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  1. Dein Kinderwunschforum – Erfahrungsaustausch & Expertenantworten für Deinen Weg zum Wunschkind! 💬🩺
  2. Psychische Aspekte
  3. Allgemeine Informationen

Anfangsdiskussion

  • Josi
  • 13. November 2006 um 14:09
  • Josi
    Morula
    Beiträge
    596
    • 13. November 2006 um 14:09
    • #1

    Hallo,


    ich gehöre zur wohl großen Mehrheit der Nicht-Interessierten, und möchte nun auch mal begründen , warum das so ist.

    Gut, erst mal soll das Thema EZS in unseren vier Wänden bleiben. Bei einem großen Treffen habe ich keine Kontrolle darüber , wer aus welchen Gründen teilnimmt.

    Und bei dem nicht nachlassenden Medieninteresse, der nicht versiegenden Sensationsgeilheit dem Thema EZS gegenüber , halte ich auch die Gefahr für sehr groß, daß die Presse wie auch immer Wind von einer Versammlung dieser Art bekommt und versucht das auszunutzen.

    Wobei ich hier im Forum ganz wunderbare Frauen kennengelernt habe, die ich teilweise schon getroffen habe bzw. mit denen ich mich in näherer oder ferner Zukunft sicher treffen werde. Es geht also nicht um eine grundsätzliche Ablehnung mich persönlich über das Thema auszutauschen, sondern darum, daß ich vorab entscheide, wem ich mein Vertrauen schenke.


    Und, liebe Narzisse, so sehr ich sonst deine Ansichten teile, in einem Punkt ist es bei uns anders. Wir verdrängen die EZS nicht, im Gegenteil, mein Mann und ich sprechen durchaus im "stillen Kämmerlein" über die teilweise aufregende Entstehungsgeschichte unserer Kinder und über die Frauen, die uns diese Wunder geschenkt haben.

    Wenn wir mit dem Thema EZS sehr sehr vorsichtig umgehen, hat das nur damit zu tun, daß ich mein/e Kind/er schützen möchte.

    Schützen vor einer Umwelt, einer Gesellschaft, die leider nur allzuoft , sicher auch als Unwissenheit und Bigotterie, alles was mit künstlicher Befruchtung, Reagenzglaszeugung, Präimplantationsdiagnostik, Spendereizellen- und- Samen zu tun hat, in Bausch und Bogen ablehnt und verteufelt. Und für die oft schon ein ganz normales Retortenbaby " der Natur ins Handwerk gepfuscht" ist .

    Ich möchte nicht, daß meine Kinder als diejenigen mit dem "Exotenstatus" bekannt werden, die von Tante Elfriede, dem Postboten und der Kindergartentante aufmerksam/argwöhnisch betrachtet werden , denn es sind ja keine "normalen" Kinder, ihre Entstehung irgendwo im Ausland, auf verbotenen Wegen, in einem geheimnisvollen Labor gezeugt - da gehts doch nicht mit rechten Dingen zu, oder ? Und sobald das Kind für seine Umwelt in irgendeiner Weise von der Norm abweicht ( was man bei einem "normalen" Kind gar nicht weiter auffällig finden würde ) , haben diese Leute es ja immer schon gewußt, daß mit grade diesem Menschlein etwas nicht stimmen kann, kein Wunder, es ist ja nicht "normal".

    Nein, solange es überall solche Menschen gibt, werde ich mein Kind auf keinen Fall outen. Es hat das Recht auf eine unbeschwerte friedvolle Kindheit, soweit das in meiner Macht steht. Es soll weder scheele Blicke noch Getuschel wegen seiner Entstehung kennenlernen müssen.


    Ich hoffe ich konnte euch etwas näherbringen, warum private Verabredungen mit Gleichgesinnten meines Vertrauens in meinen Augen etwas anderes sind als ein großes für mich nicht kalkulierbares Treffen.


    Ich wünsche euch aber viel Erfolg bei der Organisation und viel Spaß bei der Durchführung ;)


    Grüße

    von Josi

  • Narzisse2
    8-Zeller
    Beiträge
    151
    • 15. November 2006 um 06:54
    • #2

    Re: Treffen 1.

