Sehr geehrte Experten,
ich bin 31 Jahre alt und befinde mich aktuell in der Vorbereitung auf eine ICSI mit PID (aufgrund einer genetischen Indikation, 50 % Vererbungswahrscheinlichkeit). Ich habe nun eine dringende Frage zu meinem aktuellen AMH-Wert, der mich sehr verunsichert.
Montag habe ich das Ergebnis einer Blutentnahme erhalten: Der AMH-Wert liegt bei 0,6 ng/ml.
Allerdings fand die Blutentnahme exakt 7 Tage nach einer medizinischen Absaugung (14 SSW) statt. Zudem war dies meine zweite Schwangerschaft in diesem Jahr (die erste endete im April (15 SSW). Ich bin in diesem Jahr beide Male im allerersten Übungszyklus spontan schwanger geworden. Ein Ultraschall vor einem Jahr zeigte zudem eine gute Follikeldichte.
Mein basaler FSH-Wert liegt aktuell bei 8,0 mIU/ml und mein Vitamin-D-Spiegel ist mit über 100 nmol/l optimal gesättigt.
Meine Fragen an Sie:
- Kann der niedrige AMH-Wert von 0,6 ng/ml durch die direkte hormonelle Suppression der zwei aufeinanderfolgenden Schwangerschaften (Dauerschlaf der Eierstöcke fast das gesamte Jahr über) und den postpartalen Verdünnungseffekt im Blut künstlich nach unten gedrückt sein?
- Ist eine AMH-Messung nur 7 Tage nach einer Absaugung im zweiten Trimester überhaupt klinisch aussagekräftig, oder ist hier mit einer deutlichen Regeneration des Wertes in den nächsten 3 bis 5 Monaten zu rechnen?
- Passt mein unauffälliger FSH-Wert von 8,0 mIU/ml zu einer echten, altersuntypischen ovariellen Erschöpfung bei einer 31-Jährigen, oder spricht dieser vielmehr für eine intakte ovarielle Funktion?
Vielen Dank für Ihre fachliche Einschätzung und Ihre Hilfe!