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Verzweiflung, Männe will nicht mehr!

  • Duplicate15
  • 2. April 2007 um 10:03
  • Duplicate15
    2-Zeller
    Beiträge
    14
    • 2. April 2007 um 10:03
    • #1

    Meine Lieben
    Bei uns ist seit einer Woche auch die Krise ausgebrochen. Nachdem ich eine weitere schlaflose Nacht beginnend mit einem Streitgepräch hinter mir habe, bitte ich um eure Meinungen.
    Es ist so, dass wir von unserem EZSF-Versuch in Prag noch drei krykonservierte Embryonen haben. Daraus entstanden unsere 10 monatigen Jungs die wir von Herzen lieben. Nun lässt es mir keine Ruhe die Kryoembryos dort zu belassen oder gar wegzuwerfen. Ich bin der Ansicht, dass dies ein kostbarer Teil ist und zu uns gehört. Ich möchte mir diese transferieren lassen. Die statistische Schwangerschaftsrate ist bei 25%, falls sie die Entfrierung überhaupt überleben. Ich möchte einfach die Natur dann entscheiden lassen, ob es nochmals sein soll und würde mich natürlich auch darüber freuen. Ein Negativ könnte ich auch gut akzeptieren, das Thema wäre abgeschlossen und ich könnte den Seelenfrieden finden.
    Und nun kann Männe sich dies ganz und gar nicht akzeptieren und sagt er sei mit den letzten Versuchen schon über seine Grenzen gegangen, für ihn sei das Thema abgeschlossen. Sein Gefühl sage ihm, dass es nicht gut werden würde. Das Risiko der Schwangerschaft und der Geburt und die Angst um ein behindertes Kind, sowie noch weniger Zeit für die Partnerschaft lassen ihn nein sagen. Ich möchte hier anfügen, dass ich bald 41 bin und bei der Geburt der Zwills fast verblutet bin, da die Hebamme den Gebärmutterrückgang nicht kontrollierte. Dies hat bei meinem Mann sicher einen Schock augelöst. Es wurde wieder alles gut.

    Auch nach stundenlagen Diskussionen und den prositiven Argumenten meinerseits, dass es ja keine Anzeichen für ein Risiko gibt, lassen nicht an ihm rütteln. Ich habe nun sehr Mühe dies zu akzeptieren und weiss nicht weiter. In mir ist etwas, dass nicht ruhen kann.
    Für ihn ist das Thema erledigt, er will nicht mehr darüber reden und unsere Beziehung ist auf dem Tiefpunkt.
    Irgendwie bin auch wütend auf mich, weshalb ich die Situation nicht so akzeptieren und meine Familie geniessen kann. Er wirft mir auch vor ich setze mit meinem Druck und diesen Streitgesprächen einen dunklen Punkt in unsere Beziehung der nicht mehr wegzumachen sei.
    Ich bin verzweifelt. Ich kann ihn nicht verstehen. Ich hoffe auf einen Transfer im gemeinsamen Nenner und dass die Natur dann entscheidet. Die Quote ist 3/4 negativ zu 1/4 pos. und es wäre gut so oder so. Bin ich da nicht mehr objektiv nach all den Kiwu-Jahren. Ich habe mir sogar schon überlegt ohne seine Zustimmung zu fahren und einfach meine Interessen vor seine zu stellen. Doch was würde dies auslösen?
    Danke fürs Zuhören. Mägi

  • anjas
    8-Zeller
    Beiträge
    159
    • 2. April 2007 um 12:18
    • #2

    Re: Verzweiflung, Männe will nicht mehr!

    Liebe Mägi,

    da ist guter Rat teuer. Ich kann Dich verstehen, dass das Thema Dir keine Ruhe lässt, aber Deinen Mann verstehe ich auch: er hat wohl wirklich einen Schock bekommen als Du bei der Geburt fast verblutet bist. Das spricht natürlich für ihn, da er kein Risiko mehr für Dich haben will. Wenn Du es hinter seinem Rücken machst, riskierst Du meines Erachtens zu viel: nämlich die Partnerschaft und die Familie sowieso. Kannst Du Dir vorstellen, einfach Deine Familie - die ja noch sehr jung ist - zu genießen ohne ständig an die Kryos denken zu müssen? Und es kann ja zB in einem Jahr schon wieder anders aussehen. Was meinst Du?

    Leider nur so viel für jetzt
    Alles Liebe Anja

    2 x PU, abgebrochen, keine EZ; 2 x ICSI mit je 1 EZ - negativ; letzter ICSI-Versuch Nov 07, dann EZS geplant in Spanien

  • Narzisse2
    8-Zeller
    Beiträge
    151
    • 2. April 2007 um 13:46
    • #3

    Re: Verzweiflung, Männe will nicht mehr!

    Liebe Mägi,

    ich kann dich auch gut verstehen, aber - deinen Mann auch.

    Selbst mein Mann hat - trotz problemloser 1. SS - den Versuchen für ein 2. Kind nur nach großem "Bearbeiten" meinerseits nachgegeben. Wenn ich eine Geburt wie du gehabt hätte und wir schon Zwillinge hätten, glaube ich, dass er klipp und klar "nein" gesagt hätte.