    Hallo Josi,

    danke für deine Rückmeldung. Es ist schön, dass du grundsätzlich oft meiner Meinung bist - aber dieses Forum dient ja dem Gedankenaustausch - und nicht dem "Nach dem Mund reden". Wenn du mein erstes Posting in diesem Ordner gelesen hättest, hättest du übrigens gesehen, dass auch ich Bedenken habe (meine Anonymität aufzugeben).

    Sicherlich werden wir unseren Treffpunkt - wenn es denn konkret wird - über "Private Mitteilungen" austauschen, so dass nur ganz bestimmte, uns bekannte, Personen daran teilnehmen können. Im Grunde ist es also genau das gleiche wie bei dir: Man trifft sich mit einigen wenigen. Ich sehe da ehrlich gesagt keinen Unterschied zu den von dir genannten Treffen.

    Auch ich - wie wohl alle Eltern hier - möchte, dass meine Tochter glücklich ist/wird. Je älter sie wird, desto schwerer fällt mir der Gedanke, es ihr irgendwann einmal zu sagen, wie sie zu uns gekommen ist. Trotzdem denke ich, dass ich es ihr - gerade aus Liebe - nicht zumuten kann, auf diesen wichtigen Punkt in ihrer Geschichte zu verzichten. Gerade wegen dieses "Knackepunkts" würde ich mich gerne mit anderen Frauen, die es ebenfalls sagen möchten, näher austauschen. Wenn ich dich mit meiner Wortwahl "verdrängt" gekränkt habe, tut mir dies leid. Dies sollte keineswegs abschätzig gemeint sein.

    Liebe Grüße und alles Gute für deine Schwangerschaft von

    Narzisse

    3 Kinder durch Embryospende (1 Tochter, geb. 10/04 und Zwillingspärchen, geb. 9/07)

  • Claudia33
    Morula
    Beiträge
    225
    • 15. November 2006 um 22:00
    • #3

    Re: Treffen 1.

    Hallo Josi,

    sehr nachdenklich habe ich Dein Posting gelesen- wir wollen zwar unseren Sohn später "aufklären", dennoch wissen momentan nur wenige Personen (denen ich voll vertraue) von der EZSP.

    Das bei einem Treffen auch Leute auftauchen könnten, die dort nicht hingehören, ist meines Erachtens nicht ausgeschlossen. Denn selbst, wenn man Treffpunkt etc. über PN austauscht- wenn es jemand darauf anlegt, wird er/sie erfahren, wo wir sind. Das "Risiko" gibt es.

    Dennoch fände ich es schade, deshalb auf den so wichtigen Austauch (eben auch mal persönlich) zu verzichten. Insbesondere mit den Paaren, die eben auch später aufklären wollen.

    In meinem privaten Umfeld, habe ich zwar genug Paare, auch welche, die mit IVF Ihre Kinder bekommen haben, aber halt niemand, der auf so spezielle Art udn Weise zu Nachwuchs gekommen ist. Und ich vermute schon, das gerade in späteren Jahren mal Probleme auftauchen. Spätestens in der Pupertät, wo sich die Identitätsfrage stellt.

    Wie geht man damit um, wenn Junior plötzlich aufmuckt und mir mitteilt, "Du hast mir gar nichts zu sagen, Du bist nicht meine Mutter" etc. Und ich glaube nicht, das es hier in Deutschland Kinderpsychologen gibt, die mir sagen können, wie ich mit solchen Äußerungen umgehen soll. Oder wenn Junior seine genetische Mutter kennenlernen will und ich muß ihm sagen, sorry in Prag ist das nicht möglich....Und Literatur dazu gibt es deutschsprachig vermutlich auch nicht. Also ist man auf den Austausch mit anderen Paaren in ähnlicher Situation dringend angewiesen.

    LG Claudia

  • Josi
    Morula
    Beiträge
    596
    • 16. November 2006 um 13:28
    • #4

    Re: Treffen 1.

    Liebe Claudia,


    danke für deine Antwort. Ich hatte einfach das Gefühl, meine Motive und Beweggründe erklären zu müssen, warum ich in diesem Bereich so vorsichtig bin.


