Hallo an alle,
ich hatte vor 14 Tagen meinen Transfer in Spanien im Institut Marques und berichte heute, wie es mir in der Zwischenzeit bis heute ergangen ist.
Ich fange am besten von vorne an: Wie ich schon im Bericht vom Erstgespräch geschrieben hatte, bekam ich direkt nach meiner Rückkehr vom Erstgespräch (am 29. September) die Nachricht, dass die Spenderin bereits synchronisiert werde. Ich habe dann insgesamt 17 Tage die Pille genommen, danach Estradiol-Pflaster, die ich sehr gut vertragen habe und bei mir gut funktioniert haben. Die Messung der Gebärmutterschleimhaut hatte ein Ergebnis von 16 mm ergeben. Als ich mit Spanien telefonierte, sagte man mir, dass nur in 10 Prozent aller Fälle ein zweiter Ultraschall notwendig sei.
Da ich schon alle Medikamente in Spanien direkt in der Klinik mitbekommen hatte, war das mein einziger Arztbesuch bis zum Transfer hier in Deutschland. Und den hatte mir freundlicherweise auch noch die behandelnde Ärztin Frau dra. Redondo vom Institut Marques vermittelt. Darüber war ich ziemlich froh, denn in der Großstadt, in der ich wohne, ist es leider fast unmöglich, kurzfristig einen Termin beim Gynäkologen zu bekommen, ganz egal was ist. Frau dra. Redondo hatte mir erklärt, dass sie mit mehreren Kliniken in Deutschland zusammenarbeiten würden bzw. Kontakte herstellen könnte. Diesbezüglich war ich schon sehr dankbar, weil ich mir dann nicht irgendwelche komischen Geschichten ausdenken musste und ich auch nicht ins Kreuzverhör genommen wurde.
Man hatte uns von Anfang an beim Institut Marques gesagt, dass der Transfer ungefähr 5 bis 6 Wochen nach dem Erstgespräch stattfinden würde. Gleichzeitig wurde aber auch immer betont, dass es zu Verschiebungen kommen kann, was für mich immer logisch war. Deshalb hatte ich mir auch keine Gedanken über den Flug gemacht und hatte auch nichts gebucht. Und am 27. Oktober, als ich das Ergebnis der Gebärmutterschleimhautmessung telefonisch in Spanien mitgeteilt hatte, sagte man mir, dass man sich wieder melden würde. Also habe ich auch da noch nicht wegen Flügen geschaut.
Und dann war es nur 4 Tage später soweit: Ich bekam am Dienstag, 31. Oktober, den Anruf, dass meine Spenderin am Mittwoch punktiert werde und mein Transfer am Freitag, den 3. November, stattfindet. In diesem Moment wurde ich natürlich schon etwas nervös … Zuerst habe ich bei den gängigen Lastminute-Flugbörsen geschaut, aber bei vielen muss man drei Tage im voraus buchen oder dort wurden astronomische Preise genannt. Na ja, dann habe ich bei Germanwings geschaut – war auch nicht billig, aber immerhin: So um die 350 Euro für den kurzfristigen Flug zwei Tage später. Ok, dachte ich, aber ich fliege lieber Lufthansa. Das war wirklich indiskutabel – der Flug kostete bei Lufthansa-online über 700 Euro. Und als ich schon fast gebucht hatte, dachte ich, schau noch mal bei Ltur. Das war ein absoluter Volltreffer. Dort gab es alle Flüge – mit Lufthansa und Germanwings – nur sehr viel billiger. Aufgrund der Flugzeit war Germanwings besser, und der Flug kostete nur 150 Euro! (Der Lufthansa-Flug hätte übrigens auch nur 200 Euro gekostet). Unglaublich, oder? Ich dachte immer, es wäre am billigsten, direkt bei Germanwings zu buchen, aber das wäre mehr als doppelt so teuer gewesen.
Mein Tipp, falls Ihr ähnlich kurzfristig disponieren müsset: Bei http://www.ltur.de nachschauen, ob es nicht noch billiger geht. War ganz unkompliziert. Mit der Hotelbuchung habe ich mir dann noch etwas Zeit gelassen, weil es in Barcelona ja mehr als genug Hotels gibt, ich hatte eher die Qual der Wahl. Falls man in der Nähe der Klinik wohnen möchte, gibt es auch eine größere Auswahl an Hotels, da braucht man sich keine Sorgen zu machen, dass man nichts bekommt.
