Sofort ins Krankenhaus und Bettruhe. Nach 1 Woche Kontrolle - der Muttermund war komplett offen und die Fruchtblase war sichtbar. Ich war Ende 19 SSW und man sagte, vor der 24. SSW kann man nichts machen, weil die wehenhemmenden Mittel nicht anschlagen. Ich bestand auf einer Cerclage, die man dann nicht mehr machen konnte, weil Fruchtwasser auslief. Man tat nichts und wartete auf das Platzen der Fruchtblase. Es war so schrecklich, zumal ich mittlerweile die Bewegungen meines Kindes spürte !! 3 Tage später gebar ich ein kleines Mädchen. Mir zerreißt es das Herz ! Ich hatte immer Sorge um das Kind und dann treten bei mir Komplikationen auf ! Wenn mit dem Kind etwas gewesen wäre, könnte ich das nun besser überwinden, aber so erscheint mir alles so sinnlos!
    Wenn jemand tröstende Worte hat oder ähnliche Erlebnisse kennt, würde mir das in meinem Schmerz etwas weiterhelfen.

    Suzan

  • elisa01
    8-Zeller
    Beiträge
    58
    • 17. Juni 2008 um 19:03
    • #2

    Re: Zervix Insuffizienz

    Kann Dich leider nicht trösten, nur sagen, dass es mir unendlich leid tut.
    ich hatte damals eine Fehlgeburt allerdings schon in der 7. Woche und als ich heulend im Krankenhaus lag, meinte die Krankenschwester, so etwas passiert ganz vielen Frauen und zwar ohne dass sie irgendeine Schuld daran haben, ich soll optimistisch in die Zukunft blicken, weil ich ja nun weiß, dass ich schwanger werden kann. Mittlerweile haben wir einen kleinen Sohn von fast 3 Jahren und wir planen nun Nummer 2.
    Also, nie aufgeben, das Leben geht weiter so oder so, man muss nur versuchen, dass Beste daraus zu machen, ändern kann man es sowieso nicht. Kopf hoch

  • Paulinchen
    Morula
    Beiträge
    256
    • 17. Juni 2008 um 20:00
    • #3

    Re: Zervix Insuffizienz

    Hallo Suzan,

    es tut mir ganz schrecklich leid, dass du dein kleines Mädchen verloren hast...
    Mir ist etwas Ähnliches passiert, ich habe letztes Jahr meine Zwillinge am 1. Tag der 24. SSW gebären müssen und beide sind dabei gestorben... deswegen weiß ich auch, dass es eigentlich kaum tröstende Worte gibt... es ist einfach ganz, ganz schrecklich... und die nächste Zeit wird schwer... aber ich kann nur sagen, es wird besser, auch wenn man sich das anfangs überhaupt nicht vorstellen kann. Mir hat auch der Gedanke geholfen, dass meine beiden Süßen nicht leiden mussten, dass für sie der Tod nicht schlimm war. Und ihr kleines, kurzes Leben, das sie in meinem Bauch hatten, war für sie ein "rundes" Leben, sie konnten ja nicht wissen, was vielleicht da draußen noch alles Schönes auf sie zugekommen wäre. Und sie haben bestimmt auch meine Liebe zu ihnen gespürt.
    Auch wenn es jetzt schon über ein Jahr her ist, einen "Sinn" kann ich immer noch nicht entdecken und den werde ich wohl auch nie finden.

    Ich weiß jetzt nicht, ob das passend ist, aber vielleicht gibt es dir auch etwas Zuversicht für die Zukunft. Inzwischen bin ich wieder schwanger mit meinem "Wunder Nr.3", mittlerweile 22. SSW. Damit habe ich die kritische Zeit noch nicht überstanden, aber ich bin "guter Hoffnung", zumindest meistens.

    Ganz liebe Grüße, Paulinchen

    P.S.: Wenn du meine "Geschichte" genauer nachlesen möchtest, sie steht unter Allgemeine Fragen, Seite 14, "Traurige Nachrichten von Paulinchen".

    2007 EZS-Zwillinge in der 24. SSW verloren...

    2008 & 2013 Geburt meiner beiden temperamentvollen "Halbspanierinnen" :)

  • Enya09
    2-Zeller
    Beiträge
    27
    • 18. Juni 2008 um 06:17
    • #4

    Re: Zervix Insuffizienz

    Liebe Suzan,

    es tut mir so unendlich leid. Dein/Euer Schmerz muss grenzenlos sein.
    Ich wünsche Dir/Euch sehr viel Kraft, gerade um die nächste Zeit überstehen zu können.