    Wobei ich sehr gut verstehen kann, daß man in der Situation des "später-sagen-wollens" einen Austausch mit anderen Gleichdenkenden sucht. Wobei ja unsere Kinder alle in einem Alter sind, in dem man noch keine Erfahrungswerte über das Aufgeklärt-Sein hat. Es gibt zwar haufenweise Bücher über die Probleme und Konflikte von Adoptivkindern, aber wie du sagst, kann man die Situation doch nicht vergleichen.

    Ich habe mir wirklich auch schon den Kopf darüber zerbrochen. Ich kann halt beim besten Willen für mein Kind keinen Vorteil darin entdecken. Keinen Vorteil darin, ihm einmal zu sagen, daß irgendwo im Ausland eine Frau aus mehr oder weniger finanziellen , vielleicht ein wenig auch aus altruistischen Gründen, ihre Eizellen an eine Klinik verkauft hat. Daß seine Entstehung unter anderem auch ein Handelsgeschäft war, und daß die genetische Mutter sicher niemals Interesse haben wird, zu erfahren, was aus ihren vielen gespendeten Eizellen geworden ist. Grade weil diese Spenden auch meist in aller Heimlichkeit ablaufen, und selten die gesamte Familie und das Umfeld der Spenderinnen eingeweiht ist, hat die Spenderin das größte Interesse, anonym zu bleiben.

    Und ganz ehrlich gesagt, ich finde dieses bißchen Genetik, das die Spenderin "dazugibt" , ziemlich überbewertet, die Aussage, man müsse es dem Kind um seiner selbst willen mitteilen. Es ist ja Lichtjahre von einer Adoption entfernt, wo es tatsächlich eine Mutter gibt, die das Kind in ihrem Schoß empfangen, neun Monate getragen und geboren hat. Wo es ein familiäres Umfeld gibt, wo das Kind vorher schon eine Geschichte, ein Schicksal, und oft sogar schon einen Namen hatte.

    All das gibt es bei der EZS nicht, es gibt nur diese Feinarbeit im Labor. Und daß sich die Genome von Mutter und Kind während der Tragezeit eh vermischen, ist ja schon länger Gegenstand von wissenschaftlichen Forschungen. Also wäre auch die genetische Mutter gar nicht mehr die alleinige, würde man es auf das Aufdröseln von DNA-Material reduzieren.


    Grade das was du ansprichst, wäre auch meine größte Befürchtung. Das der Familienfriede unwiederbringlich dahin wäre, daß ein Damm gebrochen wird, der sich nicht wieder reparieren läßt. Wie du sagst, grade in der Pubertät, in dieser Zeit der Identitätskrisen, auch noch zu erfahren, daß die Mutter, bzw. die Eltern nicht das sind, wofür man sie ein Leben lang gehalten hat. Wie schnell kommt da grade bei Konflikten, die ja doch unvermeidbar sind, der Gedanke auf: Ja, meine "richtige" Mutter, meine "richtigen" Eltern würden mich besser verstehen, und dann beginnt ein Zweifeln, ein Grübeln, das ich halt meinem Kind vollständig ersparen möchte.

    Genauso wie Narzisse oben schrieb, sie hielte es für ihre Pflicht, aus Liebe ihr Kind über seine Herkunft aufzuklären, aus dem gleichen Gefühl der Mutterliebe heraus möchte ich jeglichen Schaden, jegliche Zweifel und Krisen von meinem Kind fernhalten und es nicht womöglich in eine vergebliche Jagd nach seiner "wahren" Herkunft rennen lassen, die , wie du ja so treffend schriebst, gar nicht erfolgreich werden kann.

    Wir wollen eben alle das Beste für unsere Kinder. Wer es dann "richtig" gemacht hat, das wird sich wohl erst später einmal herausstellen. Auf alle Fälle wäre es sicher interessant und wichtig, die Erfahrungen, die mit der Aufklärung gemacht wurden, ungeschönt hier im Ordner festzuhalten, als Richtschnur und Orientierungshilfe für alle, die sich nach uns den Kopf über diese Thematik zerbrechen ;-).


    Liebe Grüße

    von Josi

  • Nicki
    Morula
    Beiträge
    273
    • 7. Dezember 2006 um 21:57
    • #5

    Re: Treffen 1.

    Danke Josi.....

    Warum Danke ???? Ich bin ein Mensch, der eigentlich immer mit offenen Karten spielt und die ganze Geheimnistuerei gar nicht mag.....