Für den, den es interessiert, schreibe ich hier eine kleine Auswahl auf, die ich in der Eile recherchiert hatte: Hotel Rey Juan Carlos, Hilton Barcelona, Hotel Princesa Sofia, Melia Barcelona (alle etwas teurer), Hotel Gran Derby, Husa L’illa, Husa Arenas (dieses Hotel muss unmittelbar an der Klinik liegen) – diese sind etwas preiswerter. Das ist aber keine vollständige Auflistung, nur eine Auswahl. Auch hier hatte ich die Preise von expedia.de, hotel.de und hrs.de verglichen (es gibt immer Preisunterschiede, aber manchmal muss man noch Steuern und Servicegebühren in unbekannter Höhe dazurechnen, so dass der Preis nicht so ganz klar ist). Und auch hier erlebte ich eine kleine Überraschung: Ich hatte mich dann spontan für das Hilton entschieden, und da war es am preiswertesten, wenn man direkt über die Hotel-Homepage buchte.
Am nächsten Morgen sollte ich um 11 Uhr in der Klinik sein und mit voller Blase. Da ich ja aus meinen Versuchen in Deutschland wusste, dass die volle Blase wichtig ist, hatte ich kurz vorher gut 1,5 Liter Wasser getrunken. Uns als wir im Wartezimmer vom Institut Marques saßen, habe ich weiter Wasser getrunken. Ich war einfach davon ausgegangen, dass der Transfer bald stattfinden würde…
Ich kann auch gar nicht sagen, ob ich einfach einen komischen Tag erwischt hatte oder ob das dort normal war. Jedenfalls bei meinem ersten Besuch war die Atmosphäre ganz ruhig, obwohl da viele Paare da waren, und die Termine wurden gut eingehalten. An diesem Tag war das etwas anders, die Klinik war wieder sehr gut besucht, wir saßen diesmal einen Stockwerk höher, dort waren einige Paare aus England und Spanien. Zur Begrüßung hatte man mir gesagt, dass ich noch etwas warten müsse, weil die Ergebnisse/Informationen aus dem Labor noch nicht da seien. Und immer liefen ganz viele Ärzte hin und her schauten in die Karteikarten und schauten ganz sorgenvoll… Ich hatte ja viel Zeit – es dauerte – deshalb redete ich mir schon ein, dass etwas schief gegangen sei und ich vielleicht ganz umsonst nach Spanien gekommen sei… Na gut, nach etwa einer Stunde wurde ich dann erlöst, Frau dra. Redondo holte mich ins Sprechzimmer und sagte mir, dass insgesamt 8 Eizellen entnommen worden sind. Davon hätten sich 4 sehr gute/schöne Embryos entwickelt. Die zwei besten sollten mir transferiert werden, und die anderen beiden wurden eingefroren. Man erklärte mir noch, dass es in Spanien eine Klassifizierung der Embryonen von 0 bis 10 Punkte gibt. Wobei 0 eine ganz miserable Qualität ist, und 9 bzw. 10 eine sehr gute Qualität. Also ist sollte einen 10er-Embryo und einen 9er-Embryo bekommen.
Außerdem hatte ich noch gefragt, ob sie dort IVF oder ICSI mit den Eizellen machen – ich hatte einfach vorher nie gefragt. Die Antwort fand ich überraschend, weil ich so was vorher noch nie im Forum gelesen hatte. Man sagte mir, dass 5 von den insgesamt 8 Eizellen reif gewesen sind, und diese mit ICSI behandelt worden sind. Die 3 anderen Eizellen seien unreif gewesen und man würde bei denen IVF machen. Wenn man bei diesen unreifen ICSI machen würde, würden sie kaputt gehen. Aber falls sich diese unreifen Zellen per IVF mit dem Spermium verbinden würden, könnten sich daraus auch schöne Embryonen entwickeln.