    Ganz liebe Grüße, Enia

  • Suzan
    Eizelle
    Beiträge
    7
    • 5. Juli 2008 um 13:50
    • #5

    Re: Zervix Insuffizienz

    Hallo
    danke für die tröstenden Worte. Es ist jetzt 4 Wochen her und die Leere wird immer größer. Der Alltag stellt sich wieder ein als ob nichts gewesen wäre. Mein Bauch ist wieder klein, meine Hosen passen wieder und man fragt sich, ob das alles wirklich passiert ist. Tagsüber funktioniert man irgendwie, aber die Abende sind schlimm. Sobald Ruhe einkehrt und mir alles wieder bewußt wird, könnte ich schreien vor Trauer und Schmerz. Manchmal bin ich auch total wütend ! Warum ist die Welt so ungerecht, warum kriegen andere Kinder die sie gar nicht wollen, warum wird es mir so schwer gemacht... ?? Diesen Zorn kriegt dann leider mein Mann ab, der Einzige, den ich momentan um mich herum ertragen kann. Ich habe nächste Woche einen Termin bei einer Psychotherapeutin, ich glaube allein schaffe ich das nicht.

    Paulinchen,
    es ist noch viel zu früh darüber nachzudenken, ob ich es noch einmal versuchen würde, trotzdem die Frage an Dich - was war bei Dir der Grund für die Frühgeburt ? Wenn es auch eine Muttermundsschwäche war, dann die Frage, ob Du in Deiner neuen Schwangerschaft ( zu der ich Dir ganz fest die Daumen drücke ) zu Beginn eine Cerclage hast setzen lassen ? Wie viel Zeit lag zwischen den beiden Schwangerschaften ?

    Suzan

  • Pamina
    8-Zeller
    Beiträge
    123
    • 6. Juli 2008 um 18:37
    • #6

    Re: Zervix Insuffizienz

    Liebe Suzan,

    als ich deinen Bericht gelesen habe standen mir die Tränen in den Augen. So etwas schreckliches erleben zu müssen .... du tust mir wirklich total leid. Ich finde es gut, dass du jetzt psychologische Hilfe in Anspruch nehmen willst, denn so etwas alleine bewältigen zu müssen ist schon sehr schwer. Ich hoffe dir geht es bald etwas besser.
    Fühl dich mental mal ganz doll gedrückt!!!

    Liebe Grüße

    Annette

    1.IUI 04/07 - neg.
    2.IUI 10/07 - neg.
    1.IVF 12/07 - biochem. SS
    2.IVF 05/08 - neg.
    3.IVF 03/09 - neg.
    4. 05/09 mit 2 Kryos positiv!!! 1.6. kein Embryo

  • Suzan
    Eizelle
    Beiträge
    7
    • 7. Juli 2008 um 15:19
    • #7

    Re: Zervix Insuffizienz

    Hallo Ihr Lieben,
    ich habe einige sehr liebe e-mails bekommen und ich muß sagen, ich fühle mich endlich verstanden. Ich lasse meine Freunde noch nicht an mich heran, aber Nachbarn. Kollegen. mein Frauenarzt - alle sagen "ach wie schrecklich", aber verstehen tut es doch keiner von denen. Sie alle sagen "beim nächsten mal klappt's". Beim nächsten mal !! Verdammt, ich habe JETZT mein Wunschkind verloren ! Ich habe mich auf sie gefreut und Pläne geschmiedet ! Ich will sie wieder haben !

    Ich habe angefangen, alles aufzuschreiben, wie ich mich fühle. Ich habe ihr einen Brief geschrieben, weil ich mich schuldig fühle, dass ich sie nicht behalten konnte. Ich wollte sie nicht hergeben ! Der 11. Juni wird für mich immer der Horrortag bleiben ! Er fing an mit einem Nervenzusammenbruch. Es waren schon 3 Tage vergangen seit der Aussage des Arztes, dass in den nächsten 12h die Fruchtblase platzt und mein Kind kommen würde. Man tat nichts ! Und Du liegst da und wartest. Wartest auf etwas was Du gar nicht willst ! Ich hatte solche Angst, dass es auf der Toilette passiert oder wenn ich allein bin. Am 3.Tag haben sie beschlossen, die Fruchtblase zu perforieren. Das war das Todesurteil für Franzi.
    Nachdem das Fruchtwasser weg war, ging der Muttermund komplett zu und kippte irgendwie nach hinten. Ich hasste meinen Körper, warum quält er mich so ? 5 Std. lag ich am Tropf und wartete auf Wehen und darauf, dass der verdammte Muttermund aufgeht, wenn er aufgehen soll. Ich solle loslassen sagten die Ärzte, soll mich entspannen. Wie das gehen soll, haben sie nicht gesagt. Dann haben sie mir mein Kind regelrecht aus dem Körper gezerrt. Ich lag da wie auf der Schlachtbank, heulte nur noch, hatte jegliche Art von Würde oder Stolz verloren. Die Hebamme war die Einzige, die sich sehr liebevoll um uns und Franzi gekümmert hat. Sie ließ uns so viel Zeit miteinander wie wir brauchten. Immer wieder sehe ich sie vor mir, so klein und zart und doch schon alles dran. Wie soll man denn jemals mit diesen Erlebnissen fertig werden ? Bei der anschließenden OP ließ die Plazenta sich nicht lösen und ich blutete so stark, dass sie mir um ein Haar die Gebärmutter raus genommen hätten. Von all dem wissen die Kollegen und Nachbarn nichts. Für sie ist das alles in ein paar Wochen vergessen. Für uns wohl lange nicht. Ich habe ihren Fußabdruck eingerahmt und stecke abends eine Kerze für sie an.
    Ich danke Euch für Euer Mitgefühl. Ihr versteht, wie es ist, ein Kind zu verlieren das nur Ihr kennt.