    Einige Leute (auch Aussenstehende) wissen über die ganze Geschichte Bescheid....Ich neige leider dazu manchmal zu offen zu Leuten zu reden.

    Genau aus diesem Grund bin ich ständig am grübeln, ob ich komplett mit offenen Karten spielen soll. Aber Dein Beitrag hat mich zum Nachdenken bewegt und eigentlich auch wieder auf den richtigen Weg gebracht....es hat absolut keinen Sinn Sebastian bereits im Kindesalter mit diesen Dingen zu belasten.

    Ich für mich habe jetzt entschieden, die ganze GEschichte einfach zu "vertagen"....d.h. ich mache mir keine GEdanken mehr darüber und lasse die Zeit für uns spielen....mittlerweile finde ich ist eine "normale" künstliche Befruchtung zu einem ganz alltäglichen Thema geworden und bis jetzt hab ich nicht erlebt, dass mich Leute deswegen schief angeschaut hätten.

    Vielleicht ist in 15 oder 20 Jahren das auch so bei Eizellenspende so.....Da können vielleicht die Medien doch einwenig helfen...zumindest, dass es nicht mehr ein ganz so grosses Tabu-Thema ist.

    Mein Mann ist sowieso der Meinung ich spinne. Schliesslich habe ich den Beweis, dass Sebastian mein Kind ist....mein Bauch wurde schliesslich aufgeschnitten und nicht der der Spenderin.....Auch eine Logik....Männer halt....

    LG
    Nicki mit Sebastian der bals 2 wird und Mama immer ähnlicher wird....(den Sturrkopf hat er schon von mir...meint mein Mann)

    LG
    Nicki mit Sebastian *6.2.05

  • delila
    4-Zeller
    Beiträge
    87
    • 8. Dezember 2006 um 11:25
    • #6

    Re: Treffen 1.

    Hallo ihr Lieben,

    wenn ich mir dieses Forum angucke, komme ich langsam aber sicher auch eher zu dem Entschluß es meinem Sohn nicht zu sagen. Ich bin auch der Meinung, daß die Genetik überbewertet wird. Mein Sohn ist in meinem Bauch herangewachsen, mit Hilfe meines Blutes. Ich will auch nur das Beste für ihn und hoffe aus diesem Grunde in Zukunft dann die richtige Entscheidung zu treffen. Sein Papa ist ja immerhin noch auch der genetische Vater. Ich habe allerdings noch die Problematik, daß ich die genetische Mutter meines Sohnes kenne, was die ganze Sache nicht einfacher macht.

    LG Delila

  • Claudia33
    Morula
    Beiträge
    225
    • 8. Dezember 2006 um 15:28
    • #7

    Re: Treffen 1.

    Hallo Delila,

    darf ich fragen, warum Du so viele Infos zur genetischen Mutter hast- wo warst Du zum Versuch?

    lg claudia

  • romy
    Blastozyste
    Beiträge
    995
    • 9. Dezember 2006 um 11:16
    • #8

    Re: Treffen 1.

    Hallo, ihr alle - oder, ob es mit Murkel zu sagen, winke-winke....(derzeit ganz angesagt)

    wieder mal ein interessanter thread. Ich bin übrigens der Meinung, wir sollten diese threads, die sich "damit" beschäftigen, extra abheften, damit die für Neulinge zu finden sind. Als ich damals hier neu reinkam, dachte ich...hallo? Gehts denen nur um Spritzen und Termine und Kosten? Macht sich da keiner Gedanken drum, was da eigentlich abgeht? Aus der Vielzahl von technischen postings kann man als Neuling gut diesen Eindruck gewinnen. Deswegen meine ich: Alle threads, die sich um den "Umgang" drehen, sei es der nach innen oder nach außen, sollten extra geheftet werden. Was meint ihr dazu?


    Ich habe mich auch zum Nicht-Sagen entschieden und stimme mit Josi ganz überein.