Ich habe auch keine weiteren Fragen gehabt. Zum Beispiel habe ich auch nicht nach der Spenderin gefragt. Ich hatte mir vorher überlegt, dass es mir relativ egal ist, ob meine Spenderin 23 Jahre oder 28 Jahre ist, und es für mich auch unerheblich ist, ob sie 1,70 m groß ist oder 1,75 m. Ich war auch ganz froh, dass mir diese Infos nicht aufgedrängt wurden. Ich fragte natürlich noch, ob wich vielleicht kurz auf die Toilette gehen könne, denn ich hatte ja gut 2 Liter Wasser getrunken… Frau dra. Redondo erlaubte mir einen ganz kurzen Gang zur Toilette, ich sollte aber nicht zuviel …
Gut, dann ging ich rüber in die Klinik zum Transfer. Wieder warten, ich trank noch mehr… Aber ich bin noch zweimal auf die Toilette gegangen, es war einfach zuviel. Und dann endlich, nach fast eindreiviertel Stunden war es soweit. Der Transfer selbst war auch der Grund, warum ich bis jetzt noch nicht im Forum darüber geschrieben habe. Es war nicht sehr angenehm. Vorher beim Probe-Transfer gab es null Probleme, auch nicht die geringsten Schmerzen. Na ja, und in Deutschland, womit ich es vergleichen muss, hatte ich auch fast nie größere Schmerzen. Die Ärztin, die das machte (es war nicht Frau dra. Redondo, die beim Erstgespräch den Probe-Transfer gemacht hatte), war etwas grob Mensch.
Irgendwann war es dann endlich soweit, dann wurden die beiden Embryos mit dem Katheter aus dem Labor reingebracht. Mit ganz, ganz viel Phantasie konnte man dann noch am Ultraschall mitverfolgen, wie die zwei kleinen weißen Punkte reingesetzt wurden. Auch das konnte ich ehrlich nicht genießen, es war auch kein erhebender Moment. Ich wollte nur noch eines – auf die Toilette. Der Transfer selbst, also das Einführen der Embryonen, war völlig unkompliziert und ganz schmerzfrei.
Ich habe zwar gefragt, ob es schlecht sei, direkt aufs Klo zu gehen, aber ich weiß nicht, was ich gemacht hätte, wenn die Antwort „Ja“ gewesen wäre… Alle drei Ärzte und Arzthelferin sagten mir, dass es kein Problem sei. Ich bin dann also nach dem Transfer vielleicht nur noch 1 bis 2 Minuten liegen geblieben und direkt auf die Toilette. Dann bekam ich noch meine Medikamente, die bis etwa 10 Tage nach dem Transfer ausreichen. Soweit, so gut.
Im Hotel wieder angekommen habe ich mich dann auch gleich hingelegt. Man hatte mir zwar gesagt, dass die Ankunft ein Tag vor dem Transfer gut wäre und am Tag nach dem Transfer die Rückreise angetreten werden kann, aber ich dachte noch ein Tag mehr Ruhe nach dem Transfer kann nicht schaden. Von Bekannten aus den USA, die dort IVF-Behandlungen hatten, weiß ich, dass man dort auch eher 2 bis 3 Tage nur im Bett liegen soll. So habe ich es dann auch gemacht, aber direkt nach meiner Ankunft im Hotel hatte ich auch schon den ersten Alptraum: Ich träumte, dass ich auf der Toilette war, und ein so eine Art durchsichtiger Zettel herauskam, wo in allen möglichen Sprachen geschrieben stand, dass es leider nicht geklappt hätte. Also keine gute Vorahnung … Die nächsten zwei Tage verliefen ähnlich, ich war 500 Prozent überzeugt, dass es nicht geklappt haben kann.
Die Rückreise war dann wieder ein „Höhepunkt“: Zuerst schien alles in Ordnung. Wir waren auf der Startbahn, und das Flugzeug wollte schon Gas geben. Dann sagte der Steward zu einem Fluggast per Lautsprecher, dass er sich hinsetzen soll. Und dann sagte er das nochmal und lief dann zu ihm hin. Dann wurde wild telefoniert, und wir sind dann wieder zurück zum Ausgangspunkt. Der Fluggast durfte aussteigen. Dann musste die Maschine neu betankt werden, dann musste noch der Feuerwahrwagen kommen, weil wir alle im Flugzeug saßen. Dann musste noch das Gepäck rausgeholt werden, und so sind dann zusätzliche 3 Stunden auf dem Rollfeld vergangen... Das Blöde bei der Sache: Ich musste ja meine Utrogest-Kapseln einnehmen. Und zwar kurz vor der Landung… Also bin ich vorsichtshalber eine halbe Stunde vor dem eigentlichen Termin zum Klo gegangen, weil man ja nie weiß, wann man nicht mehr aufstehen darf… Ich hatte etwas Panik deswegen, habe dann aber einfach abends auch eine Viertelstunde vorher die Kapsel genommen und dann am nächsten Tag wieder im alten Rhythmus.