    Wie gesagt, ich kann dich gut verstehen und würde wahrscheinlich genau wie du darauf drängen, die Kryos abzuholen. Wie Anja schon sagt, würde ich aber an deiner Stelle auch erst einmal etwas Zeit ins Land ziehen lassen und dann die Sache noch einmal in Ruhe ansprechen. Eure Zwillis sind wirklich noch klein und Männer brauchen, glaube ich, auch einmal eine Erholungspause vom Babyalltag. Mein Mann ist jedenfalls immer zugänglicher für Geschwister-Versuche geworden, je älter unsere Tochter wurde. Und ehrlich gesagt bin ich jetzt auch froh über den Altersabstand von 3 Jahren zu unseren beiden "Neuzugängen".

    Im Alleingang würde ich die Kryos aber auf keinen Fall abholen. Kinder zu haben ist, finde ich, eine gemeinsame Entscheidung. Mein Mann war auch nie grundsätzlich gegen ein 2. Kind (dann hätte ich auch nie einen weiteren Versuch gemacht), sondern gegen die für uns damit verbundenen Umstände und insbesondere den seelischen Stress - Männer können den mit den Versuchen verbundenen Stress, glaube ich sogar teilweise schlechter ab als wir Frauen.

    Wäre es vielleicht ein Trost für dich, eure Embryos zu spenden? Dann wären sie nicht verloren und du würdest ein anderes Paar u. U. sehr glücklich machen. Die Paare, die gespendete Embryos annehmen, haben meist einen langen Weg hinter sich und werden diese Kinder sicher genauso lieben wie ihre genetisch eigenen (ich spreche hier natürlich in erster Linie von uns, kann mir aber auch von anderen nichts anderes vorstellen).

    Wir sind jedenfalls unseren Spendern unendlich dankbar - wir wären sonst nie Eltern geworden! Es ist nur schade, dass wir und unsere Kinder sie nie kennen lernen werden...

    Ich wünsche dir alles Gute!

    Narzisse

    3 Kinder durch Embryospende (1 Tochter, geb. 10/04 und Zwillingspärchen, geb. 9/07)

  • romy
    Blastozyste
    Beiträge
    995
    • 2. April 2007 um 14:20
    • #4

    Re: Verzweiflung, Männe will nicht mehr!

    Liebe Mägi,

    ich stimme Narzisse zu. Warte noch ein Jahr. Du bist noch jung genug dazu. Achte drauf, dass dein Mann sich in dieser Zeit auch einige Wünsche erfüllt - und nicht babybedingt alles zurückstecken muss.

    Bei uns war es so, dass nach der Geburt der Kleinen (und wir haben nur eine!) die Partnerschaft ca. 1 Jahr mehr oder weniger ruhte. Wir waren eine tolle Organisationseinheit und haben uns als gute Mutter/guter Vater auch noch einmal auf eine neue Art lieben gelernt. Es war schon ein glückliches Jahr - aber ein Paar waren wir eigentlich nicht. Wir sind auch noch dabei, uns als Paar wieder zu rekonstituieren. Ich höre auch von vielen Freunden, dass es bei ihnen ähnlich gelaufen ist. Falls es bei euch so ist: "investiere" erst in die Partnerschaft.

    Und, Mägi: Was wäre, wenn dir bei der nächsten Geburt wirklich was geschähe? Bei dir hat es Spitz auf Knopf gestanden, du hast, wenn ich mich richtig erinnere, 3l Blut verloren. Du bist dem Tod also von der Schippe gesprungen. Deine lebenden Kinder brauchen ihre Mutter. Ich muss sagen, mir wäre es auch lieber, du würdest kein Kind mehr bekommen; ich hätte auch Angst, du könntest verbluten. Du weißt selbst, dass dies bereits einmal vorgekommen ist hier bei uns im Forum. Hat dein Geburts-Arzt etwas zu diesem Thema gesagt? Bitte befrage den noch einmal, wie er das einschätzt, auch bei einer KS-Entbindung. Und wenn du dich zum Abholen entscheidest, Mägi, dann mache bitte bevor! du zum Transfer gehst, eine ausreichende Eigenblutspende. Damit dir passendes Blut zur Verfügung steht. Für die benötigte Menge musst du ohnehin mehrere Monate einrechnen.

    Dass du dich deinen Kryos verpflichtet fühlst, verstehe ich aber auch sehr gut. Mir würde es genauso gehen. (Und ein Seitengedanke für uns andere Forumsteilnehmerinnen: wir schimpfen ja immer und ausschließlich über das deutsche Embryonenschutzgesetz - und das größtenteils zu Recht - aber dessen Grundgedanke zielt darauf ab, genau solche Situationen zu vermeiden... in den USA liegen mittlerweile mehrere Millionen Embryos auf Eis, von denen sich die Eltern weder trennen können, noch sie spenden, noch sie der Forschung überlassen, noch sie vernichten...)

    Du Arme, das ist wirklich ein schlimmes Dilemma!
    Lass dir auf jeden Fall Zeit. Und versuche erst einmal das Risiko einzuschätzen. Deine Kinder brauchen dich.

    Romy

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