    Die Wahrheit zu sagen ist eine gute generelle Richtlinie, aber nicht immer und in jedem Fall die beste oder auch nur die moralisch hochstehendste Lösung. Ich sage die Wahrheit, wenn jemand damit etwas ändern kann. Ich mache z.B. Leute auf Mundgeruch oder offene Hosen oder falsch ausgeprochene Wörter oder auch auf auffälliges Trinkverhalten aufmerksam. Natürlich mit der entsprechenden Vorsicht und natürlich auch in dem Wissen, dass so ein Schuss nach vorne oder nach hinten losgehen kann. Trotzdem meine ich: Hier ist die Wahrheit sinnvoll, denn die Leute haben damit eine Chance, etwas zu ändern. Nicht ansprechen würde ich alle Dinge, an denen derjenige nichts ändern kann, ich sag mal: eine Narbe. Und hier würde ich auch lügen, wenn es nötig wäre. Denn da kann die Wahrheit nur verletzen.

    Ich würde zur Vorsicht raten, wo die Entscheidung für die Wahrheit aus allgemeinen moralischen Überlegungen resultiert. Es gibt keine allgemeine Moral, die immer und unter allen Umständen gilt. Ich würde mir mein Kind ganz genau anschauen und versuchen einzuschätzen, was bedeutet diese Aussage für dieses mein Kind? Was nehme ich ihm damit, was eröffnet sich ihm dadurch neu? Das ist sicher auch eine Frage des Charakters des Kindes. Aber mir scheint, es verliert viel und gewinnt wenig dazu.

    Und ganz aufpassen muss man auf den Beicht-Trieb, scheint mir. Es ist ja auch so ein bisschen "Reinen-Tisch-machen-Wollen" dabei ein ganz verständliches Bedürfnis, sich zu erleichtern. Aber damit dient man nur sich, nicht dem Kind. Da scheint es mir ebenfalls moralisch hochstehender, zu sagen: Diese Lüge, die trage ich. Die kommt in meinen privaten Rucksack und den trage ich.


    Wie würde es euch gehen, wenn ihr die Kinder wärt? Stellt euch vor, eure Mutter wäre... wolltet ihr es wissen? (Ich nicht).

    Josi, Frage an dich, du weißt doch immer soviel: Diese Vermischung...weíßt du da mehr drüber?

    Delila, erzähl bitte mal mehr, wie das ist, wenn man die Spenderin kennt.

    Es grüßt
    Romy

  • Meteor
    4-Zeller
    Beiträge
    79
    • 9. Dezember 2006 um 13:58
    • #9

    Re: Treffen 1.

    Hallo an alle :tach:
    ich gehöre zur bestimmt sehr grossen Kategorie der stillen Leserinnen, die jedoch alle Postings mit hoher Aufmerksamkeit verfolgt. Und ich muß hier ganz stark zustimmen: die Diskussion - wie offen oder geheim gehe ich mit diesem Thema um - muß sich JEDER von uns stellen. Da wir bei diesem Thema jedoch (noch) Pioniere sind, ist man sehr allein mit diesen Überlegungen. Umso hilfreicher sind offene Diskussionen wie sie hier gerade geführt werden. Sie können helfen abzuwägen wie man damit zukünftig umgehen möchte, denn dies ist keine leicht(fertig)e Entscheidung und sollte durchdacht sein.
    Ich würde es daher wie Romy sehr begrüßen solche Threads extra zu behandeln, denn sie tangieren jeden und sind auch bzw. sogar besonders für "Neueinsteiger" interessant! Ich selbst bin auf diesen Thread nur per Zufall gestossen ...
    Liebe Ines+Chris: seht Ihr hier eine Möglichkeit? Ich will diese Gelegenheit auch gleich nutzen Euch aus tiefsten Herzen zu danken, dass Ihr diese Plattform zur Verfügung gestellt habt !! :bussi:
    Meteor

  • Tapabo06
    8-Zeller
    Beiträge
    121
    • 9. Dezember 2006 um 21:34
    • #10

    Re: Treffen 1.

    Hallo,

    ja ich finde das Thema auch wichtig und fände es gut, wenn es einen eigenen Ordner für Threads wie diese gäbe. Ich meinte mich zu erinnern, dass mein allererstes Posting auch zu diesem Thema war:

    [quote author=Tapabo link=topic=890.msg4891#msg4891 date=1059747180]
    Hallo,

    ich kann mir eigentlich gut vorstellen, dass es für mich kein psychologisches Problem wäre, mittels einer EZS schwanger zu werden.