    Suzan

  • romy
    Blastozyste
    Beiträge
    995
    • 7. Juli 2008 um 15:28
    • #8

    Re: Zervix Insuffizienz

    Liebe Suzan,

    deine Geschichte hört wohl -zusammen mit denen von Paulinchen und Lunachild - zu den ganz großen Forumskatastrophen. Ein Kind zu verlieren, das ist das Schlimmste, was einem Menschen passieren kann. Es wird allen Leserinnen den Hals zugeschnürt haben, und ich habe auch einige Tage gebraucht, um den Mut zu finden, dazu zu schreiben. Was soll man zu so etwas Furchtbarem noch sagen? Alle Worte erscheinen so unendlich banal. Verzeih, wenn du kannst, auch denjenigen, die dich so unbeholfen trösten wollten und dir nur noch mehr weh getan haben damit. Es ist schwer, dir richtigen Worte zu finden.

    Liebe Suzan. Ich hoffe auf die Zeit. Die heilt zwar nicht alle Wunden, wie man sagt, aber es geschieht doch etwas, was dir helfen wird, damit weiterzuleben. Nichts und niemand wird dir deine Franzi wiedergeben können, aber du wirst sie irgendwann im Herzen tragen, ohne dass es dir die Luft abschnürt.

    Suzan, kennst du das Buch "Gute Hoffnung, jähres Ende"? Es ist für Frauen in deiner Situation geschrieben.

    Romy

  • janismama
    8-Zeller
    Beiträge
    62
    • 8. Juli 2008 um 22:34
    • #9

    Re: Zervix Insuffizienz

    Liebe Suzan

    alle Worte, die ich sagen könnte, sind nicht Trost genug. Ein Kind zu verlieren, ist das Schlimmste, was einem Menschen passieren kann. Ich kenne das nur zu gut. Ich habe meine Tochter im 8. Monat verloren. Das war besonders schlimm, weil es unser erstes Kind war und ich auch erst nach langer Hormonbehandlung schwanger wurde. Ihr Tod hat mir den Boden unter den Füßen weggezogen. Da mein Wunsch nach einem Kind aber zu groß war, habe ich weiter gekämpft und inzwischen haben wir zwei gesunde Kinder - einen auf normalem Weg und eins durch EZS. Es war ein harter langer Kampf, und wir sind froh, ihn gegangen zu sein - auch wenn er viel Kraft und Zeit gekostet hat -- aber den Tod unserer ersten Tochter haben wir nicht vergessen. Man lernt, damit zu leben, aber es kommen immer wieder Zeiten, in denen ich einen dicken Kloß im Hals habe oder kurz losheule.
    Ich weiss nicht, ob Dir das irgendwie hilft, aber alles was ich Dir sagen kann, ist, dass es gut ist, über deine Trauer zu reden, reden und nochmal zu reden. Ich wünsche Dir viel Kraft und ganz viele Ohren, die Dir zuhören.
    Fühl Dich gedrückt.

    Rebecca

    -----------------------------------------------------
    Aus dem Kindermund:
    "Gell, Mama, versprochen ist versprochen und wird auch nicht - äh, mh, gekotzt!"

  • Sylvi270602
    8-Zeller
    Beiträge
    169
    • 7. Februar 2009 um 13:46
    • #10

    Re: Zervix Insuffizienz

    Hallo liebe Suzan,

    ehe ich diesen beitrag gelesen habe, wir es dir in der zwischenzeit hoffentlich schon besser gehen und du hast den nächsten Versuch ev. schon gestartet?
    Ich selbst hatte 2002 ebenfalls eine Zervix Insuffiziens. Allerdings hatte ich das ganz große Glück, dass mein die SS betreuender FA es rechtzeitig erkannt hat, das der Gebärmutterhals sehr verkürzt war. Ich musste auch sofort ins KKH in der 21.SSW, wo man mir sofort einen Tropf mit Wehenhemmer ( ich glaub Magnesium ) anschloss und wenige Tage später die Cerclage machte. Ich habe, zusammen mit den wunderbaren Ärzten und Schwestern in der Klinuk um jeden Tag gekämpft und hab gehofft, dass meine Zwillis lange genug drin bleiben können. Glücklicherweise haben wir es bis zu SSW 33 geschafft und dieses Jahr kommen meine Mädchen in die Schule.
    Ich kann kaum glauben, dass die Ärzte in deiner damaligen Situation nichts machen konnten??
    Ich wünsch dir auf alle Fäle, dass du die Hoffnung nicht aufgubst und bald ein Kindchen im Arm halten kannst. LG Sylvi

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