Die letzten 14 Tage habe ich mich wirklich wie erschlagen gefühlt – ich war schon fast etwas depressiv, und grübele die ganze Zeit und bin auch weiterhin davon überzeugt, dass es nicht geklappt hat. Ich konnte keine Nacht schlafen, immer hin und her gewälzt und überlegt, warum es auch dieses Mal wieder schief gegangen ist. Das sind sehr massive Ängste, weil ich mir hier in Deutschland nach meinen 5 Fehlversuchen jedes Mal – allerdings nur am tiefsten Tiefpunkt, der natürlich auch wieder vorübergegangen ist, wie ein kompletter Versager vorgekommen bin…
Heute, 14 Tage nach dem Transfer, bin ich dann morgens zum Blut-Schwangerschaftstest. Und dann sollte ich zwischen 12 und 13 Uhr anrufen. Ich hatte überhaupt keine Lust, schon zu oft hatte ich dieses mitleidige „Es tut mir leid, leider negativ“ gehört. Am liebsten hätte ich gar nicht angerufen. Um 12.30 Uhr habe ich es dann getan, und der Satz fing so an: „Es tut mir leid – aber das Ergebnis aus dem Labor ist noch nicht da!“ Also musste ich dann noch mal anrufen. Und auch beim 2. Mal sagte man mir, dass das Ergebnis noch nicht da sei – also das war echt schlimm. Dann plötzlich sagte mir die Helferin, dass da doch etwas auf dem Schreibtisch wäre, sie möchte mich zum Arzt durchstellen…
Ich ahnte nichts Gutes, wenn man zum Arzt durchgestellt wird, heißt das ja eigentlich immer, dass der einem schonend eine bittere Wahrheit beibringen muss… Also, ich war schon auf dieses: „Es tut mir leid …“ eingestellt, und dann sagte der Arzt „Herzlichen Glückwunsch, Sie sind schwanger. Beta HCG 742“.
Ich war noch eine Stunde später total geschockt. Denn damit hatte ich nicht im geringsten gerechnet. Immerhin hatten mir 2 Ärzte in Deutschland unabhängig voneinander gesagt, dass ich sehr wahrscheinlich auch mit Eizellspende nicht schwanger werde und die Aussichten wegen meiner Endometriose schlecht sind. Es hätte keinen großen Sinn es zu probieren…
Wenngleich ich jetzt natürlich nur eine sehr verhaltene Freude verspüre – ich weiß, dass die nächsten Wochen kritisch sind und noch viel passieren kann – bis jetzt bin ich noch nie so weit gekommen wie jetzt. Deshalb ist es jetzt schon mal einen kleinen Schritt weiter… Ich habe noch eine E-Mail nach Spanien geschickt, woraufhin mir Frau dra. Redondo eine sehr nette Mail geschrieben hat. Ich soll jetzt einfach nur die Utrogest und Estradiol-Dosis verdoppeln und in 10 Tagen einen Ultraschall machen.
Abschließend möchte ich noch sagen, dass ich das Institut Marques aus vollster Überzeugung weiterempfehlen kann – trotz des nicht ganz angenehmen Transfers. (Wie ich bereits im Forum lesen konnte, ist der Transfer bei anderen Patientinnen ganz reibungslos verlaufen). Was ich wirklich ziemlich super fand, war, dass ich immer eine hervorragende Betreuung erfahren habe. Ich weiß nicht wie viele E-Mails ich hingeschickt habe mit vielen Fragen. Die wurden immer ganz schnell und individuell beantwortet. Außerdem habe ich sehr viel Hilfe und große Unterstützung erfahren – ich konnte alle erforderlichen Blutuntersuchungen dort beim Erstgespräch machen etc.)
Außerdem – und das ist für mich einer der großen Pluspunkte – es ging alles sehr zügig. Wie ich ja schon vorher geschrieben hatte, hatte ich in meiner Erstanfrage um einen Termin für das Erstgespräch etwa 3 Wochen später gebeten, und diesen Termin auch bekommen. Vom Erstgespräch bis zum Transfer sind exakt 5 Wochen vergangen. Das finde ich ganz gut. Und auch das mit den Medikamenten war super-unkompliziert. Da alles im natürlichen Zyklus gemacht wird, ist keine Downregulierung nötig. Einfach nur die Pille für die Synchronisation, Estradiol-Pflaster, die man auf die Haut aufklebt und Utrogest-Kapseln. Das war’s.
Falls jemand Fragen hat zum Institut Marques im Allgemeinen oder zum konkreten Ablauf im Speziellen, beantworte ich die gerne.
Marianne