    Allerdings kann ich mir nicht vorstellen, einem Kind das Wissen darüber vorzuenthalten. Ich selbst bin adoptiert, habe dies aber erst mit Anfang 30 durch einen Zufall erfahren. Irgendwie hatte ich es immer geahnt und so war es auch befreiend, endlich zu wissen, dass ich meiner Wahrnehmung trauen kann. [/quote]

    Für mich wäre die Anonymität der Spenderin fast ein Grund gewesen, auf ein Kind zu verzichten (pietistisches Elternhaus ;-)), glücklicherweise ist mein Mann da wesentlich pragmatischer und meinte, vielleicht würde sich die Rechtslage in Spanien in den nächsten 20 Jahren auch mal ändern. Ein Ansatz, dem ich nun schon zum zweiten Mal gern gefolgt bin, aber für mich besteht das Problem weiterhin, auch wenn ich es erstmal weggeschoben habe - ich glaube, hier ähneln sich Nickis und mein Ansatz.

    Ich bin seit Anfang des Weges zur Eizellspende damit mit meinen Freundinnen offen umgegangen, auch Schwager und Schwägerin wissen Bescheid, nicht aber Eltern, Bekannte, Familie, etc. Aber immerhin sind es 10 Leute, die es wissen. Aus dieser Geheimniskrämerei um meine Adoption weiß ich, dass die Mitwisser dieses Wissen auch häufig fast vergessen, aber irgendwie diffundiert das Wissen der Eltern und der Mitwisser doch in die Beziehung hinein. Hier im Forum habe ich immer versucht, meine Anonymität einigermaßen zu bewaren, aber wer weiß, bei einer "Rasterfahndung" würde man mich vielleicht doch identifizieren können...

    Romy, ich gebe dir Recht, dass die Wahrheit zu sagen nicht per se die moralischste Lösung ist. Und ich weiß auch nicht, was das Sagen kurzfristig an positivem Effekt auf die Beziehung haben soll. Um ehrlich zu sein, mir graut davor. Und ob die Pubertät der geeignete Zeitpunkt ist - das bezweifle ich mit Josi stark.

    Aber ich glaube wirklich, dass Familiengeheimnisse einen unglücklichen Einfluss nehmen. Und ich hoffe, wir können dem Kind/den Kindern so viel psychische Stabilität mitgeben, dass ihnen das fehlende Viertel (höchstens, nach der von Josi zitierten Genvermissungsthese) Identität (2 mal nurture, aber nur 1 mal nature bekannt) nicht so viel ausmacht.

    Unsicher, ob es richtig ist, aber ich meine hier zu stehen und nicht anders zu können,
    Tapabo

    ------------------------------------------------------------
    2 Kinder durch EZS - Tochter 01/05, Sohn 05/07

  • Claudia33
    Morula
    Beiträge
    225
    • 9. Dezember 2006 um 22:03
    • #11

    Re: Treffen 1.

    Hallo Zusammen,

    ich würde mir auch wünschen, das alle Diskussionen ums "Sagen oder nicht" gebündelt werden sollten.

    Romy: Das, was Du zum Beicht- Trieb gesagt hast, gibt mir echt zu denken.....

    LG Claudia

  • Josi
    Morula
    Beiträge
    596
    • 9. Dezember 2006 um 23:54
    • #12

    Re: Treffen 1.

    Hallo,


    ich finde es gut, daß sich hier wieder mal ein Diskussionsforum entwickelt ;)


    Liebe Romy,

    dein Posting mit den Denkanstößen zu Moralvorstellungen fand ich Klasse. Wo ich mich eher auf das rein Praktische beschränkt habe, hast du dem Aspekt auch noch die ethische , nicht weniger wichtige Seite hinzugestellt.

    Und was ich ebenfalls am allerwichtigsten finde: Nicht ich bin in diesem Fall wichtig, bin maßgeblich. Nur mein Kind ist es. Ich muß sehr genau vorausplanen, was ihm nutzt und was ihm schadet.


    Wobei sich einiges ins andere überleitet, z.B. der ganz starke Wunsch, mein Kind vor allem Schaden zu bewahren. Und das, wie du ganz richtig schreibst, nur um mich sozusagen zu "erleichtern" , um Absolution zu erlangen, um Verständnis für meine Situation zu finden? Tja, nur gibts keine Absolution, nur eine Tür, die geöffnet wurde und die nie mehr zu schließen sein wird.....

