Hallo,
jetzt in der 13. Woche kann ich auch von einer Schwangerschaft sprechen. Obwohl die Angst, dass etwas passiert, zugegebenermaßen noch immer sehr groß ist. Ich möchte keine Glückwünsche, die habe ich in den andern Ordnern schon erhalten, sondern ich wollte noch 2 Gedanken loswerden.
Zum einen möchte ich allen Endometriose-Betroffenen Mut machen, den Weg der Eizellspende/Embryonenspende zu gehen. Ich habe hier im Forum leider keine Endometriose-Patientinnen kennen gelernt, aber sie sind ja klassischerweise die häufigsten Kandidaten für Eizellspende oder Embryonenspende.
Ich hatte Endometriose Grad 4 und wurde 3 Mal per Bauchschnitt operiert. Also, da ist nichts mehr so wie es mal war und ich hatte nur noch einen Eierstock übrig. (Die Gebärmutter war aber innen ok). Meine 5 IVF-/ICSI-Versuche in Deutschland empfand ich als sehr belastend und extrem anstrengend. Vor allen Dingen, weil man hat mit nur 1 oder 2 Eizellen jedes Mal von der Entnahme bis zum Laborergebnis bis zum Einsetzen immer stark in Angst ist, ob es klappt oder nicht. Heute würde ich wesentlich früher über eine Eizellspende nachdenken. Aber man ist ja immer schlauer hinterher ...
Und, was ich bis heute nicht ganz begreifen kann, ist die Tatsache, dass ich von zwei verschiedenen deutschen Reproduktionsmedizinern, die sich angeblich auch mit Endometriose auskannten, gesagt bekommen habe, dass es mit meiner Endometriose sehr geringe Aussichten auf eine Schwangerschaft geben würde. Mir wurde auch direkt von einer Eizellspende abgeraten - wegen mangelnder Erfolgsaussichten...
Gut, dass ich nicht auf diese Ärzte gehört habe! Als ich dann in Spanien im Institut Marques war, erklärte man mir, dass die Eizellen von Endometriose-Patientinnen durch die Krankheit grundsätzlich stark in Mitleidenschaft gezogen sind und das die Ursache für ein Misslingen von IVF-/ICSI-Versuchen mit eigenen Eizellen sei.
Mir wurde gesagt, dass ich mit Spender-Eizellen genau die gleichen Erfolgschancen auf eine Schwangerschaft hätte, wie jede andere Patientin auch (bei jedem Transfer 60 Prozent). Und das klang sehr überzeugend!
Und ich habe auch keine Zystenpunktion oder sowas machen lassen - sowohl mein Operateur in Deutschland als auch das Institut Marques hatten mir sehr dringend davon abgeraten. Ich lese sowas manchmal hier im Forum. Man erklärte mir, das Risiko sei viel größer als der Nutzen. Also, ich habe nichts dergleichen machen lassen, und habe eine sehr große Zyste. Aber die macht keinerlei Probleme. Ich hatte auch keine einzige Blutung während der Schwangerschaft bisher oder sonstige größere Probleme.
(Und ich nehme auch KEINE Immunmedikamente, kein Kortison, kein Heparin, kein ASS - nichts von all den Sachen! Sondern nur Utrogest und Estradiol-Pflaster, und es klappt ganz hervorragend.)
Vor einigen Tagen konnte ich das "Ergebnis" der Eizellspende-Behandlung im Feinultraschall bei der Nackenfaltenmessung sehen - sehr aktive Zwillinge (sagte die Ärztin), bei denen alles in Ordnung ist.
Und, wo ich beim Ultraschall bin, möchte ich gerne noch einen weiteren Gedanken loswerden. Er betrifft die Anzahl der eingesetzten Embyonen. Nach meinen erfolglosen Versuchen in Deutschland war ich irgendwie sehr verzweifelt und auf alle Fälle bereit, mir 3 Embryonen einsetzen zu lassen - um die Chance so weit wie möglich zu steigern.
In Spanien ist es allerdings so, dass das Gesetz schon einen Riegel vor einer zu großen Anzahl eingesetzter Embryonen vorschiebt. Denn es dürfen sowieso nur maximal 3 eingesetzt werden, und dann auch nur soviele, wie es für eine Schwangerschaft Erfolg versprechend ist. Das sind in der Regel also maximal 2 Embryonen.
Jetzt im Nachhinein bin ich sehr froh, dass es dort dieses Gesetzt gibt. Ich hatte die Ärztin in Spanien zuerst auch gebeten, mir 3 einzusetzten, aber sie hatte mir gesagt, dass das bei der Qualität der Embryonen einfach sehr unverantwortlich wäre, und 2 ausreichend wären. Ich bin wirklich froh, dass sie ihren Standpunkt so vehement vertreten hat. Ich habe mir dann besagte 2 Embyonen einsetzen lassen, die sich jetzt in meinem Bauch tummeln.
Klar, ich freue mich jetzt über Zwillinge, aber es gibt ja einige Länder, in denen auch 3, 4 und sogar noch mehr Embryonen eingesetzt werden. Nach meinem heutigen Kenntnisstand wäre das für mich heute eine Horrorvorstellung. Denn was ich erst später hier in Deutschland erfahren habe, ist, dass wirklich ALLES bei Mehrlingsschwangerschaften problematischer ist.
So kann man bei der Nackenfaltenmessung zum Beispiel gar kein Blut untersuchen lassen - weil das ganze Blut vermischt ist. Man kann auch - das erklärte mir der Arzt in Deutschland - nicht viel machen, sollte bei der Nackenfaltenmessung ein schlechtes Ergebnis rauskommen. Denn wenn man ein Embryo abtreiben würde, wäre das Risiko für den anderen ebenfalls sehr groß. (Es wäre für mich zwar ohnehin nie in Frage gekommen, aber in den Wochen vor dieser Nackenfaltenmessung, die ich hauptsächlich wegen der Aufnahemn gemacht habe, kommt man schon sehr stark ins Grübeln).
Und eine Fruchtwasseruntersuchung, erklärte mir der Arzt, kommt bei Mehrlingen auch nicht wirklich in Frage, weil die Gefahr eines Blasensprunges sehr groß ist. Das wollte ich zwar auch sowieso nicht machen lassen, aber alles in allem - das ist mein Fazit - würde ich mir wirklich sehr gut überlegen, mir mehr als 2 Embyonen einsetzen zu lassen.
Allen, die Ihren Tansfer noch vor sich haben, wünsche ich alles Gute und viel Erfolg!
Marianne