    Schaden, der ihm auch daraus entstehen kann, daß über seine "Entstehung" viel zu viele Menschen Bescheid wissen.
    Und ich sehe das Problem beim Es-der-guten-Freundin-und-Verwandten-Sagen auch darin, daß ich nicht mehr in der Hand habe, wer denn nun wirklich etwas erfährt. Tratsch und Klatsch ist doch nur allzumenschlich, vor allem bei einem so "interessanten" Thema. Und ich würde unter keinen Umständen wollen, daß mein Kind zum Klatschobjekt anderer wird.


    Ich glaube auch, daß es den "geeigneten Zeitpunkt" so gut wie nie gibt.

    Kläre ich ein 5- oder 6-Jähriges darüber auf? Das begreift doch die ganze Tragweite gar nicht. Entweder die Sache wird als uninteressant gleich wieder vergessen, oder es hält sie für so wichtig, daß es alle möglichen Leute damit beglückt, (" Hallo Postbote, weißt du was, meine Mama hat mich als Zelle im Ausland gekauft, und jetzt ist sie gar nicht meine richtige Mami, aber ich hab sie trotzdem so lieb" ) was man ja eigentlich als Eltern auch nicht will.

    Was ist dann der richtige Zeitpunkt? Kindergartenbeginn? Einschulung ? Kommunion ? Der 12. Geburtstag? Oder wartet man einfach auf eine "gute Gelegenheit" ?

    Also wenn ich mir vorstelle, dieses Problem würde vor mir liegen, hätt ich bestimmt ab und zu schlaflose Nächte............

    Irgendwie kann ich es auch nicht als unglückliches Familiengeheimnis sehen - das klingt jetzt ein wenig nach Jane Austen und einem durchgeknallten Erbonkel im Schloßverlies ;-). Ich sehe es nur als als zwingend notwendige medizinische Möglichkeit, die aber nichts mit unserer Familienkonstellation zu tun hat. Und ich könnte mir ehrlich gesagt auch nicht vorstellen, ein vollständig "eigenes" Kind mehr zu lieben oder anders zu behandeln als meines. Das ist glaub ich einer der Hauptunterschiede zur Adoption , daß man ein Kind, das man selber empfangen und neun Monate unter dem Herzen getragen hat, ganz leicht vollständig und ganz als seines ansehen kann.


    Tapabo, wie würdest du eigentlich den Unterschied zwischen EZS und Adoption definieren? Wäre es für dich eine andere Wahrnehmung gewesen, wenn du statt von der Ado von einer EZS erfahren hättest ?


    Ach ja, und zur Genomvermischung,

    ich habe das in einem Artikel im Internet gelesen, in Medizinischen News.

    Es ging darum, daß ein israelisches Forscherteam in einer einheimischen Klinik ein DNA-Untersuchungsprojekt durchgeführt hat.

    Die Wissenschaftler beschäftigten sich mit dem Thema EZS. Sie untersuchten die DNA der Spendermutter, der Empfängermutter, und nach der Geburt die der des Babys.

    Dabei stellte sich heraus, daß aufgrund der DNA des Kindes keine eindeutige Zuordnung zur genetischen Mutter mehr gemacht werden konnte, daß eben eine Vermischung während der Tragezeit in der Gebärmutter stattgefunden hatte.

    Das Fazit des Artikels war eben, daß wohl in der GM zwischen Tragemutter und Kind Interaktionen stattfinden, die bisher noch nicht allumfassend erforscht sind.

    LEIDER habe ich den Artikel nicht gleich kopiert, sondern erst mal unten auf die Taskleiste abgelegt, und leider ist mir an diesem Abend der Rechner runtergefahren, und er war weg. Leider habe ich ihn auch nicht wiedergefunden, trotzdem ich danach gesucht habe. Also, wenn eine von euch mal viel Zeit und Flatrate hat, vielleicht habt ihr ja mehr Glück ?


    Ich fände es auch sehr gut, wenn wir diesen Austausch sozusagen sammeln könnten. Wie Tapabo richtig schrieb, geht es ja hier um mehr als um Preise und Anfahrtswege, auch wenns manchmal so ausschauen mag ;)


    Herzliche Grüße

    von Josi

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